Grenzerfahrungen im Bierreich, mein Besuch bei Schorschbräu

SOMMER IN FRANKEN – EIN GUTER TAG UM SCHORSCHBRÄU ZU BESUCHEN

Am Mittwoch letzter Woche war ich zu Besuch bei Schorschbräu in Gunzenhausen, Nähe des Altmühlsees. Die Temperaturen haben ihr Tageshoch von 32 Grad erreicht als ich um 15:30 Uhr ankomme. Zeit für einen erfrischenden Schorschbock 57, nicht wahr?

Schorschbräu - eine Brauerei mit internationaler Anhängerschaft
Schorschbräu – eine Brauerei mit internationaler Anhängerschaft

Georg Tscheuschner begrüßt mich herzlich und führt mich durch seine Brauerei. Angefangen bei den Holzfässern, die wie Schätze vor den Gär- und Lagertanks thronen. Allesamt sind sie belegt mit Bieren in unterschiedlichen Fassreifestadien. Schon ein sehr beeindruckendes Bild, finde ich, hier fühle ich mich als Bierfreund direkt wohl. Hier wird einigen seiner Biere der letzte Feinschliff verpasst, lagern sie doch ein halbes bis ganze 3 Jahre hier.

Die Treppenstufen zum Brauerglück
Die Treppenstufen zum Brauerglück
IMMER DEN ÜBERBLICK BEHALTEN, für schorsch kein problem

Die ersten Eindrücke sind noch nicht ganz verarbeitet, da geht es schon weiter auf seine, ich nenne sie mal liebevoll, „Braukanzel“. Hier hat man einen guten Überblick über die gesamte Anlage und in seine, zu diesem Zeitpunkt, leeren Braukessel. Alles ist in einem Verarbeitungskreislauf aufgebaut, von der Rohstoffanlieferung bis zur Treber-Entsorgung und der Abholung seiner Biere. Hier sind die Arbeitswege so kurz wie möglich angelegt. Schorsch muss kurz ans Telefon und ich darf die Zeit für Fotos nutzen. Trotz der doch relativ großen Hitze draußen und nicht eingeschalteter Belüftung herrschen doch angenehme Temperaturen hier oben bemerke ich.

gut bier will verköstigt werden, das world’s strongest lager vom fass!

Als Georg kurz darauf wieder zurückkehrt, geht unsere Reise direkt weiter zu den Lagerplätzen für Malz und seine fertigen Biere, sowie zur Abfüllung und Kühlung. Sie endet, stilecht, bei den Gär- und Lagertanks. Hier wird auch nicht gezögert, sondern direkt sein neuestes Baby, der 16-prozentige, eichenfassgereifte Bock (World‘s strongest Lager) gezwickelt. Eine, der Entnahme aus dem Tank geschuldete, kräftige Schaumkrone entwickelt sich, ebbt jedoch auch bald wieder ab und wir stossen an…

Wow, die Temperatur liegt laut Schorsch bei circa 20 Grad und das gibt den Aromen nochmal eine ganz eigene Intensität. Die Eiche ist deutlich wahrzunehmen, hinzu kommen Noten von Sherry, Frucht und Malz, der Antrunk hat eine ölige sanfte Konsistenz und auch hier ist deutlich die Eichenaromatik zu erschmecken, mit Anklängen von Trockenfrüchten und einer süßlichen Malznote, sogar feine Röstaromen kann ich erschmecken. Klasse!

 

fachsimpeln unter bier-Liebhabern

Um etwas mehr Ruhe zu haben bittet mich Georg dann in die ‚Brauerei-Küche‘, hier kommen wir ins Gespräch und es wurde nie langweilig…doch lest selbst:

In seiner bisherigen Brauer-Karriere hatte er teilweise mit hohen Hürden zu kämpfen, sowohl was die Akzeptanz als auch die langfristige Planungssicherheit seiner Brauerei angeht. Diese konnte er nur durch entsprechendes Durchhaltevermögen, Willen und auch entsprechenden Ehrgeiz überwinden.

Seit einiger Zeit hat sich Schorsch den Traum von einem eigenen Brauereigebäude erfüllt und mit diesen neuen Räumlichkeiten, in denen wir uns gerade befinden, auch expandiert. Eine Erlebnisgastronomie, wie es sie beispielsweise in Bayreuth oder Berlin gibt, strebt er jedoch nicht an. Dies würde, auch im heutigen Konzept seiner Brauerei, deutliche bauliche Veränderungen nach sich ziehen. Nein, Schorsch bleibt bei seinem Kerngeschäft: außergewöhnliche Biere zu brauen.

schorschbräu – international anerkannt und beliebt

Medienwirksame Inszenierungen sind ebenfalls nicht sein Ding, obgleich natürlich solch Aufmerksamkeit wichtig für die gesamte Craftbeerbranche sei, erzählt er mir.

Kunden hat Schorschbräu übrigens nicht nur in Deutschland, nein auch im fernere Ausland wie der USA, China, Vietnam, Spanien oder gar Australien sind seine Biere sehr gefragt.

Der Blick fürs Wesentliche - von der "Braukanzel" sieht man gut die Gär- und Lagertanks
Der Blick fürs Wesentliche – von der „Braukanzel“ sieht man gut die Gär- und Lagertanks
direkt – ehrlich – herzlich – so empfinde ich den georg

Ich erlebe Georg als einen direkten, ehrlichen und sehr herzlichen Menschen, mit dem es Freude macht sich zu unterhalten und dabei gemeinsam ein Bier zu trinken.

Direkt und ehrlich ist zum Beispiel seine Meinung über ein paar alteingesessene Brauer, welche die Craftbeerszene stets mit Argwohn betrachten und sich kritisch dazu äußern. Jedoch müsse gerade dort auch auf moderne, gut zu reinigende Brautechnik gesetzt werden ohne (zu) lange an alten Gerätschaften festzuhalten. Tradition und Moderne mit festen Standard- und, so seine Idee, abwechselnden Monatsbieren wie sie beispielsweise die Brauerei Zwanzger braut müsse sich ja nicht ausschließen.

Herzlich kommt Georg ganz besonders bei seinen schmunzelnd vorgetragenen Anekdoten aus seiner Brauerkarriere rüber. Das er heute darüber lachen kann, dass ihm beispielsweise beim ersten Versuch sein stärkstes Bier der Welt (57 Prozent Alkohol) zu brauen gut ein Drittel des 55-prozentigen Ursprungssudes beim Einfrieren verloren gingen, spricht für ihn.

bier trinken heisst geniessen

Wichtig ist ihm, dass Bier verantwortungsvoll getrunken wird, der Fokus sollte immer auf dem Genuss liegen. Vor allem vor Alkohol in der Schwangerschaft und überhaupt in Fällen, bei denen Unschuldige durch eigenes Fehlverhalten in Gefahr gebracht werden können, hält Schorsch gar nichts. Das wird auch plakativ auf seiner Homepage durch Warnhinweise deutlich.

Achja, ein paar Fragen hatte ich ja auch noch vorbereitet und auch dafür war noch Zeit:

KLEINE FRAGESTUNDE – GEORG ‚SCHORSCH‘ TSCHEUSCHNER IM INTERVIEW
WARUM BIER BRAUEN UND WARUM SO STARKES?

Wie bist Du zum Brauen gekommen?

Ursprünglich wollte Georg Chemie und Sport studieren, jedoch war ihm das in der Schule vor Heften und Büchern sitzen zu langweilig. Ein Kumpel las ihm dann begeistert aus einer Studienbroschüre vor, man könne „saufen studieren“. Gemeint war das Studium zum Diplom-Braumeister in Weihenstephan.

Wie kamst Du allgemein auf die Idee, solch starke Biere zu brauen?

Ebenfalls trägt hier ein Kumpel Mitschuld. Es Begann mit einer kleinen Wette, wie stark man denn wohl Bier brauen könne, wenn man dies auf herkömmliche Art und Weise ohne zusätzliche Tricks macht.

Ein weiterer Grund für den Entschluss, sagt Georg, ist der Wunsch mit besonderen Bieren raus aus der Region zu kommen, also überregional anbieten zu können und sich von anderen in Qualität und Preis zu differenzieren.

Die Stärke seiner Biere sieht er auch als Alleinstellungsmerkmal, zudem hat es ihn einfach sehr interessiert, Grenzen auszuloten und diese vielleicht sogar hier und da zu überschreiten.

 

INSBIERATION?

Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Biere?

Georg möchte forschen und erforschen, Gewohnheit soll möglichst nie einkehren und so denkt er sich immer neue Möglichkeiten und Rezepte für neue Kreationen aus. Inspiration findet er oft auch im Alltag, beispielsweise beim Genuss von Rosinenwein, welcher ihn zu noch höheren Stammwürzen inspiriert hat.

Hast Du Vorbilder in der Brauszene?

Nein, jedoch respektiert er einige Kollegen für gleichbleibende Qualität auf einem hohen Level.

 

PERSÖNLICHE BIERVORLIEBEN UND VERTRÄGLICHKEIT

Welches ist Dein Lieblingsbier von Dir selbst?

Derzeit ist es der 16-prozentige, eichenfassgereifte, Bock.

Wie viel von Deinem Bier verträgst du?

Da Schorsch generell eher der Geniessertyp ist, kann diese Frage auch nicht ganz eindeutig beantwortet werden. Eine gute Zeit hat er auf jeden Fall nach dem Genuss einer 40ml Flasche seines Schorschbock 57 oder einer Flasche 13-prozentigem (Eis-)Bock.

Schorschbock ICE 13 % (Bildquelle: schorschbraeu.de)
Schorschbock ICE 13 % (Bildquelle: schorschbraeu.de)
‚LEICHTBIER‘ VON SCHORSCHBRÄU?

Könntest Du dir auch vorstellen, vom Alkoholgehalt her gemäßigtere Biere zu brauen?

Bis zum Jahre 2006 hat Schorsch das so praktiziert, erst erschien ein Helles, dann ein Dunkles, später noch ein Weizen. Nun jedoch gilt seine volle Aufmerksamkeit, Kreativität und der kostbare Platz in der Brauerei den starken Schorschbräu-Bieren.

Sind Bier-Bewertungsportale für dich wichtig?

Schorschbräu braut selektives Bier das polarisiert und nicht jedermann gleichermaßen anspricht. Deshalb kann er derartige Bewertungen schwer werten, gleichwohl können diese, insofern sie schlecht sind, für eine Brauerei schädlich sein.

BESONDERHEITEN, ANTRIEB, ZUKUNFT

Was macht Deine Biere (neben dem starken Alkoholgehalt) besonders?

Das sie nach dem Reinheitsgebot gebraut sind, darauf ist er auch wirklich stolz. Nicht dass er ein Reinheitsgebotsverfechter wäre , aber die Einschränkung macht die Rekorde erst interessant.

Ist der Ehrgeiz da, ein noch stärkeres Bier als Deinen Schorschbock 57 zu brauen?

Die Veranlagung dazu, ihm gestellte Grenzen weiter auszureizen ist immer da, das wird auch in Zukunft so sein, also ja!

Was kann man in Zukunft noch von Dir erwarten?

Das SPA (Schorsch Pale Ale), gebraut am 20./21.02.18 mit 36° Plato , hellem Gerstenmalz, etwas Sauermalz, Spalter Select Hopfen, 3 Monate Gärung im Edelstahltank und abschließender Lagerung in amerikanischen Weißeiche-Fässern. Erscheinen wird dieses Bier ungefähr im Juni 2019.

Schorschbräu - starke Biere, starker Typ!
Schorschbräu – starke Biere, starker Typ!

Die Stammwürze bei neuen Kreationen möchte Georg in Zukunft auch über 36° Plato treiben. Man darf gespannt sein!

 

DER ABSCHLUSS EINES SCHÖNEN TAGES WIRD HOCHPROZENTIG

Abschließend war sogar noch Gelegenheit, den Weltrekord Schorschbock 57 zu probieren, in seiner Intensität in der Nase und am Gaumen unübertroffen, den stelle ich Euch beizeiten natürlich im Detail vor! Dann gab es noch ein paar feine Biergeschenke von Schorsch und mit vielen interessanten Eindrücken trat ich meine Heimreise an. Es war ein sehr kurzweiliger, unterhaltsamer und schöner Nachmittag. Auf bald!

 

Danke Georg! (Mit im Bild: Schorsch Pale Ale)
Danke Georg! (Mit im Bild: Schorsch Pale Ale, noch in der Fassreifung)

 

Mehr über Schorschbräu gibt es übrigens hier.

 

Einen kleinen Artikel von meinem Besuch bei der Drinktec und am Schorschbräu-Stand findet Ihr hier.

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Stone Brewing Berlin – Start der UNIQCAN Special Release Serie + meine Brauereiführung bei Stone

Dosenbier ist nicht gleich Dosenbier, das beste Beispiel: Stone Berlin!

Bier aus der Dose haftete lange das Image von billigem Festivalbier an. Dies änderte sich spätestens mit den fast ausschließlich in Dosen angebotenen Stone Brewing Bieren von einem der Stars am Craftbeer-Himmel, Greg Koch aus den USA, welche seit ein paar Jahren auch direkt in Berlin gebraut werden.

Und da selbst das eh schon ziemlich schicke Dosen-Design von Stone Brewing auch mal einen zusätzlichen Kick erhalten darf, gibt es, beginnend im Juli eine neue Special Release-Serie in „einzigartiger und flexibler Verpackung“. Uniqcan ist ein zusammengesetzter Begriff aus „unique“ (einzigartig, einmalig) und, wie könnte es anders sein, „can“ (engl. für Dose).

Starten werden die neuen, streng limitierten Special Bier Releass mit dem Stone Tangerine Express IPA, welches ab 1.7.2018 in den Läden steht. Seit Beginn des Jahres 2017 wird es von Stone Brewing in den USA gebraut und wurde schnell zum Beststeller in Amerika.

Natürlich habe ich das Bier auch für Euch verkostet, damit Ihr einen ersten Eindruck darüber gewinnen könnt:

Bier – Vorstellung:
Stone Brewing Berlin - UNIQCAN - Stone Tangerine Express IPA... die Dose im Fokus
Stone Brewing Berlin – UNIQCAN – Stone Tangerine Express IPA… die Dose im Fokus

Name:  Stone – Tangerine Express IPA

Bierstil: Weizenbock

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Mandarine, Ananas, Orangenschale, Hopfen, Hefe

Alkohol: 6,5 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Stone Brewing Berlin - UNIQCAN - Stone Tangerine Express IPA
Stone Brewing Berlin – UNIQCAN – Stone Tangerine Express IPA

Optischer Eindruck:

Die neue limitierte Dose sollte natürlich als erstes ins Blickfeld geraten, hier verzieren die Wappenfiguren von Stone, die Gargoyles, die gesamte Dose und machen sie zu einem besonderen Blickfang. Kommen wir nun aber zum Bier:

Bernsteinfarben steht das Bier vor mir im Glas, es hat eine natürliche Trübung und die Schaumkrone sitzt stabil darüber.

Geruch:

Der Geruch wird deutlich durch die beim Brauvorgang verwendeten Zutaten Mandarinen- und Ananaspüree bestimmt, hinzu kommen Noten von Zitrus, Orange und Grapefruit.

Antrunk:

Der Antrunk fällt knackig herb aus, wird jedoch durch die fruchtigen Mandarine-, Zitrus- und Grapefruitnoten ansprechend gekontert. Die Ananas schwingt im Hintergrund mit, unterstützt die Fruchtigkeit, spielt sich aber nicht zu sehr in den Vordergrund. Es ergibt sich ein angenehm fein moussierender Fruchtcocktail im Mund, der mich persönlich überzeugt.

Nachtrunk:

Auch der Nachtrunk bleibt fruchtig, die Zitrus- Grapefruit-, Ananas und Madarinaromen bilden ein rundes Finish, da darf es gerne eine Dose mehr sein, oder zwei?

Stone Brewing Berlin - UNIQCAN - Stone Tangerine Express IPA... Dosen-Rückseite
Stone Brewing Berlin – UNIQCAN – Stone Tangerine Express IPA… Dosen-Rückseite
Stone Brewing Berlin – Brauereivorstellung

Vor gar nicht allzu langer Zeit konnte ich bei Stone Brewing Berlin auch an einer Brauereiführung teilnehmen und mich durch Biere aus dem außergewöhnlich gut bestückten Fassbierausschank des „Stone Brewing Wordl Bistro & Gardens – Berlin“ probieren, aber lest gerne selbst von meinen Eindrücken….

Wenn man als Bier-Genießer in Berlin zu Gast ist, stellt sich zwangsläufig die Frage nach einer schönen Location um in entspannter Atmosphäre Biere probieren zu können, ja vielleicht sogar im Rahmen dessen eine Brauerei besichtigen kann.

Stone Brewing Brauerei & Restaurant Fassade (von hinten)
Stone Brewing Brauerei & Restaurant Fassade (von hinten)
Das Schlaraffenland für Craftbeer-Freunde

Und so führte mich mein erster Weg schnurstracks ins Schlaraffenland für Hopfen-Jünger, der Brauerei Stone Brewing  Berlin.  In einem von außen rustikal anmutenden ehemaligen Gaswerk in Berlin-Mariendorf entstand hier in den letzten Jahren Großes. Schon beim betreten des großen Innenbereiches komme ich mir vor wie in einer Parallelwelt, in der sich alles um Bier dreht.

Die Einrichtung ist zeitgemäß, gemütlich, mit schönen schweren Holztischen, gepolsterten Bänken und bequemen Stühlen ausgestattet, ja sogar echte Bäume und Gestein wurden in das Design des Brauerei – und Erlebnisrestaurants mit eingebunden. Das verleiht dem ganzen eine natürlichen Look und lädt, neben dem Bier natürlich, zum verweilen ein. Es gibt sogar auf dem weiten Areal noch Möglichkeiten etwas für sich zu sein, gemütliche Sitzmöglichkeiten auf einer Art Treppe mit Lounge-Charakter, so würde ich es umschreiben. Oben auf der Empore lässt es sich beim Bier trinken sogar mit Aussicht auf das Geschehen entspannt aushalten.

Die Brauereiführung bei Stone

Nun aber zurück zu meinem Tag Stone Brewing… Ich hatte die Brauerei-Tour gebucht und wurde im angeschlossenen Fanshop freundlich empfangen, die Gruppe solle sich um 18:00 Uhr wieder an der Kasse des Shops einfinden und dann ginge es auch schon los.

Und so war es, geführt durch einen kompetenten Bierkenner wurden wir durch die einzelnen Bereiche der Brauerei geführt. Die großen Maischebottiche hinterließen Eindruck bei mir, ebenso die Lager- und Gärtanks, welche sich perfekt in die Optik des Restaurants einfügen und auch durch die große Glasfläche beim Bier trinken bewundert werden können.

Rauchmalz? Da kenn ich mich aus!

Zum Glück konnte ich, durch meinen fränkischen Wohnort, auch ein wenig mit Fachwissen rund um das Rauchmalz glänzen, als wir bei unserer Führung zum Thema Rohstoffe für Rauchbier kamen. Rauchbier, das kannten die anderen aus der Gruppe nur aus Erzählungen.

Spannend fand ich auch, dass es bei der Pilot-Series von Stone Berlin auch immer mal wieder ein Lehrlings-Sud an einen der begehrten Zapfhähne des Lokals schafft und, bei entsprechendem Zuspruch, auch gut und gerne mal wieder und in größerem Rahmen produziert werden kann.

Die Führung durch die Brauerei war wirklich kurzweilig und spannend, führte uns noch vorbei an Rumfässern für die Fasslagerung von ausgewählten Kreationen und der riesigen Hopfenkanone, wohl so groß wie meine Gärfasser daheim im Keller zusammen, mit dem die einzelnen Hopfengaben während des Brauvorgangs der Stone-Biere ausgeführt werden.

Abschließend wurden noch 3 verschiedene Biere an der Bar verkostet:

Craftbeer Tasting nach der Brauereiführung bei Stone Brewing Berlin
Craftbeer Tasting nach der Brauereiführung bei Stone Brewing Berlin
  • Die White Ghost Berliner Weisse mit 4,5 Prozent Alkohol
  • Das Stone IPA mit 6,9 %
  • Und das Stone Xocoveza Imperial Stout mit 8,1 % (mein Favorit mit toller Kaffee, Schoko, Vanille, Zimt, Toffee Aromatik)

Als Geschenk bekam jeder Teilnehmer der Führung noch ein kleines exklusives Glas und wurde in die Bierwelt von Stone entlassen, ich habe mich dort natürlich noch ausführlich durch die Taplist getrunken. Die Tastingboards, mit welchen man verschiedene Biere in kleinen Probiergrößen (zu je 4 x 0,1 Liter) probieren kann, sind für mich da unverzichtbar und können sogar individuell ausgewählt werden.

Mein Fazit:

Diese Brauerei mit Restaurant und mittlerweile 75 Bieren vom Fass sollte sich jeder Bierliebhaber einmal ansehen und einen bierigen Tag darin verbringen, Enttäuschung ausgeschlossen!

Cheers!

Weitere Infos zu Stone Berlin und den UNIQCANs gibt es hier.

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Meinel-Bräu in Hof zur 1. Flaschengeist Open Bottle, ich bin mopsfidel!

Die Meinel Bräu in Hof hat ein neues, monatlich wiederkehrendes Event, den Flaschengeist. Hier kann man jeweils das Bier des Monats der Brauerei verkosten und bei einer Brauereiführung mehr über die Herstellung erfahren.

Foto der Meinel-Bräu in Hof von Aussen
Meinel-Bräu in Hof
Mopsfidel – Das Bier

Dieses mal, am 18. November 2017 war es das Vier-Korn-Ale Mopsfidel, welches ursprünglich im Jahre 2014 zum 1. Geburtstag der Kneipe Mops von Gostenhof aus Nürnberg gebraut und dort ausgeschenkt wurde.

Das Bier Mopsfidel der Meinel-Bräu aus Hof im Glas
Meinel Bräu Hof – Mopsfidel im Verkostungsglas

Was ist nun also ein Vier-Korn-Ale?

Wie der Name schon sagt, wurde hier mit 4 verschiedenen Körnern, sprich Malzen gebraut:

  • Gerste
  • Weizen
  • Roggen
  • Dinkel

Hinzu kommen die Hopfensorten Spalter und Mosaik, Wasser, Hefe und fertig ist der Genussmoment.

Wie es schmeckt?

Im Glas ist es naturtrüb und bernsteinfarben, der Schaum feinporig und recht stabil. In der Nase Noten von Zitrus, Grapefruit, Maracuja, ja ich meine sogar eine reife Banane wahrzunehmen. Im Antrunk präsentiert sich der Mops malzig und fruchtig, mit Zitrus, Trockenfrüchten, Grapefruit. Hinzu kommt eine leichte, harmonisch zum Gesamtbild passende Herbe, welche auch im Abgang noch gemeinsam mit Zitrus und Grapefruit nach- und langsam verhallt. Ein schönes Bier, nicht nur für den Winter finde ich.

Brauereiführung bei Meinel-Bräu, unterhaltsam und informativ

Dies war aber nur Teil eins meines Besuchs der Brauerei, denn ich wollte auch gerne mehr erfahren, sehen wo der Meinel-Gerstensaft der kreativen Köpfe, Brauerinnen Moni und Gisi Meinel-Hansen entsteht.

Also schloss ich mich der im Anschluss stattfindenden Brauereiführung an, welche uns in die verschiedenen Bereiche der Brauerei führte.

Der äußerst entspannte und bisweilen launige Ausflug durch die Brauerei startete für mich im Sudhaus. Hier erfahren wir, wie das Meinel-Bier gebraut wird. Von der Zugabe des Malzes also dem Maischen, den unterschiedlichen Erhitzungsvorgängen des Sudes, der Trennung von Würze und Malz (Läutern) bis zum Würzekochen mit Hopfengabe und der abschließenden Abkühlung.

Der zurückbleibende Treber wandert natürlich nicht in den Müll, die örtliche Gastronomie und natürlich die Schweinchen in Hof freut das, dient es doch als ‚Futter‘ für Mensch (Treberbrot, Schnitzelpanade) und Tier.

Der Hopfen, bei den Kreativbieren fast schon verschwenderisch hoch dosiert, gelangt in einem großen Magazin in den Braukessel. Der Klügere lädt nach, ist hier doch Platz für fünf verschiedene Hopfen, welche einzeln in den Sud dosiert werden können. Neben den größeren Kesseln befindet sich zudem noch eine kleinere Brauanlage (siehe Foto oben), in welcher neue Rezepturen ausprobiert werden können.

Ein gutes Bier braucht Zeit

War das schon alles? Nein!

Nachfolgend ging es zu den Gär- und Lagertanks der Brauerei. Die Hefe für die Gärung wird hier nicht nur einmal, sondern mehrmals genutzt. Auch der Lagerung gönnt man hier mehr Zeit als anderswo, es werden auch keine Kunststoff Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) Kügelchen zugesetzt und später mit Toleranz wieder herausfiltriert um die Haltbarkeit zu steigern, ein Glück!

Filtriert wird das Bier trotzdem, hier durch Kieselgur also Urgestein, welches die restliche Hefe aus dem fertigen Erzeugnis filtert, damit in der Flasche keine ungewollte Nachgärung und einhergehende Geschmacksveränderung auftritt. Den unfiltrierten Zwickl gibt es bei Meinel nur vom Fass. Die Haltbarkeit der Meinel-Biere ist dennoch kürzer als bei bekannten Fernsehbieren, es wird eben nicht künstlich eingegriffen um diese zu verlängern, was ich sehr sehr positiv finde.

Eine insgesamt wirklich gelungene Veranstaltung ging dann in der Flaschenabfüllung zu Ende, abschließend gab es Weißwürste zur Verpflegung, es soll mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch gewesen sein. Prost!

Mehr über die Meinel-Bräu unter: http://www.meinel-braeu.de/

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