Brauerei & Gasthof Zwanzger – Kreativ und lecker, 3 neue Biere vorgestellt

Kreativ und fränkisch – Christian Zwanzger traut sich was

Es gibt viele Brauereien im Frankenland, doch so kreativ wie es bei Christian Zwanzger in seiner gleichnamigen Brauerei & Gasthof Zwanzger, neben seinem Standardsortiment, zugeht, das macht ihm so schnell niemand nach.

Ständig hat er neue spannende Ideen und setzt diese, im kleinen Rahmen  limitiert auf nur wenige Flaschen, welche es in ausgewählten Läden und seiner Brauerei zu kaufen gibt, um.

Zurzeit versendet er seine Biere übrigens sogar, es lohnt sich immer mal auf der Website und in seinem Online-Shop vorbeizugucken.

Die drei nun von mir im Folgenden vorgestellten Biere sind relativ neu und daher wollte ich sie Euch nicht vorenthalten. Vor allem, da sie eben nicht nur neu sondern auch lecker sind… aber lest nun gern selbst. Viel Spaß!

 

Brauerei & Gasthof Zwanzger – Eismann (kaltgehopftes Lager)

Bierstil: Lager

Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz (Pilsner, Caramel), Hopfen (Polaris, Ariana), Hefe

Alkohol: 4,6 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Brauerei & Gasthof Zwanzger - Eismann kaltgehopftes Lager (with a View)
Brauerei & Gasthof Zwanzger – Eismann kaltgehopftes Lager (with a View)

Optischer Eindruck:

Beim Einschenken fällt mein Blick sofort auf das strahlende Strohgelb des Lagers. Sein Schaum ist feinporig und weiß und thront mittelfest über dem naturtrüben Bier.

Geruch:

Der Duft des Bieres trägt frische Minz- und Eisbonbonnoten, aber auch kräuterige Aromen sind dabei. Dazu kommen Grapefruit- und Zitrusanklänge sowie eine Prise Toffee.

Antrunk:

Im Antrunk prickelt das Bier auf der Zunge. Sofort bemerkbar machen sich seine fruchtige Zitrus- und erfrischende Minzaromatik. Doch das vielschichtige Bier kann mehr. Es weist zudem noch Grapefruit, leicht malzige Noten und Anklänge von Cassis und Beerenfrüchten auf.

Nachtrunk:

Brauerei & Gasthof Zwanzger - Eismann im Glas
Brauerei & Gasthof Zwanzger – Eismann im Glas

Die Bittere, welche sich im Abgang mehr aufspielt, rundet das Geschmackserlebnis ab. Ein fruchtig erfrischendes, aromatisches Bier für den Frühling und natürlich den Sommer! Cheers.

 

 

Brauerei & Gasthof Zwanzger – Schwarze Versuchung (Strawberry Chocolate Milk Stout)

Bierstil: Milk Stout

Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz (Maris Otter, Münchner, Röstmalz), Haferflocken, Hopfen, Milchzucker, Hefe

Alkohol: 5 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Brauerei & Gasthof Zwanzger - Schwarze Versuchung im Glas
Brauerei & Gasthof Zwanzger – Schwarze Versuchung im Glas

Optischer Eindruck:

Wie der Name schon sagt, fließt das Milk Stout nahezu nachtschwarz und opak ins Glas, sein Schaum ist cremefarben, feinporig und relativ stabil.

Geruch:

Der Duft des Bieres ist durchsetzt mit Röstaromen, dazu Kaffee und dunkle Schokolade. Aber ich nehme nicht nur die röstigen Noten, sondern auch Erdbeere und die Milchzuckeranklänge wahr.

Antrunk:

Der erste Schluck rinnt weich und cremig über die Zunge. Ich schmecke Röstaromen, Bitterschokolade und etwas Kaffee. Im weiteren Verlauf kommt eine sanfte aber nicht zu leugnende Erdbeernote dazu, die gut von dem Milchzucker im Bier und seiner angenehmen fein süßlichen Aromatik gebettet wird. Das passt echt gut!

Nachtrunk:

Brauerei & Gasthof Zwanzger - Schwarze Versuchung with a View!
Brauerei & Gasthof Zwanzger – Schwarze Versuchung with a View!

Auch im Abgang verhallen die Röst- und Milchzuckeraromen sowir die feine Erdbeernote erst langsam und es ist schon etwas traurig, wenn das Bier sich langsam leert. Das hat mir sehr gut geschmeckt!

 

 

 

Brauerei & Gasthof Zwanzger – Scharfer Otto (Chilli Cream Ale)

Bierstil: Cream Ale

Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz (Wiener, Pilsner, Carahell), Hopfen, Hefe

Alkohol: 5,2 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

Brauerei & Gasthof Zwanzger - Scharfer Otto (Chilli Cream Ale) im Glas
Brauerei & Gasthof Zwanzger – Scharfer Otto (Chilli Cream Ale) im Glas

Optischer Eindruck:

Mein erster Eindruck im Glas: trüber gehts nicht… und damit meine ich natürlich trüb (neudeutsch hazy). Das Bier sieht aus wie eine gute Portion naturtrüber Apfelsaft. Sein Schaum ist fein bis mittelporig und mittelfest.

Geruch:

Bereits in der Nase zeigen sich deutliche Chiliaromen, das wird scharf, ich sag’s Euch! Ich fühl mich wie beim Chili zubereiten, ein feuriger Auftakt. Zudem sind leichte Zitrus und Würzenoten dabei.

Antrunk:

Dann mein erster Schluck, wow! Was für ein intensiver Chiligeschmack, inklusive Brennen auf der Zunge! Das Bier regt mit seiner perligen Konsistenz die Schärfe noch zusätzlich an. Nichts für Weicheier!

Nachtrunk:

Brew im Glas - with a View ;-)
Brew im Glas – with a View 😉

Scharf, würzig, hocharomatisch… kein Bier für Beginner aber ein Feuerwerk für Liebhaber der scharfen Zunge, mir gefällt es super aber ich bin auch sicher dass dieses Bier polarisieren wird. Das chilifeurige Brennen an Gaumen und Zunge ist auch noch lange nachher zu spüren. Prost!

 

Fazit:

Es bleibt spannend bei Christian Zwanzger und seiner familiären Brauerei mit Gasthof. Seine Biere sind spannend und fordern den Gaumen und die Geschmackssinne des Biergeniessers auf unterschiedliche Weise. Ich kann die Biere jedenfalls durchweg empfehlen und freue mich auf neue Kreationen der Brauerei Gasthof Zwanzger auch in der Zukunft.

 

Zum Web-Shop der Brauerei, hier entlang.

Zur Startnext Kampagne im Zuge des Corona Virus gehts hier lang.

Meinen letzten kleinen Bericht zur Brauerei auf der Consumenta findet ihr hier.

 

 

 

 

 

 

Ein Brautag bei der Hausbrauerei Schober – klein aber fein!

Bier brauen live erleben, mein Brautag geht los

Mein Besuch bei der Hausbrauerei Schober war eigentlich überfällig. Schon seit ein paar Jahren schätze ich die Biere, vor allem aufgrund ihrer Süffigkeit und der Qualität. Hier macht man nichts verkehrt. Highlight für mich waren und sind natürlich die großen 1 Liter Bügelverschlussflaschen mit ihrer ganz eigenen Form. Diese wurden jedoch, dank einer neueren Abfüllanlage fast gänzlich durch die handlicheren und beim Pfand wesentlich günstigeren (1 Euro pro Flasche zu 9 Euro pro Literflasche) Halbliter Bügelflaschen getauscht.

Stefan bei der Arbeit
Stefan bei der Arbeit

Nun aber zu meinem Brautag bei Familie Schober, welcher für mich früh beginnt. Nicht früh genug jedoch wie sich herausstellt, denn der erste Sud wurde bereits eingemaischt als ich ankomme. Stefan, Sohn von Brauer Klaus Schober begrüßt mich am Braukessel, um den herum es schon gut nach Maische duftet.

Ich stehe, eingetreten durch das Garagentor, in einer kleinen aber feinen Hausbrauerei. Gebraut wird in dieser Kleinbrauerei übrigens seit über 10 Jahren. Hier gibt es von nichts zuviel aber doch von allem genug zum brauen, so würde ich es umschreiben. Zwei Braukessel, zwei Lagertanks, ein paar weitere Gefäße, ein steriler Bereich für die Anschlüsse und die Klimaanlage ist das weit geöffnete Tor und die Hintertür. Gebraut wird heute übrigens ein Rotbier.

Hier wird gebraut
Hier wird gebraut

Ein Glück ist es nicht zu warm, denke ich mir. „Das wird es auch sonst beim Brauen nicht“, erklärt mir Stefan. Alles gut also, das Rührwerk tut seinen Job und die Maische wird langsam erhitzt. Währenddessen kann ich auch ein paar Fragen loswerden.

Fragerunde, ein Überblick über Sortiment und Brau-Häufigkeit

Wieviele Biersorten braut Ihr denn?

Vier feste Stammsorten, Hopfengold, Helles, Dunkel, Rotbier und saisonal Weizen (im Sommer). Dazu kommt der ein oder andere Spezialsud mit der Bierothek in Fürth.

Wie oft wird in der Hausbrauerei Schober gebraut?

Pauschal kann man das gar nicht sagen, wenn größere Anfragen kommen oder der Biervorrat zuneige geht gerne spontan, sonst circa alle 2-3 Wochen.

Besucht Ihr Bierfeste um Eure Brauerei zu präsentieren?

Eher weniger, regional in Zirndorf gibt es Festivitäten, welche 2 mal im Jahr aufgesucht werden. Sonst nur der Schmankerlmarkt in Nürnberg am Hauptmarkt.  Für größere Bierfestivals fehlt schlicht die Kapazität um mehr zu brauen.

Ist im Winter auch mal ein Bock geplant?

Vielleicht gibt es sogar mal etwas fassgelagertes, wieder in Kollaboration mit der Bierothek, mal sehen.

Wieviel Bier braut ihr an einem Tag?

300 Liter, aufgeteilt aufgeteilt auf zwei Sude sind normal, für Sondersude weniger.

Was macht Eure Brauerei besonders?

Dass Liebe fürs Detail und das fertige Bier drin steckt, welches handwerklich gebraut wird. Das wissen leider nicht mehr alle Menschen zu schätzen.

Hopfengabe und Brauanekdoten, wer hätte das gedacht?

Mittlerweile ist auch Brauer Klaus Schober zu uns gestossen und erzählt, nachdem der Hopfen dem ersten von zwei Suden des Tages zugegeben wurde, interessante Anekdoten aus seinem (Brauer-) Leben. Familiär geteilt wird hier auf jeden Fall schon einmal die Arbeit, den ersten Sud macht heute Stefan, den zweiten Klaus.

Der Treber, welcher nach einer gewissen, sich wiederholenden, Filterung und den Nachgüssen, ausgeführt durch Stefan, abgesetzt hat, wird hier übrigens auch nicht verschwendet, sondern kommt einem regional ansässigen Bauernhof und seinen Kühen zugute.

‚Ist der Antrieb des Rührwerks da oben echt ein Scheibenwischermotor?‘, frage ich Klaus in der Hoffnung noch ein bisschen mehr darüber zu erfahren, nachdem ich zuvor bei Stefan schon auf das Teil zur Sprache gekommen war. ‚Ja klar‘, erzählt er mir, die Standardsysteme wären ihm schlichtweg total überteuert angeboten worden. Die Zahlen schwirren geradezu in meinem Kopf herum, für so viel Geld hätte sich Klaus wohl einen ganz neuen Braukessel anschaffen können. Aber er ist findig und weiß, wen man da fragen könnte. So kommt er auf einen befreundeten Ingenieur, welcher ihm nach kurzer Überlegungszeit die rettende Idee und deren Umsetzung gleich mit angedeihen lässt.

Alles in Aktion, oben links auf dem Braukessel kann man den Motor erkennen
Alles in Aktion, oben links auf dem Braukessel kann man den Motor erkennen
Der Charme steckt im Detail

Alles ist hier natürlich etwas anders als in von Grund auf fest geplanten Brauereien, hier eine ausgediente Stahlwanne, dort ein geschweißter Milchbottich, der Kühler ebenfalls in Zweitverwertung, vormals ein Milchkühler. Das hat Charme finde ich, vor allem wenn man Klaus Schober so voller Energie mit dem Equipment brauen sieht

Die Hefe hat sich Klaus von der Brauerei Kitzmann geholt, nicht jeder ist ihm so freundlich gesonnen und es gibt, trotz der geringen Größe der Brauerei von einem der größten Player der fränkischen Brauszene sogar Konkurrenzdenken, eigentlich kann sowas ja nur schmeicheln..

Die Vorderwürze wird erst erhitzt, dann abgekühlt. Mit ihr wird die Hefe dann angefüttert. Dieser Vorgang war mir neu und wird wohl auch nicht mehr so oft angewandt, erklärt er.  Ein konkretes Lieblingsbier aus seiner Brauerei hat er so konkret eigentlich gar nicht, das meistverkaufte ist aber das Hopfengold. Brautechnisch ist dieses dem Hellen gleich, jedoch wird es anschließend im Fass hopfengestopft.

Das Malz – Herkunft und Einmaischen des 2. Suds

Auch das Malz der Schober Biere kommt übrigens aus regionaler Herkunft, nämlich von der Mälzerei  Gebr. Steinbach, ebenfalls aus Zirndorf. Dass dort gut gemälzt wird konnte ich bereits vom Bahnhof aus erschnuppern.

Zwischenzeitlich wird es doch etwas nebelig, als die Würze mit dem Hopfen zusammen gekocht wird und Dampf aufsteigt, zu warm wird es aber nie!

Beim Einmaischen des zweiten Sudes bin ich dieses Mal natürlich dabei, beim Anblick des ersten Eimerchens fällt mir als erstes das Wort ‚niedlich‘ ein, das sage ich natürlich nicht laut. Aber Klaus erkennt wohl meinen Blick und weiß aufzuklären: „Das ist der kleinste von Dreien“, grinst er und sollte Recht behalten…

Einmaischen mit Klaus Schober
Einmaischen mit Klaus Schober

Abschließend muss ich mich natürlich noch gebührend mit Bier eindecken, zum Glück sind alle Sorten vorrätig und ich verabschiede mich von den Schobers und ihrer Hausbrauerei.

Mein Fazit: Klein aber oho!

 

Cheers!