Biervorstellung: Deutsche Kreativbrauer e.V. – Kreativsud #1

Der Verein Deutsche Kreativbrauer e.V., eine kurze Erklärung

Der Verein Deutsche Kreativbrauer e.V. ist ein Zusammenschluss von kreativen und unabhängigen Brauern, die mit natürlichen Zutaten Bier brauen und das auch mit vor dem aktuellen Reinheitsgebot gängigen Zutaten wie Kräutern, Früchten und Gewürzen. Da auch das 1993 erlassene Vorläufige Biergesetz von 1993 ohne vorherige Genehmigung keine dieser Zutaten in einem als Bier deklarierten Produkt erlaubt, hat der Verein sich auf die Fahnen geschrieben nach dem selbst entwickelten Natürlichkeitsgebot zu brauen.

Da dieses Natürlichkeitsgebot eben diese schmackhaften Zutaten erlaubt, kann der Verein und seine Mitglieder beim Brauen kreativ und experimentierfreudig sein. Neben dem Eintreten für die Verwendung natürlicher unbehandelter Rohstoffe beim Brauvorgang bei Veranstaltungen und in sozialen Netzwerken stehen die Mitglieder des Vereins sowohl in ihren eigenen Brauereien als auch ab und zu gemeinsam am Kessel um kreative Biere zu kreieren.

Der erste Sud entsteht

So entstand Ende April 2017, genauer gesagt am Tag des Bieres, dem 23.04., an welchem im Jahre 1516 das Reinheitsgebot verkündet wurde ein erster gemeinschaftlicher Sud, der Kreativsud #1.

Dieser erste Sud ist ein untergäriges Weizenbier, welches so in Deutschland nach dem Gesetz gar nicht existieren dürfte. Die verwendeten Zutaten aus einem alten Bierrezept sind dabei angelehnt an die Braulandesverordnung aus dem Jahre 1616 und werden im Detail gleich noch von mir vorgestellt. Gebraut wurde es in einem historischen Brauhaus mit Kühlschiff in welchem der Braukessel noch mit Holz befeuert wird.

Deutsche Kreativbrauer e.V. – Kreativsud #1

Kommen wir also zur Vorstellung des Bieres:

Name: Kreativsud #1

Brauer des ersten Sudes:

Andreas Seufert (Pax Bräu), Oliver Wesseloh (Kehrwieder Kreativbrauerei), Simon Siemsglüß (Buddelship), Kolja Gigla (Mashsee), Johannes Heidenpeter (Heidenpeters), Fritz Wülfing (Ale-Mania)

Bierstil: Weizenbier (untergärig)

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Kümmel, Wacholder, Salz und Hefe

Alkohol: 5,8 % Vol.

IBU: 40

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Das Bier ist bernsteinfarben im Glas mit einer leichten Trübung und einer cremefarbenen, relativ stabilen und feinporigen Schaumkrone.

Geruch:

Im Geruch nehme ich würzige, leicht pfeffrige Aromen, gepaart mit einer feinen Rauchnote und Kümmel wahr.

Antrunk:

Der Antrunk ist würzig, etwas herb, harmonisch vereint mit einer leicht rauchigen Note. Kümmel und Wacholder kommen für meine Begriffe gut durch ohne zu dominant zu sein. Auch eine gewisse, nicht übertrieben wirkende Schärfe stellt sich am Gaumen ein. Ergänzt wird diese durch eine minimale Säure und Salzigkeit.

Nachtrunk:

Der Nachtrunk ist würzig mit rauchigen, scharfen Noten.

Fazit:

Ein interessantes und vielschichtiges Bier, auf welches es sich aber einzulassen lohnt. Die Aromenkombination ist spannend und harmoniert doch wirklich gut. Mir gefällts, Prost!

 

 

Das Rezept zum Bier gibt es übrigens hier.

Mehr über den Verein Deutsche Kreativbrauer e.V.

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Schneeeule Berlin – Ein (Erlebnis-)Bericht

EIn langer weg, aber es hat sich gelohnt

Es war eine lange Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Berlins am Sonntag Abend, dann noch eine Sicherheitskontrolle am Werkstor in der Egellsstraße passieren und im nächtlich beleuchteten Industriepark in Berlin Tegel das richtige Gebäude suchen. ‚Das mit den Bierflaschen vor der Tür, nicht zu verfehlen!‘ sagte mir der Pförtner noch. Ich habe trotzdem ordentlich gesucht, aber schlussendlich auch gefunden was ich suche, die Brauerei der Schneeeule Berlin.

Fernab von Kupferkesseln und Industriebier, aber mit dem Charme einer Kleinbrauerei wird hier Bier gebraut, ab und an probiert, abgefüllt und auch neue Rezepturen entwickelt. Alles im kleinen Rahmen, das kenne ich ja schon aus Franken. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist hier natürlich die Zeit, ein Bier darf hier reifen, sich entwickeln und dabei darf es auch gerne mal experimentell zugehen.

Ich bin der neue in der Abfüllung

Aber mal ganz von vorne, Ulrike Genz oder kurz Uli, Diplom-Braumeisterin und Brauerin bei Schneeeule, empfängt mich kurz vor 20 Uhr mit einem Lächeln. Da fühle ich mich schon wie Zuhause, auch im gut 500 Kilometer entfernten Berlin-Tegel. Sie füllt gerade ein Bier ab, genauer gesagt eine im Rumfass gelagerte Voll-Weisse und ich darf helfen. Die großen 0,7 Liter Flaschen wirken mächtig und edel. Ich fülle sie von der Palette in kleine handliche Transportkästen und reiche sie der immer gut gelaunten Uli an. Sie werden von ihr drucklos abgefüllt, 4 Flaschen gleichzeitig und das braucht Zeit. Heute sogar mehr als ihr lieb ist, erwähnt sie doch manchmal mal es könne doch ein bisschen schneller in die Flaschen laufen.

Schneeeule Berlin, die Abfüllung
Schneeeule Berlin, die Abfüllung

Plötzlich eine Schrecksekunde, beinah hätte ich doch glatt mit dem Rücken dein sorgsam mit Flaschen bestückten Flaschentrockner-Ständer umgelegt. Das wäre ihr nicht so lieb gewesen, meint Uli grinsend. Ich schnaufe einmal erleichtert durch und weiter geht’s. Ja, sogar den Verkorker darf ich mal benutzen, hier wird jede Flasche einzeln von Hand mit dem entsprechenden Kronkorken versehen.

 

Wie fing das eigentlich an, mit der hefe?

Wo sie die Hefe für ihre ersten Biere herhatte frage ich, ‚aus zwei als Geschenk erhaltenen Bierflaschen‘, sagt sie. Spannend, von der Extraktion von Hefe aus Flaschen hatte ich bisher nur in meiner Biersommelierausbildung gehört. Mittlerweile entstehen hier sogar Biere mit Hefe aus Flaschen mit über 50 Jahren auf dem Buckel.

Schneeeule Berlin
Schneeeule Berlin, die Flaschen werden verpackt

Über meine ersten Brauversuche und einem nach einer gewissen Lagerungszeit sauer gewordenen Weizen meint sie grinsend, schlecht wäre das ja auch nicht, obwohl man sauer ja in normalen Brauereien gar nicht haben wolle. Ich muss lachen und fühle mich ob meines unfreiwillig produzierten Sauerbieres nun ein gutes Stück besser.

Warum Schneeeule? oder warum eigentlich nicht!

Fasziniert gucke ich auf die Schneeeule als Symbol auf den Flaschen und befinde es für richtig stilvoll, ‚die Schwingen stehen symbolisch für die Schaumkrone der Berliner Weisse‘ sagt Uli mir. ‚Und außerdem sehen die 3 E’s in der Mitte einfach gut aus‘, wer will da widersprechen?

Interessant auch, dass auch gelegentlich Brauer um Rat oder Tipps fragen, ob und wie man ihre eigenen Biere ‚verschneeeulen‘ könnte, ja so nennen sie das hier bei Schneeeule Berlin. Kollaborationen gab es auch schon, zum Beispiel mit Alexander Himburg, von Himburgs BrauKunstKeller mit dem BrettAmarsi, einem Sour Double IPA, dabei wurde Alex Amarsi Double IPA 6 Monate Eichenholz-gereift und mit einer Schneeeule Berliner Weisse zu einem völlig neuen Geschmackserlebnis kombiniert. Oder auch dem LuckyLup zusammen mit der Braukunst Gebr. Wiestner, jüngst von mir verkostet und auf meinem Blog beschrieben.

ich probiere mich durch

Ob ich auch etwas vor Ort probieren durfte? Natürlich, Arbeit macht durstig und gestillt wurde selbiger beispielsweise durch eine junge, noch in der Reifephase befindliche Marlene, welche noch etwas milder in ihrer Säure und fruchtiger daherkommt, eine wirklich schöne Erfrischung und noch dazu so nicht zu kaufen. Oder die Voll-Marlene, also mit dem doppelten Alkohol der ‚Normalversion‘, eine fruchtig-saure sehr feine Variante dieses Bierstils.

Wer es saurer mag, greift zu Inge, ‚die sauerste von allen‘ so Uli, ein Bier das übrigens gänzlich ohne Hopfen auskommt, und tatsächlich, da geht ordentlich was in Sachen Säure, aber nie ohne unrund zu wirken. Das haben all ihre Biere gleich, nie ist mir eine übertrieben saure, nur um der Säure Willen gebraute Schneeeule Weisse untergekommen. Für Einsteiger ist Inge vielleicht aber eher noch nichts, aber die werden durch die anderen Sorten sicher auf ihre Kosten kommen. Ohne Sirup versteht sich!

Ob Schneeeule nur Berliner Weisse kann? Nein, Porter geht auch! So hatte ich tatsächlich urplötzlich das sogenannte ‚Partyporter‘ in der Hand, welches auch bei der kommenden BraukunstLive ausgeschenkt wird. Und das schmeckt auch mit typischer Porter Aromatik, dunkel und braun im Glas, man darf auf das Partyhelle gespannt sein…

Schneeeule Berlin Partyporter
Schneeeule Berlin Partyporter

Otto gab es auch noch, gebraut mit Holunder und der ist, gemeinsam mit Zitrusaromen auch mein Eindruck im Geruch, spritzig ist er im Antrunk mit ebenfalls Zitrus, Holunder, etwas Apfel und allgemein fruchtig-floralen Noten. Die Säure ist eher als mild einzustufen und so lässt sich damit sicher auch ein ganzer Berliner Weisse Abend bestreiten. Gut an den meisten ihrer Weisse-Kreationen finden wir beide ohnehin , dass man auch mal eine mehr trinken kann, bei 3 Prozent ein leichtes Vergnügen.

Schneeeule Berlin Otto
Schneeeule Berlin Otto
Fazit meines Besuchs bei Schneeeule Berlin

Allesamt sind die Biere spannend, schmackhaft, teilweise komplex aber immer gut trinkbar. Herausheben muss ich aber unbedingt, dass man spürt wie sehr Ulrikes Herz darin steckt. Hier wird mit Liebe zum Detail gebraut, sie trägt das Herz auch auf der Zunge und so vergingen auch 4 Stunden Hilfstätigkeit in der Brauerei wie im Fluge.

Ulrike Genz und ich beim GesundBrewing Event im Castle Berlin
Ulrike Genz und ich beim GesundBrewing Event im Castle Berlin

Mitnehmen durfte ich neben leichtem Muskelkater, einem schönen Gespräch und vielen interessanten Anekdoten auch ein paar Fläschchen Bier und das schicke original Glas dazu. Ein rundum gelungener Abend bei Schneeeule Berlin!

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Batbrew, aus Niedersachsen, ein Herz für Heimbrauer

Als gelegentlicher Hobbybrauer schlägt mein Herz natürlich auch für die kleinen, in Haus- und Heimarbeit gebrauten Sude, welche sich oft bei weitem nicht vor den Craftbrauereien des Landes verstecken müssen. So habe ich jüngst freundlicherweise ein Kehrpaket von Stefan Schulz aus Achim bei Bremen bekommen, 6 Flaschen Selbstgebrautes, BATBREW,  4 verschiedene Sorten und, wie ich finde, sehr schicke Etiketten. Da steckt Liebe drin, das merkt man direkt beim Auspacken.

Reichhaltiges Sortiment, 10 Sorten Homebrew

Stefan braut nicht nur 4 Sorten, nein, sein auf der Website www.batbrew.de vorgestelltes Sortiment umfasst je nach Verfügbarkeit ganze 10 verschiedene Biere, Batman wäre stolz… aber nun von der trockenen Vorstellung hineingesprungen ins flüssige Gold.

Das erste Bier, welches ich probiert habe ist das Leprechaun Amber Ale, auf dem Label der Namensgeber aus der irischen Mythologie, hierzulande als Kobold bekannt:

Golden füllt es das Glas, der Schaum ist fein- bis mittelporig und fest. In der Nase machen sich Aromen von Zitrus, Mango, Nadelhölzern, florale sowie Noten von Weißwein breit, ich bin gespannt auf den ersten Schluck…

Dieser hat die bereits in der Nase zu erspürenden Aromensphären in sich, von Zitrusfrüchten wie Zitrone und Grapefruit bis hin zu tropischen und Trockenfrüchten, Mango sowie Beeren. Die Rezenz also die Kohlensäure ist sehr fein.

Im Abgang steigt die Bittere dem Gefühl nach sogar an und wird weiterhin von fruchtigen Noten begleitet. Lecker!

Steckbrief:

Name: Leprechaun

Bierstil: Amber Ale

IBU (International Bitter Units): 35
SPLISH SPLASH, die IPA’s kommen!

Das zweite Bier, ein India Pale Ale (kurz: IPA), heisst Splish und das auf dem Label eine Mischung aus Frau und Tintenfisch, na da bin ich gespannt..

Die Farbe ist kastanienbraun, der Schaum mittelporig und stabil, hält sich also länger im Glas.

In der Nase Zitrone, grasige und fruchtige Aromen von Maracuja und Pfirsich. Auch spüre ich, dass es beim Antrunk sicherlich bitter werden wird..

… und ich werde nicht enttäuscht, moderat zwar aber doch bitter läuft es über die Zunge, erdige, grasige sowie Getreidenoten, die Zitrusfrucht kommt auch nicht zu kurz.

Im Abgang nimmt die Herbe dann sogar noch etwas zu, hinzu kommen florale sowie fruchtige Nuancen.

Steckbrief:

Name: Splish

Bierstil: India Pale Ale (IPA)

IBU: 60

Bier 3 oder wer Splish sagt muss auch Splash sagen, ein Brown IPA und was würde hier besser passen als eine Meerjungfrau auf dem Etikett? Richtig, nichts!

Auch dieses Bier ist braun, noch etwas dunkler als das Splish aber immernoch kastanienartig, der Schaum ist fein bis mittelporig.

Der Geruch ist fruchtig nach Zitrusfrucht und Trockenobst.

Im Mund dann ein Zusammenspiel aus knackiger Hopfen-Bittere, prickelnder Rezenz (Kohlensäure) auf der Zunge und komplexer Aromatik von Rosinen, Grapefruit sowie einem Schuss Röstnote.

Noch im Abgang verbleibt die kernige Herbe und klingt erst langsam aus.

Steckbrief:

Name: Splash

Bierstil: Brown IPA

IBU: 60
Batbrew – Mord Fustang, König der Wortspiele

Last but not least gab es das Mord Fustang zu verkosten, ich mag ja Wortspiele und das Label mit dem dicken Kühlergrill mit springendem Pferd weckt männliche Gefühle. Der Bierstil ist ein India Pale Lager, kurz IPL.

Goldgelb mit feinporigem Schaum kann ich mich mit dem ersten Schluck nicht gedulden, aber vorher nehm ich doch noch eine Nase… fruchtig kommt es mir entgegen, Zitrus um genau zu sein, dazu nehme ich florale sowie grasige Aromen wahr.

Der erste Schluck kommt cremig und angenehm daher, es wechseln sich Bittere und Zitrusfrucht ab. Weiterhin erschmecke ich eine wohltuende Würzigkeit und erdige Noten, im Abgang verbleibt es erdig-herb.

Steckbrief

Name: Mord Fustang

Bierstil: India Pale Lager (IPL)

IBU: 40

Auf Grundlage der probierten Sorten kann ich wirklich eine Empfehlung aussprechen, leider sind Stefans Biere käuflich nicht zu erwerben, doch sie sind auf jeden Fall alle sehr ansprechend gestaltet und natürlich lecker! Prost.

Mehr unter: https://www.batbrew.de/

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Bockbieranstich am Freitag Abend in Schammelsdorf, urgemütlich!

Meine Reise ins beschauliche Schammelsdorf war nicht ohne Mühe. Eine Fahrt mit dem Zug nach Bamberg, anschließender Busfahrt nach Litzendorf und 25 minütigem Fußmarsch später in eben dieses Schammelsdorf zur Brauerei Knoblach kann ich sagen: Das war es auf jeden Fall wert! Hier mein Bericht zum Bockbieranstich:

Erstmal gemütlich ankommen, der Schammelsdorfer Stammberg Bock wartet

Endlich angekommen fand ich einen mit „brennenden“, durch Holz befeuerten Fässern beheizten Innenhof und urgemütlichen Bier-Hotspot vor. Vom Fass gab es, dem Anlass gebührend den Schammelsdorfer Stammberg Bock für die zahlreich erschienenen durstigen Kehlen. Benannt nach einem nahegelegenen Berg war diese bernsteinfarbene 6,9 – prozentige Spezialität mit feinporiger Schaumkrone in der Nase schon würzig und malzbetont, beim Antrunk dann süßlich, geradezu fruchtig, malzig, mit Getreidenoten und überraschte mich ganz „Frankenbock-untypisch“ im Abgang mit einer deutlichen Bittere. Sehr lecker!

Brauerei Knoblach Schammelsdorf - Stammberg Bock Foto vom Bockbieranstich
Brauerei Knoblach Schammelsdorf – Stammberg Bock

Da ich bisher erst das würzig-herbe Ungspund’s Lagerbier, das malzbetont süße, fruchtig-cremige Räuschla und das herb-rauchige Rauch-Südla der Brauerei probiert hatte, beschloss ich mich noch etwas weiter durchzuprobieren. Wo ginge dies besser als an der Quelle des Gerstensafts?

Das folgende Bier könnte eines meiner Lieblinge werden

Mein nächstes Bier im Glas war das Schammelsdorfer Dunkle Landbier, kastanienbraun im Glas mit feinporigem Schaum machte schon der Anblick Durst auf mehr…

Foto Dunkles Landbier der Brauerei Knoblach aus Schammelsdorf beim Bockbieranstich 2017
Brauerei Knoblach Schammelsdorf – Dunkles Landbier

Meine Nase wusste das Bier mit deutlichen Röstaromen zu kitzeln, auch die Malznote kam nicht zu knapp. Auf der Zunge dann ein schönes Zusammenspiel von Röstmalz, Schwarzbrot, angenehmer Herbe und ansprechender Würzigkeit. Im Abgang hallte es noch länger herb-würzig nach, klasse! Davon nahm ich mir direkt ein zweites..

Den Abschluss meines Brauereiaufenthaltes bildete das Weißbier. Die dichten „Hefewolken“ im Glas waren sogar noch trüber als das Wetter der letzten Tage, farblich ein dunkles Gold und der Schaum fest und feinporig, das schmeckt bestimmt! Und ich wurde nicht enttäuscht: Pfirsich, Zitrus und Mango aus meinem ersten, erschnüffelten Eindruck wurden durch den Antrunk bestätigt und brachten ein interessantes Aromenspiel ins Weizenglas. Hinzu kam die von mir so geliebte Bananennote, eine fruchtige Süße und dezente Zitrusnuancen, ein sehr ansprechendes, rundes Weißbier.

Servus, bis bald beim nächsten Bockbieranstich in Schammelsdorf

Nach einem kurzen Gespräch mit Brauer Johannes Knoblach machte ich mich zufrieden und mit meinem Wegbier, dem hopfenbetont-getreidigen Sommerbier der Brauerei auf den Heimweg. Einen Besuch der Brauerei kann ich wirklich nur empfehlen. Prost!

Brauerei Knoblach, Schammelsdorf - Sommerbier, Wegbier zum Sonnenuntergang
Brauerei Knoblach, Schammelsdorf – Sommerbier, Wegbier zum Sonnenuntergang

 

Mehr unter: http://www.brauerei-knoblach.de/

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Grünhopfen Bierfest im Hopfengarten Bamberg, oh hoppy Day!

Hopfen, ja Hopfen zieht bei mir immer! Mein Besuch beim Grünhopfen Bierfest im Hopfengarten zu Bamberg.

Anreise und aufschlussreiche Bierverkostung

So war für mich der Besuch des Bamberger Grünhopfen Bierfestes beschlossene Sache, bot es doch schon in der Veranstaltungsbeschreibung allerlei interessante Möglichkeiten, mit frischem Hopfen in Berührung zu kommen, ja sogar Hopfenpflanzen nach Hause für den eigenen Anbau mitzunehmen.

Um 14 Uhr als erster Besucher des letzten Festtages am Sonntag scharrte ich schon mit den Hufen und nach pünktlichem Einlass ging es für mich direkt mit der Verkostung der zahlreichen hopfengestopften Bierspezialitäten los. Basis der Biere waren Lager, Helles und Pils der Bamberger Keesmann Bräu, welche kaltgestopft durch diverse eigens angebaute Hopfensorten des Bamberger Hopfengartens verfeinert wurden.

Die Biere, welche ich verkosten konnte, jeweils frisch vom Fass, waren im Einzelnen:

  • Rausch König – Hopfengestopftes Helles mit Weihrauch und Perle Hopfen, bernsteinfarben im Glas mit würzigem Antrunk, in der Nase deutlichem Hopfenaroma und einer leichten Fruchtigkeit im Abgang
  • Hopfen Dolde Perle – Hopfengestopftes Pils (wie der Name schon sagt mit Perle Hopfen) und Zitrusaroma in der Nase sowie im Antrunk, dazu einer feinen Bitterkeit sowie einer gewissen fruchtigen Note
  • Chillilero – Hopfengestopftes Lager mit Chilli und Cascade Hopfen, in der Nase würzig, leichtes Chiliaroma, im Antrunk herb-würzig, leicht scharf und im Abgang weiter würzig
  • Tomaten Joe – Helles, mit Perle Hopfen und Tomaten gebraut, in der Nase tatsächlich Tomate, im Antrunk dann fein säuerlich, fruchtig und erfrischend
  • Himbo – Helles mit Himbeeren und Cascade, in der Nase Himbeeren, Pfirsich und Zitrusaromen. Der Antrunk dann mit fruchtigen Noten von Mango, Zitrus und leichter Säure durch die beim Brauvorgang zugesetzten Himbeeren
  • Miraculix – Lager mit Rosmarin und Perle Hopfen, Pfirsich und Zitrus sowohl in der Nase als auch im Antrunk, im Abgang bleibt eine fruchtige Note
  • Ingwer Hit – Helles mit Ingwer und Perle Hopfen, fruchtig nach Zitrus in der Nase und im Antrunk, dazu eine leichte Schärfe durch den Ingwer
Kann man Hopfen rauchen? Ja, beim grünhopfen bierfest!

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, den Hopfen auch in der Rauchvariante, sprich aus der Zigarette zu probieren, ein recht starker Genuss und nichts für Anfänger, aber hey, probiert haben muss man das auf jeden Fall als echter Hophead 😉

Hopfenzigaretten im beim Grünhopfen Bierfest im Hopfengarten Bamberg
Hopfenzigaretten
Der Hopfengarten Bamberg ist immer einen Besuch wert

Neben den Brauspezialitäten, den Hopfenpflanzen und dem Verkauf diverser Erzeugnisse wie Bier mit Hopfendolde in der Flasche, Whiskey mit Hopfenzugabe, Likör und T-Shirts muss ich sagen ist der Hopfengarten Bamberg auch außerhalb des Grünhopfen Bierfest definitiv einen Besuch wert. Hier wird mit Liebe Hopfen angebaut, was in Bamberg schon seit Jahrzenten, genauergesagt seit 120 Jahren nicht der Fall war. Es wimmelt nicht nur von grünem Gold, nein auch (200 verschiedene!) Tomatensorten aller Art, Chili, Paprika und Kürbisse können erworben werden. Zudem sind auch die Menschen dahinter sehr fröhliche und umgängliche Zeitgenossen mit denen man gerne ins Gespräch kommen darf und viel interessantes erfahren kann.

Eine rund um gelungene Veranstaltung des Hopfengarten Bamberg, welcher im Laufe des Jahres immer wieder zu derartigen Events wie dem Grünhopfen Bierfest einlädt, ich kann es nur jedem empfehlen mal vorbeizuschauen!

 

Mehr auf: http://hopfengarten-bamberg.de/

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Drinktec 2017 in München, Bier, Brauer und viele interessante Eindrücke

Wir schreiben das Jahr 2017… mein erster Besuch der Messe Drinktec und der gleichzeitig stattfindenden BIER LIVE auf der PRO FachHANDEL mit ihren jeweils zahlreichen Ausstellern und Verkostungsmöglichkeiten war zweifelsohne ein Highlight meiner bisherigen Messebesuche.

Start der Messe für mich: Weyermann zusammen mit Mike Auerbach

Angefangen hatte mein Besuch mit Mike Auerbach, Geschäftsführer der Hafen Citizen Brauerei aus Hamburg, einem meiner Mit-Biersommelierabsolventen aus dem Lehrgang in Bamberg Anfang des Jahres am Stand der Malzfabrik Weyermann, die vom Fass ihre Biere Schlotfegerla, ein intensives Rauchbier und ein IPA mit an Board hatten.

Gestärkt durch das herb-fruchtige IPA ging mein Besuch weiter, vorbei an imposanten Brauanlagen von BrauKon und Co., dem neuen Sudhaus von Markus Hoppe und Hoppebräu und teilweise sehr unterhaltsamen Zapfhähnen, welche in jedem Falle Lust aufs Bier brauen und zapfen aus Fässern machen.

Zapfhähne verschiedener Bauart
Illustre Zapfhahnauswahl
Biertasting bei der BayWa, Single Hop Weißbiere der Brauerei Plank

Bei der BayWa gab es 6 verschiedene Single-Hop Weißbiere der Brauerei Plank aus Laaber (Landkreis Regensburg), von der Rezeptur gleich, nur unterschieden durch den Einsatz unterschiedlicher Hopfensorten (von links nach rechts):

Foto vom BayWa Biertasting mit Single-Hop Weißbier der Brauerei Plank aus Laaber bei der Drinktec München 2017
BayWa Biertasting mit Single-Hop Weißbier der Brauerei Plank aus Laaber
  • Callista, mein Favorit. Herrlich fruchtig nach tropischen Früchten (Maracuja und Mango)
  • Ariana, Aromen von schwarzer Johannisbeere und Pfirsich
  • Mandarina Bavaria, Mandarinen und Zitrusnoten
  • Hallertau Blanc, weißweinartige Aromen, grasig, leicht fruchtig
  • Hüll Melon, süßlich, aromatisch nach Aprikose
  • Polaris, bananig, erfrischend, fruchtig, floral, mein zweitliebstes Bier der Serie
Bierverkostungen Teil 2: Hop Growers of America

Gegenüber des Place2Beer hatte sich die internationale Bierszene eingefunden. Der Stand der Hop Growers of America und der Brewers Association wartete mit vielfältigen Bieren diverser Bierstile von US Craft Brauereien auf.

Dort traf ich unter anderem einige Brauer aus Nürnberg, welche sich auf der Drinktec über Neuigkeiten aus der der Getränkebranche informierten.

Gemeinsames Foto mit Karsten Buroh (Eppelein & Friends Craft Bier Manufaktur Nürnberg), Felix vom Endt (orca brau Nürnberg), Alejandro Gardelag (RavenKraft) und mir, von links nach rechts.
Karsten Buroh (Eppelein & Friends Craft Bier Manufaktur Nürnberg), Felix vom Endt (orca brau Nürnberg), Alejandro Gardelag (RavenKraft) und ich, von links nach rechts.

Probieren konnte ich dort unter anderem das Fat Tire der New Belgium Brewing Company, ein würzig, leicht süßliches und schön fruchtiges amerikanisch-belgisches Ale.

Das Bell’s Ales for A.L.S. IPA der Bell’s Brewery, dessen Einnahmen der weiteren Erforschung der A.L.S. Erkrankung (hierzulande Bekanntheit durch die Ice Bucket Challenge) gestiftet werden, sowie das Stone 21st Anniversary Hail To the Hop Thief Double IPA von Stone Brewing, ein komplexes, starkes, cremig-herb-fruchtiges intensiv hopfengestopftes Bier, waren weitere interessante Geschmackserlebnisse welche die Drinktec für mich bereit hielt.

Am Place2Beer bei der Drinktec, mit Oliver Wesseloh

Angekommen am Place2Beer traf ich auf Oliver Wesseloh von der Kehrwieder Kreativbrauerei aus Hamburg, welcher mir (ja wirklich zum ersten Mal) das alkoholfreie IPA ü.NN der eigenen Brauerei einschenkte. Was soll ich sagen? Das Bier ist für mich das ideale Autofahrer-IPA, lässt es doch nichts an Fruchtigkeit vermissen und auf der Zunge Zitrusfrüchte, Mango und eine leichte Malzsüße im Abgang vernehmen. Das wird mit Sicherheit nicht mein letztes ü.NN gewesen sein! Klasse, Oli!

Kehrwieder Kreativbrauerei - ü.NN. Alkoholfreies Bier von Oliver Wesseloh
Kehrwieder Kreativbrauerei – ü.NN.
Schorschbräu aus Gunzenhausen, das stärkste Bier der Welt

Eine große Freude war es mir auch und damit komme ich zum großen Gegensatz was den Alkoholgehalt angeht, Georg Tscheuschner im Areal der BIER LIVE auf der PRO FachHANDEL zu treffen. In seiner Brauerei Schorschbräu in Gunzenhausen braut er viele starke Biere, hervorzuheben sicherlich der Schorschbock 57, das stärkste Bier der Welt. Probieren durfte ich hier den Schorschbock Ice 13, am Gaumen karamellig, cremig, leicht süßlich, brauner Zucker sowie mit dezenten Röst- und Kaffeearomen kommt es daher und ist damit nichts für Anfänger oder Weicheier, aber mir hat es gut geschmeckt!

Bild von Georg Tscheuschner und mir bei der Verkostung des Ice Bock 13 von Schorschbräu aus Gunzenhausen
Georg Tscheuschner und ich bei der Verkostung des Ice Bock 13 von Schorschbräu aus Gunzenhausen

Abschließend kann ich einen Besuch der Drinktec nur empfehlen, trifft man dort doch sowohl auf gleichgesinnte Bierfreunde, Brauer mit viel zu erzählen und feinen Bieren und eine insgesamt sehr gut organisierte und nicht zu überlaufene Messe. Cheers!

Mehr unter: http://www.drinktec.com/

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Domis-Reviews, der Blog für Bierliebhaber

Domis Reviews Logo, domis-reviews
Logo Domis Reviews

Herzlich Willkommen auf meinem Bierblog über Bierkultur und die Brauszene, Domis-Reviews.

Mein Name ist Dominik Notzon, ich habe Wirtschaftsinformatik studiert und bin seit Januar 2017 Diplom-Biersommelier durch meine Ausbildung bei Doemens.

Berichte aus der brauszene, biertests, festivals

In regelmäßigen Abständen stelle ich hier feine fränkische Bierspezialitäten, Brauereien und interessante Veranstaltungen rund um den feinen Gerstensaft vor. Dabei ist mein Ziel mit kurzweiligen, informativen und spannenden Berichten die Brauerszene und deren wunderbare bierige Erzeugnisse vorzustellen.

feedback und bier zum verkosten und bloggen erwünscht

Ich würde mich natürlich auch sehr über Feedback freuen, auch Bierproben zur Verkostung mit anschließendem Bericht auf meinem Blog sind überaus erwünscht.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim

Stöbern und allzeit guten Durst!

 

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