Brewheart – ein heisser Tanz mit Ale Capone und Dr. No!

Brewheart – was hat es damit auf sich?

Brewheart, das sind die beiden Freunde Andreas und Roland. Beide haben sich auf USA Reisen vom dortigen Craftbeer mit seiner Vielfalt und Geschmacksintensität inspirieren und begeistern lassen, teilen eine gemeinsame Leidenschaft für US Cars und starten nun deutschlandweit voll durch!

Dabei geht es den beiden gar nicht darum Bier neu zu erfinden, nein, es darf nur ihrer Meinung nach neben den gängigen Bierstilen Pils, Helles, Weizen und Co. auch weitere Sortenvielfalt geben. Dem kann man, im Sinne der Kreativität, doch nur beipflichten…

Was nun also im Endeffekt geschmacklich auf Euch zukommt, habe ich einmal testen dürfen. Eins vorweg… ich wurde nicht enttäuscht!

Biervorstellung Brewheart Biere
Brewheart mal 3!
Brewheart mal 3!

 

Brewheart – Dr No

Bierstil:  IPA (alkoholfrei)

Zutaten: Wasser, Malz (Gerstenmalz: Pilsner, Cara), Hopfen (Hallertauer Perle, Cenntennial, Lemondrop), Hefe

Alkohol: < 0,5 %

IBU: o.A.

Brewheart - Dr. No
Brewheart – Dr. No

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Bernsteinfarben im Glas steht das Dr. No vor mir, der weiße und feinporige Schaum liegt in einer relativ stabilen Schicht darüber. Ich bin gespannt ob der verrückte Wissenschaftler auch als Bier zu großen Taten fähig ist.

Brewheart - Dr. No im Glas
Brewheart – Dr. No im Glas

Geruch:

In die Nase strömen Eindrücke von Grapefruit, Zitrus, florale sowie malzige Noten.

Antrunk:

Der Antrunk ist fein prickelnd und erfrischend mit einer ansprechenden Bittere und Aromen von Zitrus, Grapefruit sowie würzigen Anklängen.

Nachtrunk:

Im Abgang verhallt das alkoholfreie IPA langsam mit sowohl bitteren als auch fruchtig-floralen Noten.

 

Brewheart – Ale Capone

Bierstil:

Zutaten: Wasser, Malz (Gerstenmalz: Pale Ale, CaraHell), Hopfen (Ella, Summit, Saphir), Hefe

Alkohol: 6,0 %

IBU: o.A.

Brewheart - Ale Capone
Brewheart – Ale Capone

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Goldgelbe natürlich trübe Farbe im Glas, der Schaum des Bieres ist feinporig, weiß und stabil.

Geruch:

Fruchtig-hopfige Aromen von Grapefruit, Zitrus, Mandarine sowie florale, tropisch-fruchtige und würzige Noten nehme ich in der Nase wahr.

Antrunk:

Ale Capones Antrunk ist fein bis intensiver prickelnd auf der Zunge, die Hopfenbittere kommt gut durch, findet in der Fruchtigkeit der Zitrus-, Orange- und Grapefruitaromatik sowie dem floralen Touch jedoch einen schönen Gegenpart, wodurch ein harmonisches Geschmackserlebnis entsteht.

Nachtrunk:

Im Abgang bleibt der gute Al(e) fruchtig-feinherb dem Gaumen länger in Erinnerung, ein Bier für die Sonnenstunden im Leben.

 

Brewheart – Hop Dylan

Bierstil:

Zutaten: Wasser, Malz (Gerstenmalz: Pilsner, Pale Ale, Cara), Hopfen (Hallertauer Perle, Cascade, Saphir), Hefe

Alkohol: 7,0 %

IBU: o.A.

Brewheart - Hop Dylan
Brewheart – Hop Dylan

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Bernsteinfarben und naturtrüb präsentiert sich das Bier für mich, der Schaum ist feinporig und stabil.

Geruch:

In der Nase deutet Hop Dylan mit fruchtigen Zitrus-, Honigmelonen- und Orangennoten gepaart mit einer fruchtigen Süße und floralen Akzenten sein Können schon an.

Antrunk:

Fein moussierend mit malzigen, fruchtig-herben, und floralen Aromen umschmeichelt das Bier die Zunge. Heraus schmecke ich Grapefruit, Orange und Zitrusfrucht, aber auch eine würzige Note bringt mir Mr Dylan mit ins Glas.

Nachtrunk:

Der Abgang lässt nichts an Fruchtigkeit vermissen und klingt mit angenehmer Bittere aus.

Auch ein schöner Rücken kann entzücken
Auch ein schöner Rücken kann entzücken
Mein Fazit

Brewheart heisst Bier abseits des Mainstream, die Namen lassen mich schmunzeln und der Geschmack spricht für sich. Mein Favorit wäre Ale Capone, doch auch seine Mitstreiter brauchen sich nicht zu verstecken. Dr. No beweist, dass ein IPA auch ohne Alkohol funktioniert und Hop Dylan ist eine feine Hopfenbombe. Mit Brews Lee (ja, der heisst wirklich so!) steht schon ein neues Double IPA in den Startlöchern.

Ein Bierprojekt mit Zukunft also, probieren strengstens empfohlen!

Mehr über Brewheart und auch ihren Onlineshop findet Ihr hier.

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Grenzerfahrungen im Bierreich, mein Besuch bei Schorschbräu

SOMMER IN FRANKEN – EIN GUTER TAG UM SCHORSCHBRÄU ZU BESUCHEN

Am Mittwoch letzter Woche war ich zu Besuch bei Schorschbräu in Gunzenhausen, Nähe des Altmühlsees. Die Temperaturen haben ihr Tageshoch von 32 Grad erreicht als ich um 15:30 Uhr ankomme. Zeit für einen erfrischenden Schorschbock 57, nicht wahr?

Schorschbräu - eine Brauerei mit internationaler Anhängerschaft
Schorschbräu – eine Brauerei mit internationaler Anhängerschaft

Georg Tscheuschner begrüßt mich herzlich und führt mich durch seine Brauerei. Angefangen bei den Holzfässern, die wie Schätze vor den Gär- und Lagertanks thronen. Allesamt sind sie belegt mit Bieren in unterschiedlichen Fassreifestadien. Schon ein sehr beeindruckendes Bild, finde ich, hier fühle ich mich als Bierfreund direkt wohl. Hier wird einigen seiner Biere der letzte Feinschliff verpasst, lagern sie doch ein halbes bis ganze 3 Jahre hier.

Die Treppenstufen zum Brauerglück
Die Treppenstufen zum Brauerglück
IMMER DEN ÜBERBLICK BEHALTEN, für schorsch kein problem

Die ersten Eindrücke sind noch nicht ganz verarbeitet, da geht es schon weiter auf seine, ich nenne sie mal liebevoll, „Braukanzel“. Hier hat man einen guten Überblick über die gesamte Anlage und in seine, zu diesem Zeitpunkt, leeren Braukessel. Alles ist in einem Verarbeitungskreislauf aufgebaut, von der Rohstoffanlieferung bis zur Treber-Entsorgung und der Abholung seiner Biere. Hier sind die Arbeitswege so kurz wie möglich angelegt. Schorsch muss kurz ans Telefon und ich darf die Zeit für Fotos nutzen. Trotz der doch relativ großen Hitze draußen und nicht eingeschalteter Belüftung herrschen doch angenehme Temperaturen hier oben bemerke ich.

gut bier will verköstigt werden, das world’s strongest lager vom fass!

Als Georg kurz darauf wieder zurückkehrt, geht unsere Reise direkt weiter zu den Lagerplätzen für Malz und seine fertigen Biere, sowie zur Abfüllung und Kühlung. Sie endet, stilecht, bei den Gär- und Lagertanks. Hier wird auch nicht gezögert, sondern direkt sein neuestes Baby, der 16-prozentige, eichenfassgereifte Bock (World‘s strongest Lager) gezwickelt. Eine, der Entnahme aus dem Tank geschuldete, kräftige Schaumkrone entwickelt sich, ebbt jedoch auch bald wieder ab und wir stossen an…

Wow, die Temperatur liegt laut Schorsch bei circa 20 Grad und das gibt den Aromen nochmal eine ganz eigene Intensität. Die Eiche ist deutlich wahrzunehmen, hinzu kommen Noten von Sherry, Frucht und Malz, der Antrunk hat eine ölige sanfte Konsistenz und auch hier ist deutlich die Eichenaromatik zu erschmecken, mit Anklängen von Trockenfrüchten und einer süßlichen Malznote, sogar feine Röstaromen kann ich erschmecken. Klasse!

 

fachsimpeln unter bier-Liebhabern

Um etwas mehr Ruhe zu haben bittet mich Georg dann in die ‚Brauerei-Küche‘, hier kommen wir ins Gespräch und es wurde nie langweilig…doch lest selbst:

In seiner bisherigen Brauer-Karriere hatte er teilweise mit hohen Hürden zu kämpfen, sowohl was die Akzeptanz als auch die langfristige Planungssicherheit seiner Brauerei angeht. Diese konnte er nur durch entsprechendes Durchhaltevermögen, Willen und auch entsprechenden Ehrgeiz überwinden.

Seit einiger Zeit hat sich Schorsch den Traum von einem eigenen Brauereigebäude erfüllt und mit diesen neuen Räumlichkeiten, in denen wir uns gerade befinden, auch expandiert. Eine Erlebnisgastronomie, wie es sie beispielsweise in Bayreuth oder Berlin gibt, strebt er jedoch nicht an. Dies würde, auch im heutigen Konzept seiner Brauerei, deutliche bauliche Veränderungen nach sich ziehen. Nein, Schorsch bleibt bei seinem Kerngeschäft: außergewöhnliche Biere zu brauen.

schorschbräu – international anerkannt und beliebt

Medienwirksame Inszenierungen sind ebenfalls nicht sein Ding, obgleich natürlich solch Aufmerksamkeit wichtig für die gesamte Craftbeerbranche sei, erzählt er mir.

Kunden hat Schorschbräu übrigens nicht nur in Deutschland, nein auch im fernere Ausland wie der USA, China, Vietnam, Spanien oder gar Australien sind seine Biere sehr gefragt.

Der Blick fürs Wesentliche - von der "Braukanzel" sieht man gut die Gär- und Lagertanks
Der Blick fürs Wesentliche – von der „Braukanzel“ sieht man gut die Gär- und Lagertanks
direkt – ehrlich – herzlich – so empfinde ich den georg

Ich erlebe Georg als einen direkten, ehrlichen und sehr herzlichen Menschen, mit dem es Freude macht sich zu unterhalten und dabei gemeinsam ein Bier zu trinken.

Direkt und ehrlich ist zum Beispiel seine Meinung über ein paar alteingesessene Brauer, welche die Craftbeerszene stets mit Argwohn betrachten und sich kritisch dazu äußern. Jedoch müsse gerade dort auch auf moderne, gut zu reinigende Brautechnik gesetzt werden ohne (zu) lange an alten Gerätschaften festzuhalten. Tradition und Moderne mit festen Standard- und, so seine Idee, abwechselnden Monatsbieren wie sie beispielsweise die Brauerei Zwanzger braut müsse sich ja nicht ausschließen.

Herzlich kommt Georg ganz besonders bei seinen schmunzelnd vorgetragenen Anekdoten aus seiner Brauerkarriere rüber. Das er heute darüber lachen kann, dass ihm beispielsweise beim ersten Versuch sein stärkstes Bier der Welt (57 Prozent Alkohol) zu brauen gut ein Drittel des 55-prozentigen Ursprungssudes beim Einfrieren verloren gingen, spricht für ihn.

bier trinken heisst geniessen

Wichtig ist ihm, dass Bier verantwortungsvoll getrunken wird, der Fokus sollte immer auf dem Genuss liegen. Vor allem vor Alkohol in der Schwangerschaft und überhaupt in Fällen, bei denen Unschuldige durch eigenes Fehlverhalten in Gefahr gebracht werden können, hält Schorsch gar nichts. Das wird auch plakativ auf seiner Homepage durch Warnhinweise deutlich.

Achja, ein paar Fragen hatte ich ja auch noch vorbereitet und auch dafür war noch Zeit:

KLEINE FRAGESTUNDE – GEORG ‚SCHORSCH‘ TSCHEUSCHNER IM INTERVIEW
WARUM BIER BRAUEN UND WARUM SO STARKES?

Wie bist Du zum Brauen gekommen?

Ursprünglich wollte Georg Chemie und Sport studieren, jedoch war ihm das in der Schule vor Heften und Büchern sitzen zu langweilig. Ein Kumpel las ihm dann begeistert aus einer Studienbroschüre vor, man könne „saufen studieren“. Gemeint war das Studium zum Diplom-Braumeister in Weihenstephan.

Wie kamst Du allgemein auf die Idee, solch starke Biere zu brauen?

Ebenfalls trägt hier ein Kumpel Mitschuld. Es Begann mit einer kleinen Wette, wie stark man denn wohl Bier brauen könne, wenn man dies auf herkömmliche Art und Weise ohne zusätzliche Tricks macht.

Ein weiterer Grund für den Entschluss, sagt Georg, ist der Wunsch mit besonderen Bieren raus aus der Region zu kommen, also überregional anbieten zu können und sich von anderen in Qualität und Preis zu differenzieren.

Die Stärke seiner Biere sieht er auch als Alleinstellungsmerkmal, zudem hat es ihn einfach sehr interessiert, Grenzen auszuloten und diese vielleicht sogar hier und da zu überschreiten.

 

INSBIERATION?

Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Biere?

Georg möchte forschen und erforschen, Gewohnheit soll möglichst nie einkehren und so denkt er sich immer neue Möglichkeiten und Rezepte für neue Kreationen aus. Inspiration findet er oft auch im Alltag, beispielsweise beim Genuss von Rosinenwein, welcher ihn zu noch höheren Stammwürzen inspiriert hat.

Hast Du Vorbilder in der Brauszene?

Nein, jedoch respektiert er einige Kollegen für gleichbleibende Qualität auf einem hohen Level.

 

PERSÖNLICHE BIERVORLIEBEN UND VERTRÄGLICHKEIT

Welches ist Dein Lieblingsbier von Dir selbst?

Derzeit ist es der 16-prozentige, eichenfassgereifte, Bock.

Wie viel von Deinem Bier verträgst du?

Da Schorsch generell eher der Geniessertyp ist, kann diese Frage auch nicht ganz eindeutig beantwortet werden. Eine gute Zeit hat er auf jeden Fall nach dem Genuss einer 40ml Flasche seines Schorschbock 57 oder einer Flasche 13-prozentigem (Eis-)Bock.

Schorschbock ICE 13 % (Bildquelle: schorschbraeu.de)
Schorschbock ICE 13 % (Bildquelle: schorschbraeu.de)
‚LEICHTBIER‘ VON SCHORSCHBRÄU?

Könntest Du dir auch vorstellen, vom Alkoholgehalt her gemäßigtere Biere zu brauen?

Bis zum Jahre 2006 hat Schorsch das so praktiziert, erst erschien ein Helles, dann ein Dunkles, später noch ein Weizen. Nun jedoch gilt seine volle Aufmerksamkeit, Kreativität und der kostbare Platz in der Brauerei den starken Schorschbräu-Bieren.

Sind Bier-Bewertungsportale für dich wichtig?

Schorschbräu braut selektives Bier das polarisiert und nicht jedermann gleichermaßen anspricht. Deshalb kann er derartige Bewertungen schwer werten, gleichwohl können diese, insofern sie schlecht sind, für eine Brauerei schädlich sein.

BESONDERHEITEN, ANTRIEB, ZUKUNFT

Was macht Deine Biere (neben dem starken Alkoholgehalt) besonders?

Das sie nach dem Reinheitsgebot gebraut sind, darauf ist er auch wirklich stolz. Nicht dass er ein Reinheitsgebotsverfechter wäre , aber die Einschränkung macht die Rekorde erst interessant.

Ist der Ehrgeiz da, ein noch stärkeres Bier als Deinen Schorschbock 57 zu brauen?

Die Veranlagung dazu, ihm gestellte Grenzen weiter auszureizen ist immer da, das wird auch in Zukunft so sein, also ja!

Was kann man in Zukunft noch von Dir erwarten?

Das SPA (Schorsch Pale Ale), gebraut am 20./21.02.18 mit 36° Plato , hellem Gerstenmalz, etwas Sauermalz, Spalter Select Hopfen, 3 Monate Gärung im Edelstahltank und abschließender Lagerung in amerikanischen Weißeiche-Fässern. Erscheinen wird dieses Bier ungefähr im Juni 2019.

Schorschbräu - starke Biere, starker Typ!
Schorschbräu – starke Biere, starker Typ!

Die Stammwürze bei neuen Kreationen möchte Georg in Zukunft auch über 36° Plato treiben. Man darf gespannt sein!

 

DER ABSCHLUSS EINES SCHÖNEN TAGES WIRD HOCHPROZENTIG

Abschließend war sogar noch Gelegenheit, den Weltrekord Schorschbock 57 zu probieren, in seiner Intensität in der Nase und am Gaumen unübertroffen, den stelle ich Euch beizeiten natürlich im Detail vor! Dann gab es noch ein paar feine Biergeschenke von Schorsch und mit vielen interessanten Eindrücken trat ich meine Heimreise an. Es war ein sehr kurzweiliger, unterhaltsamer und schöner Nachmittag. Auf bald!

 

Danke Georg! (Mit im Bild: Schorsch Pale Ale)
Danke Georg! (Mit im Bild: Schorsch Pale Ale, noch in der Fassreifung)

 

Mehr über Schorschbräu gibt es übrigens hier.

 

Einen kleinen Artikel von meinem Besuch bei der Drinktec und am Schorschbräu-Stand findet Ihr hier.

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Bier trinken und dabei Gutes tun? Die JOSEFS-Brauerei machts möglich!

Josefs-bier – trink gutes!

Ob man es großen Brauereien nun abgenommen hat, dass sie Regenwälder retten und man dadurch mit etwas leichterem Gewissen mal einen Kasten aus dem Getränkemarkt entführt, sei dahingestellt. Bei der JOSEFS-Brauerei in Olsberg-Bigge im Sauerland kann man jedoch reinen Gewissens zugreifen.

JOSEFS-Brauerei Biersortiment
JOSEFS-Brauerei Biersortiment
Hier tut man, mit jeder gekauften Flasche Gutes. Aber wie?

Ganz einfach: Die JOSEFS-Brauerei ist eine sogenannte Integrationsfirma. Hier arbeiten 8 Menschen mit Behinderung gemeinsam mit Menschen ohne Beeinträchtigung und das Hand in Hand. Begonnen hat das soziale Engagement mit der neu entstandenen Brauerei im Jahre 2000.

Auch weit über die Grenzen der Brauerei hinaus bietet beispielsweise das dazugehörige Josefsheim, Menschen mit Behinderung die Möglichkeit aktiv am Berufsleben teilzunehmen. Hier wird aktiv Unterstützung und Integrationsarbeit geleistet und somit etwas für die Menschheit getan. Warum sollte man dies nicht auch mit einem guten Feierabend-Bierchen aus der angeschlossenen Brauerei unterstützen? Eben, warum also nicht!

Wie schmeckt soziales engagement? LEST SELBST:

Nun bin ich in der glücklichen Lage, Euch die bierigen Erzeugnisse einmal vorstellen zu dürfen, darüberhinaus gibt es natürlich auch alkoholfreie Getränke (JOSY) im Sortiment. Seid also gespannt wie das JOSEFS-Bier schmeckt und vielleicht probiert Ihr es ja auch einmal. Es lohnt sich!

 

 

Name:  JOSEFS Pils

Bierstil: Pils

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol:  4,8 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Goldgelbe Farbe im Glas, die feinporige weiße Schaumkrone sitzt beständig auf dem Bier

Geruch:

Sowohl würzige, als auch malzige Aromen steigen mir in die Nase, hinzu kommen angenehm fruchtige Getreidenoten sowie florale Eindrücke

Antrunk:

Die Getreidenoten bestimmen den ersten Eindruck im Mund, das Bier wirkt fruchtig, würzig, mit floralen und fein herben Anklängen. Ein erfrischendes Prickeln begleitet den Trunk.

Nachtrunk:

Der Abgang gestaltet sich ebenso feinherb-würzig mit feiner Getreidearomatik.

 

 

 

Name:  JOSEFS Keller

Bierstil: Kellerbier/Zwickl

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol:  4,8 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Goldgelbe Farbgebung mit weißem, dichtem und feinporigem Schaum, welcher sich stabil präsentiert.

Geruch:

In der Nase nehme ich fruchtige Eindrücke von Zitrus sowie Getreide- und florale Noten wahr.

Antrunk:

Der Antrunk des Bieres, mit einer mild-dezenten Karbonisierung gestaltet sich fein würzig, mit sowohl fruchtigen Zitrusnoten, als auch getreidigen Aromen. Ergänzt und abgerundet durch eine ansprechende harmonisch ins Gesamtbild passende Herbe sowie floralen Anklängen.

Nachtrunk:

Würzig und fruchtig, die Bittere vollendet mit gefühlt leichtem Anstieg im Finale des Trunks den Genuss.

 

 

 

Name:  JOSEFS Märzen

Bierstil: Märzenbier

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol:  5,6 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Bernsteinfarben mit feinporigem, relativ stabilem, weißem Schaum, so präsentiert sich das Bier dem Biertrinker im Glas.

Geruch:

Geruchlich verhält es sich würzig, malzbetont, mit fruchtigen Aromen von Zitrus, grasiger Note und Getreidearomatik.

Antrunk:

Malzbetont schon beim ersten Schluck, eine leichte Süße wird spürbar, dazu hat es einen würzigen wie fruchtigen Charakter, mit Zitrusnoten, einem grasig-getreidigen Aromenspiel sowie einer sich im Hintergrund haltenden Bittere.

Nachtrunk:

Im Abgang bleibt das Bier bei seinen malzigen Eindrücken, harmonisch durch eine Würzigkeit und feine Hopfenbittere unterstützt.

 

 

 

Name:  JOSEFS Dunkel

Bierstil: Dunkelbier

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol:  5,2%

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Dunkel, fast schwarz im Glas, der Schaum ist cremefarben, feinporig und mittelstabil.

Geruch:

Aromatisch wird es hier angenehm würzig mit harmonischer leichter Süße, fruchtigen Eindrücken sowie feinen Röstaromen.

Antrunk:

Ein leichtes Prickeln auf der Zunge begleitet den Antrunk, das Bier weist leichte Röstaromen auf, welche sich im Verlauf des Trinkgenusses verstärken, ist feinwürzig, malzig, dezent süßlich und besitzt eine ansprechende milde Bitternote.

Nachtrunk:

Im Abgang verbleibt eine Kombination aus würzigen- sowie Röstaromen und einer angenehmen Bittere.

 

 

Name:  JOSEFS Bockbier (Saisonal erhältlich)

Bierstil: Bockbier

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol:  7,5 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Strahlend golden im Glas mit feinporiger, stabiler Blume

Geruch:

Würzige, fruchtige, malzig-süßliche sowie florale Eindrücke wechseln sich in der Nase harmonisch ab.

Antrunk:

Relativ geringe Kohlensäure, daher weiches Mundgefühl. Süßlich, und malzbetont fällt der erste Schluck aus. Dazu gesellen sich sowohl leichte Bitternoten als auch würzig, florale und grasige Aromatiken. Bei 7,5 % Alkohol bleibt auch die angenehm alkoholische Wärme beim Trinken nicht aus.

Nachtrunk:

Sowohl würzig als auch feinherb geht es im Abgang des Bieres zu, fruchtig-grasige Nuancen ergänzen ein rundes Geschmackserlebnis.

 

Mein Fazit:

Bier trinken und Gutes tun muss sich nicht ausschließen und, wie man am Beispiel der JOSEFS-Brauerei sieht, schmeckt noch dazu.

 

Mehr über die JOSEFS-Brauerei und Bezugsquellen der Biere erfahrt Ihr hier.

 

Eine weitere Möglichkeit, durch Bier trinken gutes zu tun, bietet Quartiermeister, meinen Bericht dazu findet ihr hier.

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Wenn Bierbrauer auf den Hund kommen: ‚Das Dackel‘ – Bier aus Münster

Die Brauerei „Das Dackel“

Ich muss zum Anfang gestehen hier etwas befangen zu sein, wenn ich vom Dackel rede. Hatte ich doch selbst 16 Jahre lang einen treuen Begleiter in dem wunderbaren Familien-Dackel Franz. So bin ich, über das Internet, auch gleich auf eben diese Brauerei gekommen: Das Dackel, hier wird Bier im kleinen Rahmen, einem 5 Hektoliter Sudhaus, am Standort der ehemaligen Germania Brauerei in Münster gebraut. Nach über 30 Jahren wird hier wieder gebraut, im Zeichen des Dackels!

Dackel-Herrchen David Deilmann braut hier, angefangen als Heim- und Hobbybrauer, im mit voller Absicht klein und handlich gehaltenen gläsernen Sudhaus zwei verschiedene Sorten Bier. Das Dackel in naher Zukunft auch bereits eine Kollaboration mit der Gruthaus-Brauerei Münster am Hahn beziehungsweise in der Flasche.

Das Dackel Hausbier Untergärig, Hausbier Obergärig und Dackel Franz
Das Dackel Hausbier Untergärig, Hausbier Obergärig und Dackel Franz
Wie kam man denn auf die Idee mit dem Namen?

Auf den Namen kam er übrigens nicht unbedingt wegen des eigenen Dackels, nein aufgrund der früher eingesetzten Braudackel, welche früher oftmals treuer Begleiter der Bierbrauer waren, bei erhöhter und lebensgefährlicher Kohlenstoffdioxidkonzentration ohnmächtig umkippten und so den Brauern das Leben retteten. Selbst überlebten diese das zum Glück auch meist, konnte ich in Erfahrung bringen.

Dackel überall, sogar im Sudhaus

Bei den 5 Gär- und Lagertanks gehts übrigens auch dackelig zu, sind diese doch nach den Familiendackeln der an der Brauerei und dem Standort beteiligten Menschen benannt:

Emma, Molly, Tussi, Fiene und Fussel

Gebraut werden 5 Hektoliter pro Sud in den Sorten „Hausbier obergärig“ und „Hausbier untergärig“. Reifen darf dieses deutlich länger als bei den großen Brauereien, ganze 7 Wochen lang und wird auch direkt vor Ort in Flaschen abgefüllt.

Kommen wir also doch direkt mal zum Bier:

Die beiden Das Dackel Biere im Portrait
Die beiden Das Dackel Biere im Portrait
Biervorstellung der beiden Dackel Biere

Name: Untergäriges Hausbier

Bierstil:  Pilsener

Zutaten:  Wasser, Pilsener Malz, Hefe, Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Opal, Hallertauer Tradition)

Alkohol:  5,1 %

IBU: 42

Beschreibung des Bieres:

Das Dackel - Untergäriges Hausbier im Glas
Das Dackel – Untergäriges Hausbier im Glas

Optischer Eindruck:

Strohgelb und glanzfein steht das Bier vor mir im Glas, der feinporige weiße Schaum sitzt mit stabiler Krone darüber

Geruch:

In der Nase erkenne ich Getreidenoten sowie fruchtige, grasige Aromen. Auch Zitrusfrucht und eine leichte Hefearomatik schwingt mit.

Antrunk:

Der Antrunk fällt würzig aus, eine feine Bittere gesellt sich dazu, mit ihr kommen fruchtige Zitrusnoten sowie grasige Aromen hinzu. Ein erfrischend prickelndes Bier.

Nachtrunk:

Im Abgang bleibt das Untergärige würzig, unterstützt von einer feinen Hopfenbittere.

 

 

 

Name: Obergäriges Hausbier

Bierstil: Altbier

Zutaten:  Wasser, Weizen Malz, Pilsener Malz, Wiener Malz, Hefe, Hopfen (Hallertauer Mittelfrüh, Mandarina Bavaria)

Alkohol:  5,0 %

IBU: 38

Beschreibung des Bieres:

Das Dackel - Obergäriges Hausbier im Glas
Das Dackel – Obergäriges Hausbier im Glas

Optischer Eindruck:

Strahlend goldgelb im Glas mit einer natürlichen Trübung und einer feinporigen, stabilen Blume.

Geruch:

Fruchtige Eindrücke überwiegen hier, Zitrus, etwas Pfirsich nehme ich wahr. Weiterhin kann ich getreidige und florale Aromen erschnüffeln (man stelle sich jetzt bitte einen Dackel am Bierglas riechend vor).

Antrunk:

Der Antrunk ist erfrischend prickelnd auf der Zunge, die Zitrusfrucht aus der Nase erschmecke ich auch. Allgemein ist das Obergärige eine schön fruchtig-getreidige Angelegenheit mit einer angenehmen Malznote.

Nachtrunk:

Der Abgang gestaltet sich ebenfalls fruchtig-erfrischend.

 

Mein Fazit

Ich finde die Idee an sich schon einmal sehr gut, dem besten Freund des Menschen ein Bier, oder gar eine ganze Brauerei zu widmen. Dass die Biere in ihrer Haltbarkeit nicht künstlich verlängert wurden, sondern rasch genossen werden sollten spricht mich ebenfalls an. Man kann der Brauerei „Das Dackel“ nur alles Gute wünschen und ich hoffe man wird noch lautes Gebell, sprich weitere Biere von ihr erleben können.

 

Mehr über Das Dackel erfahrt ihr übrigens hier.

Die Biere gibt es nur direkt ab Brauerei, der Verkauf dort findet an unregelmäßigen Terminen, z.B. wieder am 24.03.18, statt. Verkaufstermine und Adressen, wo das Bier getrunken werden kann, findet ihr auf der Homepage.

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Ein Bier Brautag mit Willi Wohlfart in seiner bierwerk kreativbrauerei, das Werkbier entsteht

Brautag mit Willi Wohlfart in seiner ‚bierwerk kreativbrauerei‘

Es ist kurz vor 12 als ich vor der bierwerk kreativbrauerei stehe, Willi ist bereits seit circa 7 Uhr morgens dort aktiv. Sehr schöne, blankpolierte Kupferkessel und Edelstahl Lagertanks erwarten mich. So beeindruckend hatte ich mir das ehrlich gesagt nicht vorgestellt und staune doch ordentlich. Die Pläne für die Brauerei hat er übrigens selbst ausgearbeitet, gezeichnet und nach seinem Wunsch umsetzen lassen, da schwingt ein gutes Stück Stolz mit in seinen Worten, zu Recht wie ich finde.

Eingemaischt wurde natürlich bereits im Ein-Mann-Braubetrieb bei Wohlfarts, ein erstes Hindernis ist auch schon überwunden: Die Pumpe für die Nachgüsse mit heissem Wasser beim Brauen ist nächtens eingefroren. Zum Glück gibt es noch Plan B, das Wasser wird mit einem Gasbrenner erhitzt und dann mit einer kleineren Pumpe in den Kessel befördert. Dazu aber später mehr.

Kupferkessel wohin das Auge reicht, hier die Sudpfanne
Kupferkessel wohin das Auge reicht, hier die Sudpfanne
Die Biersorte des heutigen Tages und seine Eigenschaften

Was wird eigentlich gebraut? Eine neue Version des bereits etablierten Bierwerk Werkbiers, einem würzigen Märzenbier welchem diesmal eine neue, spezielle Zutat hinzugefügt wird um es noch etwas runder, vollmundiger im Geschmack zu machen: Hafermalz.

Die bierwerk kreativbrauerei, in welcher ich heute mitbrauen darf, ist übrigens die Experimentierbrauerei von Willi. Sude, welche sich im Geschmack und natürlich auch im Zuspruch der Kunden bewiesen haben werden anschließend in größeren, wirtschaftlich sinnvollen, Auflagen von 40hl in der befreundeten Dreykorn Brauerei in Lauf von ihm gebraut.

Seine Biere, ob in der Flasche oder im Fass sind übrigens stets unfiltriert und auch sonst nicht künstlich haltbar gemacht. Das macht es natürlich komplexer, die Biere in der Flasche an den Bierinteressenten zu bringen, sprich das Mindesthaltbarkeitsdatum bis zum schlussendlichen Verkauf an den Kunden nicht zu überschreiten. Dennoch oder gerade deshalb finde ich das sehr lobend zu erwähnen, hier wird nicht gepanscht sondern ehrlich gebraut.

Läutern und Nachgüsse

Ich komme gerade Recht um beim Läutern dabei zu sein, gebraut wird übrigens im Infusionsverfahren, das heißt der gesamte Inhalt des Sudkessels wird erhitzt.  Hier ist in der Brauerei von Willi Wohlfart Übung gefragt, denn das Erhitzen wird mit heißem Wasser unter dem Kessel bewerkstelligt. Das man, im Gegensatz zu direkter Hitzeinwirkung die Wärmequelle nicht einfach unmittelbar abschalten kann, muss man sich an die jeweiligs im Brauvorgang nötigen Temperaturen vorsichtig herantasten um diese nicht zu überschreiten.

Beim Läutern hilft Willi sich mit einem mächtigen Rad, welches ihm erlaubt den Treber, welcher die Bierwürze durch seine filternden Eigenschaften von ungewünschten Schwebstoffen trennt, präzise und vorsichtig mit Hilfe eines Hackwerks einzuschneiden. Dadurch wird gewährleistet, dass die Würze besser ablaufen kann.

Im Endeffekt läuft diese dann in einen Eimer, welcher dann von Willi in die Sudpfanne gelehrt wird, der Vorgang wiederholt sich an diesem Tage noch einige Male, auch als mit der eingangs erwähnten kleinen Pumpe die Nachgüsse hinzu geleitet werden. Die Zeit wird natürlich von mir für ein paar Fragen genutzt, welche mir auch in aller Ausführlichkeit und gerne beantwortet werden.

Die kleine Fragestunde

Seit wann gibt es diese Brauerei schon und was war zuerst da, die Idee zur Gastronomie, der Bierwerk Charakterbierbar oder das Bier?

Die Brauerei gibt es so schon seit kurz vor der Jahrtausendwende, Willi hat eine Ausbildung zum Brauer gemacht, danach ein paar Jahre als Brauer gearbeitet und schlussendlich auch den Braumeister bei Doemens. Die Idee zur Bar kam dann von Andreas Stempfle und das Bier dazu eben von Willi Wohlfart, so einfach ist das.

Das ehemalige Logo der Haus-Brauerei von Willi Wohlfart auf einem handgemachten Krug
Das ehemalige Logo der Haus-Brauerei von Willi Wohlfart auf einem handgemachten Krug

 

Welches ist dein Liebling unter den aktuellen Bierwerk Bieren?

Das Grufti Kellerbier, schön würzig, süffig und man kann es immer gut trinken. Zur Zeit jedoch nicht, Willi fastet und da wird auch streng auf Bier verzichtet. Da muss das gemeinsame Bierchen eben auf einen anderen Zeitpunkt verschoben werden.

bierwerk kreativbrauerei - Grufti Kellerbier im Glas
bierwerk kreativbrauerei – Grufti Kellerbier im Glas

 

Gibt es Biere oder Bierstile, die du gerne noch brauen möchtest?

In einer Ecke der Brauerei steht eine Schnapsbrennanlage, schick sieht sie aus. Hier hat er eine Zeit lang selbst gebrannt, aus Liebe zu seltenen, vom Aussterben bedrohten Apfelsorten des regionalen Bio Bauern. Soviel Apfelsaft wie da bei den Ernten entstanden ist könne ja auch keiner trinken sagt er lachend. Wenn also diese Brennanlage mal verkauft wird, kommt in die dann frei werdende Ecke der Brauerei eine kleinere Versuchsanlage, hier würde er dann auch obergärige Biere brauen. Für mich als großer Weizenfreund natürlich eine schöne Zukunftsaussicht.

Kalt wird es hier nicht, der Ofen sorgt für wohlige Wärme. Rechts daneben die Schnapsbrennanlage
Kalt wird es hier nicht, der Ofen sorgt für wohlige Wärme. Rechts daneben die Schnapsbrennanlage

Zudem möchte Willi in Zukunft auch mit Rauchmalz brauen, es könnte also durchaus mal einen Rauchbock geben. Auch die verschiedenen Einflüsse von Kräutern bei Malzherstellung auf eben das Malz und das fertige Bier sollen in Zukunft eine wichtige Rolle bei seinen Brauvorhaben spielen. Außerdem sind nussige, nutella-artige Aromen im Bier durch Zugabe von Nüssen beim Brauvorgang ein möglicher neuer Ansatz. Das alles macht Lust auf mehr, man darf also gespannt sein was sich da noch alles in den privaten Braukesseln im umgebauten Schweinestall tun wird.

 

Wie ist denn deine Einstellung zum Reinheitsgebot?

Generell offen, werden seine Biere doch nach diesem gebraut. Klar wird auch mal eine Sondergenehmigung vonnöten sein aber generell ist er ein Verfechter von natürlichen Zutaten im Bier, natürlich auch im Sinne von pflanzlich, das ist ihm sehr wichtig.

 

Wird es in Zukunft eine Erweiterung des Bierwerk Sortiments geben?

Ja und nein, das Winterwerk Bier, ein kräftig würziger Sud erstmals Ende letzten Jahres im Kleinversuch getestet, soll künftig in den kalten Monaten eine neue Stammsorte der Brauerei werden. Ansonsten konzentriert man sich darauf, die altbekannten Sorten in guter Qualität, jedoch mit der ein oder anderen Verbesserung weiterzubrauen.

Von Zeit zu Zeit wird es auch in Zukunft wieder fassgelagerte Varianten der Biere, vornehmlich stärkerer Brauart geben. So gab es in der Vergangenheit schon einen Testlauf mit fassgelagertem Kellerbier. Das Bier wurde im Chardonnay-Weißwein-, Havana-Club-Rum-, und im Bordeaux-Rotweinfass gelagert und in einem großen Tasting auf seine Aromatik hin auf einem Tasting Board verkostet.

Bourbon Bock Fass
Bourbon Bock Fass
Würzekochen und Hopfengabe, man macht Brauen durstig!

Nun brodelt die Würze schön in der Sudpfanne, ich darf auch mal probieren und schmecke schon die angenehme Malzigkeit des späteren Bieres. Manchmal, da brodelt es gar so stark, dass Willi mit dem Wasserschlauch das flüssige Gold bändigen und in seine Schranken, den Braukessel, weisen muss. Der dabei entstehende karamellig süßliche Geruch macht vor allem eines: einen heiden Durst!

Glücklicherweise werde ich bestens mit Bier versorgt, dem bierwerk kreativbrauerei – Grufti Kellerbier nämlich, aus der Flasche. Ein bisschen leid tut mir der fastende Willi Wohlfart da ja schon, muss es aber nicht sagt er. Ein paar Wochen ohne Bier tun auch mal gut und halten fit.

 

Was folgt sind die Hopfengaben, die erste zeitlich relativ in der Mitte des Würzekochens, eine später, die letzte folgt bei der Reifung. Eine davon darf ich auch ausführen, ich kann also auch ein ganz klein wenig von ‚meinem‘ Bier sprechen.

Die erste Hopfengabe
Die erste Hopfengabe

 

Die anschließende Messung der Stammwürze erfolgt mit Hilfe der Spindelstation. Die hat Willi erst vor kurzem erstanden und aufwändig in 40 Arbeitsstunden restauriert. Erst wird ein bisschen von der Würze in den Messzylinder abgefüllt. Ist dieser dann in der Station, wird er seitlich über kleine Löcher der Halterung mit kaltem Wasser umspült und somit die Würze heruntergekühlt. Praktisch und sieht auch noch gut aus! Über Hinweise in welcher Brauerei diese zuvor im Einsatz war, würde er sich übrigens sehr freuen.

Ab in den Whirlpool, das Eiswasser wartet

Ist dieser Vorgang abgeschlossen wird die Würze über eine Rohrleitung, welche sich gegen Ende immer weiter verjüngt in den Whirlpool geleitet, nein nicht den zum Baden… hier entsteht eine Rotation und im Bier ungewollte Bestandteile setzen sich kegelförmig in der Mitte des Gefäßes ab.

Im Whirlpool wird es stürmisch
Im Whirlpool wird es stürmisch

Abgekühlt wird die Würze dann über einen Plattenkühler, mit Wasser aus dem mit Eis bedeckten Gartenteich. Fische sind da übrigens keine drin.

Abschließend kommt Willi mit einem kleinen Fässchen gefüllt mit Bierhefe wieder, durch intensives Schütteln wird diese ‚aufgeweckt‘ und zusammen mit der nun erkalteten Würze in den Gärtank geleitet. Puh, geschafft, der Brautag ist beendet!

Zeit für ein Bier nach getaner Arbeit ist aber natürlich noch, das lasse ich mir nicht nehmen:

verkostung Bierwerk – Havana Rum Bock

Bierstil: Bockbier

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe

Alkohol: 8,3 % vol

IBU: o/A

bierwerk kreativbrauerei - Havana Rum Bock im Glas
bierwerk kreativbrauerei – Havana Rum Bock im Glas

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Nachtschwarz präsentiert sich das Bier im Glas, der Schaum legt sich feinporig, cremefarben und stabil darüber.

Geruch:

Intensive Rum Aromatik gepaart mit fruchtigen Noten, Trockenfrucht, Pflaume und etwas Sherry

Antrunk:

Angenehm weich moussierend fällt der Antrunk des Bieres aus, samtig ja fast ölig legt es sich über die Zunge. Die Aromatik des Rums bleibt erlebbar, jedoch dezenter als im Geruch, ein vielschichtiges Aromenspiel aus Rum, leicht fruchtigen Noten von Pfirsich und Zitrus entsteht.

Nachtrunk:

Im Nachhall verbleibt ein harmonischer Eindruck aus Rum- und Fruchtnoten.

 

Mein Fazit zum Brautag

Alles in allem war es ein kurzweiliger, aufschlussreicher und interessanter Besuch in Willi Wohlfarts bierwerk kreativbrauerei, welcher bestimmt nicht mein letzter gewesen sein wird. Vielen Dank für Deine Gastfreundschaft. Prost!

 

Mehr Informationen zur Bierwerk Kreativbrauerei bekommt Ihr hier.

 

 

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Wenn Effe Bier brauen würde: Provokant, direkt, Effinger!

Effinger, wie kam man bloß auf diesen Namen?

Effinger? Was ist das denn für ein Name? Nun, das mag man sich erst einmal fragen. Die Frage beantworten wird schlussendlich schon ein Blick auf ein Foto des Initiators der Biermarke. Oliver Hill nämlich, seineszeichens Betreiber verschiedener Restaurants in und um München und Stefan Effenberg – Lookalike. Beweis gefällig? Aber gerne doch!

Effinger: Bier, Brauerei und Grundidee

Da wir das nun geklärt hätten würde ich Eure Aufmerksamkeit gerne auf die ‚Brauerei‘ an sich lenken. Die Biere, welche Oliver bei Kapplerbräu in Altomünster brauen lässt, waren ursprünglich als flüssiger Begleiter zu den Burgern seiner Effe & Gold Restaurants gedacht. Doch nun strebt man nach Größerem. Der Werbeslogan „Dieses Bier ist sehr gut!“ ist kurz und einprägsam, selbstbewusst, das mag ich. Auch die provokante Ankündigung, man solle auf der diesjährigen Braukunst Live doch erstmal das sehr gute Effinger Bier probieren, bevor man zu den anderen Brauereien geht brachte mich zum schmunzeln. Das dies natürlich alles mit einem Augenzwinkern gedacht und geschrieben ist, sollte klar sein.

Die Biere im einzelnen bilden eine schöne Palette durch kreative und traditionelle Bierstile ab, inzwischen gibt es ganze 3 Sorten:

The Dark Side of the Beer – ein Dunkles

Das kühle Blonde – ein Helles

Indian Beervana – ein India Pale Ale

Das Effinger Biersortiment
Das Effinger Biersortiment

Bei den Zutaten bedient man sich bei den Bieren, ganz wie es dem Konzept der Restaurants entspricht, bei Anbietern aus der Region. Der Hopfen kommt beispielsweise aus der Hallertau, gebraut wird im Umkreis vom Dachau. Was nicht heissen soll, dass es nicht auch mal international werden darf. Der Summit Hopfen für das IPA und der Lemondrop Hopfen für das Helle kommen nämlich aus den USA.

Bleibt noch die Frage, wie die 3 Biere schmecken? Auch die kann ich Euch gerne beantworten:

Die Effinger Biere im Test

Effinger – Das kühle Blonde

Effinger - Das kühle Blonde im Glas
Effinger – Das kühle Blonde im Glas

Bierstil: Lager Hell

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen. Hopfenextrakt (Hallertauer Nordbrauer, Hallertauer Perle, Lemondrop)

Alkohol: 5,2 % vol.

Beschreibung des Bieres:

Optik: Strahlend strohgelb, glanzfein, mit feinporigem und relativ stabilem Schaum.

Nase: Noten von Getreide, Hefe, Zitrus, dazu fruchtig

Antrunk: Der Antrunk ist prickelnd spritzig und erfrischend auf der Zunge, dabei würzig, leicht herb mit Noten von Zitrus und Getreide

Nachtrunk: Getreide- und Zitrusnoten sowie ansteigende Bittere

 

Effinger – The Dark Side of the Beer

Effinger - The Dark Side of the Beer im Glas
Effinger – The Dark Side of the Beer im Glas

Bierstil: Lager Dunkel

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Röstmalzextrakt, Hopfen, Hopfenextrakt (Hallertauer Nordbrauer, Hallertauer Perle)

Alkohol: 5,3 % vol.

Beschreibung des Bieres:

Optik: Dunkelbraun bis schwarz in der Farbe, der Schaum fein bis mittelporig und cremefarben.

Nase: Röstaromen, dazu malzig mit Aromen von Getreide und leichter Fruchtigkeit

Antrunk: Ein angenehmes prickeln auf der Zunge entfacht dieses Bier. Es präsentiert sich malzbetont, würzig, herb, mit Röstaromen, hinzu kommt leicht Bitterschokolade.

Abgang: Das Bier klingt im Nachtrunk mit Röstaromen und würzig-herb ab

 

Effinger – Indian Beervana

Effinger - Indian Beervana im Glas
Effinger – Indian Beervana im Glas

Bierstil: India Pale Ale

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Röstmalzextrakt, Hopfen, Hopfenextrakt (Hallertauer Nordbrauer, Hallertauer Mittelfrüh, Summit)

Alkohol: 4,9 % vol.

Beschreibung des Bieres:

Optik: Goldgelb im Glas präsentiert sich das Bier glanzfein mit feinporiger instabiler Schaumkrone

Nase: Noten von Zitrusfrucht, Grapefruit sowie Getreide und grasige Aromen

Antrunk: Der Antrunk ist spritzig auf der Zunge, hier bestätigt sich der Zitrus-Eindruck der Nase, ergänzt durch leichte Grapefruitaromatik, feine Bittere und fruchtige Noten

Abgang: fruchtig, prickelnd, die Bittere steigt an

 

Somit schließe ich diese Biervorstellung mit einem Knall(er Foto), aufgenommen bei der Braukunst Live, Cheers!

Effinger bei der Braukunst Live in München
Effinger bei der Braukunst Live in München

 

Mehr über Effinger erfahrt ihr hier.

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Schneeeule Berlin – Ein (Erlebnis-)Bericht

EIn langer weg, aber es hat sich gelohnt

Es war eine lange Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Berlins am Sonntag Abend, dann noch eine Sicherheitskontrolle am Werkstor in der Egellsstraße passieren und im nächtlich beleuchteten Industriepark in Berlin Tegel das richtige Gebäude suchen. ‚Das mit den Bierflaschen vor der Tür, nicht zu verfehlen!‘ sagte mir der Pförtner noch. Ich habe trotzdem ordentlich gesucht, aber schlussendlich auch gefunden was ich suche, die Brauerei der Schneeeule Berlin.

Fernab von Kupferkesseln und Industriebier, aber mit dem Charme einer Kleinbrauerei wird hier Bier gebraut, ab und an probiert, abgefüllt und auch neue Rezepturen entwickelt. Alles im kleinen Rahmen, das kenne ich ja schon aus Franken. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist hier natürlich die Zeit, ein Bier darf hier reifen, sich entwickeln und dabei darf es auch gerne mal experimentell zugehen.

Ich bin der neue in der Abfüllung

Aber mal ganz von vorne, Ulrike Genz oder kurz Uli, Diplom-Braumeisterin und Brauerin bei Schneeeule, empfängt mich kurz vor 20 Uhr mit einem Lächeln. Da fühle ich mich schon wie Zuhause, auch im gut 500 Kilometer entfernten Berlin-Tegel. Sie füllt gerade ein Bier ab, genauer gesagt eine im Rumfass gelagerte Voll-Weisse und ich darf helfen. Die großen 0,7 Liter Flaschen wirken mächtig und edel. Ich fülle sie von der Palette in kleine handliche Transportkästen und reiche sie der immer gut gelaunten Uli an. Sie werden von ihr drucklos abgefüllt, 4 Flaschen gleichzeitig und das braucht Zeit. Heute sogar mehr als ihr lieb ist, erwähnt sie doch manchmal mal es könne doch ein bisschen schneller in die Flaschen laufen.

Schneeeule Berlin, die Abfüllung
Schneeeule Berlin, die Abfüllung

Plötzlich eine Schrecksekunde, beinah hätte ich doch glatt mit dem Rücken dein sorgsam mit Flaschen bestückten Flaschentrockner-Ständer umgelegt. Das wäre ihr nicht so lieb gewesen, meint Uli grinsend. Ich schnaufe einmal erleichtert durch und weiter geht’s. Ja, sogar den Verkorker darf ich mal benutzen, hier wird jede Flasche einzeln von Hand mit dem entsprechenden Kronkorken versehen.

 

Wie fing das eigentlich an, mit der hefe?

Wo sie die Hefe für ihre ersten Biere herhatte frage ich, ‚aus zwei als Geschenk erhaltenen Bierflaschen‘, sagt sie. Spannend, von der Extraktion von Hefe aus Flaschen hatte ich bisher nur in meiner Biersommelierausbildung gehört. Mittlerweile entstehen hier sogar Biere mit Hefe aus Flaschen mit über 50 Jahren auf dem Buckel.

Schneeeule Berlin
Schneeeule Berlin, die Flaschen werden verpackt

Über meine ersten Brauversuche und einem nach einer gewissen Lagerungszeit sauer gewordenen Weizen meint sie grinsend, schlecht wäre das ja auch nicht, obwohl man sauer ja in normalen Brauereien gar nicht haben wolle. Ich muss lachen und fühle mich ob meines unfreiwillig produzierten Sauerbieres nun ein gutes Stück besser.

Warum Schneeeule? oder warum eigentlich nicht!

Fasziniert gucke ich auf die Schneeeule als Symbol auf den Flaschen und befinde es für richtig stilvoll, ‚die Schwingen stehen symbolisch für die Schaumkrone der Berliner Weisse‘ sagt Uli mir. ‚Und außerdem sehen die 3 E’s in der Mitte einfach gut aus‘, wer will da widersprechen?

Interessant auch, dass auch gelegentlich Brauer um Rat oder Tipps fragen, ob und wie man ihre eigenen Biere ‚verschneeeulen‘ könnte, ja so nennen sie das hier bei Schneeeule Berlin. Kollaborationen gab es auch schon, zum Beispiel mit Alexander Himburg, von Himburgs BrauKunstKeller mit dem BrettAmarsi, einem Sour Double IPA, dabei wurde Alex Amarsi Double IPA 6 Monate Eichenholz-gereift und mit einer Schneeeule Berliner Weisse zu einem völlig neuen Geschmackserlebnis kombiniert. Oder auch dem LuckyLup zusammen mit der Braukunst Gebr. Wiestner, jüngst von mir verkostet und auf meinem Blog beschrieben.

ich probiere mich durch

Ob ich auch etwas vor Ort probieren durfte? Natürlich, Arbeit macht durstig und gestillt wurde selbiger beispielsweise durch eine junge, noch in der Reifephase befindliche Marlene, welche noch etwas milder in ihrer Säure und fruchtiger daherkommt, eine wirklich schöne Erfrischung und noch dazu so nicht zu kaufen. Oder die Voll-Marlene, also mit dem doppelten Alkohol der ‚Normalversion‘, eine fruchtig-saure sehr feine Variante dieses Bierstils.

Wer es saurer mag, greift zu Inge, ‚die sauerste von allen‘ so Uli, ein Bier das übrigens gänzlich ohne Hopfen auskommt, und tatsächlich, da geht ordentlich was in Sachen Säure, aber nie ohne unrund zu wirken. Das haben all ihre Biere gleich, nie ist mir eine übertrieben saure, nur um der Säure Willen gebraute Schneeeule Weisse untergekommen. Für Einsteiger ist Inge vielleicht aber eher noch nichts, aber die werden durch die anderen Sorten sicher auf ihre Kosten kommen. Ohne Sirup versteht sich!

Ob Schneeeule nur Berliner Weisse kann? Nein, Porter geht auch! So hatte ich tatsächlich urplötzlich das sogenannte ‚Partyporter‘ in der Hand, welches auch bei der kommenden BraukunstLive ausgeschenkt wird. Und das schmeckt auch mit typischer Porter Aromatik, dunkel und braun im Glas, man darf auf das Partyhelle gespannt sein…

Schneeeule Berlin Partyporter
Schneeeule Berlin Partyporter

Otto gab es auch noch, gebraut mit Holunder und der ist, gemeinsam mit Zitrusaromen auch mein Eindruck im Geruch, spritzig ist er im Antrunk mit ebenfalls Zitrus, Holunder, etwas Apfel und allgemein fruchtig-floralen Noten. Die Säure ist eher als mild einzustufen und so lässt sich damit sicher auch ein ganzer Berliner Weisse Abend bestreiten. Gut an den meisten ihrer Weisse-Kreationen finden wir beide ohnehin , dass man auch mal eine mehr trinken kann, bei 3 Prozent ein leichtes Vergnügen.

Schneeeule Berlin Otto
Schneeeule Berlin Otto
Fazit meines Besuchs bei Schneeeule Berlin

Allesamt sind die Biere spannend, schmackhaft, teilweise komplex aber immer gut trinkbar. Herausheben muss ich aber unbedingt, dass man spürt wie sehr Ulrikes Herz darin steckt. Hier wird mit Liebe zum Detail gebraut, sie trägt das Herz auch auf der Zunge und so vergingen auch 4 Stunden Hilfstätigkeit in der Brauerei wie im Fluge.

Ulrike Genz und ich beim GesundBrewing Event im Castle Berlin
Ulrike Genz und ich beim GesundBrewing Event im Castle Berlin

Mitnehmen durfte ich neben leichtem Muskelkater, einem schönen Gespräch und vielen interessanten Anekdoten auch ein paar Fläschchen Bier und das schicke original Glas dazu. Ein rundum gelungener Abend bei Schneeeule Berlin!

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Orca brau, Besuch beim Wal aus Nürnberg

Orca brau, der neue Wal im Haifischbecken Craftbierindustrie. In Nürnberg tut sich was, ja was genau? Autodidakt Felix vom Endt, ehemals bei der Brauerei Heidenpeters in Berlin, ist wieder in seine alte Heimat Franken zurückgekehrt.

Seine Frau Susa designt die Etiketten, welche ich selbst im reich an fantasievollen Etiketten befindlichen Craftbeer Markt als etwas besonderes empfinde, sind darunter doch sowohl schlichte Motive als auch Eindrücke aus gemeinsamen Reisen. Das Auge trinkt ja bekanntlich mit.

Experimentierfreude wird gross geschrieben bei Orca brau

Felix scheut auch nicht vor Experimenten zurück, jüngst musste ein etwas zu sauer geratenes Bier gar komplett in den Ausguss wandern, doch genau das ist es was seine Arbeit ausmacht. Der Mut zum Risiko, etwas auszuprobieren was eben nicht mit ganzer Sicherheit gelingen kann, aber doch könnte. Genau diese kreative Herangehensweise finde ich bemerkenswert, bemerkenswert mutig, sowie eine absolut richtige wie wichtige Herangehensweise. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Seine Brauerei am Steinacher Kreuz 24 in Nürnberg hat schon jetzt viele bemerkenswerte Biere hervorgebracht, obwohl sie doch erst seit Februar 2017 existiert.

Dennoch möchte er sich bisher nicht auf feste Sortimente eingrooven, sondern weiter kreativ sein.

In Zukunft sind beispielsweise zu Halloween ein Pumpkin Ale mit heimischen Kürbissen sowie zur Winterzeit ein Porter unter Einsatz von Minzblättern beim Brauvorgang geplant. Das klingt nicht nur spannend, das ist es auch. Aufregend für den Gaumen, anregend und somit herausfordernd für die alteingesessenen fränkischen Biertrinker, deren Geschmacksnerven Felix immer wieder aufs neue zu prüfen vermag.

Seine Biere polarisieren, zu nennen wäre hier Boomshakalaka, ein mit Habanero Chili gebrautes Rauchbier, welches von vielen als wunderbar, von anderen jedoch eher in die Kategorie sonderbar eingestuft wird. Mir gefällt das Aromenspiel zwischen Rauchmalz und der Schärfe des Cilis, welche inzwischen beim zweiten Sud etwas zurückgenommen wurde aber immernoch präsent ist.

Ausblick oder: Die Zukunft von Orca brau

Worauf kann man sich bei orca brau noch freuen? Auf jeden Fall auf Biere mit frischem Doldenhopfen gebraut, welche im Jahr 2018 den Biermarkt bereichern sollen, sowie auf viele weitere Experimentalsude, mit allerlei fränkischen sowie ausländischen Kräutern und Gemüse, welche bei Felix vom Endt derzeit immer direkt auf seiner Standard-Brauanlage mit 5 Hektoliter Fassungsvermögen gebraut werden. Diese bekam er von seiner alten Wirkungsstätte Heidenpeters für einen Obulus nach etwas Überredungskunst mit nach Franken geliefert und seither verwöhnt viel neues aufregendes Bier die fränkischen Biertrinker. Ein End(t)e ist nicht in Sicht!

Mehr unter: http://www.orcabrau.de/

Orca brau beim Brauerstammtisch in Nürnberg: http://domis-reviews.de/brauerstammtisch

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