Schneeeule Berlin – Ein (Erlebnis-)Bericht

EIn langer weg, aber es hat sich gelohnt

Es war eine lange Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Berlins am Sonntag Abend, dann noch eine Sicherheitskontrolle am Werkstor in der Egellsstraße passieren und im nächtlich beleuchteten Industriepark in Berlin Tegel das richtige Gebäude suchen. ‚Das mit den Bierflaschen vor der Tür, nicht zu verfehlen!‘ sagte mir der Pförtner noch. Ich habe trotzdem ordentlich gesucht, aber schlussendlich auch gefunden was ich suche, die Brauerei der Schneeeule Berlin.

Fernab von Kupferkesseln und Industriebier, aber mit dem Charme einer Kleinbrauerei wird hier Bier gebraut, ab und an probiert, abgefüllt und auch neue Rezepturen entwickelt. Alles im kleinen Rahmen, das kenne ich ja schon aus Franken. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist hier natürlich die Zeit, ein Bier darf hier reifen, sich entwickeln und dabei darf es auch gerne mal experimentell zugehen.

Ich bin der neue in der Abfüllung

Aber mal ganz von vorne, Ulrike Genz oder kurz Uli, Diplom-Braumeisterin und Brauerin bei Schneeeule, empfängt mich kurz vor 20 Uhr mit einem Lächeln. Da fühle ich mich schon wie Zuhause, auch im gut 500 Kilometer entfernten Berlin-Tegel. Sie füllt gerade ein Bier ab, genauer gesagt eine im Rumfass gelagerte Voll-Weisse und ich darf helfen. Die großen 0,7 Liter Flaschen wirken mächtig und edel. Ich fülle sie von der Palette in kleine handliche Transportkästen und reiche sie der immer gut gelaunten Uli an. Sie werden von ihr drucklos abgefüllt, 4 Flaschen gleichzeitig und das braucht Zeit. Heute sogar mehr als ihr lieb ist, erwähnt sie doch manchmal mal es könne doch ein bisschen schneller in die Flaschen laufen.

Schneeeule Berlin, die Abfüllung
Schneeeule Berlin, die Abfüllung

Plötzlich eine Schrecksekunde, beinah hätte ich doch glatt mit dem Rücken dein sorgsam mit Flaschen bestückten Flaschentrockner-Ständer umgelegt. Das wäre ihr nicht so lieb gewesen, meint Uli grinsend. Ich schnaufe einmal erleichtert durch und weiter geht’s. Ja, sogar den Verkorker darf ich mal benutzen, hier wird jede Flasche einzeln von Hand mit dem entsprechenden Kronkorken versehen.

 

Wie fing das eigentlich an, mit der hefe?

Wo sie die Hefe für ihre ersten Biere herhatte frage ich, ‚aus zwei als Geschenk erhaltenen Bierflaschen‘, sagt sie. Spannend, von der Extraktion von Hefe aus Flaschen hatte ich bisher nur in meiner Biersommelierausbildung gehört. Mittlerweile entstehen hier sogar Biere mit Hefe aus Flaschen mit über 50 Jahren auf dem Buckel.

Schneeeule Berlin
Schneeeule Berlin, die Flaschen werden verpackt

Über meine ersten Brauversuche und einem nach einer gewissen Lagerungszeit sauer gewordenen Weizen meint sie grinsend, schlecht wäre das ja auch nicht, obwohl man sauer ja in normalen Brauereien gar nicht haben wolle. Ich muss lachen und fühle mich ob meines unfreiwillig produzierten Sauerbieres nun ein gutes Stück besser.

Warum Schneeeule? oder warum eigentlich nicht!

Fasziniert gucke ich auf die Schneeeule als Symbol auf den Flaschen und befinde es für richtig stilvoll, ‚die Schwingen stehen symbolisch für die Schaumkrone der Berliner Weisse‘ sagt Uli mir. ‚Und außerdem sehen die 3 E’s in der Mitte einfach gut aus‘, wer will da widersprechen?

Interessant auch, dass auch gelegentlich Brauer um Rat oder Tipps fragen, ob und wie man ihre eigenen Biere ‚verschneeeulen‘ könnte, ja so nennen sie das hier bei Schneeeule Berlin. Kollaborationen gab es auch schon, zum Beispiel mit Alexander Himburg, von Himburgs BrauKunstKeller mit dem BrettAmarsi, einem Sour Double IPA, dabei wurde Alex Amarsi Double IPA 6 Monate Eichenholz-gereift und mit einer Schneeeule Berliner Weisse zu einem völlig neuen Geschmackserlebnis kombiniert. Oder auch dem LuckyLup zusammen mit der Braukunst Gebr. Wiestner, jüngst von mir verkostet und auf meinem Blog beschrieben.

ich probiere mich durch

Ob ich auch etwas vor Ort probieren durfte? Natürlich, Arbeit macht durstig und gestillt wurde selbiger beispielsweise durch eine junge, noch in der Reifephase befindliche Marlene, welche noch etwas milder in ihrer Säure und fruchtiger daherkommt, eine wirklich schöne Erfrischung und noch dazu so nicht zu kaufen. Oder die Voll-Marlene, also mit dem doppelten Alkohol der ‚Normalversion‘, eine fruchtig-saure sehr feine Variante dieses Bierstils.

Wer es saurer mag, greift zu Inge, ‚die sauerste von allen‘ so Uli, ein Bier das übrigens gänzlich ohne Hopfen auskommt, und tatsächlich, da geht ordentlich was in Sachen Säure, aber nie ohne unrund zu wirken. Das haben all ihre Biere gleich, nie ist mir eine übertrieben saure, nur um der Säure Willen gebraute Schneeeule Weisse untergekommen. Für Einsteiger ist Inge vielleicht aber eher noch nichts, aber die werden durch die anderen Sorten sicher auf ihre Kosten kommen. Ohne Sirup versteht sich!

Ob Schneeeule nur Berliner Weisse kann? Nein, Porter geht auch! So hatte ich tatsächlich urplötzlich das sogenannte ‚Partyporter‘ in der Hand, welches auch bei der kommenden BraukunstLive ausgeschenkt wird. Und das schmeckt auch mit typischer Porter Aromatik, dunkel und braun im Glas, man darf auf das Partyhelle gespannt sein…

Schneeeule Berlin Partyporter
Schneeeule Berlin Partyporter

Otto gab es auch noch, gebraut mit Holunder und der ist, gemeinsam mit Zitrusaromen auch mein Eindruck im Geruch, spritzig ist er im Antrunk mit ebenfalls Zitrus, Holunder, etwas Apfel und allgemein fruchtig-floralen Noten. Die Säure ist eher als mild einzustufen und so lässt sich damit sicher auch ein ganzer Berliner Weisse Abend bestreiten. Gut an den meisten ihrer Weisse-Kreationen finden wir beide ohnehin , dass man auch mal eine mehr trinken kann, bei 3 Prozent ein leichtes Vergnügen.

Schneeeule Berlin Otto
Schneeeule Berlin Otto
Fazit meines Besuchs bei Schneeeule Berlin

Allesamt sind die Biere spannend, schmackhaft, teilweise komplex aber immer gut trinkbar. Herausheben muss ich aber unbedingt, dass man spürt wie sehr Ulrikes Herz darin steckt. Hier wird mit Liebe zum Detail gebraut, sie trägt das Herz auch auf der Zunge und so vergingen auch 4 Stunden Hilfstätigkeit in der Brauerei wie im Fluge.

Ulrike Genz und ich beim GesundBrewing Event im Castle Berlin
Ulrike Genz und ich beim GesundBrewing Event im Castle Berlin

Mitnehmen durfte ich neben leichtem Muskelkater, einem schönen Gespräch und vielen interessanten Anekdoten auch ein paar Fläschchen Bier und das schicke original Glas dazu. Ein rundum gelungener Abend bei Schneeeule Berlin!

GesundBrewing Craft Beer Festival Winter Edition 2018: klein aber oho!

Zuallererst, mit klein ist nicht die Zahl der Teilnehmer gemeint, welche mit 13 Craftbrauern wirklich sehr beachtlich und in ihren gebrauten Bierstilen vielfältig ausfiel.  Die Location des GesundBrewing Craft Beer Festival, das ‚The Castle Berlin‘ ist nur nicht gerade riesig. Aber wie sagte mir Alexander Himburg auf dem Festival so schön, Craftbierfeste sind am besten und persönlichsten, wenn sie nicht zu groß ausfallen.

So war für jeden der Brauer circa ein halber bis ein Quadratmeter Platz um diverse kreative Bierspezialitäten zu präsentieren. Die Anzahl war von Fall zu Fall verschieden, von einem bis sage und schreibe 8 Bieren pro Brauerei war alles vertreten. Die GesundBrewing Winter Edition fand übrigens an zwei Tagen statt, am Dienstag den 16.01.2018 und Mittwoch den 17.01.2018, jeweils von 16 bis 22 Uhr.

Das Line-Up des Festivals lautete wie folgt:

Berliner Berg
BrewDog Berlin Mitte
BRLO
Himburgs Braukunstkeller
Motel Beer
Straßenbräu
Stone Brewing Berlin
Pirate Brew Berlin
Two Fellas Brewery
The Mash Pit
The Circus
The Sisters Brewery
Vagabund Brauerei

Persönlich probieren und als sehr zu empfehlen einzuschätzen konnte ich diese Biere:

BrewDog & Omnipollo Collaboration – I wanna be your Dog Barrel-Aged Imperial Stout:

Brewdog & Omnipollo I wanne be your Dog Barrel-Aged Imperial Stout
Brewdog & Omnipollo – I wanne be your Dog Barrel-Aged Imperial Stout

Matt, Chef bei BrewDog Berlin, brachte die brandneue Kollaboration zwischen BrewDog und der schwedischen Craftbrauerei Omnipollo mit aufs Festival. Ein fassgereiftes Imperial Stout, nachtschwarz im Glas, mit intensiven Aromen von Vanille, Karamell und Pekannüssen in der Nase. Im Antrunk bestätigt sich dieser Eindruck und wird durch ein angenehm cremiges Mundgefühl und eine alkoholische Wärme im Trunk abgerundet.

Alexander Himburgs erstes Bier Festival seit einem Jahr

Himburgs BrauKunstKeller – Men Who Stare At Goats

Alexander Himburg, Ulrike Genz (Schneeeule Berlin)
Mit Uli (Schneeule Berlin), Alexander & Leo

 

Farmhouse Ale mit 5,3 Prozent, goldgelb im Glas mit extra von Freunden importierter Hefe aus Finnland. Die Nase vermeldet fruchtig-würzige, feinsaure Noten, der Antrunk wiederum ist ebenfalls angenehm fruchtig säuerlich, etwas würzig und mit einem leichten Hefearoma versehen. Ein stimmiges und sehr angenehm zu trinkendes, fein karbonisiertes Ale mit einem harmonischen Zusammenspiel aus Fruchtigkeit und fruchtiger Säure mit würzigen Nuancen und das auch im Abgang.

Vagabunden brauen Bier, gutes Bier!

Vagabund Brauerei – Hey Now IPA und Lil Rascal

Vagabund Brauerei Stand beim GesundBrewing Craft Beer Fest
Vagabund Brauerei Stand beim GesundBrewing Craft Beer Fest

Strahlend gelb in der Färbung mit weißem, feinporigem Schaum. Beim Geruch nehme ich Zitrus sowie tropische Früchte wahr, welche sich auch im Antrunk und Abgang wiederspiegeln. Hinzu kommt eine wohl dosierte Hopfenbittere, welche den Trunk begleitet.

Vagabund Brauerei - Lil Rascal
Vagabund Brauerei – Lil Rascal

 

Das Lil Rascal ist eine neue Kreation der Brauerei und feierte beim GesundBrewing seine Premiere. Es ist ein fruchtig-saures American-Bretted Sour mit einer sehr ausgewogenen Aromatik und auch im Geruch bereits fruchtig-milchsauren Noten.

 

Two Fellas Brewery – Lake Michigan IPA

Goldgelb liegt das Bier im Glas, bedeckt von einer feinporigen weißen Krone. In der Nase sind deutlich Zitrus, florale und kräuterige Noten zu erleben. Der Antrunk ist leicht herb und zeigt viel eher ein fruchtiges, zitroniges Aromenspiel mit floralen Einschlägen.

 

Motel Beer und Bier aus Holland, all das gibts in der Hauptstadt

Motel Beer – Grand Banks Imperial Coffee Stout

Motel Beer - Grand Banks Imperial Coffee Stout
Motel Beer – Grand Banks Imperial Coffee Stout

Eine mit Kenyan SL-28 Kaffee gebrautes Imperial Stout mit, na Ihr ahnt es, sehr intensiver Aromatik von Kaffee, Bitterschokolade und Röstaromen.

The Sisters Brewery – Black

Ein 5 Jahre gelagertes Milk-Stout, gebraut von den Geschwistern Annamijn und Josefien sowie ihrem Vater, Wilfran Beijeman aus Utrecht in den Niederlanden, mit Karamell – und Vanillearomen im Geruch sowie im Antrunk, einem sehr sanften Mundgefühl und gut eingebundenem Alkohol.

Hobbybrauer aus Berlin? Ab zu Mash Pit!

Mash Pit – Cloud 9

Gründer Tim Hauke hat ein interessantes Konzept. Er möchte Hobbybrauern eine Plattform zum Bier brauen bieten und stellt hiefür sowohl die Rohstoffe als auch die Brauanlagen um rund 80 Flaschen selbstgebrautes Bier pro Brauvorgang zu erhalten. Zudem steht Anfängern wie Fortgeschrittenen auch immer ein Brauer mit Rat und Tat zur Seite. Eine schöne Idee wie ich finde und das mitgebrachte Session IPA kann sich auch durchaus sehen und schmecken lassen, kann es doch mit tropisch-fruchtigen und herben Aromatiken im Antrunk überzeugen.

Nobody Fucks with Pirates, nobody.

Freigeist Bierkultur  – Cannabis IPA

Christina Saez Martinez und ihr Mann Andreas Håkansson brauen nur dunkle Bierstile. Das Cannabis IPA welches die beiden neben Ihrem, mir bereits bekannten, sehr guten Crazy Bastard Chili Porter am Hahn hatten, stammt von Freigeist Bierkultur. Die Kombination Bier und Hanf hörte sich für mich spannend an und so war auch mein Eindruck vom Geschmack und Geruch des Bieres.  In meiner Nase kamen mir wirklich hanflastige, grasige Aromen entgegen, der Antrunk fiel herb und eben wieder grasig aus, dazu mit floralen Nuancen und einem grasig-herben Finish. Ein bisschen verrückt aber gelungen. In der Flasche und bereit zur Review mitgenommen habe ich einen Kollaborationssud von Pirate Brew mit H2Öl Brewing Co. aus Spanien, ein Smoked Rye Vanilla Stout, genannt ‚Vänilla Sunryes‘.

 

Fazit: Abschließend kann ich nur jedem den Besuch des GesundBrewing Craft Beer Festivals ans Herz legen, der Craftgedanke wird hier hochgehalten und die fast schon familiäre Nähe zu den Brauern versprüht gerade im kleineren Rahmen besonderen Charme. Ich für meinen Teil werde bestimmt wieder kommen. Cheers!

 

PS: weitere Berichte zu meinen Besuchen bei verschiedenen Berliner Brauereien wie Straßenbräu, Stone Brewing, BrewDog, Vagabund Brauerei uvm. bald hier auf diesem Blog.

Von Berlin nach Nürnberg, die Schneeeule ist da!

Berlin, Berlin, wann kommt man aus Nürnberg denn mal nach Berlin? Wie gut, dass die Schneeeule flügge geworden und hinaus in die weite Bierwelt geflogen ist.

Probieren konnte ich 3 der Berliner Weisse Biere im Kater Murr in Nürnberg. Die Biere allesamt sind unter Verwendung von Brettanomyces-Hefe in Flaschengärung gereift und wurden durch Brauerin Ulrike Genz persönlich ins Frankenland gebracht.

Aber lange Rede, kurzer Sinn, hier kommt meine kleine Verkostungsschau…

Schneeeule Berlin – Yasmin

Bierstil: Bier nach Berliner Weisse – Art

Zutaten: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen, Jasminblüten, Saccaromyces, Brettanomyces, Lactobacillen, Saccarose

Alkoholgehalt: 3 % vol.

IBU: 5

Beschreibung des Bieres:

Die Farbe des Bieres ähnelt für mich hellem Bernstein, es hat eine natürliche Trübung im Glas und eine dichte, feinporige und weiße Schaumkrone tront über allem, ganz wie die Flügel der Schneeeule auf dem schönen roten Etikett.

In der Nase erreichen mich fruchtige Noten, dazu Zitrusfrucht, eine feine (Milch-)Säure und das ganze gepaart mit floralen Noten, welche die Jasminblüten mit sich bringen.

Der Antrunk ist leicht säuerlich, jedoch überwiegen die fruchtigen Aromen und ergeben ein harmonisches Zusammenspiel welches sich angenehm mit den floralen Eindrücken auf der Zunge ergänzt. Es prickelt erfrischend spritzig auf der Zunge.

Der Nachtrunk wird noch einen kleinen Deut saurer, ohne zu übertreiben. Die fruchtigen und floralen Aromen bilden ein harmonisches Gesamtbild und runden den Genuss ab. Klasse!

 

Schneeule Berlin – Kennedy

Bierstil: Bier nach Berliner Weisse – Art

Zutaten: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, amerikanischer Hopfen (Summit), Saccaromyces, Lactobacillus, Brettanomyces

Alkoholgehalt: 3 % vol.

IBU: 15

Beschreibung des Bieres:

Das nächste Bier im Glas war das Kennedy, es präsentiert sich strahlend goldgelb, mit feinporigem, instabilem Schaum und einer natürlichen Trübung.

Der Geruch ist mit zitrusfruchtig (Zitrone & Grapefruit), einer in die Gattung der Berliner Weisse passenden feinsäuerlichen Note sowie einer leichten Hefenote zu beschreiben.

Im Antrunk ist der gute Kennedy fruchtig mit fein eingebunder Milchsäure, schön ausbalanciert mit einer angenehm unterschwelligen Bitternote des Hopfens.

Der Abgang hat für mich einen gewissen Touch von Koriander sowie der feinen Sauernote, welche sich auch hier leicht ansteigend präsentiert.  Ein gelungenes Bier mit dem gewissen Etwas.

 

Schneeeule Berlin und Braukunst Gebr. Wiestner – BrettyLup

Bierstil: Barrel-aged bretted sour IPA

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefen, Milchsäurebakterien, Saccarose

Alkoholgehalt: 6,5 % vol.

IBU: o/a

Beschreibung des Bieres:

Last but not least kommen wir zu einer Kollaboration von Schneeeule und der Braukunst Gebr. Wiestner, einem Cuvee aus LuckyLup von der Braukunst und einem speziell dafür ausgewählten Schneeeule Sauerbier, für 6 Monate im Chardonnay Weißweinfass gelagert und handbeschriftet.

Das Bier ist bernsteinfarben und hat einen feinporigen, weißen und stabilen Schaum. Der Geruch ist dann eine tropische Fruchtbombe mit Noten von Zitrus, Melone, Mandarine, Orange und wirkt in der Nase schon mal so gar nicht sauer.

Im Antrunk erlebe ich dann wiederum doch die Säure der Berliner Weisse, die fruchtig daher kommt und durch verschiedenste Fruchtaromen tatkräftige Unterstützung erfährt… so nehme ich Zitrusfrucht, leichte Nuancen von Grapefruit und Wassermelone wahr.

Das Geschmacksbild ergänzt wird durch eine leichte Milchsäure, welche im Abgang ein Zusammenspiel mit den fruchtigen Aromen erfährt.

Das handgeschriebene Etikett verleiht dem ganzen dann noch einen besonderen Charme, eine spannende Zusammenarbeit mit einem tollen Bier als Resultat!

 

Cheers und bis bald!

Beery Christmas, mein Craftbeeradventskalender Teil 2 – Der Rest vom Schützenfest

Vielleicht habt Ihr Euch schon gefragt, wo eigentlich die restlichen Biere meines CraftbeeradventskalenderAdventskalenders von Saveur-Biere

bleiben? Nun, nach überstandener Männergrippe folgt hier mein Bericht:

 

Tag 9: Icelandic Winter Ale (2017) von Einstök Ölgerð

Bild vom Icelandic Winter Ale (2017) by Einstök Ölgerð

Winterliches Ale aus Island mit Whiskey im Gepäck.

Optischer Eindruck: Kastanienbraun mit instabilem, feinporigem Schaum Nase Whiskey, Trockenfrucht, Grapefruit. Antrunk sherry, whiskey, trockenfrucht, toffee

Nase: Deutliche Whiskeynote, dazu kommen Trockenfrucht und Grapefruit.

Antrunk: Intensive Noten von Sherry, Whiskey, Trockenfrüchten und Toffee.

Nachtrunk: Die Whiskey und Sherrynoten verhallen langsam.

 

Tag 10: Porter Solera Gran Reserva von Cervezas La Virgen

Foto des Porter Solera Gran Reserva von Cervezas La Virgen

Tag 10, es gibt Brandy zum Dessert.

Optischer Eindruck: Schwarz im Glas mit cremefarbenem Schaum

Nase: Brandy-infused und das riecht man auch… deutliche Brandyaromatik in der Nase.

Antrunk: etwas Bitterschokolade, dazu gesellt sich Kaffee, der Brandy und eine alkoholische Wärme

Nachtrunk: Deutlicher werdende Brandyaromen im Nachhall.

 

Tag 11: Pauwel Kwak (2017) von der Brouwerij Bosteels

Foto des Bieres Pauwel Kwak (2017) von der Brouwerij Bosteels

Ein belgischer Klassiker!

Optischer Eindruck: Bernsteinfarben präsentiert sich das Bier mit cremefarbenem Schaum

Nase: fruchtige Aromen, malzige Süße, dazu Koriander, erdig und etwas Banane.

Antrunk: fruchtig, würzig, cremig auf der Zunge,  dazu Karamell, etwas Banane, feine Herbe

Nachtrunk: langer fruchtig-würziger und wärmender, feinherber Abgang.

 

Tag 12: X 6.1 Imperial Red von CREW Republic

X 6.1 Imperial Red von CREW Republic

Rotbier aus Bayern, es schmeckt!

Optischer Eindruck: Rötlich kastanienfarben mit feinporigem, cremefarbenem Schaum.

Nase: erdige,  harzige, sowie nussige Eindrücke vermittelt mir der Geruch, dazu  Zitrus.

Antrunk: deutlich herb, jedoch stets harmonisch mit kräftigen, erdigen und Trockenfruchtnoten.

Nachtrunk: im Nachhall lang abklingende herbe und herb-fruchtige Aromen.

 

Tag 13: Mother Venus by Browar Kingpin

Mother Venus von Browar Kingpin

Fruchtige Aromabombe aus Polen.

Optischer Eindruck: Bernsteinfarben, mit weißem, instabilem Schaum.

Nase: Im Geruch spiegeln sich Melone, Zitrus und etwas Ananas wieder.

Antrunk: Fruchtig mit Pfirsichnoten, dazu hintergründig Melone sowie Zitrus.

Nachtrunk: Der Abgang ist ebenfalls fruchtig, mit Pfirsich- und Zitrusaromen.

 

Tag 14: Ginette Natural Christmas von der Brasserie La Binchoise

Ginette Natural Christmas von der Brasserie La Binchoise

Toffifee mit sauren Noten.

Optischer Eindruck: Dunkler Bernstein im Glas

Nase: Milde Toffeenoten, leicht nussig, feinsäuerlich.

Antrunk: karamellige Süße, etwas Säure, bittere und florale Noten

Nachtrunk: würzig herb mit sauren Aromen im Abgang

 

Tag 15: Christmas Shake von LERVIG

Foto des Bieres Christmas Shake von LERVIG

Fruchtig, erfrischender Umtrunk aus Norwegen.

Optischer Eindruck: Heller Bernstein mit feinporigem, instabilem Schaum

Nase: fruchtig nach Zitrus und Banane, dezent schwingt auch Vanille mit.

Antrunk: Deutlich Vanille, fruchtig mit einem angenehm cremigen Mundgefühl

Nachtrunk: die fruchtigen Vanillenoten klingen langsam ab

 

Tag 16: Sofie (2017) by Goose Island Beer Co.

Bild des Bieres Sofie (2017) von Goose Island Beer Co.

Fein abgestimmtes Bier aus den USA, das ginge auch im Sommer.

Optischer Eindruck: Goldgelb im Glas, der Schaum ist feinporig und weiß.

Nase: In der Nase vereinen sich harmonische Noten von Champagner, Zitrus, etwas Balsamico, gepaart mit feiner Säure.

Antrunk: Der Antrunk präsentiert sich würzig erfrischend, fruchtig, mit leichter  Orangennote, feiner Säure sowie einer schön abgestimmten Würzigkeit.

Nachtrunk: Im Abgang verbleibt die sanft fruchtige Vanillenote

 

Tag 17: Midsummer Melancholy von Sori Brewing

Bild des Bieres Midsummer Melancholy von Sori Brewing

Aus Estland gibts ein feines Stout.

Optischer Eindruck: Nachtschwarz ist dieses Bier, der Schaum feinporig, instabil und cremefarben.

Nase: Intensive Röstmalz- und Kaffeearomatik mit einem Schuss Bitterschokolade und Toffee

Antrunk: Kaffee-, Röstmalz- und Bitterschokoladenoten ergeben eine harmonische Kombination, hinzu kommen leichte Sherry und Vanille Noten.

Nachtrunk: Der Nachtrunk gestaltet sich leicht herb-süßlich mit feiner Vanille.

 

Tag 18: Jenlain Winter Ale von der Brasserie Duyck

Bild des Bieres Jenlain Winter Ale von der Brasserie Duyck

In Winterstimmung mit dem passenden Begleiter aus Frankreich.

Optischer Eindruck: Kupferfarben mit feinporigem und instabilem Schaum.

Nase: In der Nase nehme ich Trockenfrüchte, eine leichte Röstmalznote und feine Säure wahr.

Antrunk: feinherb auf der Zunge, mit Einschlägen von Röstmalz in Kombination mit etwas Säure

Nachtrunk: leicht herber, röstmalziger Abgang

 

Tag 19: 24 Hops Before X-Mas von der Brouwerij Kees

Bild des Bieres 24 Hops Before X-Mas von der Brouwerij Kees

24 verschiedene Hopfen in einem Bier? Das geht!

Optischer Eindruck: Kastanienfarben mit feinporigem und instabilem Schaum.

Nase: Sherry, sowie alkoholische Noten, dazu Trockenfrucht.

Antrunk: Die Eindrücke von Sherry bestätigen sich auf der Zunge, dazu eine wohlige alkoholische Wärme, intensive und grasige/florale Aromatik

Nachtrunk: Im Nachhall verbleibt die intensive Sherrynote.

 

Tag 20: Santa Gose Down Under von Birra Del Borgo

Santa Gose Down Under von Birra Del Borgo

Die italienische Interpretation der Gose.

Optischer Eindruck: Mahagonibraune Farbe der Schaum feinporig und instabil.

Nase: Feine Säure, dazu eine fruchtig und leicht rauchige Aromatik in der Nase mit würzigen Koriandernoten und Zitrus.

Antrunk: Der Antrunk ist leicht rauchig, mit feiner Säure, der Koriander bleibt im Hintergrund und überlasst der Fruchtigkeit die Bühne.

Nachtrunk: Zum Ende des Schluckes verbleiben würzige, leicht säuerliche und rauchige Eindrücke am Gaumen.

 

Tag 21: Ryebuck by Thornbridge Brewery

Ryebuck von der Thornbridge Brewery

Feines Roggenbier aus dem Königreich.

Optischer Eindruck: Kupferfarbenes Bier mit feinporigem Schaum.

Nase: Fruchtig, hopfige Aromen mit Grapefruit und grasigen Noten.

Antrunk: Trockenfrüchte sind deutlich wahrnehmbar, in einem harmonischen Zusammenspiel mit grasigen, würzigen und leicht herben Nuancen.

Nachtrunk: Im Abgang ergibt sich eine ansteigende Bittere abgerundet durch eine leichte Fruchtigkeit des Bieres.

Tag 22: Hermey’s Dilemma vom Basqueland Brewing Project

Hermey’s Dilemma vom Basqueland Brewing Project

Dieses Bier ist absolut kein Dilemma.

Optischer Eindruck: goldgelbes, naturtrübes Bier, mit feinporigem Schaum

Nase: Fruchtige, grasige Noten im Geruch

Antrunk: Im Mund ist das Bier fruchtig, grasig mit leicht süßlich, würzigen Noten.

Nachtrunk: Der Nachtrunk klingt würzig ab

 

Tag 23: Brush by Omnipollo

 Brush (EU Version) von Omnipollo

Mein persönliches Highlight, ein geiles Bier.

Optischer Eindruck: Nachtschwarz liegt das Bier im Glas, der Schaum ist braun, feinporig und instabil.

Nase: Kaffee, Röstmalz und Bitterschokolade at it’s best dazu ein Hauch Vanille

Antrunk: Kaffee-, Röstmalz- und Bitterschokolade schmeicheln dem Gaumen, hinzu kommt eine leicht Süße, etwas Sherry und Bourbon und eine begleitende alkoholische Wärme.

Nachtrunk: Der Nachtrunk kann hallt noch lange mit Sherry und Bitterschokolade nach.

 

Tag 24: Backwoods Bastard von Founders Brewing Co.

Backwoods Bastard (2017) by Founders Brewing Co.

Zum Weihnachtstage ein fassgelagerter Tropfen bittesehr.

Optischer Eindruck: dunkles Braun mit cremefarbenem relativ stabilem Schaum.

Nase: Fassreife Noten von Scotch, leicht Toffee, rauchig und Röstmalz spiegeln sich in der Nase wieder.

Antrunk: Die Scotch und fassgereiften Aromatiken prägen das Bier, karamellige, röstmalzige Noten runden es ab, ein Hauch Steinobst sowie erdige Eindrücke ergänzen das Gesamtbild.

Nachtrunk: Erdiges Finish mit karamelligen Einschlägen

 

 

Alles in allem war mein Kalender eine wirklich begeisternde Reise durch die Brauwelt mit Bieren, die ich fast alle noch nicht kannte und auch weiterempfehlen würde. Ich bin froh den Kalender gekauft zu haben und meine Eindrücke hier mit Euch teilen zu können.

Cheers!

Den ersten Teil meiner Verkostung des Craftbeeradventskalenders könnt Ihr hier lesen: http://domis-reviews.de/beery-christmas-mein-craftbeeradventskalender-teil-1

 

Maisel & Friends – Juicy IPA… Winter? Ich fühl mich wie in der Karibik!

Die Brauerei Gebrüder Maisel aus Bayreuth hat mit ihrer Craftbeer Linie Maisel & Friends Erfolg und das meiner Meinung nach völlig zurecht. Den neuesten Vertreter, das Juicy IPA (kurz für India Pale Ale) stelle ich Euch nun heute vor…

Tropischer Winter? Mit dem Maisel & Friends – Juicy IPA kommt der Sommer zurück ins Glas

Es ist Winter, bitterkalt und seit gestern liegt in Franken Schnee aller Orten. Was trifft sich da besser als… ja genau ein IPA auf den Markt zu bringen und nein, kein vor Bittere strotzendes, ein extren fruchtiges soll es sein.

Maisel & Friends - Juicy IPA
Maisel & Friends – Juicy IPA… fühlt sich pudelwohl im Schnee

Gesagt getan und heute halte ich es in den Händen, gottseidank im Warmen aber warm wird mir auch beim Trinken, es versetzt mich im Geiste an einen warmen weißen Sandstrand mit Palmen, Kokosnüssen und Sonnenschein…

Die Informationen zum Bier, Verkostung und Optik

Aber der Reihe nach, hier die wichtigsten Infos zum Maisel & Friends – Juicy IPA:

Alkohol: 7,2 %

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hafermalz, Hefe und eine ganze Menge Hopfen, nämlich Chinook, Citra, Amarillo, Simcoe, Mosaic und Mandarina Bavaria

Stammwürze: 14,8 °P

IBU (International Bitter Units): 50

Optischer Eindruck: Strahlend golden im Glas mit leichter Trübung, der Schaum weiß, feinporig und stabil.

Geruch: Tropische Früchte, Zitrus, Mango, Maracuja, Grapefruit, Mandarine und Birne, das macht Lust auf den ersten Schluck!

Antrunk: Die extreme Fruchtigkeit aus den ersten Eindrücken der Nase bewahrheitet sich, dieses IPA hat das gesamte tropische Fruchtspektrum parat und spielt es klasse aus. Ich erschmecke Zitrusfrüchte (Zitrone, Grapefruit, Orange), Ananas, Maracuja, sogar Birne umschmeichelt meinen Gaumen. Die Hopfenbittere bleibt dabei fast komplett aussen vor und überlässt dem karibischen Sandstrand im Glas das Feld.

Nachtrunk: Erst im Nachtrunk wird das IPA etwas herber, harmoniert aber weiterhin sehr gut im Zusammenspiel mit der ausgeprägten Fruchtigkeit.

Fazit: Ein klasse Vertreter eines fruchtigen IPA’s, das Juicy IPA von Maisel & Friends, auch und gerade zur Winterszeit eine gelungene fruchtige Abwechslung!

Mehr Informationen zur Maisel & Friends Gastronomie „Liebesbier“ in Bayreuth findet Ihr hier: http://domis-reviews.de/liebesbier-bayreuth

 

Beery Christmas, mein Craftbeeradventskalender – Teil 1

Beery Christmas, ein Craftbeer hinter jedem türchen

Adventskalender, sind die nicht nur was für Kinder? Meine klare Antwort darauf: Nein, erst recht nicht, wenn es so eine tolle Auswahl an Craftbeer-Adventskalendern für jeden Geschmack on- und offline zu erwerben gibt.

Ich habe mich zum ersten Mal für einen solchen Kalender entschieden und wurde nicht enttäuscht. Der Beery Christmas Kalender von Saveur-Biere.com bietet eine große Auswahl verschiedenster Bierstile aus aller Herren Länder. 29 Brauereien haben teils exklusive Biere für diesen Kalender gebraut, diese kommen aus 21 Ländern und die Verpackung des Kalenders wurde von keinem Geringeren als Karl Grandin, dem Designer der Omnipollo Bieretiketten gestaltet.

bestens informiert, dank nfc und website

Insofern das eigene Smartphone die NFC (Near Field Communication) Technologie unterstützt, kann man dank eingebautem NFC-Chip sogar durch bloßes oben auf den Kalender tippen des Mobiltelefones Informationen zum jeweiligen Bier des Tages abrufen. Für die analogen Menschen gibt’s das natürlich auch als informative Website, inklusive Verkostungstemperatur- Empfehlung, Vorschlag zum Glas und Informationen zu Brauerei, Bier, Bierstil, Optik des Bieres im Glas, Geruch und Geschmack.

Verkostung der ersten 8 Biere des Beery Christmas Kalenders

Die folgenden kurzen, aber prägnanten Informationen habe ich aus eigenem Verkosten für Euch zusammengestellt. Vielleicht ist so ein Kalender ja die ideale Geschenkidee für die Vorweihnachtszeit im nächsten Jahr?

Teil 2 mit den restlichen 16 Bieren findet Ihr übrigens hier: http://domis-reviews.de/beery-christmas-mein-craftbeeradventskalender-teil2

 

Tag 1: Ninkasi – Smoky Oak Ale

 

Rauchbier aus Frankreich, genauer gesagt aus der Nähe von Lyon.

Optischer Eindruck: Rötlich kastanienfarben mit feinporigem, mittelstabilem, weißem Schaum.

Nase: Leichter Eindruck von Rauch, Whiskey, fruchtige Noten

Antrunk: Aromen von Whiskey, etwas Rauch schwingt mit, leichte Süße, torfig, nussige Noten, etwas Toffee

Nachtrunk: Fruchtig mit leicht bananiger Aromatik, feine Säure

 

Tag 2: Camden Brewing Company – Hols Tropical Pilsner

 

Die Brauerei befindet sich in London und braute dieses Bier exklusiv für den Beery Christmas Kalender

Optischer Eindruck: Strahlend gelb im Glas, der Schaum mittelporig und relativ stabil

Nase: Tropische Früchte, Zitrus, grasige Noten, Pfirsich, Mango, Maracuja

Antrunk: Deutliche Bittere,Zitrus, Grapefruit, Ananas

Nachtrunk: Lang nachhallende Bittere

 

Tag 3: Innis & Gunn – Bourbon Dark Ale

Gebraut in Schottland, exklusiv für den Kalender und gereift im Bourbon-Fass.

Optischer Eindruck: Nachtschwarz im Glas, mit feinporigem, cremefarbenem und instabilem Schaum

Nase: Bourbon, Röst – und Bitterschokoladearomen, Pflaume

Antrunk: Fruchtig, voller Körper mit Noten von Toffee und Bourbon

Nachtrunk: Leichte Sherrynoten, würzig, etwas süßli

 

Tag 4: Baird Brewing – Wabi Sabi Japan Pale Ale

Südwestlich von Tokyo mit Wasabi gebrautes Pale Ale.

Optischer Eindruck: Bernsteinfarben mit natürlicher Trübung, der Schaum fein- bis mittelporig und stabil

Nase: Zitrus, florale sowie grasige Aromen

Antrunk: herb, erdig mit Noten von Zitrusfrüchten (Grapefruit und etwas Zitrone)

Nachtrunk: Deutliche Bittere im Abgang

 

Tag 5: Oppigards and Gänstaller – Bockbier

Oppigards und Gänstaller - Bockbier im Glas
Oppigards und Gänstaller – Bockbier

Kollaboration der Oppigards Bryggeri aus Schweden mit Andreas Gänstallers Gänstaller Bräu aus Franken.

Optischer Eindruck: Kastanienfarben, leicht rötlicher Einstich, der Schaum feinporig, relativ instabil

Nase: Zitrus, Grapefruit, leicht süßlich (Toffee) und grasig

Antrunk: Malzbetont, feine Herbe, würzig, dazu Toffee, Vanille, brotige Aromen, Grapefruit und Trockenfrüchte

Nachtrunk: würzig, Zitrusfrucht und etwas kräuterig

 

Tag 6: White Frontier – Speculoos Sweet Stout

Gebraut in der Schweiz für diesen Kalender und das mit, wie der Name schon sagt, mit Spekulatius.

Optischer Eindruck: Nachtschwarz ist dieses Bier im Glas, vom Licht undurchdringbar, der Schaum ist cremefarben und instabil

Nase: Bitterschokolade- und Röstaromen unterschwellig wahrnehmbar

Antrunk: Deutliche Bitterschokolade- und Röstaromen, Kaffee, malzig, Toffee und eine leichte Süße, vom Spekulatius sind nur geringe Auswirkungen zu erschmecken

Nachtrunk: Kaffee, Röstmalz und eine leicht süßliche Bittere bilden das Finale

 

Tag 7: Tiny Rebel – Juicy

Gebraut in Süd-Wales ist diese tropische Fruchtbombe.

Optischer Eindruck: Strahlend golden im Glas, mit feinporigem, mittelfestem weißen Schaum

Nase: Tropischer Obstkorb, Mango, Zitrus und Grapefruit

Antrunk: Sehr herb, die Fruchtigkeit tritt in den Hintergrund, man schmeckt dennoch Zitrusfrüchte wie Grapefruit und Zitrone heraus

Nachtrunk: Lang anhaltende Bittere im Abgang

 

Tag 8: To Øl – Winter Wonderland

Die To Øl Brauerei braut in Copenhagen kreative Biere, dieses exklusiv für Beery Christmas.

Optischer Eindruck: Goldgelb und mit fein- bis mittelporigem Schaum

Nase: Zitrone, Grapefruit, dazu grasige Aromatik

Antrunk: Zitrusfrucht, grasige Noten sowie eine ansteigende Hopfenbittere

Nachtrunk: Feinherb und zitronig hallt dieses Bier nach.

 

Cheers und bis bald!

Köln – mehr als ’nur‘ Kölsch

 

„Was willst du denn in Köln, da gibt’s doch nur Kölsch?“, so die erste Reaktion einer meiner Cousins auf meinen geplanten Kurztrip in die Rheinmetropole. Ursprünglich nur als Aufenthalt aufgrund des Gewinns zweier TV-Show Karten geplant, entwickelte sich ein spannender Bierausflug in 2 Akten.

Tag 1

Schreckenskammer Kölsch – schrecklich gut?

Von der Schreckenskammer Köln hatte ich in einem Reiseführer Kölscher Kneipen gelesen, hier werde im kleinen Rahmen feines Kölsch gebraut. Da die Kammer meiner Unterkunft am nächsten gelegen war, stand meine erste Station des Tages somit fest. Und wirklich, die zugehörige Kneipe ist urgemütlich, man findet hier so manchen Fanartikel des Effzeh (1. FC Köln) an den Wänden und hinter der Theke wieder und auch das Kölsch schmeckte mir gut. Im Detail ist es goldgelb mit feinporigem stabilem Schaum. In der Nase macht sich eine gewisse Fruchtig- und Würzigkeit breit, der Antrunk fällt deutlich herb-würzig aus, während im Abgang fruchtige Noten sowie eine feine Säure mitschwingen.

Brauhaus zur Malzmühle – Mühlen Kölsch

Weiter ging es zum Brauhaus zur Malzmühle, welche das Mühlen Kölsch braut, hier gab es eine mittägliche Stärkung gleich mit dazu, der Köbes war bester Laune und auch das Bier schmeckt hier. Goldgelb mit feinporigem festen Schaum wartet es im Glas auf den ersten Schluck, die Nase wird durch eine erfrischend fruchtige Zitrusnote und Würzigkeit gekitzelt, im Mund liegt es prickelnd auf der Zunge, wirkt fruchtig und im Abgang leicht herb.

Ubierschänke – Böllbier oder Böll ist nicht gleich Böll

Die Ubierschänke, Station 3 welche ich Euch vorstellen möchte, ist eine typisch kölsche Kneipe mit schicker Bar und fast noch hübscheren Bierdeckeln. Ausgeschenkt wird hier das Böllbier, benannt nach ‚dem stadtbekannten Szenewirt Clemens Böll, der mit dem Brauerei-Gründer Günther Zabel einst das „Alcazar“ eröffnete‘ (laut Website). Dieses wird, auch hier natürlich für den Franken erstmal ungewohnt, in kompakter 0,2 Liter Bierstange serviert. Auch dieses Bier präsentiert sich im Glas goldgelb, hier verflüchtigt sich der Schaum jedoch etwas schneller als bei den bisher getesteten Bieren. In der Nase habe ich Getreide, Zitrus und fruchtige Aromen, der Antrunk ist würzig, fruchtig und beinhaltet ebenfalls Zitrusfrucht. Im Abgang lässt das Böllbier es feinherb-fruchtig ausklingen.

Hellers Brauhaus – Variantenreiche biere

Nachmittags stand das Hellers Brauhaus auf meinem Plan, hier war ich vor allem auf das unfiltrierte Kölsch gespannt, aber der Reihe nach..

Das Hellers Kölsch ist golden, glanzfein (ohne Trübung) und besitzt eine weiße feste Schaumkrone. Es riecht nach Getreide, würzig und hat Zitrusnoten, der erste Schluck gestaltet sich würzig und herb mit einem Hauch Zitrus welcher auch im Abgang noch, verbunden mit leichter Bittere, nachhallt.

Hellers Wiess, eine besondere weil unfiltrierte Version des hauseigenen Kölsch, war als nächstes an der Reihe. Beim Servieren dachte ich erst an ein Weizen, nicht zuletzt aufgrund der Darreichungsform in einem Weißbierglas. Die Trübung hätte auch gepasst, dazu eine schöne Bernsteinfarbe und ein cremiger, fein- bis mittelporiger Schaum und in der Nase Zitrus- und Grapefruitaromen. Die Spannung vor dem ersten Schluck stieg und wurde mit Getreide, Hefe, würzigen und im Vergleich zum normalen Kölsch herberen Noten beschwingt. Der Abgang wiederum fällt bei diesem Bier herb-fruchtig aus.

Zum Finale gesellte sich dann noch das Hellers Weizen ins Glas, auch dieses Bier ist bernsteinfarben, natürtrüb und der Schaum feinporig und mittelfest. Der Geruch ist eine Kombination aus fruchtigen Noten wie Pfirsich, Maracuja und Zitrusfrucht, vor dem sich auch der erste Schluck nicht verstecken braucht. Dieser wartet mit ebendiesen Pfirsich und Zitrusnoten sowie einem Touch Banane auf. Im Abgang bleibt es fruchtig mit Bananen-, Zitrus- und Trockenfruchtaromen.

Wirklich gelungene Biere gibt es also auch im Hellers Brauhaus, dem sollte meine abschließende Station des Tages auch in nichts nachstehen…

Braustelle Köln – hier wird kreativ gebraut
Braustelle Köln
Braustelle Köln

Die Braustelle Köln, hier braut Peter Esser Biere der kreativen Sorte, mit Zutaten fernab des Reinheitsgebots. Das Gute daran ist, sie schmecken auch noch sehr gut.

Probiert habe ich zwei seiner Biere, das erste war der Pink Panther, bekannt aus Funk- und Fernsehen und doch noch nie in Bierform erlebt… farblich kommt er wirklich leicht pink daher, der Schaum ist feinporig und die Nase meldet fruchtiges. So kommt der Hibiskus, mit welchem dieses Bier gebraut wurde auch im Geruch an, unterstützt wird dieser von Zitrusfruchtnoten. Der Antrunk des Bieres ist spritzig prickelnd auf der Zunge, mit fruchtigen, leicht säuerlichen Aromen, im Abgang verbleibt es fruchtig mit Zitrusnoten. Dieses Bier kann ich mir auch gut bei 30 Grad im Biergarten vorstellen.

Das Zweite aus der Braustellen-Reihe vom Fass für mich war das O’Collins Red Ale, mit einer wunderbar kastanienbraunen Färbung mit rötlichem Einstich und feinporigem cremefarbenem Schaum. Des Weiteren hat es fruchtige Noten von Trockenfrüchten und roten Beeren in der Nase. Der Antrunk ist fruchtig mit fruchtiger leichter Säure sowie leichter Bittere und dadurch ebenfalls sehr erfrischend . Das Bier beziehungsweise dessen herbe Fruchtigkeit hallt auch noch nach.

Hier muss ich definitiv wieder hin, die Taplist mit 8 Bieren vom Fass und stets neuen Kreationen schreit praktisch danach!

Tag 2

Brauhaus Päffgen

Am zweiten Tag verschlug es mich zuerst ins Brauhaus Päffgen, das Kölsch hier ist fein, goldgelbe Färbung mit feinporiger Blume (Schaumkrone). Meine Nase zeigt Zitrusfrucht, Getreide sowie würzige Noten an. Der erste Schluck bestätigt diesen Eindruck, dazu kommt noch eine deutliche Herbe sowie angenehme Würze und Fruchtigkeit. Die Herbe steigt im Abgang für mein Empfinden sogar noch etwas an, bleibt aber durch seine fruchtige Begleitung stets angenehm harmonisch.

Gaffel am Dom

Bei Gaffel am Dom fiel mir direkt die beeindruckende Zapfanlage an der Theke mit seinen kupfernen, blankpolierten Leitungen auf. Aus ihnen sprudelt das Gaffel Kölsch, mit Zitrus, einer feinen Säure und Getreide als erstem Eindruck, welchen der Geruch vermeldet. Beim Trinken kommen eben diese Getreide- und Fruchtnoten zu Tage, ergänzt durch eine würzige, feine Herbe. Im Nachhall verbleiben fruchtige sowie zitronige Aromen am Gaumen.

Pfaffen Brauerei – das etwas andere kölsch

Ein klasse Kölsch, auch oder vor allem gerade weil es etwas aus der Reihe tanzt ist übrigens das Original Pfaffen Bier der Pfaffen Brauerei. Mit seiner Bernsteinfarbe, dem feinporigen festen Schaum und dem kleinen Obstkorb an Fruchtaromen (Pfirsich, Melone) in der Nase. An seiner Seite florale, leicht würzige Noten und einem malzbetonten Antrunk, fällt es schon auf in der Kölner Brauereilandschaft. Zusätzlich wird dieser Eindruck auf der Zunge noch durch Aromen von Pfirsich, Zitrus und Gras (das auf der Wiese) unterstützt. Für manch einen ist dieses Bier zu malzig für ein Kölsch habe ich gehört, ich fand es gut.

Craftbeer Corner Coeln – beer you, beer me

Kommen wir nun zum Abschluss meines erfahrungsreichen Köln Besuches, der Craftbeer Corner Coeln. Sage und schreibe 15 Zapfhähne warten hier darauf, bezwungen zu werden. Glücklicherweise geht dies bei fast allen auch mit Tastingboards oder zu deutsch, Probierbrettchen. Hier kann man sich seine Biere nach Herzenslust zum verkosten zusammenstellen, was ich auch gerne tat.

Vorstellen möchte ich daraus kurz 3 Biere von Sebastian Sauer, Brauer der Freigeist Bierkultur, welche extra für die Corner gebraut werden. Das Veedels Wiess, eine fruchtig, würzige und im Abgang leicht herbe Kölschvariante. Dazu das Veedels Weizen mit Banane, Zitrus sowie grasigem Duft, Banane, leichter Würzigkeit und einer feinen Säure und fruchtigem Zitrusaroma im Antrunk und im Abgang weiter fein fruchtig bananig.

Das Trio komplett macht das Veedels Maggel, tropische Früchte in der Nase, dazu hopfig und Zitrusaroma. Der Antrunk ist fruchtig, prickelt auf der Zunge und hat neben der alkoholischen Wärme noch feine Zitrusnoten parat, welche auch im Abgang mitschwingen.

Sehr gut fand ich außerdem folgende Biere:

Great Divide Brewing Company – Yeti: kräftiges Stout mit Röstmalz- und Bitterschokolade Aromen

Sibeeria – Ikaros: fruchtiger (Zitrus, Birne, Pfirsich) Weizenbock aus Tschechien

Prairie Artisan Ales – Phantasmagoria: fruchtiges Double IPA mit Zitrus, Pfirsich, Maracuja und Honignoten

Übrigens ist die Craftbeer Corner derzeit auch bestens mit dem ein oder anderen Bier der Orca brau von Felix vom Endt aus Nürnberg versorgt..

Alles in allem eine wirklich schöne Bar mit tollen Bieren und freundlichem Service, auch hier bin ich sicher nicht zum letzten Mal gewesen.

Ich kann Köln abschließend also nur empfehlen, eine sehr offene und schöne Stadt mit herzlichen, aufgeschlossenen Menschen und gutem Bier, was will man mehr?

Meinel-Bräu in Hof zur 1. Flaschengeist Open Bottle, ich bin mopsfidel!

Die Meinel Bräu in Hof hat ein neues, monatlich wiederkehrendes Event, den Flaschengeist. Hier kann man jeweils das Bier des Monats der Brauerei verkosten und bei einer Brauereiführung mehr über die Herstellung erfahren.

Foto der Meinel-Bräu in Hof von Aussen
Meinel-Bräu in Hof
Mopsfidel – Das Bier

Dieses mal, am 18. November 2017 war es das Vier-Korn-Ale Mopsfidel, welches ursprünglich im Jahre 2014 zum 1. Geburtstag der Kneipe Mops von Gostenhof aus Nürnberg gebraut und dort ausgeschenkt wurde.

Das Bier Mopsfidel der Meinel-Bräu aus Hof im Glas
Meinel Bräu Hof – Mopsfidel im Verkostungsglas

Was ist nun also ein Vier-Korn-Ale?

Wie der Name schon sagt, wurde hier mit 4 verschiedenen Körnern, sprich Malzen gebraut:

  • Gerste
  • Weizen
  • Roggen
  • Dinkel

Hinzu kommen die Hopfensorten Spalter und Mosaik, Wasser, Hefe und fertig ist der Genussmoment.

Wie es schmeckt?

Im Glas ist es naturtrüb und bernsteinfarben, der Schaum feinporig und recht stabil. In der Nase Noten von Zitrus, Grapefruit, Maracuja, ja ich meine sogar eine reife Banane wahrzunehmen. Im Antrunk präsentiert sich der Mops malzig und fruchtig, mit Zitrus, Trockenfrüchten, Grapefruit. Hinzu kommt eine leichte, harmonisch zum Gesamtbild passende Herbe, welche auch im Abgang noch gemeinsam mit Zitrus und Grapefruit nach- und langsam verhallt. Ein schönes Bier, nicht nur für den Winter finde ich.

Brauereiführung bei Meinel-Bräu, unterhaltsam und informativ

Dies war aber nur Teil eins meines Besuchs der Brauerei, denn ich wollte auch gerne mehr erfahren, sehen wo der Meinel-Gerstensaft der kreativen Köpfe, Brauerinnen Moni und Gisi Meinel-Hansen entsteht.

Also schloss ich mich der im Anschluss stattfindenden Brauereiführung an, welche uns in die verschiedenen Bereiche der Brauerei führte.

Der äußerst entspannte und bisweilen launige Ausflug durch die Brauerei startete für mich im Sudhaus. Hier erfahren wir, wie das Meinel-Bier gebraut wird. Von der Zugabe des Malzes also dem Maischen, den unterschiedlichen Erhitzungsvorgängen des Sudes, der Trennung von Würze und Malz (Läutern) bis zum Würzekochen mit Hopfengabe und der abschließenden Abkühlung.

Der zurückbleibende Treber wandert natürlich nicht in den Müll, die örtliche Gastronomie und natürlich die Schweinchen in Hof freut das, dient es doch als ‚Futter‘ für Mensch (Treberbrot, Schnitzelpanade) und Tier.

Der Hopfen, bei den Kreativbieren fast schon verschwenderisch hoch dosiert, gelangt in einem großen Magazin in den Braukessel. Der Klügere lädt nach, ist hier doch Platz für fünf verschiedene Hopfen, welche einzeln in den Sud dosiert werden können. Neben den größeren Kesseln befindet sich zudem noch eine kleinere Brauanlage (siehe Foto oben), in welcher neue Rezepturen ausprobiert werden können.

Ein gutes Bier braucht Zeit

War das schon alles? Nein!

Nachfolgend ging es zu den Gär- und Lagertanks der Brauerei. Die Hefe für die Gärung wird hier nicht nur einmal, sondern mehrmals genutzt. Auch der Lagerung gönnt man hier mehr Zeit als anderswo, es werden auch keine Kunststoff Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) Kügelchen zugesetzt und später mit Toleranz wieder herausfiltriert um die Haltbarkeit zu steigern, ein Glück!

Filtriert wird das Bier trotzdem, hier durch Kieselgur also Urgestein, welches die restliche Hefe aus dem fertigen Erzeugnis filtert, damit in der Flasche keine ungewollte Nachgärung und einhergehende Geschmacksveränderung auftritt. Den unfiltrierten Zwickl gibt es bei Meinel nur vom Fass. Die Haltbarkeit der Meinel-Biere ist dennoch kürzer als bei bekannten Fernsehbieren, es wird eben nicht künstlich eingegriffen um diese zu verlängern, was ich sehr sehr positiv finde.

Eine insgesamt wirklich gelungene Veranstaltung ging dann in der Flaschenabfüllung zu Ende, abschließend gab es Weißwürste zur Verpflegung, es soll mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch gewesen sein. Prost!

Mehr über die Meinel-Bräu unter: http://www.meinel-braeu.de/

Consumenta – Regionale Brauereien präsentieren sich

Meine Vorfreude war groß, las ich doch bereits im Vorfeld vom für „Süddeutschlands größte und erfolgreichste Einkaufsmesse“ meiner Meinung nach sehr üppigen Portfolio fränkischer Handwerksbrauereien, welche sich hier bei der Consumenta in Nürnberg präsentieren durften. Also rasch ein Ticket gekauft und eingetaucht ins Bierland Franken…

Original regional, nikl bräu
Stand der Nikl-Bräu Pretzfeld bei der Consumenta

Los ging es für mich im Bereich Original Regional mit der Nikl Bräu aus Pretzfeld, wo ich als erstes das Dorfbier, ein sehr interessantes Festbier, verkosten durfte. Bernsteinfarben liegt es im Glas mit feinporigem Schaum. In der Nase zeigt es sich fruchtig, eine feine Säure schwingt mit, dazu eine sanfte Rauchnote. Da wird man sofort neugierig auf den ersten Schluck! Dieser präsentiert sich mit ausgewogenem Raucharoma, malzig, mit feiner fruchtiger Säure und einer angenehmen Bittere. Im Abgang bleibt ein dezent rauchig, fruchtig-herber Nachhall. Ein Rauchbier ganz nach meinem Geschmack.

Nikl-Bräu – Dorfbier

Weil ich mich unter fachkundiger Bewirtung so wohl fühlte, blieb ich noch ein wenig und wurde nicht enttäuscht. Denn als nächstes folgte ein richtig edler Tropfen: Old Django, aus der Nikl Selection, gereift in Williamsbirne Fässern und mit fränkischem Williams-Edelbrand vergoren. Fruchtig und fein säuerlich in der Nase nach Zitrusfrucht waren meine ersten Eindrücke dieses Bocks, natürlich Birne und dazu eine feine Vanillenote. Im Antrunk wurden meine Eindrücke durch angenehme Säure, Zitrus, leichte Williamsnoten und im Abgang harmonischer Melange aus Frucht und ihrer Säure bestätigt. Toll, dieses Bier verkosten zu dürfen.

Nikl Bräu – Old Django Bockbier

Da passte auch wunderbar Djangos Bierbrand, ein destilliertes Produkt aus eben diesem Old Django Bockbier dazu, in Eichenfässern ausgebaut und von Johannes Haas (Edelbrennerei Haas, Pretzfeld) gebrannt.

Den Abschluss bei Nikl machte bei mir das Nikl-Festbier, laut Ankündigung eine echte „Rauchbombe“. In der Nase bestätigte sich dies auch, zusammen mit Cognac-Aromen ein sehr schönes Zusammenspiel. Im Mund hielt sich der Rauch bei mir eher bedeckt, Cognac, Fruchtigkeit, Trockenfrüchte harmonisierten sich schön mit ihm und auch im Abgang blieb für mich eine Mischung aus Frucht und eben Cognac.

Weiherer Bier, immer einen Besuch wert
Bier Sortiment der Brauerei Kundmüller aus Viereth-Trunstadt
Bier Sortiment der Brauerei Kundmüller aus Viereth-Trunstadt

Nach zwischenzeitlicher Stärkung abseits des flüssigen Brotes beim Heimatfoodtruck Goud mit dem Schäufele-Weggla begab ich mich zur Brauerei Gasthof Kundmüller, bekannt durch seine Weiherer Biere. Das erste probierte Bier, Bio-Zwickerla Dunkel genannt, ist ein bernsteinfarbenes, mit feinporigem Schaum bedecktes Kellerbier. Malzige sowie würzige Aromen kann ich wahrnehmen, im Mund ist das ausschließlich mit Rohstoffen aus biologischem Anbau gebraute Bier schön würzig, malzig, feinherb und etwas süßlich. Das gefällt mir.

Das Weiherer Schwärzla, mein folgendes Bier der Brauerei Kundmüller, ist die fränkische Interpretation eines Stouts, so wurde es mir beschrieben. Und tatsächlich, in der Nase tummeln sich Eindrücke von Bitterschokolade, Röstmalz und Kaffee, die Farbe ist stout-typisch schwarz wie die Nacht dunkel und der Schaum legt sich feinporig und cremefarben darüber. Im Mund enttäuscht das Schwärzla keineswegs, nach so imposantem erstem Eindruck, sondern ist intensiv röstaromatisch mit kräftigen Aromen von dunkler Schokolade, Kaffee und Toffee. Im Nachhall verbleibt herbe Würzigkeit.

hoch leben die Versuchs-Brettchen
Foto des Tastingboards der Braumanufaktur Hertl
Braumanufaktur Hertl – Tasting Board / Versuchsbrettchen

Bei der nächsten Brauerei, die Braumanufaktur Hertl, probierte ich mich durch ein Tastingboard 4 verschiedener Biere.

  • Whiskey-Doppelbock (Nase: Whiskey, fruchtig, Zitrusfrucht, Cognac. Antrunk: Cognac- und Whiskey harmonisch vereint, dazu fruchtig)
  • Rote Hochzeit (fruchtig, feinsauer, mit Hibiskus gebraut)
  • Sommerkick (Zitrus, Ingwernoten, spritzig)
  • Gurkengose (salzig, nach Gurke, leichte Säure)
    Neues aus Uehlfeld, die Brauerei Zwanzger gibt mir eine exklusive Vorschau

    Foto von Brauer Christian Zwanzger und mir bei der Consumenta Nürnberg
    Christian Zwanzger und ich bei der Consumenta Nürnberg

Nach erneuter Stärkung ging es auf zum Zwanzger für mich, genauer gesagt zum Stand der Brauerei & Gasthof Zwanzger von und mit Brauer Christian Zwanzger. Für die Messe hatte Christian hauptsächlich seine Klassiker Landbier, Weizen, Pils, Festbier und Dunkel mit dabei, ich entschied mich jedoch für den für mich noch neuen Büchsenöffner, ein mit Honig gebrautes goldgelbes naturtrübes Bier.

Foto des Bieres Büchsenöffner der Brauerei Zwanzger aus Uehlfeld bei der Consumenta in Nürnberg
Brauerei Zwanzger Uehlfeld – Büchsenöffner

In der Nase nahm ich eine fruchtige Honigsüße wahr, dazu malzige und herbe Noten sowie Zitrusfrucht. Der Antrunk war dann mit intensiven Honignoten, einer daraus resultierenden Süße, Fruchtigkeit und leichter Herbe ein für mich gelungenes Zusammenspiel verschiedener Eindrücke.

Noch in einer Standard Bierflasche abgefüllt und als exklusive Preview bekam ich dann sogar noch ein neues Spezialbier von Christian eingeschenkt.

Foto des neuen Bieres Lady in Red der Brauerei Gasthof Zwanzger aus Uehlfeld
Brauerei Gasthof Zwanzger – Lady in Red

Lady in Red, die Farbe schon einmal beeindruckend, ein kräftiges Rot mit rosafarbenem, feinporigen Schaum und in der Nase Aromen von Brombeeren, Johannisbeeren und Himbeeren. Im Antrunk dann ist das Bier fruchtig, fein säuerlich, ein bunter Obstkorb bestehend aus Johannisbeere, Himbeere und Stachelbeere. Auch im Abgang bleibt eine fruchtige feine Säure. Klasse und herzlichen Dank für die Probe, Christian!

Diese Bierkreation soll es übrigens unter anderem bei der 3. Mainzer CraftBeerMesse kommendes Wochenende (Freitag und Samstag) zu probieren geben.

Hechtbräu und Kathi-Bräu, Franken pur

Den Abschluss bildeten zwei fränkische Klassiker für mich, bei Bernhard Hecht am Stand seiner Brauerei Hechtbräu aus Zimmern probierte ich sein Landbier Hell, golden im Glas, die Schaumkrone feinporig weiß und in der Nase Getreide, grasige und fruchtige Noten. Der erste Schluck beweist den Eindruck von Getreide, zusammen mit einer schönen Hefearomatik und einer stimmigen Würzigkeit.

Das Dunkle der Kathi-Bräu mit seiner fast nachtschwarzen Farbe im Glas, dem cremefarbenen stabilen Schaum und Kaffee, Trockenfrüchten und Malz in der Nase begleitete mich mit seinem malzbetonten Antrunk und seiner fruchtig, leicht würzig-erfrischenden Aromatik in die ebenso dunkle Nacht über Nürnberg. Bis nächstes Jahr bei der Consumenta, zum Wohl!

Foto des Dunklen Bieres der Kathi-Bräu bei der Consumenta Nürnberg
Kathi-Bräu – Dunkel

 

Weitere Infos unter: http://www.consumenta.de/

Mehr zu neuen Bieren aus Nürnberg erfahrt Ihr hier: http://domis-reviews.de/brauerstammtisch-bei-mrkennedy

Brauerstammtisch bei Mr Kennedy oder auch: Neues aus Nürnberg

Am Dienstag war es soweit, Luke Kennedy hatte die Nürnberger Brauerszene versammelt um gemeinsam dem Gerstensaft zu huldigen, neue Bierkreationen vorzustellen und gemeinsam bei einem Bier (oder zwei) beim Brauerstammtisch in seinem Lokal Mr Kennedy zu fachsimpeln.

Gekommen ist nicht weniger als das who-is-who der Nürnberger Kreativ-Brauszene, Karsten Buroh von der Eppelein & Friends Craft Bier Manufaktur, Ralph Hertrich von Veto – Brauspezialitäten, Alejandro Gardelag von RavenKraft, Willi Wohlfahrt von der bierwerk – kreativbrauerei und nicht zu vergessen Felix vom Endt von Orca brau.

Mitgebracht wurden viele interessante Gesprächsthemen der Craftbeerszene, unterschiedlichste Spezialitätenbiere aus dem In- und Ausland für den reich gefüllten Bierkühlschrank zur allgemeinen Verkostung sowie viel gute Laune.

bierwerk kreativbrauerei – Kellerbier, neues vom Bierwerk!
bierwerk kreativbrauerei - Kellerbier Foto aus dem Mr Kennedy Nürnberg
bierwerk kreativbrauerei – Kellerbier

Willi Wohlfahrt brachte beispielsweise ein Fass des neuen bierwerk – kreativbrauerei Kellerbieres mit, die Farbe goldgelb, der Schaum weiß, feinporig und stabil. In der Nase leicht rauchig, malzig und sogar etwas fruchtig. Im Antrunk beweist sich der Eindruck aus der Nase, der Hauch von Rauch schwingt harmonisch und unaufdringlich mit, es breitet sich eine leichte Herbe gemeinsam mit fruchtigen Noten, einer feinen Säure und einer angenehmen Würzigkeit aus. Im Abgang bleibt es rauchig feinherb und ist für mich ein sehr süffiger, zu empfehlender Vertreter unter den Kellerbieren.

Orca brau goes Pumpkin: big mama

Von Orca brau gab es das neu gebraute Big Mama, ein Pumpkin Ale gebraut mit mit geröstetem Kürbis, Zimt, Ingwer, Muskat und Nelke. Die fruchtige Noten überwiegen hier für mich, in der Nase nehme ich den Kürbis deutlich wahr, Nelke und Muskat schwingen mit und unterstützen den aromatischen Gesamteindruck. Im Antrunk dann wieder Kürbis, Malz, Nelke, schön ausgewogen und angenehm fruchtig präsentiert sich dieses Bier, Pardon, alkoholhaltige Malzgetränk, der Ingwer hält sich im Hintergrund.

Eppelein & Friends – Carte BLANCHE WIT? da trink ich gern eins mit!

Karsten Buroh brachte mit dem Carte Blanche sein Witbier mit in die Bar. Aromen von Zitrusfrucht (Orange, leicht Zitrone) und Koriander breiten sich in der Nase aus. Im Antrunk vermag das ‚Bier‘ diese Eindrucke zu bestätigen, Orange und Koriander dominieren den Eindruck, eine leicht würzige Herbe rundet es hervorragend ab. Im Abgang verbleibt eine harmonische Mischung aus Herbe und Fruchtigkeit. Vom fruchtigen Kürbisbier Scary Pumpkin mit aromatischer Kürbisnote in Nase und Antrunk, welche nicht zu dominant aber doch merklich vorhanden ist, konnte ich ebenfalls etwas probieren. Weiterhin hat es zitrusfruchtige sowie florale Noten und ist beim Trinken doch so gar nicht zum Fürchten, ein Glück!

Der gastgeber tischt auf, hop pop, die neue hopfenbombe aus nürnberg
New Beer Generation - Hop Pop Craftbeer
New Beer Generation – Hop Pop

Von New Beer Generation gab es, als Gastgeber der Veranstaltung, selbstverständlich auch ein Bier. Hop Pop heisst die Kreation, fast nagelneu und doch für mich schon ein Highlight der hopfigen Natur. In der Nase bietet es eine Variation unterschiedlichster Früchte, vor allem exotischer Art. So nehme ich hier unter anderem Mango, Zitrusfrucht (Limette und Orange), aber auch erdige, florale sowie erfrischende (minzige?) Aromen wahr. Im Antrunk wieder Zitrusfrucht, Mango, Maracuja, Grapefruit, fruchtige Süße und eine nicht überschwängliche Hopfenbittere. Der tropische Obstkorb unter den Craftbieren aus Nürnberg.

Veto, Kampf gegen die Massenbierhaltung, es gibt Schokobär

Hmmm, hab ich noch jemanden vergessen? Achja, Ralph Hertrich und mit ihm sein, beim Meininger Craftbeer Award Platin prämiertes, Schokobär Stout waren auch mit von der Partie beim Brauerstammtisch. Schwarz im Glas und mit braunem, äußerst bärigem Schaum, in der Nase röstige Aromen von Bitterschokolade, Kaffee und Espresso. Im Antrunk dann eine cremige, Kaffee- und Bitterschokolade Komposition die sich wie ein Schleier über die Zunge legt. Wenn Zeit für den Abgang zwischen den Schlucken bleibt so erschmeckt man hier wieder Röstaromen, Kaffee sowie eine nicht zu dominante Bittere.

Der bierkühlschrank beim Brauerstammtisch war gut gefüllt
Auswahl der Biere von Alejandro Gardelag aus Mexico
Auswahl der Biere von Alejandro Gardelag

Weitere Highlights waren zweifelsohne die von Alejandro Gardelag aus seiner Heimat Mexico mitgebrachten Biere, unter anderem das Minerva ITA (Imperial Tequila Ale) der Cerveceria Minerva, ein mit Aromen von Tequila, Eichenholz, Hopfen und Vanille daherkommendes Strong Ale.

Der Abend verblieb kurzweilig, mit interessanten Gesprächen über Bewertungsportale bis zur Fasslagerung von Bier, neuen Kreationen und (nach Reinheitsgebot verbotenen) Zutaten, Veröffentlichungen von Rankinglisten deutscher Brauer und Bierlokale sowie einigen sehr guten, von Teilnehmern der Veranstaltung bereitgestellten, Bieren. Ich werde bestimmt wieder zum Brauerstammtisch kommen. Cheers!

Mehr unter: http://www.newbeergeneration.de/

Weitere regionale Brauereien, bei der Consumenta in Nürnberg: http://domis-reviews.de/consumenta2017