Buchvorstellung: „111 Biere aus Altbayern und Bayerisch-Schwaben die man getrunken haben muss“

Martin Droschke, seines Zeichens freier Autor und Mit- sowie Hauptautor vieler toller Bücher über den edlen Gersensaft und wo man ihn in Böhmen und Franken am besten und in leckerster Form trinken kann, hat sich mit seinem neuesten Werk in den Süden Bayerns gewagt wo er schon seine Jugend verbrachte. „111 Biere aus Altbayern und Bayerisch-Schwaben die man getrunken haben muss“ heißt die Neuerscheinung im emons-Verlag.

„111 Biere aus Altbayern und Bayerisch-Schwaben die man getrunken haben muss“ – Das Buch von Martin Droschke
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Natürlich habe ich mit großer Vorfreude das Buch empfangen und schon nach den ersten Seiten wurde mir klar: auch sein 8. Buch macht wieder einmal Lust darauf, Bier zu erleben. Und zwar nicht nur im Glas, nein vor allem auch vor Ort. Da sich der Genuss in der Brauereiwirtschaft coronabedingt zur Zeit eher schwer realisieren lässt, so kann es zumindest zu einem Einkauf in den verschiedenen größeren und kleinsten Brauereien hinreissen.

Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig die Brauereilandschaft durch Biereinkäufe am Leben zu halten, damit wir wenn das alles geschafft ist wieder in den schönen Biergärten Bayerns und Frankens sitzen können.

Doch nun zum Buch im Detail..

Das Design erinnert in seiner Schnörkellosigkeit an die bereits erschienenen Werke über Craftbiere, Biergärten und Biere aus Franken. Die zwei gut gefüllten Seidla weisen den Weg zu einem äußerst süffigen, nein Moment, flüssig zu lesenden Bierbuch.

Nach einem humorigen Vorwort geht es direkt zur Sache. Das Buch startet mit dem Platzhirsch aus München, dem Augustiner Bräu Helles, einem Klassiker der Münchens, des Umlandes und wohl auch ganz Bayerns. Es ist halt auch einfach gut!

München, hier gibt es auch gutes Bier!

So wird der erste Abschnitt des 8. Buches gebührend eingeläutet: München. Hier sind zwar zwischen den Buchdeckeln durchaus ein paar der großen Brauereien mit ausgewählten Bieren aufgeführt, jedoch zeigt Martin Droschke ebenso, dass es auch die kleinen, unabhängigen Brauereien und ihre Sude in München zu etwas gebracht haben.

Genannt seien hier die Untergiesinger Erhellung und der Eisbock aus der Giesinger Bräu die ich schon probieren durfte und für sehr gut befinde. Aber auch die Munich Brew Mafia mit ihrem Harakiri, einem Saison mit Sorachi Ace aus der Hallertau gehopft oder Tillmans Biere mit ihrem Hellen sind mit dabei und wissen zu überzeugen.

Oberbayern – vom Bock bis zum Hefeweizen ist alles dabei

Weiter geht die wilde Fahrt durchs bierige Südbayern und geht in Oberbayern weiter. Hier treten vor allem die Weißbiere und Böcke etwas mehr in Erscheinung. Vom mit Simcoe Hopfen gestopfen Maibock der Maxbrauerei aus Altenstadt über das traditionsreiche Original Hefeweizen des Hofbrauhaus Freising bis hin zur Wuid-Serie von Hoppebräu und dem von mir sehr gern getrunkenen und hier zu Recht als ‚legendär‘ bezeichneten, hellen Hefeweizen der Gutmann Brauerei ist eine tolle und abwechslungsreiche Mischung der Bierstile vertreten.

Auch von mir bisher unentdeckte Schätze wie die Vomantino Edition gebraut in Weihenstephan für das Sulzberger Bierhaus kommen zu Tage. Hier wird das Bier immer mit jeweils einer neu zugelassenen Hopfensorte im Whirlpool gehopft um dann bei jedem 80 Kästen Sud ein neues spannendes Geschmackserlebnis zu kreieren.

Bier und Bierliteratur, das passt!
Niederbayern, kreativ – handwerklich – sogar international

Nächster Halt? Niederbayern! Die Hopfenweisse von Schneider Weisse, eine internationale Kollaboration mit der Brooklyn Brewery aus den USA wird ebenso vorgestellt wie das Moscatier von Zombräu und der helle Bock der Klosterbrauerei Mallersdorf. Es finden sich neben den bekannteren Bieren eben auch wieder kleine aber feine Sudhäuser und ihre Erzeugnisse im Buch wieder.

Die Oberpfalz – Zoigl und mehr

Die vorletzte Station wird in der Oberpfalz gemacht, wo ich auch wieder für mich neue Entdeckungen machen kann. Das macht doch richtig Spaß… und Durst!

Genannt seien hier zum Beispiel die Zoigl-Biere der Kummert-Bräu, vonZoigl Kramer Wolf und der Zoiglstuben in Neuhaus. Das Brauhaus Nittenau und Rhanerbräu sind mir glücklicherweise von Bierfesten bereits ein Begriff und zu empfehlen. Schlechtes wird in diesem Werk ohnehin nicht empfohlen.

Bayerisch-Schwaben – ein genussvoller Abschluss

Na, eine(r) geht noch oder? Der Bierzug peilt seinen letzten Halt, Bayerisch-Schwaben an. Hier braut das Brauhaus Riegele aus Augsburg seit Jahren schon Biere, die man genießen kann. Mir noch nicht bekannt war die Brauerei Kolb in Messhofen. Engelbräu und Bernardi Bräu aus Rettenberg hatte ich auch nicht auf dem Schirm, wird wohl Zeit mal dort hinzufahren, nicht wahr?

Fazit:

Das Buch „111 Biere aus Altbayern und Bayerisch-Schwaben die man getrunken haben muss“ gibt einen schönen Überblick über die Braukunst der vorgestellten Regionen, liefert zudem informative und humorvolle Einblicke in die Geschichte der Brauereien und der Brauer und bietet neben durstbringenden Auflistungen edler Tropfen auch wichtige Infos zu den Braustätten.

So steht neben den wirklich sehr gelungenen Bierbeschreibungen rechts beim Foto auch die Adresse der Brauerei, deren Öffnungszeiten, Bierportfolio sowie ein Tipp welcher den interessierten Leser auf andere Brauereien in der Gegend aufmerksam macht geschrieben. Hier fühlt man sich nach dem Lesen gut beraten und nicht belehrt. Man kann schmunzeln, sich über neue Bierreiseziele informieren und sollte beim Lesen etwas trinken, was den Durst stillt. Am besten natürlich ein (bayerisches) Bier! Prost.

 

Hier gehts zum letzten vorgestellten Buch von Martin Droschke, natürlich auch sehr lesenswert!

Hier findet ihr die Seite des emons-Verlags.

 

Gewidmet meiner lieben Sabrina, die diesen Bericht gerne gelesen hätte. Ruhe in Frieden.

Veröffentlicht von

Dominik

Diplom-Biersommelier und studierter Wirtschaftsinformatiker

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