Rückblick Biersommelier JHV in Lingen – ein perfekter Gastgeber

Rückblick Biersommelier JHV in Lingen – ein perfekter Gastgeber

Lingen, Lingen… Lingen? Wo liegt eigentlich Lingen? Das habe ich mich dieses Jahr schon einmal gefragt, als ich nämlich zum ersten Mal bei der jährlich stattfindenden Lingener Bierkultur teilnehmen wollte und gerade das Netz nach geeigneten Verkehrsmitteln durchsuchte.

Seit diesem Besuch, soviel sei gesagt, ist Lingen für mich kein Fremdwort mehr, sondern richtet, in Person von Markus Quadt und vielen fleissigen Helfern mit das beste Bierfest dieses Landes aus. Somit bestand für mich auch keine Diskussion die Jahreshauptversammlung, dieses Jahr zum ersten Mal in Lingen veranstaltet, zu besuchen.

Tag 1: Weiterbildung
Weiterbildung an Tag 1 in Lingen
Weiterbildung an Tag 1 in Lingen

Ich sollte nicht enttäuscht werden… außer natürlich von der Bahn … aber das nur am Rande. Die Veranstaltung begann für mich, leicht verspätet, am Freitagmorgen mit einer interessanten Präsentation zum Thema Hopfen von der Barth-Haas Hops Academy durch Roland Novy. Referiert wurde über die Aromenvielfalt und Kategorisierungsmöglichkeiten des Hopfens. Hier wurden zudem Hopfenproben unter den Sommeliers und Gästen verteilt und um deren Einschätzung zum Aromenprofil gebeten. Eine spannende Angelegenheit.

Weiter ging es, mit der Mälzerei Weyermann, zum Thema Malz und dessen Geschmacksprofil im Bier, vorgetragen durch Karl-Ludwig Rieck. Hier war es uns in der Pause möglich, einzelne Malze zu verkosten. Der dritte Rohstoff, welcher uns durch Thomas Huber näher gebracht wurde, war die Hefe. Spannend zu sehen, welche Geschmäcker sie im Bier erzeugen kann, dies geht sogar bis hin zu schokoladigen Aromen.

Das letzte Thema, vielleicht etwas undankbar so knapp vor dem leckeren Mittagstisch, war das Wasser. Nicola Buchner führte jedoch sehr locker und entspannt durch den Vortrag, sodass auch jeder noch genug Aufnahmebereitschaft für dieses Thema aufbrachte. Wasser kann also wirklich mehr, bis hin zum Geschmack im Bier beeinflusst es außerdem das Wachstum der Hefe und hilft den Enzymen bei ihrer Arbeit. Ich fühlte mich nach dem Vormittag also bereits bestens informiert.

Nach dem guten Mittagessen gab es zum Thema „Bier und Frauen in Deutschland“ noch eine Präsentation von Irina Zimmermann, einer der ersten Absolventinnen des Institute of Masters of Beer, mit anschließender reger Diskussionsrunde.

Der Gastgeber erzählt und läutet einen launigen Abend ein

Ganz ohne Powerpoint betrat Markus Quadt im Anschluss die Bühne, erzählte in gewohnt sympathischer Art und Weise vom Aufbau seiner Gastronomien in Lingen, von deren Finanzierung bis hin zur weiteren, teilweise ungeplanten, Erweiterung ihrer Anzahl. Außerdem kündigte er einen Besuch seines neuesten Restaurants, dem „Sieben“, am folgenden Tage an.

Der Abend schloss sich, nach überstandener Schifffahrt mit Bierbegleitung zum Schepergerdes Hotel am Wasserfall, mit einem entspannten Miteinander und einem feinen Buffet. Hier konnte man gut ins Gespräch kommen und Erfahrungen austauschen.

Tag 2: Jahreshauptversammlung und Galaabend

Der Samstag stand zunächst im Zeichen der Jahreshauptversammlung. Neben der Vorstellung der neuen Geschäftsführerin Nicola Buchner sowie Berichten über das Wachstum der Anzahl von Biersommeliers weltweit waren auch kommende Versammlungstermine in der Schweiz und in Österreich wichtige Themen. So gibt es vom 25. – 27.4.2019 das „Fühjahrstreffen der Diplom Biersommeliers in Bern“ und im Oktober 2019 die Jahreshauptversammlung in Salzburg. Man darf gespannt sein.

Stadtführung durch Lingen
Gespannt auf die Filmvorführung
Gespannt auf die Filmvorführung

Nach einem kleinen Mittagessen ging es, individuell in kleinen Gruppen, auf geführte Erkundungstour durch Lingen. Die Einteilung erfolgte im Kino der Stadt durch einen unterhaltsamen Kurzfilm mit Markus als Hauptdarsteller. Ich durfte mir als erstes den schicken Campus der Hochschule Osnabrück in Lingen ansehen.

Dort gab es ein spannendes Bier vs. Wein Tasting. Gereicht wurde Roastbeef mit gut gewürzter, eingelegter Paprika und Rucola Topping, ein Genuss! Jeder für sich konnte nun also bewerten, ob für ihn selbst der Rotwein oder das Rotbier zu den Speisen das beste Pairing ergab. Für mich war der klare Gewinner das Roter Kinker Rotbier von der Buddelship Brauerei, welches am besten mit dem Fleisch harmonierte. Der Rotwein machte bei der Paprika eine leicht bessere Figur.

Weiter ging es zum Kivelingshaus, einem der ältesten Gebäude in Lingen. Nach einem Stadtbrand im Jahre 1548 wurde es 1583 wieder aufgebaut und 1981 nochmals renoviert. Es gehört dem Kivelingsverein der Stadt Lingen und dient Versammlungen und ist ein kleiner Star bei Stadtführungen.

Vor dem Kivelingshaus
Vor dem Kivelingshaus
Das Restaurant „Sieben“ und die Gala am Abend – einfach gut!
Markus Quadt in seinem neuesten Schätzchen "Sieben"
Markus Quadt in seinem neuesten Schätzchen „Sieben“ noch vor Eröffnung

Abschließend gab es noch das versprochene Stelldichein im neuen, erst am Dienstag darauf öffnenden, Restaurant „Sieben“. Das Konzept, nur sieben Hauptgerichte, vier Vorspeisen und drei Nachspeisen anzubieten, bis diese von den hoffentlich zufriedenen Kunden weggeputzt werden, finde ich interessant. Da würde ich auch mal gerne essen gehen!

Den Abschluss des Abends bot ein Galaabend in der Jahreshauptversammlungs-Location Wilhelmshöhe. Mit allerhand feinen Craftbieren von Axel Kiesbye, Kehrwieder Kreativbrauerei, der Brauerei Pott’s,  der Privatbrauerei Ernst Barre, der Brauerei Strate und einigen Gastbieren von anwesenden Biersommeliers, war die Basis gute Konversationen und ein gemütliches Beisammensein geschaffen. Abgerundet durch ein tolles Menü waren meinerseits keine Wünsche mehr offen.

 

Mein Fazit:

Lingen rockt! Markus und sein Team haben die Veranstaltung perfekt ausgerichtet und für mich ist auch die Lingener Bierkultur jedes Jahr ein fester Bestandteil meines Kalenders.  Herzlichen Dank auch für die tollen Gespräche mit Kollegen und Freunden, das hat Spaß gemacht!

 

Merci Markus, bis nächstes Jahr zur LBK!

 

Weitere Infos zum Thema Biersommeliers gibt es hier.

Das Restaurant Sieben ist hier zu finden.

 

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App-Vorstellung: Kalea Beer Tasting App – die deutschsprachige App zur Bierbewertung

Post von Kalea Beer Tasting – eine hopfige Überraschung!

Vor gar nicht allzu langer Zeit erreichte mich ein Päckchen von Kalea. Ich hatte gar nichts bestellt, also war ich umso neugieriger was sich wohl darin verbergen würde… und ich wurde nicht enttäuscht!

Kalea Beer Tasting Club - ProBier-Paket
Kalea Beer Tasting Club – ProBier-Paket

Im Päckchen befanden sich 10 feine Bierspezialitäten aus dem In- und Ausland, 2 Kalea Beer Tasting Gläser und ein Hinweis auf die hauseigene App, welche ich Euch nun gerne vorstellen möchte.

Warum und wie? Die App im Test:

Bierbewertungs-Apps oder Portale gibt es ja einige, Untappd, Ratebeer und Co. sind jedoch allesamt englischsprachig und somit sucht das Biertrinker-Herz doch  nach etwas ‚regionalem‘. Hier kann die Kalea Beer Tasting App Abhilfe schaffen. Doch wie benutzt man sie?

Kalea Beer Tasting – App: Schritt für Schritt erklärt
  1. Account erstellen: Benötigt wird die E-Mail Adresse, Name und ein Passwort
Kalea Beer Tasting App - Startbildschirm
Kalea Beer Tasting App – Startbildschirm
  1. Bier scannen: In der Fußzeile der App mittig befindet sich ein Scan-Button, hier gelangt man zum Beerscan, auf Start klicken und schon geht’s los!
Bereit für den Beerscan?
Bereit für den Beerscan?
  1. Bier fotografieren: Es öffnet sich ein Kamera-Fenster, nun das Etikett in Position vor die Handykamera bringen, abdrücken, fertig! Das Bier wird in der Datenbank von Kalea gesucht und, insofern es dort vorhanden ist, direkt angezeigt.
Einfach Flaschenetikett in die Kamera halten, Foto machen, den Rest macht die Beer Tasting App von Kalea von selbst!
Einfach Flaschenetikett in die Kamera halten, Foto machen, den Rest macht die Beer Tasting App von Kalea von selbst!
Genuss ist wichtig!
  1. Bier genießen: Geachtet werden sollte natürlich auf die richtige Trinktemperatur, ein entsprechendes Glas (gibt es auch bei Kalea) und eine entspannte Stimmung. Bier sollte genossen und nicht bloß die Kehle hinuntergekippt werden. So macht es auch am meisten Spaß!
Wie hat es geschmeckt?
  1. Bier bewerten: Es stehen zwei Optionen zur Verfügung, bewerten und rezensieren. Beim Bewerten kann der Nutzer anhand von Sternen eine Gesamtbewertung abgeben, welche sich aus den Einzelwertungen für
  • Etikett
  • Farbe/Schaum
  • Geruch
  • Geschmack

zusammensetzt. Für ‚Faule‘ gibt es natürlich auch die Option, einfach direkt eine Gesamtwertung anzugeben.

Einfach Flaschenetikett in die Kamera halten, Foto machen, den Rest macht die Beer Tasting App von Kalea von selbst!
Einfach Flaschenetikett in die Kamera halten, Foto machen, den Rest macht die Beer Tasting App von Kalea von selbst!
  1. Bier rezensieren: Für Bier-Enthusiasten besteht außerdem die Möglichkeit, Bieren eine detaillierte Rezension, also Bewertung hinzuzufügen. Dies kann sowohl aus eigenem Interesse, aber auch als Information für andere interessierte Menschen, welche gerade vor einer schweren Entscheidung vor dem Bierregal des lokalen Getränkemarktes stehen, geschehen.
Mein Fazit zur Beer Tasting App von Kalea

Natürlich hat man bereits ab Erstellung eines eigenen Accounts die Möglichkeit, auf Rezensionen und Bewertungen anderer Nutzer zuzugreifen. Der Informationsgehalt ist, dank tausender Nutzer und Bewertungen auch als Quelle für die Auswahl des nächsten Feierabendbieres sehr gut zu benutzen.

Alles in allem kann ich die Kalea Beer Tasting App nur empfehlen und den Machern viel Erfolg wünschen, ich nutze diese sehr gerne.

und es geht weiter... Cheers!
und es geht weiter… Cheers!

 

Cheers!

 

Mehr Infos zu Kalea und dem BeerTasting.Club, mit angeschlossenem Biershop bekommt Ihr hier.

 

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Gemeinnützige Projekte durch Bier trinken unterstützen? Das ist Quartiermeister!

Quartiermeister – noch nichts davon gehört? Was sind denn deren Ziele?

Quartiermeister besteht aus einem Verein und einem Unternehmen, deren Ziel es ist, mit den Gewinnen aus seinem Bierverkauf, Projekte zu unterstützen. Im Einzelnen kann man diese Intentionen an den folgenden sechs Grundwerten festmachen:

Social Profit – Gewinne direkt in lokale Projekte und Initiativen fließen lassen

Unabhängig –  von Investoren um selbst frei entscheiden zu können

Transparent – Einnahmen und Ausgaben werden öffentlich bekannt gemacht

Regional – Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten

Partizipativ – Jeder kann mit entscheiden, welche Projekte unterstützt werden

Politisch – Mit bewusstem Konsum die Welt von morgen selbst mitgestalten

 

„Regional trinken. Lokal Helfen“

Quartiermeister-Biere sind nur regional erhältlich. Das liegt ganz einfach daran, dass die kurzen Wege von Erzeuger zum Genießer kurz gehalten werden sollen. Gebraut wird derzeit in zwei Brauereien zusammen, die eine sitzt in der Oberlausitz (Stadtbrauerei Wittichenau), die andere in der Region München (Brauerei Gut Forsting). In der östlichen Region erhältlich sind 2 Pils- und eine Rotbiersorte, im Süden werden zwei Helle gebraut. Klingt gut oder?

Für die Projekte kann übrigens online abgestimmt werden, na wenn das nicht vorbildlich ist?!

Quartiermeister sucht den (Super-) Brauer

Übrigens werden derzeit in West- und Norddeutschland unabhängige (nicht zu kleine) Brauereien, welche nach Quartiermeister-Rezepten brauen möchten, gesucht.

Nun aber genug geredet, es folgen die Sinneseindrücke meiner Verkostung, der mir zugesandten Biere:

Bierverkostung
Quartiermeister - Bier für den Kiez - Sortiment
Quartiermeister – Bier für den Kiez – Sortiment
Bio Helles

Name:  Quartiermeister – Bio-Helles (Privat-Brauerei Gut Forsting)

Bierstil:  Lagerbier

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol:   5,2 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Strohgelb im Glas steht das Bier vor mir, der Schaum feinporig und stabil.

Geruch:

Fruchtig nach Zitrus, dazu eine feine Getreide- sowie grasige Note.

Antrunk:

Deutliche Zitrusaromatik im Antrunk, dazu ein erfrischendes Prickeln auf der Zunge. Würzig, etwas Getreide, grasige Eindrücke und eine feine Herbe.

Nachtrunk:

Wie der Antrunk verhallt das Bier mit seinen Zitrusnoten, den grasigen und getreidigen Aromen und leichter Bittere langsam am Gaumen.

 

Pils

Name:  Quartiermeister*in – Pils (Stadtbrauerei Wittichenau)

Bierstil: Pilsner

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol:   5,0 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Strohgelb im Glas, der Schaum feinporig, weiß und mittelfest steht das Bier vor mir.

Geruch:

In der Nase wirds fruchtig. Zitrusnoten steigen auf, dazu würzige, getreidige sowie leicht grasige Aromen.

Antrunk:

Erfrischend prickelnd auf der Zunge wirkt das Pils. Mit Zitrusnoten, einer harmonischen Kombination aus Getreide- und mild würzigen Noten. Die Bittere bleibt dezent im Hintergrund, steigt aber im Verlauf des Trunks leicht an.

Nachtrunk:

Zitrusnoten, eine feine Getreidearomatik und eine feine Herbe begleiten den Abgang.

 

Bio-Rotbier

Name:  Quartiermeister*in – Bio-Rotbier (Stadtbrauerei Wittichenau)

Bierstil: Rotbier

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol:  5,2 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Kupferfarben mit rötlichem Einstich im Glas, der Schaum ist feinporig, stabil und weiß.

Geruch:

Die Nase vermeldet fruchtige Aromen von Trockenfrucht und etwas Zitrus. Dazu kommen würzig-malzige Eindrücke.

Antrunk:

Würzig erfrischend im Antrunk mit angenehmem Prickeln im Mund und auf der Zunge. Fruchtige Noten nach roter Beerenfrucht sowie malzige Eindrücke und eine feine Bittere ergänzen sich sehr gut und werden durch eine angenehm erdige Note unterstützt.

Nachtrunk:

Der Abgang des Rotbieres gestaltet sich wiederum ebenso fruchtig-malzbetont, prickelnd, mit harmonisierenden sowohl würzigen als auch leicht herben Anklängen.

 

Bio-Pils

Name:  Quartiermeister*in – Bio-Pils (Stadtbrauerei Wittichenau)

Bierstil:  Pilsner

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe

Alkohol: 5,0 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Goldgelb im Glas mit feinporigem und stabilem Schaum präsentiert sich das Bio-Pils für mich.

Geruch:

Geruchlich überwiegt ein fruchtiges Aromenspiel aus Zitrusfrucht und Grapefruit, ergänzt durch grasigen Duft.

Antrunk:

Die Zitrusnote setzt sich auch beim angenehm prickelnden Antrunk fort, welcher erfrischend die Kehle hinunter rinnt. Es kommt zu einem Zusammenspiel aus eben diesem Zitrusfruchtaroma und einer feinen Würzigkeit, moderater Bittere, sowie grasigen Tönen.

Nachtrunk:

Der Abgang ist ebenfalls eine Kombination aus grasig-würzigen, herb-fruchtigen Aromen und wirkt angenehm stimmig auf mich.

 

Mein Fazit

Regionale Projekte unterstützen und das mit einem guten Bier? Das lohnt sich für beide, den Biertrinker und die Menschen, in deren Projekte das Geld fliesst. Cheers!

 

Mehr über Quartiermeister und wo ihr das Bier bekommt, könnt ihr hier erfahren.

 

Ebenfalls Gutes tut die JOSEFS-Brauerei, meinen Artikel hierzu könnt ihr hier finden.

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Biervorstellung: Himburgs Braukunstkeller & Schneeeule Berlin – Brettamarsi

Brettamarsi, was genau verbirgt sich hinter diesem Bier?

Wenn Alexander Himburg und Ulrike Genz sich zusammentun, nun was mag da wohl entstehen? Alex Himburg, seit Jahren feste Größe der Craftbeer-Community, immer auf der Suche nach der perfekten Symbiose aus Tradition und Moderne, Brauer hopfenbetonter Bierstile. Ulrike Genz, eine Art Pionierin der neu entfachten Sauerbierbewegung, welche mit ihren Bieren auch mich davon begeistern konnte.

Ich sags euch… ein Hybrid aus beidem! In der Fachsprache ausgedrückt ein Cuvee also ein Verschnitt, aus dem Double IPA Amarsi von Alexander Himburg  und der Berliner Weiße Yasmin aus der Schneeeule Bierriege, das Brettamarsi!

Himburgs Braukunstkeller & Schneeeule Berlin - Brettamarsi
Himburgs Braukunstkeller & Schneeeule Berlin – Brettamarsi
Besonderheiten und Biervorstellung

Besonderheiten des Bieres sind außerdem, die 6-monatige Reifung auf Eichenholz und die allgemein sehr lange Lagerungsfähigkeit des Bieres (MHD 29.10.2029!). Nun bin ich in der glücklichen Lage, Euch dieses seltene Bier vorstellen zu können:

Name: Brettamarsi

Bierstil: Obergäriges Starkbier mit Jasminblüten (Cuvee aus Double IPA und Berliner Weisse)

Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen (Amarillo, Simcoe) , Yasminblüten, Glukose, Hefe (Saccaromyces, Brettanomyces, Lactobacillus)

Alkohol: 6,3 % Vol.

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Strahlend golden im Glas mit natürlicher Trübung, der Schaum des Bieres ist feinporig, instabil und legt sich wie ein dünner Schleier auf die Oberfläche.

Geruch:

Die Nase vermeldet eine fruchtig-säuerliche Note. Hinzu gesellen sich Zitrus, Pfirsich, grüner Apfel, ein Hauch von Yasmin sowie florale Eindrücke. Die Berliner Weisse typische Aromatik mit dem Kick mehr an Fruchtigkeit, aus dem Double IPA herrührend.

Antrunk:

Der erste Eindruck bestätigt die feine Säure des Geruchs. Das Bier wirkt erfrischend, fein prickelnd auf der Zunge mit einem kleinen Obstkorb an fruchtigen Noten von Zitrus, Pfirsich und Grapefruit. Ergänzend nehme ich florale Aromen sowie eine feine Holzfassnote wahr. Die Säure und Fruchtigkeit der jeweiligen Bierstile bilden ein Duett und geben ein harmonisches Bild am Gaumen ab.

Nachtrunk: Im Nachhall verbleibt eine sanfte fruchtige Säure mit leicht herben Nuancen, welche das Bier im Finish ansprechend abrunden.

Fazit:

Kein Bier für jeden Tag aber ein wohltuend erfrischend, fruchtig-saurer Farbtupfen in Deutschlands Craftbeer-Welt, der zu besonderen Anlässen ein hervorragendes Bild abgibt. Chapeau und Cheers!

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Honig Bräu Nürnberg – ein Mann, ein Bier, das passt!

Honig Bräu, mit Herz dabei

‚Honig Bräu, ist da Honig drin?‘, so ungefähr muss wohl die erste Frage fast jedes Menschen lauten, wenn er das Etikett der 0,33 Liter Flasche des Pale Ales, derzeit mit Ausnahme verschiedener kleinerer Sude für unterschiedliche Festivitäten die einzige Sorte Bier von Honig Bräu, betrachtet. Ist aber keiner drin, denn Honig so heisst der Brauer des Bieres, Christian Honig um genau zu sein.

Christian Honig und seine Braukessel
Christian Honig und seine Braukessel bei Honig Bräu

Entwickelt hat sich seine Leidenschaft für Bier, wie bei vielen kreativen Brauern, durch das sogenannte Homebrewing, d.h. Zuhause für und mit Freunden kleine Mengen verschiedener Bierstile im kleinen Rahmen zu brauen. Seine Liebe zum Heimbrauen hat er auch heute nicht verloren, veranstaltet im Z-Bau beispielsweise Homebrewing Events. Die neueste Veranstaltung, in welcher er gemeinsam mit anderen Interessierten Gerätschaften zum Brauen herstellt und diese mit einem Raspberry Pi zur teilweisen Automatisierung verbindet, steht für die kommenden Tage schon in den Startlöchern.

Seine Brauerei ist im Z-Bau untergebracht, gelegen im Süden Nürnbergs. Hier braut er unter der Woche des Öfteren alleine, am Wochenende auch mal mit den Jungs von Z-Bräu, welche sich mit ihm die Kessel teilen, gemeinsam. Apropos Braukessel, diese sind teilweise umgebaute Milchbottiche und fassen circa 190 Liter pro Sud, Erweiterung nicht ausgeschlossen. Insgesamt treffe ich auf einen gut aufgelegten Brauer, früher 13 Jahre im Lehrerberuf an der Mittelschule tätig, der sich Zeit für mich nimmt. Man spürt Christian ist mit Herz bei der Sache und der bisherige Erfolg gibt ihm Recht.

Wie kommt das Bier in die Flasche und was ist drin?

Mittlerweile hat er seine Flaschenabfüllung nach Pottenstein zu Hufeisenbräu ausgelagert um der Nachfrage Herr zu werden. Kein leichter Schritt wie er mir erzählt, aber ein notwendiger. Eine Rückkehr zur eigenen Abfüllung ist ja immernoch möglich. Zur Zeit bietet er seine Flaschenbiere schon bei einigen bekannten Bars in Nürnberg an, darunter im Kater Murr und im Bierwerk.

Seine Rohstoffe bezieht er aus der Region, das Malz von der Mälzerei Gebr. Steinbach aus Zirndorf, den Hopfen aus Spalt, das passt. Auf sein Markenlogo angesprochen erklärt Christian mir, dass es aus einem echten Foto von ihm am Braukessel entstanden ist, welches digital am Computer bearbeitet wurde. Eine schöne Anekdote wie ich finde.

Qualität und Anspruch bei Honig Bräu

Die Qualitätsansprüche bei Honig Bräu sind übrigens, wenn auch noch im kleineren Maßstab, keineswegs geringer als bei größeren Brauereien. Jedes Bier welches die Brauerei in der Flasche oder im Fass verlässt, soll konstant so schmecken wie es der Brauer einmal ausgearbeitet und für gut befunden hat, so lob ich mir das.

Die Gemütlichkeit seiner Kleinbrauerei bleibt dabei keineswegs auf der Strecke, hier kann man es absolut aushalten, nicht nur beim Karten spielen mit den Z-Bräu Jungs im offen verbundenen Nebenraum, nein auch Zwischen Maischebottich und Whirlpool. ‚Hier wird der Whirlpool übrigens noch handgemacht‘ erklärt mir Christian und schwingt dabei das Maischepaddel im Kreis. Hier ist die Welt noch in Ordnung denke ich mir.

Visionen?

Gibt es Zukunftsvisionen, frage ich ihn abschließend, vielleicht noch mehr verschiedene Sorten Bier? Visionen davon habe er schon, meint Christian, aber erst einmal möchte er gerne die eine Sorte, sein Pale Ale, weiter verbreiten. Über Nürnberg hinaus, in weiter entfernter Zukunft kann er sich auch einen eigenen Standort vorstellen, da darf man doch gespannt sein, oder nicht? Ich werde jedenfalls die weitere Entwicklung interessiert verfolgen und weiter für Euch über Honig Bräu berichten.

Falls Ihr nun noch mehr zum Bier wissen möchtet, hier folgt meine Verkostung des Honig Bräu – Pale Ale:

Honig Bräu - Pale Ale
Honig Bräu – Pale Ale

Name: Pale Ale

Bierstil: Pale Ale

Zutaten: Brauwasser, Gersten (Pale Ale und Karamellmalz) – und Weizenmalz, Hopfen (Spalter, Taurus, Mandarina Bavaria, Cascade), Hefe (obergärig)

Alkohol: 5,1 %

IBU: 31

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Bernsteinfarbenes leicht naturtrübes Bier mit weißer, feinporiger und mittelfester Schaumkrone

Geruch:

In der Nase zeigen sich Noten von Grapefruit und Trockenfrucht. Dazu erlebe ich würzige, florale und brotige Aromen.

Antrunk:

Auf der Zunge erschmecke ich neben einer mild prickelnden Rezenz kräuterige, florale und würzige Aromenvielfalt. Hinzu kommt eine unaufdringliche Bittere mit feinen Grapefruit, leichent Zitrusnoten und einer schönen Fruchtigkeit.

Nachtrunk:

Im Abgang verstärkt sich die Zitrusaromatik und wird durch würzige, florale Einschläge ergänzt. Die Herbe ist noch in Nuancen wahrnehmbar und klingt langsam aus.

Fazit:

Das Bier in seiner Gesamtheit ist rund und stimmig, die unterschiedlichen Aromen ergänzen sich ohne dabei einander im Wege zu stehen. Ein ausgewogenes Pale Ale, welches mir sehr gut gefällt.

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Biervorstellung: Hanscraft & Co. – Steve Hops

Steve Hops, Steve Hops? Ich komm nicht drauf… wie auch immer, heute stelle ich Euch eine der neuesten Kreationen von Christian Hans Müller und seiner Brauerei Hanscraft & Co. aus Niedernberg vor. In einer kleinen handwerklichen Craftbrauerei entstehen hier immer wieder gute Biere, die es zu probieren lohnt.

Beschrieben wird es auf der Flasche als solides Bier für jeden Tag, ich bin gespannt und berichte Euch im Folgenden von meinen Eindrücken davon.

Name: Steve Hops

Bierstil: Pale Ale

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz (Pilsener, Münchner, CaraAmber), Hopfen (Magnum, Summit, Celeia, Huell Melon), Hefe

Alkohol: 5,5

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Hanscraft & Co. - Steve Hops Nahaufnahme
Hanscraft & Co. – Steve Hops Nahaufnahme

 

Optischer Eindruck:

Golden-orange zeigt sich das Bier im Glas. Der feinporige, weiße Schaum verhält sich dabei stabil in seiner Konsistenz.

Geruch:

Geruchlich habe ich verschiedene Aromen in der Nase. Dazu gehören Kräuter sowie florale Noten und eine leichte Malzigkeit. Hervorzuheben ist außerdem ein schönes Zitrus und Grapefruit Aromenspiel, welches sich dort im ersten Eindruck entfaltet.

Antrunk:

Der erste Schluck weist eine gewisse Bittere und Malzigkeit, mit angenehmer Grapefruit-, Zitrus- und Kräuteraromatik auf, welche gut mit den floralen Noten des Bieres harmoniert. Das Verhältnis zwischen Bittere und fruchtig-floralen Eindrücken bleibt hier stets ausgewogen.

Nachtrunk:

Auch im Abgang sind weiter Kräuternoten zu erschmecken, eine hopfige Bittere und etwas Zitrus schwingt mit.

 

Fazit:

Das Etikett verspricht nichts was das Bier nicht auch halten könnte, ein gutes Pale Ale für den täglichen Genuss geeignet. Prost!

Mehr über die Brauerei Hanscraft & Co. erfahrt Ihr hier.

von meinem iPhone gesendet 😉

 

 

PS: Christian Hans Müller ist Mitglied des Vereins Deutsche Kreativbrauer e.V., über deren 1. Sud berichte ich hier.

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Domis-Reviews, der Blog für Bierliebhaber

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Logo Domis Reviews

Herzlich Willkommen auf meinem Bierblog über Bierkultur und die Brauszene, Domis-Reviews.

Mein Name ist Dominik Notzon, ich habe Wirtschaftsinformatik studiert und bin seit Januar 2017 Diplom-Biersommelier durch meine Ausbildung bei Doemens.

Berichte aus der brauszene, biertests, festivals

In regelmäßigen Abständen stelle ich hier feine fränkische Bierspezialitäten, Brauereien und interessante Veranstaltungen rund um den feinen Gerstensaft vor. Dabei ist mein Ziel mit kurzweiligen, informativen und spannenden Berichten die Brauerszene und deren wunderbare bierige Erzeugnisse vorzustellen.

feedback und bier zum verkosten und bloggen erwünscht

Ich würde mich natürlich auch sehr über Feedback freuen, auch Bierproben zur Verkostung mit anschließendem Bericht auf meinem Blog sind überaus erwünscht.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim

Stöbern und allzeit guten Durst!

 

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