Hanscraft & Co. – Brauerinterview und 2 neue Biere, die unterschiedlicher nicht sein könnten!

Christian Hans müller im interview
Christian Hans Müller im Interview
Christian Hans Müller im Interview

Vor kurzem hatte ich die Ehre, im Büro von Christian Hans Müller ein Interview mit ihm zu führen. Dabei geht es um aktuelle Biere, die Vergangenheit aber vor allem die Zukunft seiner Hanscraft & Co. Brauerei in Niedernberg.

 

deine ersten brauversuche?

Lieber Christian, du hast in Deinem Leben schon einiges gebraut, doch welches war Dein erstes Selbstgebrautes und wie hat es denn geschmeckt?

Das war im Jahr 1996 ein ganz normales Helles. Das Rezept dafür habe ich in einem Buch über Bier in Deutschland in der Rubrik „Selber machen“ gefunden und mit 2 Freunden nachgebraut. Am Ende ist es irgendwie kein Bier geworden und die beiden anderen hatten dann auch keinen Bock mehr aufs Brauen. Ich aber schon, auf der Suche nach möglichen Fehlern beim letzten Versuch und besseren Rezepten habe ich mir weitere Literatur beschafft, für die Herstellung in kleinem Rahmen

 

die gegenwart – was schmeckt und gefällt dir besonders

Was ist denn dein Lieblingsbier von Dir selbst gebraut?

Das ist Tagesform-abhängig. Ich habe da unterschiedliche Favoriten. Vom Single Hop als Wegbier bis hin zum Bayerisch Nizza und dem Backbone Splitter im Glas. Generell bin ich, wenn ich etwas Neues gebraut habe, am aktuellen Bier am meisten interessiert und genieße diese Biere dann sehr gerne.

Hast du einen Lieblingshopfen?

Das kann man pauschal nicht sagen. Ich bin immer sehr an neuen Hopfensorten interessiert. Speziell neue deutsche Hopfenzüchtungen, wie der Hüll Melon mit dem wir schon öfter gebraut haben, machen mir Freude. Gerade die heimischen neuen Hopfen werden auch in Zukunft bei mir eine große Rolle spielen, natürlich verwende ich auch internationale Hopfensorten gerne. Spannend ist hier unter anderem die Sorte Cashmere.

Welche Besonderheiten zeichnen deine beiden neuen Biere „Vintage 2019“ und „Immaculata – Wheat Pale Ale alkoholfrei“ aus?

Beim Imperial Stout Vintage 2019 haben wir unser Black Nizza 11 Monate in einem von Portwein und einem anderen von Weinbrand vorbelegten Fässer reifen lassen. Dabei nimmt das Bier nicht nur Farbe und Fassnoten auf, sondern steigert durch die Spirituosen auch seinen Alkoholgehalt etwas.

Danach haben wir beide Biere miteinander verschnitten und 3 Wochen vor Ende der Reifephase mit Vanilleschoten gestopft.

Sommelieren für den Weltfrieden
Sommelieren für den Weltfrieden

Beim Immaculata haben wir herum experimentiert, bis die richtige Menge Earl Grey Tee ermittelt war. Das Bier sollte seinen Geschmack zwar annehmen, diesen aber nicht zu dominant und überlagernd wiedergeben. Es hat ein paar Versuche gebraucht bis die perfekte Balance zwischen Tee und Bier gefunden war, nun sind wir sehr zufrieden damit. Übrigens war der Hopfen hier nicht das Teuerste am Bier, der Bio Earl Grey Tee aus dem Teeladen war es! Wenn ich noch fahren muss ist das nun mein Favorit unter meinen Bieren.

Nachbarschaftliche beziehungen

Wie kommst du mit den mittelständischen und großen Brauereien in deiner Gegend aus?

Mit ein paar sehr gut. Es gibt aber auch eine gewisse Feindseligkeit, die ich bei anderen teilweise spüre. Man wird skeptisch betrachtet als Craft-Brauerei und mitunter negativ oder als Konkurrenz gesehen.

Dabei braust du doch eigentlich ganz andere Biere, als die ‚Konkurrenz‘ dies tut…

Das stimmt, man käme sich gar nicht ins Gehege und es gäbe ein friedliches Miteinander. Wir als Hanscraft sind für eine harmonische Nachbarschaft in der Region und so sind wir auch auf alle Brauereien zugetreten. Leider nicht immer mit entsprechend positivem Echo.

 

Die zukunft – was gibt es bald neues?

Wird es in Zukunft noch mehr fassgereifte Biere von Dir geben?

Frei nach der Devise „Nach dem Vintage ist vor dem Vintage“ wird es immer zur späteren Jahreszeit etwas Fassgereiftes von mir geben. Das muss jedoch nicht heißen, dass es immer ein Stout ist. Ich kann mir durchaus auch einen hellen Bock gut vorstellen oder einen Weizenbock.

Wie steht es bei Dir mit deiner eigenen Brauerei und einem Taproom in Niedernberg, gibt es schon Neuigkeiten?

Wir sind dran wie immer schon. Weiter als je zuvor!

Wird es in Zukunft denn auch mal ein normales Helles oder Weizen geben?

Na klar, eine Brauerei mit Gastronomie ist dafür da, um von vielen Leuten aus der Gegend besucht zu werden. Das Bier sollte, neben unseren Spezialsorten, die es selbstverständlich auch dort geben wird, den Menschen aus der Umgebung schmecken. Ein gutes Weizen fehlt mir hier sowieso in der Gegend. Ich liebe Weizen und ich kann und werde das auch brauen.

Viele Tore habe ich nicht erzielen können
Viele Tore habe ich nicht erzielen können

Es bleibt spannend… und wo wir grade beim Thema sind… hier erfahrt Ihr wie mir die beiden Neuen von Hanscraft & Co. geschmeckt haben:

 

Die bier reviews

Hanscraft & Co. – Vintage 2019 Oak Aged Imperial Stout

Bierstil: Imperial Stout

Zutaten: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Roggenmalz, Hafermalz, Hopfen (Chinook), Hefe

Alkohol: 10,5 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Hanscraft - Vintage 2019, ein besonderer Genuss
Hanscraft – Vintage 2019, ein besonderer Genuss

Optischer Eindruck:

Das Vintage 2019 fließt sanft, kaum aufschäumend, ins Glas. Seine zarte Schaumschicht ist cremefarben und instabil, sie haftet schön am Glas. Das Highlight ist natürlich die tolle nachtschwarze Farbe des Imperial Stouts, die bereits seine innere Stärke ankündigt.

Geruch:

Der Duft lässt sich mit unterschiedlichen Eindrücken beschreiben. Intensive Röstmalz- und Bitterschokoladearomen sind mir sehr präsent und machen bereits Lust auf mehr! Spannend sind auch die Einflüsse, welche die Fasslagerung in den unterschiedlich belegten Fässern, dem Bier zusätzlich an Aromatik verschaffen konnten.

Das Bier wurde ja zum einen Teil in Weinbrand- der andere Teil im Portweinfass gelagert. Das kommt auch schön im Geruch durch, man kann die sich im Verschnitt beider Biere ergebenden Aromen von Portwein und Weinbrand einzeln differenziert wahrnehmen, sehr aufregend! Vanillenoten ergänzen das Spektrum ansprechend und so langsam wird es echt Zeit für den ersten Schluck…

Antrunk:

Geschmeidig, fein moussierend und weich, jedoch in seiner Aromenstärke hochintensiv,  so strömt das Vintage über die Zunge. Sofort setzen sich deutliche und sehr intensive Aromen von Röstmalz und auch Bitterschokolade frei und harmonieren perfekt.

Was mich auch begeistert sind die Holzfassnoten von Weinbrand und Portwein. Christian beschreibt es als eine Symphonie, dem ich nicht widersprechen kann. Beinahe orchestral wirken die unterschiedlichen Geschmäcker und Eindrücke aufeinander abgestimmt und im Einklang.

Der den Körper angenehm wärmende Alkoholgehalt von 10,5 Prozent ist für die Jahreszeit gern gesehen, Bier kann nicht nur Herzen erwärmen. Die Vanille wirkt wie der sanft Einfluss nehmende Dirigent, der sich hier und da pointiert einschaltet ohne sich aus seinem Ensemble in den Vordergrund spielen zu wollen.

Hanscraft - Vintage 2019 im Glas
Hanscraft – Vintage 2019 im Glas

Nachtrunk:

Auch der Abgang des neuesten Vintage Imperial Stout 2019 wirkt ebenso intensiv kakaoaromatisch und röstmalzig wie sein Antrunk. Die Vanille zeigt sich auch dort und wirkt mit Fassnoten des Bieres in einem stimmigen Gesamtbild der Aromen. Ein Bier, welches noch lange nachhält und seine Eindrücke am Gaumen hinterlässt. Richtig gut!

 

von 10,5 prozent alkohol auf 0,4… das gibts doch gar nicht? gibt es doch!

 

Hanscraft & Co. – Immaculata Wheat Pale Ale Alkoholfrei

Bierstil: Pale Ale

Zutaten: Wasser, Malz (Weizenmalz, Pilsenermalz, Carahell),  Hopfen (Citra), Earl Grey, Hefe

Alkohol: 0,4 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Hanscraft & Co. - Immaculata Wheat Pale Ale Alkoholfrei im Glas
Hanscraft & Co. – Immaculata Wheat Pale Ale Alkoholfrei im Glas

Optischer Eindruck:

Golden bei natürlicher deutlicher Trübung und mit einer stattlichen, weißen Schaumkrone, welche am Glas haftet. So ist der erste schmackhafte optische Eindruck, den das alkoholfreie Immaculata Wheat Pale Ale auf mich macht.

Geruch:

In der Nase sammeln sich zitrusfrische und sehr belebende und erfrischender Tee-Duft. Dazu die kräuterige und nicht zu stark hervortretende Bergamotte, welche durch den Einsatz des Earl Grey Tees beim Brauen ins Bier gebracht wurde.

Antrunk:

Dann mein erster Schluck. Prickelnd und wirklich erfrischend, mit feiner Earl Grey Aromatik und dem damit verbundenen Anklang von Bergamotte, so anregend fließt das Pale Ale über die Zunge. Die Tee- und Zitrusaromatik kann mich begeistern und lässt von der Präsenz der Geschmäcker nichts vermissen.

Brew with a View
Brew with a View

Nachtrunk:

Auch der Nachhall ist ebenso durch Earl Grey – und Zitrusnoten durchzogen und büßt keinen Deut der Leichtigkeit des Bieres ein. Nicht nur für Autofahrer, welche nicht auf den Biergenuss verzichten wollen ist das Immaculata eine tolle Alternative. Nein, auch für sommerliche Stunden als stilvoller Ersatz für so manches plump süßes Erfrischungsgetränk wenn die Wärme sich wieder einmal zu sehr ausbreitet.

Ein Bier, bei dem ich den Alkohol nicht vermisse, leicht, fruchtig, erfrischend. Das macht Lust auf mindestens ein weiteres, der Alkohol steigt einem hier ja nicht zu Kopf. Probieren lohnt sich!

Die beiden feinen neuen Hanscraft Biere vereint
Die beiden feinen neuen Hanscraft Biere vereint

Danke für die leckeren Biere und das Interview lieber Christian und eine entspannte Weihnachtszeit und guten Rutsch an dich und an alle Leser meines Blogs.

Lasst Euch ein gutes Bier schmecken, mit Hanscraft seid ihr definitiv auf der sicheren Seite.

 

Die Website von Hanscraft & Co. findet Ihr hier.

Auch Christian hat mich interviewt, dieses Interview könnt Ihr hier lesen.

Meinen letzten Bericht zu Hanscraft findet Ihr hier.

 

Frohe Weihnachten mit gutem Bier, was will man mehr?
Frohe Weihnachten mit gutem Bier, was will man mehr?

Ein – zwei Weiherer? Die gönn ich mir! Rolator und Grünhopfen Pils der Brauerei Kundmüller im Test

Die Brauerei Kundmüller und ihr Braumeister Roland Kundmüller ist nicht nur mit ihren Sondersuden vielprämiert und kann auf ihre vielen Freunde und Fans zählen. Dass auch ich einer davon bin, soll meinen Bericht über die beiden saisonalen Biere, welcher nun folgt, nicht beeinflussen. Tut es auch nicht, denn diese sprechen definitiv für sich. Aber lest gerne selbst…

Teil 1, es grünhopft sehr…

Brauerei Kundmüller – Weiherer Grünhopfen Pils 2019

Bierstil: Pilsener

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol: 4,9  %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Gebraut mit frischem Doldenhopfen aus der Brauerei ist dieses Bier jedes Jahr ein Highlight für Pilsfreunde.

Brauerei Kundmüller – Grünhopfen Pils im Glas

Optischer Eindruck:

Strahlend golden bei leichter Trübung mit einer stabilen, cremigen weißen Schaumkrone, welche sich partout nicht verflüchtigen will, eröffnet es bereits dem Auge des Geniessers ein appetitliches Bild.

Geruch:

In der Nase machen sich frische Zitrusfruchtnoten breit, ihnen zur Seite stehen grasige und ein Hauch von Getreide. Auch florale Aromen mischen mit und ergeben einen spannenden ersten Schnupper-Eindruck.

Antrunk:

Der erste Schluck ist grasig, strohig und mit erfrischenden Nuancen von Zitrusfrucht erfüllt. Dabei prickelt es fein moussierend auf der Zunge und macht immer Lust auf den nächsten Schluck. Das Grünhopfen Pils ist dabei nur leicht, eben fränkisch, bitter. Aber es spielt dadurch seine fruchtigen, floralen, feinmalzigen und leicht grasigen Aromen noch besser aus, da es ihnen mehr Platz auf der Geschmacksklaviatur einräumt.

Nachtrunk:

Auch der Nachhall des Pilseners ist ebenso zitrusfruchtig wie grasig-strohig und aromatisch. Die Bittere steigt hier ein kleines Bisschen an. Ein wirklich gutes fränkisches Pils so wie es mir gefällt.

Es grünt so grün…

 

 

Vorhang auf zu Runde 2… der Doppelbock

 

Brauerei Kundmüller – Weiherer Rolator 2019

Bierstil: (Doppel-)Bockbier

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol: 8,8  %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Ehemals zum 50. Geburtstag von Braumeister Roland Kundmüller von seinem Team gebraut kommt das Bier auch in seinen Folge-Editionen gut an, ich hatte es zum ersten Mal im Glas.

Brauerei Kundmüller – Weiherer Rolator 2019 im Glas

Optischer Eindruck:

Eine wunderschöne Bernsteinfarbe mit natürlicher Trübung im Glas, da lässt sich der relativ rasch zu einer schmalen Schicht schmelzende Schaum doch sehr gut verkraften. Dieser ist feinporig, cremefarben und haftet gut am Glasinneren.

Geruch:

Der Duft des Doppelbocks ist geprägt von Trockenfrüchten, Malzaromen, Sherry und etwas Honig. Auch feinwürzige und florale Anklänge kann ich riechen.

Antrunk:

Dann kommt es endlich zum ersten Schluck… und wow, der kommt direkt unglaublich weich, vollmundig und geschmeidig über die Zunge geschlichen, legt sich wie ein feiner malzig-würziger Schleier darüber und bringt puren Genuss mit sich. Starke Aromen von Trockenfrucht und malzige Süße dominieren. Leichte Eindrücke von Honig und einer im Verlauf etwas anziehenden Bittere komplettieren das ausgewogene Geschmackserlebnis, welches sogar noch durch leicht erdige Noten ergänzt wird.

Nachtrunk:

Der Abgang des Rolators ist malzig, fruchtig und feinherb, jedoch bleibt die Bittere weiter vornehm im Hintergrund. Die Bühne gehört dem Malz und seiner Aromenwelt. Die beim Trinken entstehende alkoholische Wärme passt zudem wunderbar zur Jahreszeit. Ein toller Doppelbock aus Weiher!

Ein Bier, gemacht für den Spätherbst und Winter, der Rolator aus Weiher!

Fazit:

Zwei richtig gute saisonale Biere habe ich verkostet, jedes für sich ist besonders und richtig gut. Es lohnt sich definitiv beide zu probieren, wenn die Chance dazu besteht! Prost.

 

 

Die Webseite der Brauerei Kundmüller gibt es hier zu sehen.

Das Weiherer Hopferla habe ich hier für Euch getestet.

Hanscraft & Co. macht Ernst: Bohemia vs. Yakima, ein hopfiges Match!

Oh hoppy Day – Tschechien vs. USA

Heute teste ich im neuesten Hopfen-Match das Double Dry Hopped Pale Ale Bohemia Crown mit den tschechischen Hopfensorten Kazbek und Sladek mit seinem stilgleichen Vertreter Yakima River und den US-Hopfen Simcoe, Mosaic und Citra von der Partie.

Wenn sich Hopfen verschiedener Länder duellieren ist das immer eine aufregende Sache. Hanscraft aus Niedernberg ist darin bereits erprobt und hat bereits deutschen und amerikanischen Hopfen in einer Split Decision (hier nachzulesen) gegeneinander antreten lassen.

Ein Aufeinandertreffen aus dem oberen Regal der Aromen, aber lest gerne selbst von meinen Eindrücken der unterschiedlich gehopften Pale Ales.

Let the games begin…
Hanscraft & Co. – Bohemia Crown DDH Pale ale

Bierstil: Pale Ale

Zutaten: Wasser, Malz (Pilsener, Wiener, Weizen, Hafer), Hopfen (Kazbek, Sladek), Hefe

Alkohol: 6,3  %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Hanscraft & Co. – Bohemia Crown und Yakima River im Glas

Deutliche natürliche Trübung im Glas, sein Schaum ist fein bis mittelporig und thront äußerst stabil über dem Bier. Die Farbe des Bohemia Crown ist ein leuchtend helles gelbgold und der Schaum ist weiß wie Schnee.

Geruch:

Direkt zu Beginn fällt das schöne zitrusfruchtige Aroma des Bieres auf, welches sich mit floralen und leicht würzigen Anklängen bestens versteht. Diese Düfte ergeben gemeinsam ein stimmiges Zusammenspiel. Unterstützt werden sie durch eine erdige Komponente, welche zum vielfältigen Profil des Bohemia beiträgt.

Antrunk:

Weich fließt das Bier über die Zunge, fein moussierend prickelt es nur sanft aber dennoch anregend. Zitrusfrüchte sind in Form von Orange und Zitrus die Akteure mit der meisten Spielzeit in diesem Duell der (Hopfen-)Länder Tschechien gegen USA. Abgerundet wird der Trunk durch leicht erdige und während des Genusses intensiver hervortretende honigsüße Anklänge. Diese werfen sich mutig in die Geschmacks-Partie im Mund und harmonieren sogleich mit ihren Mitspielern.

Nachtrunk:

Hanscraft & Co. – Yakima River DDH Pale Ale vor blumigem Hintergrund

Diese spannende Komposition aus Orange, Zitrus, Honig und würzig-erdigen Komponenten ist eine, die sich bis zum Abgang hält und den Gaumen auch noch nachhaltig beschäftigt.

 

 

Hanscraft & Co. – Yakima River DDH Pale ale

Bierstil: Pale Ale

Zutaten: Wasser, Malz (Pilsener, Wiener, Weizen, Hafer), Hopfen (Simcoe, Mosaic, Citra), Hefe

Alkohol: 6,3  %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Ein würdiges Duell – Tschechien vs. USA… Bohemia vs. Yakima

Golden und klarer in seiner Optik, so präsentiert sich das Yakima River im Glas. Sein Schaum ist weiß, feinporig und relativ stabil.

Geruch:

Hallelujah, das knallt! So ist mein erster Eindruck, nachdem ich die erste Nase des Bieres genommen habe. Tropische Früchte treten mir in einer Intensität entgegen, der schwerlich zu widerstehen ist.

Hier ist von Grapefruit über Mango und Limette bis Maracuja ein buntes Treiben im Duft festzustellen. Bei genauerer ‚Untersuchung‘ fallen auch florale und erdige Zwischentöne auf.

Antrunk:

Der Antrunk kommt hier spritziger daher, es prickelt intensiver aber dennoch nicht aufdringlich auf der Zunge. Ein komplexes Aromenfeuerwerk entfaltet sich. Dieses wird durch Grapefruit und waldige Aromen (Kiefer, leicht harzig), sowie tropische Fruchtnoten von Mango und Maracuja befeuert. Die verschiedenen Geschmackseindrücke geben ihr Bestes um den Biergeniesser und dessen Sinne zu betören.

 

Nachtrunk:

Hanscraft & Co. – Bohemia Crown DDH Pale Ale vor blumigem Hintergrund

Hinten heraus kommt zur tropischen Fruchtigkeit noch eine knackige Bitternote hinzu, welche für mich das Trinkerlebnis als Gegenspieler zu eben dieser tropischen Atmosphäre rund und vollkommen macht.

 

Fazit:

Beide Kontrahenten haben auf dem Platz alles gegeben und schenken sich nichts. Auf der einen Seite der unaufgeregt fruchtige Tscheche Bohemia, welcher die leisen Töne außerordentlich gut spielt und sich durch eben diese lang in Erinnerung bringt.

Auf der anderen Seite der Ami, landestypisch etwas mehr ‚in your Face‘, tropisch, intensiv, mit einem bitteren Finale.

Welcher hier nun am besten abschneidet, das bleibt im Endeffekt Euch überlassen. Für mich ist es um Haaresbreite und in der Verlängerung der tschechische Hopfenvertreter, da ich finde die Aromen seiner beiden Hopfensorten harmonieren wunderbar und sie stechen ihre Gegner ganz knapp aus. Ich habe beide Biere sehr genossen, weil jedes für sich seine Stärken hat. Chapeau und Cheers!

So knapp wie sie nebeneinander stehen, so war die Entscheidung auch im Finale

 

Die Biere kaufen könnt Ihr übrigens genau hier.

Neues von Hanscraft & Co.: Das Tropical Nizza ist ein tropisches Erlebnis!

Es wird fruchtig in Franken. Passend zum Sommer gibt es das neue Tropical Nizza von Hanscraft & Co. aus Niedernberg ins Glas. Was Ihr davon erwarten könnt, das habe ich hier für Euch getestet. Viel Spaß beim Lesen!

Hanscraft & Co. – Tropical Nizza DDH Wheat Pale Ale

Bierstil: Pale Ale

Zutaten: Wasser, Malz (Weizen, Pilsener, Wiener), Hopfen (Simcoe, Mosaic, Citra), Hefe

Alkohol: 5,0  %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Hanscraft & Co. Tropical Nizza DDH Wheat Pale Ale im Glas

Optischer Eindruck:

Das Tropical Nizza hat eine betörende Bernsteinfarbe bei natürlicher, ungefilterter Trübung. Sein Schaum ist cremefarben und mittelfest. Im Glas ein wahrlich zum Trinken anregender Anblick!

Geruch:

In die Nase strömen mir Aromen von Pfirsich und Maracuja sowie eine feine süßliche Honignote. Auch Litschi, Grapefruit und florale Anklänge kann ich wahrnehmen. Das Bier macht einen tropisch fruchtigen und dabei mit feiner Weizenmalzaromatik ausgestatteten Eindruck. Ein kleines Feuerwerk in der Nase, welches mich bereits voller Freude auf den ersten Schluck warten lässt.

Antrunk:

Fein moussierend und weich, so lässt sich das Bier im Antrunk beschreiben. Es lässt seinen Fruchtnoten auf einem Bett aus Weizenmalz genügend Spielraum zur Entfaltung. Ich schmecke Zitrusfrüchte, Pfirsiche und Maracujas. Aber auch eine angenehme Süße, die an Honigmelone erinnert. Herb wird das Bier nur ganz hintergründig, die tropischen Früchte stellen ganz klar die Hauptattraktion dar.

Nachtrunk:

Im Nachtrunk bleibt der Eindruck der tropischen Früchte, der Aromen von Pfirsich, Zitrus und Maracuja. Zudem ist die leichte Süße ebenfalls noch präsent und eine feine fruchtige Säure ergänzt das Geschmackserlebnis.

Cheers
FAZIT

Ein Bier für Liebhaber tropischer Früchtecocktails, von komplexen fruchtigen Aromen und Bier trinken in der Sommersonne. So schmeckt Urlaub. Cheers!

 

PS: Mehr zu Hanscraft & Co. gibt es hier. Den Bericht zu den beiden Split Decision Bieren der Brauerei findet Ihr hier.

Honig Bräu – MEGA Helles! Mega gut?

Christian Honig hat ein neues Bier am Start. Gebraut wurde es für und mit Thaifood 2, einem thailändischen Restaurant aus Nürnberg. Getestet wurde viel, sehr viel. Auch vor experimentellen Zutaten abseits des Reinheitsgebotes wurde hier nicht zurück geschreckt. Einfach mal proBieren, vielleicht schmeckt ja eine Zutat aus dem Kühlhaus des Restaurants auch vorzüglich im Bier?

Nachdem es unter anderem mit Zitronengras eher mäßig im Geschmack lief, besann man sich wieder zurück auf klassische Rezepturen. Mit dem gewissen Etwas selbstverständlich. Heraus kam das MEGA. Ein Bier welches nicht so stark ist, wie es der Elefant auf dem Etikett vielleicht vermuten lässt. Dieser jedoch ist auch im Logo von Thaifood 2 zu finden und somit schließt sich der Kreis.

Zurück zum Bier… dieses wurde abschließend mit Cascade während der Lagerung gestopft und nimmt damit dessen aromatische Bestandteile sehr schön an. Aber lest doch einfach mal selbst, wie mir das Bier geschmeckt hat.

Honig-bräu – Mega Helles

Bierstil: Vollbier (Hell)

Zutaten: Wasser, Malz (Pilsener, Karamell), Hopfen (Herkules, Spalter Select, Cascade), Hefe

Alkohol: 4,9  %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Honig-Bräu MEGA Helles im Glas
Honig-Bräu MEGA Helles im Glas

Optischer Eindruck:

Strahlend strohgelb steht das MEGA vor mir. Seine feinporige und weiße Blume schmiegt sich relativ fest und am Glas haftend darüber. Das Bier hat eine natürliche Trübung und macht auf den ersten Blick schon mal einen guten Eindruck.

Geruch:

Der Duft des MEGA zeichnet sich durch erdige, kräuterige und florale Noten, welche gemeinsam ein schönes Aromenprofil ergeben, aus. Dazu kommt eine, der Kalthopfung durch Cascade geschuldete, feine Zitrusnote heraus, die ansprechend mit den malzigen Komponenten des Hellen harmoniert.

Antrunk:

Erfrischend strömt der erste Schluck über die Zunge, prickelt anregend und transportiert die Aromen des Bieres gut zum Geniesser. Hier kann ich sowohl eine fruchtige Zitrusnote, als auch würzige und herbe Anklänge wahrnehmen.

Dem ist jedoch noch nicht genug. Das malzig-würzige Helle besitzt zudem erdige und florale Nuancen, die mir gut gefallen.

Nachtrunk:

Auch der Nachhall bleibt würzig und fruchtig, mit floralen und erdigen Einschlägen. Die Bittere nimmt gegen Ende zu, ohne zu dominant zu werden.

Honig-Bräu MEGA Helles
Honig-Bräu MEGA Helles
Fazit

Ein Bier, welches zum Trinken anregt. Gefährlich süffig mit unterschiedlichen Aromen von fruchtig bis herb verfeinert, ohne jedoch den Gaumen zu überfordern. Gerade das Helle verzeiht beim Brauen keine Fehler, hier wurden aber auch keine gemacht. Da geht noch eins… oder zwei?

Prost!
Prost!

 

PS: Mehr Infos zu Honig Bräu gibt es hier. Meine Review zu den letzten Bieren der Brauerei könnt Ihr hier lesen.

Hanscraft & Co. lässt zwei Biere aufeinander los: Ein Duell auf Augenhöhe!

We have a split decision – hanscraft lässt die bierigen fäuste sprechen

Hanscraft & Co. hat ein neues… nein, Moment… zwei neue Biere am Start! Und diese beiden haben es in sich. Der Name Split Decision, für mich eng verbunden mit dem Boxsport, ist hier eindeutig Programm, denn sie schenken sich im Ring wirklich nichts. Ein echtes Kopf an Kopf – Rennen, wer wird wohl der Gewinner sein? Am besten lest ihr das nun selbst und macht euch danach ein eigenes Bild, indem ihr beide Biere verkostet. Für mich war es ein Riesenspaß!

Hanscraft & Co. – Split Decision – Hallertau Style

Bierstil: India Pale Ale

Zutaten: Wasser, Malz (Pilsener, Weizen, Wiener, Hafer), Hopfen (Huell Melon, Hallertauer Blanc, Cascade), Hefe

Alkohol: 6,3  %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Hanscraft & Co. - Split Decision Hallertau Style im Glas
Hanscraft & Co. – Split Decision Hallertau Style im Glas

Optischer Eindruck:

Golden und natürlich trüb schimmert das Bier im Sonnenlicht, der weiße und feinporige Schaum krönt es stabil und anmutig. Bereit für einen Kampf… den Kampf der Hopfen!

Geruch:

Erst einmal eine Prise des Duftes einatmen. Wow, eine schöne Fruchtbombe voll mit Zitrusaromen. Von Limette bis Grapefruit, von Zitrus bis Mandarine passiert in der Nase so einiges. Aber auch florale und leichte Malzaromen nehme ich hier wahr. Aber nun Freunde, ab in den Ring!

Antrunk & Nachtrunk:

Dann wollen wir mal, mutig stelle ich mich diesem Infight der Hopfenkonkurrenten, der erste Schluck schmettert bereits fruchtig prickelnd nach vorne und trifft mich mit seiner Zitrus-, Pfirsich und Grapefruitaromatik und der Hopfenbittere schon unvorbereitet mit der rechten Geraden. Dann prasseln die Einschläge nur so auf mich ein… hier ein feinaromatischer Schlag Weißweinnote, dort ein Intensiver Bauchtreffer Kräuter. Eine Linke Melone, und das ganze abgeschlossen durch die stets präsente Bittere taumele ich auf die bretter… bereit für Runde 2 mit dem zweiten Konkurrenten? Aber klar!

 

 

 

Hanscraft & Co. – Split Decision – Yakima Style

Bierstil: India Pale Ale

Zutaten: Wasser, Malz (Pilsener, Weizen, Wiener, Hafer), Hopfen (Simcoe, Mosaic, Citra), Hefe 

Alkohol: 6,3  %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Hanscraft & Co. - Split Decision Yakima Style im Glas
Hanscraft & Co. – Split Decision Yakima Style im Glas

Optischer Eindruck:

Auch dieser Kontrahent weist eine tolle goldene Farbgebung auf, der weiße und feinporige Schaum thront stabil über der naturtrüben Bierspezialität

Geruch:

Der Duft des Yakima Style erinnert an tropische Früchte und rote Beerenfrüchte. An einen Spaziergang durch die Blumenwiese mit seinen floralen Aromen sowie an Ananas, Zitrus, Brombeere, Pfirsich und Maracuja. Eine echte Fruchtexplosion, fast noch fruchtiger als Kontrahent 1.

Doch was kann das Bier im Ring, sprich im Glas?

Antrunk & Nachtrunk:

Eine Reihe aromatischer Schläge poltert auf mich ein. Grapefruit, Papaya, Maracuja und tropische Früchte bilden die Speerspitzen des ‚Angriffs‘ auf meinen Gaumen. Da gerate ich schon ins Wanken… doch weiter geht es in die Ringseile für mich, Zitrusfrucht, erdige, würzige und eine gut herbe Note sind toll abgestimmt und lassen auch, wie die anderen Fruchtnoten, bis über den Rundengong hinaus nicht nach.

Ein wirklich intensives Bier, fruchtig, toll gehopft und für mich, der unter dem Jubel der Massen diese Split Decision nicht zu treffen hat, der Gewinner. Aber eben nur knapp, 2:1 nach Richterstimmen.

 

Fazit:

Zwei würdige Gegner haben sich mir präsentiert und ich bin glücklich diesen geschmacklichen Fight gut überstanden zu haben. Mit sehr gutem Bier nämlich! Prost!

 

Mehr über die Brauerei erfahrt ihr übrigens hier.

Können die Bräugier – Biere auch meine Bräugier stillen? Klare Antwort: Ja!

Innovation, beste Zutaten und gute Kühlung – das ist Bräugier

Bräugier aus Berlin, das sind Brian Trauth, Johannes Dunkel, Axel Zimmermann und Dasha Smolina. Zusammen haben sich die vier das Ziel gesetzt, aromatische und aufregende Biere zu brauen und die Grenzen des Möglichen zu verschieben.

Mit Johannes hatte ich dann beim Arts & Crafts Festival in Bayreuth ein schönes Gespräch und konnte mir alle 4 Biere für eine Verkostung sichern. Herzlichen Dank dafür lieber Johannes!

Viel Wert wird bei Bräugier auf eine geschlossene Kühlkette gelegt, sodass das Bier auch frisch beim Kunden ankommt. Auch die nötige Experimentierfreude bleibt nicht auf der Strecke, denn Kreativität kann nur durch stetiges herum probieren und tüfteln entstehen.

Bei den Zutaten setzt man auf Qualität und scheut auch nicht vor großzügigen Hopfen- und Malzgaben zurück.

Das schmeckt man auch, aber lest nun gerne selbst…

Das Bräugier - Biersortiment
Alle Biere auf einem Foto
Bräugier – Thronfolger (Vintage German Pilsner)

Bierstil: Pilsener

Zutaten: Wasser, Malz (Pilsner, Helles Caramel), Hopfen (Herkules, Perle), Hefe

Alkohol: 5,0  %

IBU: 40

Beschreibung des Bieres:

Beerart
Beerart

Optischer Eindruck:

Eine sehr angenehme, strohgelbe Farbe bei leichter Trübung hat das ‚Vintage German Pilsner‘ vor mir im Glas. Sein Schaum ist feinporig, stabil und weiß.

Geruch:

Beim ersten Geruchstest duftet das Thronfolger Pils nach Getreide mit floralen und würzigen Aromen. Auch eine, sich harmonisch eingliedernde, Zitrusnote kann ich riechen.

Antrunk:

Der Antrunk ist erfrischend, vollmundig und prickelt fein im Mund. Nach vorne spielt sich hier die Bittere, die aber nie zu sehr ausufert, sondern sich im Takt der anderen Aromen einfügen kann. Mir gefällt das Spiel aus Würze, leicht malziger Süße, blumigen und Zitrusnoten.

Nachtrunk:

Die einzelnen Aromenelemente bleiben auch im Nachgang stets präsent. Hopfenbittere, Würzigkeit, Zitrusfrucht und eine Prise floraler Natur machen bis zum Ende Freude. Ein rundes Pils mit Charakter, welches man am Abend bestimmt nicht nur einmal bestellt.

 

 

Bräugier – Nachtschwärmer  (Schwarzbier)

Bierstil: Schwarzbier

Zutaten: Wasser, Malz (Pilsner, Münchner, Röstmalz), Hopfen (Hallertauer Magnum, Citra), Hefe

Alkohol: 5,2  %

IBU: 35

Beschreibung des Bieres:

Bräugier - Nachtschwärmer im Glas
Bräugier – Nachtschwärmer im Glas

Optischer Eindruck:

Ein Bier, schwarz wie die Nacht, habe ich beim Nachtschwärmer im Glas. Seine Blume ist cremefarben und stabil mit feinen bis mittleren Poren.

Geruch:

Im Geruch gibt es feinste Röstaromen auf, oder besser gesagt, in die Nase. Aromen von Bitterschokolade, Kaffee und leicht Toffee kann ich außerdem im Duft des Bieres erkennen.

Antrunk:

Samtig, mit feiner Karbonisierung, ergießt sich das Bier auf die Zunge. Sofort sind die Röstaromen präsent und wollen mich nicht mehr loslassen. Intensive Anklänge von dunkler Schokolade und Kaffee sowie, als kleinem aber feinem Twist, Zitrus runden das Geschmacksbild ab.

Nachtrunk:

Auch der Abgang bleibt dem Gesamteindruck des Nachtschwärmers treu. Bitterschokolade, röstige Bitternoten, Kaffee und Espresso sowie ein Hauch Zitrus. All das macht das Bier zu einem sehr aromatischen Schwarzbier, welches sich beim Trinken viel leichter gibt, als es beim ersten Anblick erscheint. Mir gefällt das gut!

 

 

Bräugier – Elektroweizen (21st century german wheat)

Bierstil: Hefeweizen

Zutaten: Wasser, Malz (Weizen, Pilsner, Helles Caramel), Hopfen (Hallertauer Tradition, Citra), Hefe

Alkohol: 5,0  %

IBU: 25

Beschreibung des Bieres:

Bräugier - Elektroweizen im Glas
Bräugier – Elektroweizen im Glas

Optischer Eindruck:

Optisch macht das Elektroweizen mit seiner beeindruckenden Schaumkrone nach dem Einschenken und der goldgelben hefetrüben Farbe schon einiges her.

Geruch:

Der Duft ist eine fruchtige Mischung aus der von mir so geliebten Bananennote und etwas erfrischend Neuem. Zitrusfrucht hat sich hier mit im Bier versteckt und kommt mit jedem Riechen besser zur Geltung. Dazu kommt, natürlich, noch die Hefe, ein Geruchsbild das Lust auf den ersten Schluck macht.

Antrunk:

Im Antrunk wird’s wild… so viel kann ich sagen. Das Prickeln auf der Zunge nach dem ersten Schluck fordert mich geradezu zum nächsten auf.

Spannende Aromen werden mir präsentiert. Der dominante Part gebührt hier der Zitrusaromatik gepaart mit leicht herber Grapefruit.  Ein gewisser grasig-kräuteriger Touch ist für mich auch vorhanden.

Nachtrunk:

Doch auch, eher im Nachhall, präsent sind die Anklänge von Banane. Das habe ich so noch nicht getrunken, mein Gaumen hat sich kurz überlegt wie er das finden soll… wir kommen aber überein, dass es ein tolles, vielschichtiges, und mit seiner besonderen Aromatik einzigartiges Weizen ist. Ich mag es sehr gern.

 

Bräugier – Poor but hoppy ipa

Bierstil: India Pale Ale

Zutaten: Wasser, Malz ( Pale Ale, Münchner, Helles Caramel), Hopfen (CTZ, Centennial, Simcoe), Hefe

Alkohol: 5,7  %

IBU: 50

Beschreibung des Bieres:

Bräugier - Poor but Hoppy IPA - ein Genuss
Bräugier – Poor but Hoppy IPA – ein Genuss

Optischer Eindruck:

Eine tolle goldene Farbe präsentiert das poor but hoppy IPA für mich im Glas, sein Schaum ist weiß, stabil und feinporig.

Geruch:

Wow, da geht was! Der Duft von Zitrusfrüchten, Grapefruit, Mango, Maracuja tropischen sowie Beerenfrüchten und Orange betört den geneigten Biergenießer direkt beim ersten Schnuppern.  Was kann dieser flüssige Obstkorb wohl am Gaumen erzaubern?

Antrunk:

Und ja, die Antwort lässt kaum einen Schluck auf sich warten, eine Fülle von Aromen strömt auf Zunge und Gaumen ein. Ich kann tropische Früchte erschmecken, Zitrusfrüchte, Grapefruit, harzige und würzig-herbe Noten. Das alles auf einem ansprechenden Malzbett, welches ebenso wie die Bittere, wahrnehmbar aber nur hintergründig vorhanden ist. Noch mehr Früchte gefällig? Aber sicher! Maracuja und Mango, Pfirsich und etwas Limette hab ich ebenfalls auf der Zunge.

Nachtrunk:

Wenn ich das Bier zum Ende hin umschreiben müsste, würde ich tatsächlich von einem Gang in einen tropischen Obstgarten mit Palmen und allerlei Köstlichkeiten sprechen. Das dieses Bier mich so weit weg entführt und doch aber aus Berlin stammt, kann ich nur als großes Kompliment abgeben. Ein bis zum Ende fruchtiger Cocktail, der bereits erwähnten Eindrücke mit fein ausbalancierter Bittere. Leider geil.

 

Fazit:

Jedes Bier für sich hat etwas Besonderes an sich, dass sich zu probieren lohnt. Ich kann die Biere von Bräugier nur empfehlen, hier findet sicher jeder einen eigenen Favoriten. Für mich war es das Poor but Hoppy IPA. Cheers!

Cheers to Berlin
Cheers to Berlin

 

Mehr über Bräugier erfahrt ihr übrigens hier.

Übrigens ist Bräugier auch beim Craft Beer Festival Cologne am 25./26.5.2019 in Köln zu Gast.

Argentinien und Franken verbunden in einem heissen Tanz in der Flasche: Chamamè IPA

Chamamè, ein fränkisch-argentinischer Tanz auf dem Hopfenfeld

Als mich vor einigen Tagen die Nachricht von Eber Andriuolo, Head-Brewer bei Lindenberg in Argentinien, erreichte, war mir eines sofort klar:

Das ist eine Kollaboration, die es wert ist vorgestellt zu werden. Kooperiert wird mit der fränkischen Kronprinz Brauerei aus Bamberg und es kommt allerlei Spannendes in den Sudkessel. Grapefruitschalen zum Beispiel oder auch Bio Rote-Bete-Saft, dazu eine ganze Menge hocharomatischer Hopfen.

Anfängliche Skepsis weicht Begeisterung

Dass es bei der ersten Annäherung da erstmal Skepsis aufkam, liegt auf der Hand. Befindet Bamberg sich doch mitten im Reich des Reinheitsgebots und Bayern ist für seine strenge Umsetzung dessen bekannt. Doch schnell wird Braumeister Tobias Seidel von der Kronprinz Brauerei klar, dass dieses Abenteuer sich lohnen wird. Allein schon des Geschmackes wegen.

Hopfen aus Deutschland, Zitrusfrüchte aus Argentiniens Nordosten, die Brücke war geschlagen.

Namensfindung

Doch wie nennt man diesen Trunk nun? Hier leistete der „Chamamè“, ein Tanz aus ebendiesem Nordosten Argentiniens die Namenspatenschaft. Importiert wurde dieser von Wolgadeutschen.
Ein wirklich spannender Tanz der Bierelemente ist auch in diesem IPA zu finden, welches ich Euch nun natürlich sehr gerne vorstellen möchte…

Kronprinz Bamberg & Lindenberg (Argentinien) – Chamamè ipa

Bierstil: India Pale Ale

Zutaten: Gerstenmalz, Weizenmalz, Bio Rote-Bete-Saft, Bio Grapefruit, Hopfen (Chinook, Hallertauer Saphir, Spalter Select, Cascade), Grapefruit-Schalen.

Kronprinz & Lindenberg - Chamamè IPA, die Zutaten auf dem Flaschenboden
Kronprinz & Lindenberg – Chamamè IPA, die Zutaten auf dem Flaschenboden

Alkohol: 6,7  %

IBU: 63

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Schon beim ins Glas einschenken fällt die schöne Farbe des Bieres auf. Ein kräftiger Rotton welcher sich im Sonnenlicht in tollen unterschiedlichen Farbgebungen präsentiert. Der Schaum des IPA ist feinporig, am Glas haftend, relativ stabil und rosafarben.

Geruch:

Nach diesem aufreizenden Farbspiel bin ich auf den Geruch gespannt. Vordergründig ist der Duft von Grapefruit und Zitrus zu erleben, doch damit nicht genug. Kräuterige und würzige Aromen sind ebenfalls deutlich wahrnehmbar, ebenfalls hat der Geruch etwas von Orange und Schwarztee.

Antrunk:

Anregend und trotzdem geschmeidig prickelt das Chamamè IPA am Gaumen und kann eine ordentliche, aber nicht zu dominante, Bittere entsenden. Es kommt zu einem Spiel zwischen eben erwähnten herben Noten auf einer und den aromatischen Zitrus- und Grapefruitaromen auf der anderen Seite. Dass dieses Spiel so funktioniert, erlebt man bereits beim ersten Schluck. Die malzigen Aromen bleiben weitestgehend im Hintergrund. Sie unterstützen nur den gewaltigen fruchtigen Eindruck aus Hopfen und den bei der Kalthopfung zugegebenen Grapefruitschalen. Weiter gesellen sich noch Anklänge von Kräutern sowie florale Geschmacksnuancen und tropische Früchte dazu.

Nachtrunk:

Bereits im Antrunk begeisternd, mögen die positiven Eindrücke auch im Nachgang nicht aufhören. Ein spannender Mix aus Zitrusfrüchten und Bittere, welchen die Grapefruit, gepaart mit Zitrus, aber für sich entscheiden kann. Daraus entsteht ein Bier welches einem Aperitif ähnlich ist. Und als solches kann man das Bier ebenso genießen, wie zu besonderen Augenblicken oder zur Belohnung nach getaner Arbeit.

Mi cumplido! (Mein Kompliment!)

¡Salud

 

Mehr Infos zur Kronprinz Brauerei erhaltet Ihr hier.

Die Lindenberg Brauerei ist hier zu finden.

orca brau – 2 Jahre Kreativität, Vielfalt und geile Biere aus Nürnberg, das Geburtstagsinterview!

Orca brau – eine erfolgsgeschichte, Hoppy Birthday!

Schon bei meinem ersten Besuch zur Eröffnung von orca brau konnte man erahnen, dass hier etwas besonderes entstehen würde. Nicht nur besonderes Bier, wie sich herausstellen sollte, sondern auch eine durch unerschütterliche Kreativität und Tatendrang getriebene Entwicklung.

Ein Mann, der sich auch von Rückschlägen – einem ganzen Sud welcher in den Ausguss muss zum Beispiel oder Regularien des Reinheitsgebotes, die ihn innerhalb Bayerns vielleicht einschränken mögen – nicht unterkriegen lässt.

Auch beim 2 jährigen Geburstag, können sich die Besucher auf viele spannende Dinge freuen…

Mein erster Besuch der brauerei zur eröffnung 2017
orca brau – was bisher geschah

Zwei Jahre orca brau – bist Du zufrieden mit dem Erfolg der Brauerei?

Zufrieden bin ich eigentlich nie wirklich. Aber wenn ich mich probier mal „rauszunehmen“ und von außen reinzublicken, kann ich eigentlich schon sagen, dass ich zufrieden bin. Das was meine Frau und ich, mit der Hilfe der Familie und Freunden sowie mit unseren Möglichkeiten innerhalb von zwei Jahren geschaffen haben, ist schon eigentlich gar nicht so schlecht.

Gibt es ein Bier von Dir, welches unerwartet gut oder schlechter als erwartet angekommen ist?

Unerwartet gut, ganz klar, „Boomshakalaka“, mein Smoke Ale, auch als Porter Variante, mit Himbeeren und Habanero Chili. Das hat schon eine echte Fan-Gemeinde, trotz, oder vielleicht sogar wegen, der exotischen Zusammensetzung der Zutaten.

Ich bewundere die orca Sortenvielfalt, wieviele verschiedene Biere gab es denn bisher seit Gründung?
Also ich hab tatsächlich aufgehört offiziell zu zählen,  aber es sind wohl über 60 oder so.

Das schönste Kompliment, welches man Deinen Bieren machen kann?

„Davon könnt ich glatt noch eins trinken“.

 

Auch mein zweiter orca brau Besuch war ein Erlebnis – 3 Monate später

 

Felix‘ Lieblinge

Welche 3 Hopfensorten nimmst Du mit auf eine einsame (Brauerei-)Insel, sprich, was sind deine 3 Lieblingshopfen?

Mosaic, Citra und Hallertauer Blanc. Die ersten beiden sind einfach eine unschlagbare fruchtige Kombi und stehen auch alleine ziemlich geil da und „Hallertauer Blanc“ aus Deutschland bringt einfach immer eine gewisse Raffinesse und ist unglaublich vielseitig.

Hast du ein Lieblings- orca Bier und welches ist für Dich das perfekte orca brau Feierabendbier?

„wanderlust“ pale ale, das geht eigentlich immer. Nicht nur zum Feierabend!

orca brau - Wanderlust
orca brau – Wanderlust

Welche Zutaten findest Du am spannendsten im Bier bzw. welche würdest du gerne in Zukunft (mehr) einsetzen?

Sehr interessiert bin ich aktuell an verschiedenen Arten von „Kräutern“ und „Gemüse“, auch wegen der Lage der Brauerei mitten im „Knoblauchsland“ im Norden von Nürnberg, einer der größten zusammenhängenden Gemüseanbaugebiete. Hier wächst quasi alles vor der Haustür.

Grundsätzlich sind alle natürlichen Zutaten spannend. Was für mich gar nicht geht sind Aromen oder Extrakte, das hat einfach nichts mehr zu tun mit der Begrifflichkeit „brauen“ und wirkt auch kontraproduktiv für eine Erweiterung des Reinheitsgebots. Sowas sollte meiner Meinung nach eher boykottiert werden als gefeiert werden

Hast Du Lieblingsbierstile?

Belgische Saisons. Diese sind einfach unglaublich vielfältig, elegant und, auch was das Thema „Geschmack“ und „Kreativität“ angeht, der Bierstil mit dem man am schönsten arbeiten kann.

Welches ist Dein Lieblingsbierfest?

Fränkisches Bierfest im Burggraben in Nürnberg auf der „traditionellen Seite“, einfach eine geile Stimmung in einer tollen Location. Auf der „modernen“ Seite bisher eines meiner Lieblingsbierfeste sicherlich das „Festival der Bierkulturen“ in Köln.

Hast Du Vorbilder unter Brauern oder Brauereien, deren Biere du gerne trinkst?

Vorbilder keine direkten aber viele Brauereien die mich inspirieren. Diese sind querbeet aus aller Welt und jede einzelne hat ihre Besonderheiten die ich spannend finde.

 

orca brau – Biernamen, Beruf(ung), Veranstaltungen

Wie kommst Du eigentlich auf die Namen deiner Biere?

Das ist meist ein Prozess über einige Zeit zusammen mit meiner Frau Susa. Zunächst steht das Bier. Daraus entwickelt sich dann der Name, manchmal an das Bier angelehnt, manchmal völlig frei. Manchmal „themenspezifisch“, eigentlich völlig unterschiedlich.

Ist Brauer (D)ein Traumberuf?

Nein, auf gar keinen Fall. Brauer sein ist großartig aber auch unglaublich anstrengend. Bier ist äußerst komplex und mit „Brauen“ ja auch nicht getan. Brauen ist eine Leidenschaft, die ich nun zum „Beruf“ für mich gemacht habe.

orca geflüster und bieriges yoga

Unter dem Namen „Schluckgeflüster“ hältst Du geführte Verkostungen in deiner Brauerei ab, was kann man dort erleben?

Grundsätzlich gibt es einen intensiven Einblick hinter die Kulissen der Brauerei und auch meiner Person. Dabei gibt’s eine ausführliche Brauereiführung. Ich erkläre den Brauprozess, erzähle über meinen bisherigen Werdegang, die Craft Beer Kultur und vieles mehr.

Natürlich verkosten wir auch einige Biere! Aktuell bieten wir das „Schluckgeflüster“ für 19,- Euro an, quasi ein „Kennenlern-Angebot“.

orca brau - Schluckgeflüster
orca brau – Schluckgeflüster

Auch Bier Yoga findet in den heiligen orca brau Hallen statt, machst Du da gelegentlich selbst mit oder hast gar schon Übungen zuhause nachgemacht?

Wenn ich Zuhause bin mache ich alles andere als Sport, sondern verbringe eher entspannt Zeit mit meiner Familie. Selber habe ich natürlich auch schon BierYoga bei uns in der Brauerei gemacht. Ich kann nur sagen, dass es zum einen echt viel Spaß macht aber auch echt anstrengend ist – was auch gut ist! Kerstin, unsere Yoga-Lehrerin, ist zwar auch begeisterte Bier-Trinkerin aber am Ende dann doch „Sportlerin“. Aber genau diese Mischung machts auch aus. Einfach mal ausprobieren, wir bieten immer wieder „offene Termine“ an. Aber auch individuelle Termine, z.b. für Firmen, sind sehr stark nachgefragt. Anscheinend trifft Bier trinken und Sport machen genau den aktuellen Zeitgeist 😉

orca brau - BierYoga in der Brauerei!
orca brau – BierYoga in der Brauerei!

Was inspiriert dich zu Ideen für neue Biere?

Ach eigentlich alles. Vieles kommt tatsächlich von der Seite des „kochens“, was ich ebenfalls sehr gerne mache. Ich mag es einfach, wenn spannende Zutaten miteinander kombiniert werden um eine geschmackliche Einheit zu finden. In Bier lassen sich so unglaublich viele Zutaten kombinieren, dass es eigentlich eine unendliche Fülle an Vielfalt und Kreativität gibt.

 

 

Ein Sprung in die Zukunft

Planst du in Zukunft weitere Kollaborationen? Wenn ja, kannst du vielleicht einen kleinen Ausblick geben?

Ach ja, Kollaborationen plant man ständig und mit vielen. Das Schwierige für uns 1-Personen-Brauereien ist es dann, diese Kollaborationen auch in die Wirklichkeit umzusetzen. Aktuell habe ich mit der Erlanger Hobbybrauergruppe „Goaf Beer“ ein zweites Mal gebraut. Als „Nachfolger“ des „Nightmare In Paradies“ dürfen wir uns auf ein Sour Milkshake IPA freuen, das mit ner ordentlichen  Menge Hopfen gestopft ist, sowie auf drei verschiedenen Früchten nachvergoren wird. Ach, Vanille kommt auch noch dazu.

Ebenso wird es dieses Jahr wieder etwas zusammen mit Sebastian Sauer, Freigeist Bierkultur, geben und auch mit Tilmans Biere plane ich gerade ganz aktuell, etwas zu machen.

Aber nicht nur mit Brauereien arbeite ich zusammen, sondern auch aktuell mit dem Restaurant „SoSein“, sowie mit meinen guten Freunden Nico Olinger, was die Wein-Seite angeht, und Markus Gaibel von der Kaffeewerkstatt Kucha, was die Kaffee-Seite angeht.

Sowas ist auch immer sehr spannend und inspirierend. Ebenso habe ich mit David Fitz (Fifteen Sixteen aus Nürnberg) ein Farmhouse Cider eingebraut, das es nun auch zu kaufen gibt.

Collaborationen –  wie man merkt – finde ich großartig und gerne würde ich da noch viel viel mehr machen.

 

Wird es in Zukunft weitere fassgelagerte orca Biere bzw. Vintages deiner Wildfang-Serie geben?

Aber ganz sicher und nicht gerade wenige! Unser „Fassbier Programm“ wollen wir auf jeden Fall ausbauen, aber an sich läuft es eher nebenbei, da es schon viel Zeit und Geduld kostet und davon haben wir wenig.

Die erste Version Deines Boomshakalaka war schärfer als seine Nachfolger, wird es eines Tages vielleicht ein Comeback der alten Schärfe geben?

Auch hier wird’s einiges spannendes geben. Wir arbeiten jetzt in Zukunft mit der „4/20 Chilli Company“ aus Nürnberg zusammen – echte Chilli Freaks –  und da werden wir sicherlich ein paar „XXX-Versionen“ machen. Wobei ich nun mit dem aktuellen Schärfegrad echt glücklich bin, genau richtig.

 

Craft und taproom – vorfreude & locationsuche

Du bist in Nürnberg bei der ersten CRAFT (-Biermesse) im Ofenwerk als Aussteller dabei, wie sehr freust du dich schon darauf?

Ich finds echt super, dass es ein etwas größeres „Craft Beer Festival“ in Nürnberg geben wird. Das Ofenwerk ist eine tolle Location. Ich hoffe wirklich sehr, dass das Festival gut angenommen wird und die Besucher eine gute Zeit haben werden.

Kommt vielleicht mal ein orca Taproom in Nürnberg?

Jap, das wird es geben! Wir sind aktuell dran da etwas zu planen und in die Tat umzusetzen. Größte Hürde wird wohl eine bezahlbare und gute Location sein. Vorzugsweise Nürnberg-Nord, also falls jemand was hat?

 

Welche Schlagzeile würdest Du gerne bei deinem 1. runden Jubiläum in 3 Jahren über orca brau lesen?

Keine Ahnung, soweit denke ich nie in die Zukunft J

Kannst Du uns einen kleinen bierigen Ausblick der nahen orca Zukunft geben, auf welche neuen Biere darf man sich freuen?

Auch hier ist es gar nicht so einfach, da es grundsätzlich kaum einen „Plan“ gibt, der mehr als zwei oder drei Monate voraus geht, was die Biere betrifft. Aber ganz sicher kann ich sagen, dass  demnächst als weiteres – „dauerhaftes“ Bier – im Sortiment bei mir ein „Kellerpils“ an den Start gehen wird. Schön herb, leicht und bisschen hopfiger als sonst. Da freu ich mich sehr drauf.!

Danke dir!!!

…. und danke Dir, Felix, für zwei spannende Jahre und viele tolle Biere auf die hoffentlich noch viele folgen werden!

 

Cheers!

 

 

Mehr über orca brau und den Biershop der Brauerei erfahrt Ihr hier.

Mein erster Besuch bei orca brau ist hier zu finden.

 

 

Die verwendeten Fotos sowie die Bierbeschreibungen unter den Fotos stammen von mir und der orca brau Facebook Seite.

 

craftBee – Honig in seiner bierigsten Form

Vom Honig, den Bienen und dem Bier

Bienen sind zurzeit in Bayern in aller Munde. Das ihr Lebensraum erhalten werden sollte ist für mich ganz klar. Niemand kann ernsthaft ohne sie und all ihrer Vorteile, welche sie für unser Ökosystem bringen, leben wollen.

Nun habe ich bei der Braukunst Live Michael Hertweck vom Team von craftBee aus Kassel wieder getroffen und mir ein paar ihrer Biere sichern können. Seit Ende 2015 wird im schönen Hessen gebraut, mit Honigen aus den Jahreszeiten Frühling und Sommer. Das dritte, ein Tripel, kommt ganz ohne Honig aus, ist jedoch nicht minder geschmackvoll.

Warum ich das craftBee No.2 vor dem No.1 teste? Das ist einfach der höheren empfohlenen Trinktemperatur geschuldet.

Aber lest nun gerne einfach selbst wie mir die Biere von craftBee geschmeckt haben….

Die craftBee Sorten
Die craftBee Sorten

 

craftBee – Golden Honey (craftBee No.2)

Bierstil:  Honigbier

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz (Pilsner, Ahorn, Wiener), Hopfen (Tettnanger), Hefe und 10% Erfrischungsgetränk aus Wasser und Honig.

Alkohol:  5,0  %

IBU: 32

Beschreibung des Bieres:

craftBee - Golden Honey im Glas
craftBee – Golden Honey im Glas

Optischer Eindruck:

Ein strahlend dursterregendes Goldgelb im Glas mit leichter Trübung und einer stabilen, weißen und feinporigen Schaumkrone sind meine ersten Eindrücke dieses Bieres,

Geruch:

Spannendes, das erwarte ich mir im Geruch des Bieres, welches mit Frühlingshonig gebraut wurde und tatsächlich, das wird es auch! Der Honig zeigt sich intensiv aromatisch in der Nase. Dazu kommen florale und fruchtige Aromen und ein Hauch Karamell.

Antrunk:

Fein prickelt das Golden Honey auf der Zunge, die feinen Honignoten umspielen gekonnt die Geschmacksknospen und auch die floralen Anklänge würden wohl jede Biene frohlocken lassen. Weiter erschmecke ich eine geschmeidige Bittere und ihren harmonisierenden Gegenpart, die malzige Süße im Trunk.

Nachtrunk:

Auch im Abgang bleibt es ausgewogen zwischen Honig, Malz und der Bitternote, welche das Bier nicht zu (honig-)süß werden lässt, sondern ausgesprochen fein und genussvoll macht.

 

 

Craftbee – Amber Honey (craftBee no.1)

Bierstil:  Honigbier

Zutaten: 90% Vollbier aus Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Mahagoni Caramel, Münchener), Hopfen (Tettnanger), Hefe und 10% Erfrischungsgetränk aus Wasser und Honig.

Alkohol:  5,0  %

IBU: 30

Beschreibung des Bieres:

craftBee - Amber Honey im Glas
craftBee – Amber Honey im Glas

Optischer Eindruck:

Ein dunker naturtrüber Bernsteinton gibt farblich im Glas die Richtung vor, das Amber Honey wurde, anders als das Golden Honey, mit Sommerhonig gebraut. Darüber hält sich eine mittelfeste, feinporige und cremefarbene Schaumschicht.

Geruch:

Die empfohlende Trinktemperatur von 12 Grad lässt den Honig sehr stark in den Vordergrund treten, das gefällt mir wirklich gut! Außerdem kann ich florale, malzige und karamellige sowie kräuterige Anklänge erschnuppern.

Antrunk:

Was mich wohl im Antrunk erwarten wird? Ich verrate es Euch! Der Sommerhonig zeigt sich von seiner intensiv aromatisch-herben Seite. Unterstützt wird er durch sowohl blumige Anklänge als auch kräuterige und karamellartige Noten. Ein komplexes und aufregendes Aromenspiel, welches das Bier zu einem besonderen Genuss macht.

Nachtrunk:

Im Nachhall ist es noch lange nicht vorbei mit den floralen, honigsüßen- und herben sowie kräuterig-würzigen Noten. Das Bier bleibt an den Geschmacksknospen ‚kleben‘ wie Honig und, noch wichtiger, in sehr guter Erinnerung.

 

 

craftBee – Tripel

Bierstil:  Triple

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Munich), Weizenflocken, Haferflocken, Hopfen (Saaz, Styrian Goldings), Hefe, Koriandersaat

Alkohol:  7,7  %

IBU: 15

Beschreibung des Bieres:

craftBee - Tripel im Glas
craftBee – Tripel im Glas

Optischer Eindruck:

Golden und natürlich trüb steht das Bier vor mir im Glas, sein Schaum ist von beeindruckender Masse und hält sich auch ziemlich lange stabil.

Geruch:

Im Geruch nehme ich Aromen von Ingwer, Koriander,  Zitrusfrucht sowie grasige, kräuterige und florale Noten wahr.

Antrunk:

Der erste Schluck des Bieres streicht fast ölig über die Zunge, ein intensives Aromenbett aus Kräutern, Koriander, Ingwer und Würzigkeit begleitet meine erste geschmackliche Berührung mit dem Bier. Was ich noch erschmecken kann sind feine florale, fruchtige und malzige Facetten.

Nachtrunk:

Auch der Abgang ist beim Tripel nachhaltig erlebbar. Die kräuterigen, floralen, würzigen Aromen verhallen erst langsam und erzählen von einem überzeugenden Bier.

 

Fazit:

Das Honig ein tolles Lebensmittel ist wusste man. Das es auch im Bier schmecken kann beweist craftBee für mich eindrucksvoll mit seinen spannenden und intensiven Geschmacksbomben. Die sollte man unbedingt probieren! Cheers.