orca brau – 2 Jahre Kreativität, Vielfalt und geile Biere aus Nürnberg, das Geburtstagsinterview!

Orca brau – eine erfolgsgeschichte, Hoppy Birthday!

Schon bei meinem ersten Besuch zur Eröffnung von orca brau konnte man erahnen, dass hier etwas besonderes entstehen würde. Nicht nur besonderes Bier, wie sich herausstellen sollte, sondern auch eine durch unerschütterliche Kreativität und Tatendrang getriebene Entwicklung.

Ein Mann, der sich auch von Rückschlägen – einem ganzen Sud welcher in den Ausguss muss zum Beispiel oder Regularien des Reinheitsgebotes, die ihn innerhalb Bayerns vielleicht einschränken mögen – nicht unterkriegen lässt.

Auch beim 2 jährigen Geburstag, können sich die Besucher auf viele spannende Dinge freuen…

Mein erster Besuch der brauerei zur eröffnung 2017
orca brau – was bisher geschah

Zwei Jahre orca brau – bist Du zufrieden mit dem Erfolg der Brauerei?

Zufrieden bin ich eigentlich nie wirklich. Aber wenn ich mich probier mal „rauszunehmen“ und von außen reinzublicken, kann ich eigentlich schon sagen, dass ich zufrieden bin. Das was meine Frau und ich, mit der Hilfe der Familie und Freunden sowie mit unseren Möglichkeiten innerhalb von zwei Jahren geschaffen haben, ist schon eigentlich gar nicht so schlecht.

Gibt es ein Bier von Dir, welches unerwartet gut oder schlechter als erwartet angekommen ist?

Unerwartet gut, ganz klar, „Boomshakalaka“, mein Smoke Ale, auch als Porter Variante, mit Himbeeren und Habanero Chili. Das hat schon eine echte Fan-Gemeinde, trotz, oder vielleicht sogar wegen, der exotischen Zusammensetzung der Zutaten.

Ich bewundere die orca Sortenvielfalt, wieviele verschiedene Biere gab es denn bisher seit Gründung?
Also ich hab tatsächlich aufgehört offiziell zu zählen,  aber es sind wohl über 60 oder so.

Das schönste Kompliment, welches man Deinen Bieren machen kann?

„Davon könnt ich glatt noch eins trinken“.

 

Auch mein zweiter orca brau Besuch war ein Erlebnis – 3 Monate später

 

Felix‘ Lieblinge

Welche 3 Hopfensorten nimmst Du mit auf eine einsame (Brauerei-)Insel, sprich, was sind deine 3 Lieblingshopfen?

Mosaic, Citra und Hallertauer Blanc. Die ersten beiden sind einfach eine unschlagbare fruchtige Kombi und stehen auch alleine ziemlich geil da und „Hallertauer Blanc“ aus Deutschland bringt einfach immer eine gewisse Raffinesse und ist unglaublich vielseitig.

Hast du ein Lieblings- orca Bier und welches ist für Dich das perfekte orca brau Feierabendbier?

„wanderlust“ pale ale, das geht eigentlich immer. Nicht nur zum Feierabend!

orca brau - Wanderlust
orca brau – Wanderlust

Welche Zutaten findest Du am spannendsten im Bier bzw. welche würdest du gerne in Zukunft (mehr) einsetzen?

Sehr interessiert bin ich aktuell an verschiedenen Arten von „Kräutern“ und „Gemüse“, auch wegen der Lage der Brauerei mitten im „Knoblauchsland“ im Norden von Nürnberg, einer der größten zusammenhängenden Gemüseanbaugebiete. Hier wächst quasi alles vor der Haustür.

Grundsätzlich sind alle natürlichen Zutaten spannend. Was für mich gar nicht geht sind Aromen oder Extrakte, das hat einfach nichts mehr zu tun mit der Begrifflichkeit „brauen“ und wirkt auch kontraproduktiv für eine Erweiterung des Reinheitsgebots. Sowas sollte meiner Meinung nach eher boykottiert werden als gefeiert werden

Hast Du Lieblingsbierstile?

Belgische Saisons. Diese sind einfach unglaublich vielfältig, elegant und, auch was das Thema „Geschmack“ und „Kreativität“ angeht, der Bierstil mit dem man am schönsten arbeiten kann.

Welches ist Dein Lieblingsbierfest?

Fränkisches Bierfest im Burggraben in Nürnberg auf der „traditionellen Seite“, einfach eine geile Stimmung in einer tollen Location. Auf der „modernen“ Seite bisher eines meiner Lieblingsbierfeste sicherlich das „Festival der Bierkulturen“ in Köln.

Hast Du Vorbilder unter Brauern oder Brauereien, deren Biere du gerne trinkst?

Vorbilder keine direkten aber viele Brauereien die mich inspirieren. Diese sind querbeet aus aller Welt und jede einzelne hat ihre Besonderheiten die ich spannend finde.

 

orca brau – Biernamen, Beruf(ung), Veranstaltungen

Wie kommst Du eigentlich auf die Namen deiner Biere?

Das ist meist ein Prozess über einige Zeit zusammen mit meiner Frau Susa. Zunächst steht das Bier. Daraus entwickelt sich dann der Name, manchmal an das Bier angelehnt, manchmal völlig frei. Manchmal „themenspezifisch“, eigentlich völlig unterschiedlich.

Ist Brauer (D)ein Traumberuf?

Nein, auf gar keinen Fall. Brauer sein ist großartig aber auch unglaublich anstrengend. Bier ist äußerst komplex und mit „Brauen“ ja auch nicht getan. Brauen ist eine Leidenschaft, die ich nun zum „Beruf“ für mich gemacht habe.

orca geflüster und bieriges yoga

Unter dem Namen „Schluckgeflüster“ hältst Du geführte Verkostungen in deiner Brauerei ab, was kann man dort erleben?

Grundsätzlich gibt es einen intensiven Einblick hinter die Kulissen der Brauerei und auch meiner Person. Dabei gibt’s eine ausführliche Brauereiführung. Ich erkläre den Brauprozess, erzähle über meinen bisherigen Werdegang, die Craft Beer Kultur und vieles mehr.

Natürlich verkosten wir auch einige Biere! Aktuell bieten wir das „Schluckgeflüster“ für 19,- Euro an, quasi ein „Kennenlern-Angebot“.

orca brau - Schluckgeflüster
orca brau – Schluckgeflüster

Auch Bier Yoga findet in den heiligen orca brau Hallen statt, machst Du da gelegentlich selbst mit oder hast gar schon Übungen zuhause nachgemacht?

Wenn ich Zuhause bin mache ich alles andere als Sport, sondern verbringe eher entspannt Zeit mit meiner Familie. Selber habe ich natürlich auch schon BierYoga bei uns in der Brauerei gemacht. Ich kann nur sagen, dass es zum einen echt viel Spaß macht aber auch echt anstrengend ist – was auch gut ist! Kerstin, unsere Yoga-Lehrerin, ist zwar auch begeisterte Bier-Trinkerin aber am Ende dann doch „Sportlerin“. Aber genau diese Mischung machts auch aus. Einfach mal ausprobieren, wir bieten immer wieder „offene Termine“ an. Aber auch individuelle Termine, z.b. für Firmen, sind sehr stark nachgefragt. Anscheinend trifft Bier trinken und Sport machen genau den aktuellen Zeitgeist 😉

orca brau - BierYoga in der Brauerei!
orca brau – BierYoga in der Brauerei!

Was inspiriert dich zu Ideen für neue Biere?

Ach eigentlich alles. Vieles kommt tatsächlich von der Seite des „kochens“, was ich ebenfalls sehr gerne mache. Ich mag es einfach, wenn spannende Zutaten miteinander kombiniert werden um eine geschmackliche Einheit zu finden. In Bier lassen sich so unglaublich viele Zutaten kombinieren, dass es eigentlich eine unendliche Fülle an Vielfalt und Kreativität gibt.

 

 

Ein Sprung in die Zukunft

Planst du in Zukunft weitere Kollaborationen? Wenn ja, kannst du vielleicht einen kleinen Ausblick geben?

Ach ja, Kollaborationen plant man ständig und mit vielen. Das Schwierige für uns 1-Personen-Brauereien ist es dann, diese Kollaborationen auch in die Wirklichkeit umzusetzen. Aktuell habe ich mit der Erlanger Hobbybrauergruppe „Goaf Beer“ ein zweites Mal gebraut. Als „Nachfolger“ des „Nightmare In Paradies“ dürfen wir uns auf ein Sour Milkshake IPA freuen, das mit ner ordentlichen  Menge Hopfen gestopft ist, sowie auf drei verschiedenen Früchten nachvergoren wird. Ach, Vanille kommt auch noch dazu.

Ebenso wird es dieses Jahr wieder etwas zusammen mit Sebastian Sauer, Freigeist Bierkultur, geben und auch mit Tilmans Biere plane ich gerade ganz aktuell, etwas zu machen.

Aber nicht nur mit Brauereien arbeite ich zusammen, sondern auch aktuell mit dem Restaurant „SoSein“, sowie mit meinen guten Freunden Nico Olinger, was die Wein-Seite angeht, und Markus Gaibel von der Kaffeewerkstatt Kucha, was die Kaffee-Seite angeht.

Sowas ist auch immer sehr spannend und inspirierend. Ebenso habe ich mit David Fitz (Fifteen Sixteen aus Nürnberg) ein Farmhouse Cider eingebraut, das es nun auch zu kaufen gibt.

Collaborationen –  wie man merkt – finde ich großartig und gerne würde ich da noch viel viel mehr machen.

 

Wird es in Zukunft weitere fassgelagerte orca Biere bzw. Vintages deiner Wildfang-Serie geben?

Aber ganz sicher und nicht gerade wenige! Unser „Fassbier Programm“ wollen wir auf jeden Fall ausbauen, aber an sich läuft es eher nebenbei, da es schon viel Zeit und Geduld kostet und davon haben wir wenig.

Die erste Version Deines Boomshakalaka war schärfer als seine Nachfolger, wird es eines Tages vielleicht ein Comeback der alten Schärfe geben?

Auch hier wird’s einiges spannendes geben. Wir arbeiten jetzt in Zukunft mit der „4/20 Chilli Company“ aus Nürnberg zusammen – echte Chilli Freaks –  und da werden wir sicherlich ein paar „XXX-Versionen“ machen. Wobei ich nun mit dem aktuellen Schärfegrad echt glücklich bin, genau richtig.

 

Craft und taproom – vorfreude & locationsuche

Du bist in Nürnberg bei der ersten CRAFT (-Biermesse) im Ofenwerk als Aussteller dabei, wie sehr freust du dich schon darauf?

Ich finds echt super, dass es ein etwas größeres „Craft Beer Festival“ in Nürnberg geben wird. Das Ofenwerk ist eine tolle Location. Ich hoffe wirklich sehr, dass das Festival gut angenommen wird und die Besucher eine gute Zeit haben werden.

Kommt vielleicht mal ein orca Taproom in Nürnberg?

Jap, das wird es geben! Wir sind aktuell dran da etwas zu planen und in die Tat umzusetzen. Größte Hürde wird wohl eine bezahlbare und gute Location sein. Vorzugsweise Nürnberg-Nord, also falls jemand was hat?

 

Welche Schlagzeile würdest Du gerne bei deinem 1. runden Jubiläum in 3 Jahren über orca brau lesen?

Keine Ahnung, soweit denke ich nie in die Zukunft J

Kannst Du uns einen kleinen bierigen Ausblick der nahen orca Zukunft geben, auf welche neuen Biere darf man sich freuen?

Auch hier ist es gar nicht so einfach, da es grundsätzlich kaum einen „Plan“ gibt, der mehr als zwei oder drei Monate voraus geht, was die Biere betrifft. Aber ganz sicher kann ich sagen, dass  demnächst als weiteres – „dauerhaftes“ Bier – im Sortiment bei mir ein „Kellerpils“ an den Start gehen wird. Schön herb, leicht und bisschen hopfiger als sonst. Da freu ich mich sehr drauf.!

Danke dir!!!

…. und danke Dir, Felix, für zwei spannende Jahre und viele tolle Biere auf die hoffentlich noch viele folgen werden!

 

Cheers!

 

 

Mehr über orca brau und den Biershop der Brauerei erfahrt Ihr hier.

Mein erster Besuch bei orca brau ist hier zu finden.

 

 

Die verwendeten Fotos sowie die Bierbeschreibungen unter den Fotos stammen von mir und der orca brau Facebook Seite.

 

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Grenzerfahrungen im Bierreich, mein Besuch bei Schorschbräu

SOMMER IN FRANKEN – EIN GUTER TAG UM SCHORSCHBRÄU ZU BESUCHEN

Am Mittwoch letzter Woche war ich zu Besuch bei Schorschbräu in Gunzenhausen, Nähe des Altmühlsees. Die Temperaturen haben ihr Tageshoch von 32 Grad erreicht als ich um 15:30 Uhr ankomme. Zeit für einen erfrischenden Schorschbock 57, nicht wahr?

Schorschbräu - eine Brauerei mit internationaler Anhängerschaft
Schorschbräu – eine Brauerei mit internationaler Anhängerschaft

Georg Tscheuschner begrüßt mich herzlich und führt mich durch seine Brauerei. Angefangen bei den Holzfässern, die wie Schätze vor den Gär- und Lagertanks thronen. Allesamt sind sie belegt mit Bieren in unterschiedlichen Fassreifestadien. Schon ein sehr beeindruckendes Bild, finde ich, hier fühle ich mich als Bierfreund direkt wohl. Hier wird einigen seiner Biere der letzte Feinschliff verpasst, lagern sie doch ein halbes bis ganze 3 Jahre hier.

Die Treppenstufen zum Brauerglück
Die Treppenstufen zum Brauerglück
IMMER DEN ÜBERBLICK BEHALTEN, für schorsch kein problem

Die ersten Eindrücke sind noch nicht ganz verarbeitet, da geht es schon weiter auf seine, ich nenne sie mal liebevoll, „Braukanzel“. Hier hat man einen guten Überblick über die gesamte Anlage und in seine, zu diesem Zeitpunkt, leeren Braukessel. Alles ist in einem Verarbeitungskreislauf aufgebaut, von der Rohstoffanlieferung bis zur Treber-Entsorgung und der Abholung seiner Biere. Hier sind die Arbeitswege so kurz wie möglich angelegt. Schorsch muss kurz ans Telefon und ich darf die Zeit für Fotos nutzen. Trotz der doch relativ großen Hitze draußen und nicht eingeschalteter Belüftung herrschen doch angenehme Temperaturen hier oben bemerke ich.

gut bier will verköstigt werden, das world’s strongest lager vom fass!

Als Georg kurz darauf wieder zurückkehrt, geht unsere Reise direkt weiter zu den Lagerplätzen für Malz und seine fertigen Biere, sowie zur Abfüllung und Kühlung. Sie endet, stilecht, bei den Gär- und Lagertanks. Hier wird auch nicht gezögert, sondern direkt sein neuestes Baby, der 16-prozentige, eichenfassgereifte Bock (World‘s strongest Lager) gezwickelt. Eine, der Entnahme aus dem Tank geschuldete, kräftige Schaumkrone entwickelt sich, ebbt jedoch auch bald wieder ab und wir stossen an…

Wow, die Temperatur liegt laut Schorsch bei circa 20 Grad und das gibt den Aromen nochmal eine ganz eigene Intensität. Die Eiche ist deutlich wahrzunehmen, hinzu kommen Noten von Sherry, Frucht und Malz, der Antrunk hat eine ölige sanfte Konsistenz und auch hier ist deutlich die Eichenaromatik zu erschmecken, mit Anklängen von Trockenfrüchten und einer süßlichen Malznote, sogar feine Röstaromen kann ich erschmecken. Klasse!

 

fachsimpeln unter bier-Liebhabern

Um etwas mehr Ruhe zu haben bittet mich Georg dann in die ‚Brauerei-Küche‘, hier kommen wir ins Gespräch und es wurde nie langweilig…doch lest selbst:

In seiner bisherigen Brauer-Karriere hatte er teilweise mit hohen Hürden zu kämpfen, sowohl was die Akzeptanz als auch die langfristige Planungssicherheit seiner Brauerei angeht. Diese konnte er nur durch entsprechendes Durchhaltevermögen, Willen und auch entsprechenden Ehrgeiz überwinden.

Seit einiger Zeit hat sich Schorsch den Traum von einem eigenen Brauereigebäude erfüllt und mit diesen neuen Räumlichkeiten, in denen wir uns gerade befinden, auch expandiert. Eine Erlebnisgastronomie, wie es sie beispielsweise in Bayreuth oder Berlin gibt, strebt er jedoch nicht an. Dies würde, auch im heutigen Konzept seiner Brauerei, deutliche bauliche Veränderungen nach sich ziehen. Nein, Schorsch bleibt bei seinem Kerngeschäft: außergewöhnliche Biere zu brauen.

schorschbräu – international anerkannt und beliebt

Medienwirksame Inszenierungen sind ebenfalls nicht sein Ding, obgleich natürlich solch Aufmerksamkeit wichtig für die gesamte Craftbeerbranche sei, erzählt er mir.

Kunden hat Schorschbräu übrigens nicht nur in Deutschland, nein auch im fernere Ausland wie der USA, China, Vietnam, Spanien oder gar Australien sind seine Biere sehr gefragt.

Der Blick fürs Wesentliche - von der "Braukanzel" sieht man gut die Gär- und Lagertanks
Der Blick fürs Wesentliche – von der „Braukanzel“ sieht man gut die Gär- und Lagertanks
direkt – ehrlich – herzlich – so empfinde ich den georg

Ich erlebe Georg als einen direkten, ehrlichen und sehr herzlichen Menschen, mit dem es Freude macht sich zu unterhalten und dabei gemeinsam ein Bier zu trinken.

Direkt und ehrlich ist zum Beispiel seine Meinung über ein paar alteingesessene Brauer, welche die Craftbeerszene stets mit Argwohn betrachten und sich kritisch dazu äußern. Jedoch müsse gerade dort auch auf moderne, gut zu reinigende Brautechnik gesetzt werden ohne (zu) lange an alten Gerätschaften festzuhalten. Tradition und Moderne mit festen Standard- und, so seine Idee, abwechselnden Monatsbieren wie sie beispielsweise die Brauerei Zwanzger braut müsse sich ja nicht ausschließen.

Herzlich kommt Georg ganz besonders bei seinen schmunzelnd vorgetragenen Anekdoten aus seiner Brauerkarriere rüber. Das er heute darüber lachen kann, dass ihm beispielsweise beim ersten Versuch sein stärkstes Bier der Welt (57 Prozent Alkohol) zu brauen gut ein Drittel des 55-prozentigen Ursprungssudes beim Einfrieren verloren gingen, spricht für ihn.

bier trinken heisst geniessen

Wichtig ist ihm, dass Bier verantwortungsvoll getrunken wird, der Fokus sollte immer auf dem Genuss liegen. Vor allem vor Alkohol in der Schwangerschaft und überhaupt in Fällen, bei denen Unschuldige durch eigenes Fehlverhalten in Gefahr gebracht werden können, hält Schorsch gar nichts. Das wird auch plakativ auf seiner Homepage durch Warnhinweise deutlich.

Achja, ein paar Fragen hatte ich ja auch noch vorbereitet und auch dafür war noch Zeit:

KLEINE FRAGESTUNDE – GEORG ‚SCHORSCH‘ TSCHEUSCHNER IM INTERVIEW
WARUM BIER BRAUEN UND WARUM SO STARKES?

Wie bist Du zum Brauen gekommen?

Ursprünglich wollte Georg Chemie und Sport studieren, jedoch war ihm das in der Schule vor Heften und Büchern sitzen zu langweilig. Ein Kumpel las ihm dann begeistert aus einer Studienbroschüre vor, man könne „saufen studieren“. Gemeint war das Studium zum Diplom-Braumeister in Weihenstephan.

Wie kamst Du allgemein auf die Idee, solch starke Biere zu brauen?

Ebenfalls trägt hier ein Kumpel Mitschuld. Es Begann mit einer kleinen Wette, wie stark man denn wohl Bier brauen könne, wenn man dies auf herkömmliche Art und Weise ohne zusätzliche Tricks macht.

Ein weiterer Grund für den Entschluss, sagt Georg, ist der Wunsch mit besonderen Bieren raus aus der Region zu kommen, also überregional anbieten zu können und sich von anderen in Qualität und Preis zu differenzieren.

Die Stärke seiner Biere sieht er auch als Alleinstellungsmerkmal, zudem hat es ihn einfach sehr interessiert, Grenzen auszuloten und diese vielleicht sogar hier und da zu überschreiten.

 

INSBIERATION?

Woher nimmst Du die Inspiration für Deine Biere?

Georg möchte forschen und erforschen, Gewohnheit soll möglichst nie einkehren und so denkt er sich immer neue Möglichkeiten und Rezepte für neue Kreationen aus. Inspiration findet er oft auch im Alltag, beispielsweise beim Genuss von Rosinenwein, welcher ihn zu noch höheren Stammwürzen inspiriert hat.

Hast Du Vorbilder in der Brauszene?

Nein, jedoch respektiert er einige Kollegen für gleichbleibende Qualität auf einem hohen Level.

 

PERSÖNLICHE BIERVORLIEBEN UND VERTRÄGLICHKEIT

Welches ist Dein Lieblingsbier von Dir selbst?

Derzeit ist es der 16-prozentige, eichenfassgereifte, Bock.

Wie viel von Deinem Bier verträgst du?

Da Schorsch generell eher der Geniessertyp ist, kann diese Frage auch nicht ganz eindeutig beantwortet werden. Eine gute Zeit hat er auf jeden Fall nach dem Genuss einer 40ml Flasche seines Schorschbock 57 oder einer Flasche 13-prozentigem (Eis-)Bock.

Schorschbock ICE 13 % (Bildquelle: schorschbraeu.de)
Schorschbock ICE 13 % (Bildquelle: schorschbraeu.de)
‚LEICHTBIER‘ VON SCHORSCHBRÄU?

Könntest Du dir auch vorstellen, vom Alkoholgehalt her gemäßigtere Biere zu brauen?

Bis zum Jahre 2006 hat Schorsch das so praktiziert, erst erschien ein Helles, dann ein Dunkles, später noch ein Weizen. Nun jedoch gilt seine volle Aufmerksamkeit, Kreativität und der kostbare Platz in der Brauerei den starken Schorschbräu-Bieren.

Sind Bier-Bewertungsportale für dich wichtig?

Schorschbräu braut selektives Bier das polarisiert und nicht jedermann gleichermaßen anspricht. Deshalb kann er derartige Bewertungen schwer werten, gleichwohl können diese, insofern sie schlecht sind, für eine Brauerei schädlich sein.

BESONDERHEITEN, ANTRIEB, ZUKUNFT

Was macht Deine Biere (neben dem starken Alkoholgehalt) besonders?

Das sie nach dem Reinheitsgebot gebraut sind, darauf ist er auch wirklich stolz. Nicht dass er ein Reinheitsgebotsverfechter wäre , aber die Einschränkung macht die Rekorde erst interessant.

Ist der Ehrgeiz da, ein noch stärkeres Bier als Deinen Schorschbock 57 zu brauen?

Die Veranlagung dazu, ihm gestellte Grenzen weiter auszureizen ist immer da, das wird auch in Zukunft so sein, also ja!

Was kann man in Zukunft noch von Dir erwarten?

Das SPA (Schorsch Pale Ale), gebraut am 20./21.02.18 mit 36° Plato , hellem Gerstenmalz, etwas Sauermalz, Spalter Select Hopfen, 3 Monate Gärung im Edelstahltank und abschließender Lagerung in amerikanischen Weißeiche-Fässern. Erscheinen wird dieses Bier ungefähr im Juni 2019.

Schorschbräu - starke Biere, starker Typ!
Schorschbräu – starke Biere, starker Typ!

Die Stammwürze bei neuen Kreationen möchte Georg in Zukunft auch über 36° Plato treiben. Man darf gespannt sein!

 

DER ABSCHLUSS EINES SCHÖNEN TAGES WIRD HOCHPROZENTIG

Abschließend war sogar noch Gelegenheit, den Weltrekord Schorschbock 57 zu probieren, in seiner Intensität in der Nase und am Gaumen unübertroffen, den stelle ich Euch beizeiten natürlich im Detail vor! Dann gab es noch ein paar feine Biergeschenke von Schorsch und mit vielen interessanten Eindrücken trat ich meine Heimreise an. Es war ein sehr kurzweiliger, unterhaltsamer und schöner Nachmittag. Auf bald!

 

Danke Georg! (Mit im Bild: Schorsch Pale Ale)
Danke Georg! (Mit im Bild: Schorsch Pale Ale, noch in der Fassreifung)

 

Mehr über Schorschbräu gibt es übrigens hier.

 

Einen kleinen Artikel von meinem Besuch bei der Drinktec und am Schorschbräu-Stand findet Ihr hier.

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