Biervorstellung: VEIT – Kellerbier

Achtung Achtung, jetzt kommt VEIT!

Noch nicht gehört? Kein Wunder! Das gemeinsame Projekt von Sebastian Sauer und Felix vom Endt ist brandneu, der erste Sud wurde erst vor kurzem eingebraut. Ich bin sehr froh den ersten Bericht darüber schreiben zu dürfen. Seid gespannt auf VEIT!

Felix vom Endt, der orca oben auf der Craftbeer-Welle

Felix vom Endts Bier-Karriere nahm ihren Anlauf als Hobbybrauer daheim, in Kanada, sowie bei Heidenpeters in Berlin, wo er ca. 2 Jahre arbeitete. Aus Berlin nahm er schlussendlich nicht nur viel Erfahrung mit nach Nürnberg, sondern auch die alte 5 Hektoliter Brauanlage von Heidenpeters. Hier in Nürnberg braut er mit vielerlei Ideen, Kreativität und teilweise ausgefallenen Zutaten Biere, welche polarisieren und begeistern. Handwerklich gebraut, abgefüllt und selbst etikettiert: orca brau!

Sebastian Sauer, kreativ auf mehreren wegen

Sebastian ist kreativer Brauer bei Freigeist Bierkultur, hat schon mit einigen Größen der Craftbeer-Szene in Kollaboration gebraut und seine bierige Karriere 2009 bei der Braustelle in Köln bei und mit Peter Esser gestartet. Seither belebt er, auch mit der „The Monarchy“-Brauerei (mit Fritz Wülfing), alte Bierstile wieder, scheut nicht vor Experimenten zurück und hat sich durch seine Kreationen, vom Lichtenhainer über die Berliner Weisse bis hin zu IPAs, einen Namen gemacht.

lasset das Bier sprechen, meine Biervorstellung

Kommen wir also zum Bier, einem Gemeinschaftsprojekt aus der German Classics – Serie von orca brau und Freigeist Bierkultur, welches es übrigens nur direkt im Brauereiverkauf von orca brau zu kaufen gibt.

Name: VEIT – Kellerbier

Bierstil: Kellerbier

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Mittelfrüh & Perle), Hefe

Alkohol: 4,9 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

VEIT Kellerbier im Glas
VEIT Kellerbier im Glas

Optischer Eindruck:

Strahlend goldgelb im Glas mit leichter Trübung, der Schaum ist weiß, feinporig und relativ stabil.

Geruch:

In der Nase machen sich fruchtige Noten, gepaart mit grasig-floralen, sowie leichten Getreidearomen bemerkbar.

Antrunk:

Das Bier ist angenehm mild würzig, hat sowohl fruchtige als auch getreidige Aromen. Es ist genau richtig karbonisiert, eine sanfte Spritzigkeit am Gaumen stellt sich ein. Zudem schwingt eine feine Bitternote mit.

Nachtrunk:

Im Nachhall verbleibt eine würzig-getreidige Note und eine leichte Bittere.

Ein wunderbar süffig ausgewogenes Kellerbier, da geht was! Prost!

Mehr über orca brau gibt es hier zu finden. Der Brauereiverkauf ist jeden Donnerstag von 16 – 19 Uhr.

Infos über Freigeist Bierkultur gibt es hier.

Meinen Bericht über orca brau findet ihr übrigens hier.

Meinel-Bräu in Hof zur 1. Flaschengeist Open Bottle, ich bin mopsfidel!

Die Meinel Bräu in Hof hat ein neues, monatlich wiederkehrendes Event, den Flaschengeist. Hier kann man jeweils das Bier des Monats der Brauerei verkosten und bei einer Brauereiführung mehr über die Herstellung erfahren.

Foto der Meinel-Bräu in Hof von Aussen
Meinel-Bräu in Hof
Mopsfidel – Das Bier

Dieses mal, am 18. November 2017 war es das Vier-Korn-Ale Mopsfidel, welches ursprünglich im Jahre 2014 zum 1. Geburtstag der Kneipe Mops von Gostenhof aus Nürnberg gebraut und dort ausgeschenkt wurde.

Das Bier Mopsfidel der Meinel-Bräu aus Hof im Glas
Meinel Bräu Hof – Mopsfidel im Verkostungsglas

Was ist nun also ein Vier-Korn-Ale?

Wie der Name schon sagt, wurde hier mit 4 verschiedenen Körnern, sprich Malzen gebraut:

  • Gerste
  • Weizen
  • Roggen
  • Dinkel

Hinzu kommen die Hopfensorten Spalter und Mosaik, Wasser, Hefe und fertig ist der Genussmoment.

Wie es schmeckt?

Im Glas ist es naturtrüb und bernsteinfarben, der Schaum feinporig und recht stabil. In der Nase Noten von Zitrus, Grapefruit, Maracuja, ja ich meine sogar eine reife Banane wahrzunehmen. Im Antrunk präsentiert sich der Mops malzig und fruchtig, mit Zitrus, Trockenfrüchten, Grapefruit. Hinzu kommt eine leichte, harmonisch zum Gesamtbild passende Herbe, welche auch im Abgang noch gemeinsam mit Zitrus und Grapefruit nach- und langsam verhallt. Ein schönes Bier, nicht nur für den Winter finde ich.

Brauereiführung bei Meinel-Bräu, unterhaltsam und informativ

Dies war aber nur Teil eins meines Besuchs der Brauerei, denn ich wollte auch gerne mehr erfahren, sehen wo der Meinel-Gerstensaft der kreativen Köpfe, Brauerinnen Moni und Gisi Meinel-Hansen entsteht.

Also schloss ich mich der im Anschluss stattfindenden Brauereiführung an, welche uns in die verschiedenen Bereiche der Brauerei führte.

Der äußerst entspannte und bisweilen launige Ausflug durch die Brauerei startete für mich im Sudhaus. Hier erfahren wir, wie das Meinel-Bier gebraut wird. Von der Zugabe des Malzes also dem Maischen, den unterschiedlichen Erhitzungsvorgängen des Sudes, der Trennung von Würze und Malz (Läutern) bis zum Würzekochen mit Hopfengabe und der abschließenden Abkühlung.

Der zurückbleibende Treber wandert natürlich nicht in den Müll, die örtliche Gastronomie und natürlich die Schweinchen in Hof freut das, dient es doch als ‚Futter‘ für Mensch (Treberbrot, Schnitzelpanade) und Tier.

Der Hopfen, bei den Kreativbieren fast schon verschwenderisch hoch dosiert, gelangt in einem großen Magazin in den Braukessel. Der Klügere lädt nach, ist hier doch Platz für fünf verschiedene Hopfen, welche einzeln in den Sud dosiert werden können. Neben den größeren Kesseln befindet sich zudem noch eine kleinere Brauanlage (siehe Foto oben), in welcher neue Rezepturen ausprobiert werden können.

Ein gutes Bier braucht Zeit

War das schon alles? Nein!

Nachfolgend ging es zu den Gär- und Lagertanks der Brauerei. Die Hefe für die Gärung wird hier nicht nur einmal, sondern mehrmals genutzt. Auch der Lagerung gönnt man hier mehr Zeit als anderswo, es werden auch keine Kunststoff Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) Kügelchen zugesetzt und später mit Toleranz wieder herausfiltriert um die Haltbarkeit zu steigern, ein Glück!

Filtriert wird das Bier trotzdem, hier durch Kieselgur also Urgestein, welches die restliche Hefe aus dem fertigen Erzeugnis filtert, damit in der Flasche keine ungewollte Nachgärung und einhergehende Geschmacksveränderung auftritt. Den unfiltrierten Zwickl gibt es bei Meinel nur vom Fass. Die Haltbarkeit der Meinel-Biere ist dennoch kürzer als bei bekannten Fernsehbieren, es wird eben nicht künstlich eingegriffen um diese zu verlängern, was ich sehr sehr positiv finde.

Eine insgesamt wirklich gelungene Veranstaltung ging dann in der Flaschenabfüllung zu Ende, abschließend gab es Weißwürste zur Verpflegung, es soll mit Sicherheit nicht mein letzter Besuch gewesen sein. Prost!

Mehr über die Meinel-Bräu unter: http://www.meinel-braeu.de/

Consumenta – Regionale Brauereien präsentieren sich

Meine Vorfreude war groß, las ich doch bereits im Vorfeld vom für „Süddeutschlands größte und erfolgreichste Einkaufsmesse“ meiner Meinung nach sehr üppigen Portfolio fränkischer Handwerksbrauereien, welche sich hier bei der Consumenta in Nürnberg präsentieren durften. Also rasch ein Ticket gekauft und eingetaucht ins Bierland Franken…

Original regional, nikl bräu
Stand der Nikl-Bräu Pretzfeld bei der Consumenta

Los ging es für mich im Bereich Original Regional mit der Nikl Bräu aus Pretzfeld, wo ich als erstes das Dorfbier, ein sehr interessantes Festbier, verkosten durfte. Bernsteinfarben liegt es im Glas mit feinporigem Schaum. In der Nase zeigt es sich fruchtig, eine feine Säure schwingt mit, dazu eine sanfte Rauchnote. Da wird man sofort neugierig auf den ersten Schluck! Dieser präsentiert sich mit ausgewogenem Raucharoma, malzig, mit feiner fruchtiger Säure und einer angenehmen Bittere. Im Abgang bleibt ein dezent rauchig, fruchtig-herber Nachhall. Ein Rauchbier ganz nach meinem Geschmack.

Nikl-Bräu – Dorfbier

Weil ich mich unter fachkundiger Bewirtung so wohl fühlte, blieb ich noch ein wenig und wurde nicht enttäuscht. Denn als nächstes folgte ein richtig edler Tropfen: Old Django, aus der Nikl Selection, gereift in Williamsbirne Fässern und mit fränkischem Williams-Edelbrand vergoren. Fruchtig und fein säuerlich in der Nase nach Zitrusfrucht waren meine ersten Eindrücke dieses Bocks, natürlich Birne und dazu eine feine Vanillenote. Im Antrunk wurden meine Eindrücke durch angenehme Säure, Zitrus, leichte Williamsnoten und im Abgang harmonischer Melange aus Frucht und ihrer Säure bestätigt. Toll, dieses Bier verkosten zu dürfen.

Nikl Bräu – Old Django Bockbier

Da passte auch wunderbar Djangos Bierbrand, ein destilliertes Produkt aus eben diesem Old Django Bockbier dazu, in Eichenfässern ausgebaut und von Johannes Haas (Edelbrennerei Haas, Pretzfeld) gebrannt.

Den Abschluss bei Nikl machte bei mir das Nikl-Festbier, laut Ankündigung eine echte „Rauchbombe“. In der Nase bestätigte sich dies auch, zusammen mit Cognac-Aromen ein sehr schönes Zusammenspiel. Im Mund hielt sich der Rauch bei mir eher bedeckt, Cognac, Fruchtigkeit, Trockenfrüchte harmonisierten sich schön mit ihm und auch im Abgang blieb für mich eine Mischung aus Frucht und eben Cognac.

Weiherer Bier, immer einen Besuch wert
Bier Sortiment der Brauerei Kundmüller aus Viereth-Trunstadt
Bier Sortiment der Brauerei Kundmüller aus Viereth-Trunstadt

Nach zwischenzeitlicher Stärkung abseits des flüssigen Brotes beim Heimatfoodtruck Goud mit dem Schäufele-Weggla begab ich mich zur Brauerei Gasthof Kundmüller, bekannt durch seine Weiherer Biere. Das erste probierte Bier, Bio-Zwickerla Dunkel genannt, ist ein bernsteinfarbenes, mit feinporigem Schaum bedecktes Kellerbier. Malzige sowie würzige Aromen kann ich wahrnehmen, im Mund ist das ausschließlich mit Rohstoffen aus biologischem Anbau gebraute Bier schön würzig, malzig, feinherb und etwas süßlich. Das gefällt mir.

Das Weiherer Schwärzla, mein folgendes Bier der Brauerei Kundmüller, ist die fränkische Interpretation eines Stouts, so wurde es mir beschrieben. Und tatsächlich, in der Nase tummeln sich Eindrücke von Bitterschokolade, Röstmalz und Kaffee, die Farbe ist stout-typisch schwarz wie die Nacht dunkel und der Schaum legt sich feinporig und cremefarben darüber. Im Mund enttäuscht das Schwärzla keineswegs, nach so imposantem erstem Eindruck, sondern ist intensiv röstaromatisch mit kräftigen Aromen von dunkler Schokolade, Kaffee und Toffee. Im Nachhall verbleibt herbe Würzigkeit.

hoch leben die Versuchs-Brettchen
Foto des Tastingboards der Braumanufaktur Hertl
Braumanufaktur Hertl – Tasting Board / Versuchsbrettchen

Bei der nächsten Brauerei, die Braumanufaktur Hertl, probierte ich mich durch ein Tastingboard 4 verschiedener Biere.

  • Whiskey-Doppelbock (Nase: Whiskey, fruchtig, Zitrusfrucht, Cognac. Antrunk: Cognac- und Whiskey harmonisch vereint, dazu fruchtig)
  • Rote Hochzeit (fruchtig, feinsauer, mit Hibiskus gebraut)
  • Sommerkick (Zitrus, Ingwernoten, spritzig)
  • Gurkengose (salzig, nach Gurke, leichte Säure)
    Neues aus Uehlfeld, die Brauerei Zwanzger gibt mir eine exklusive Vorschau

    Foto von Brauer Christian Zwanzger und mir bei der Consumenta Nürnberg
    Christian Zwanzger und ich bei der Consumenta Nürnberg

Nach erneuter Stärkung ging es auf zum Zwanzger für mich, genauer gesagt zum Stand der Brauerei & Gasthof Zwanzger von und mit Brauer Christian Zwanzger. Für die Messe hatte Christian hauptsächlich seine Klassiker Landbier, Weizen, Pils, Festbier und Dunkel mit dabei, ich entschied mich jedoch für den für mich noch neuen Büchsenöffner, ein mit Honig gebrautes goldgelbes naturtrübes Bier.

Foto des Bieres Büchsenöffner der Brauerei Zwanzger aus Uehlfeld bei der Consumenta in Nürnberg
Brauerei Zwanzger Uehlfeld – Büchsenöffner

In der Nase nahm ich eine fruchtige Honigsüße wahr, dazu malzige und herbe Noten sowie Zitrusfrucht. Der Antrunk war dann mit intensiven Honignoten, einer daraus resultierenden Süße, Fruchtigkeit und leichter Herbe ein für mich gelungenes Zusammenspiel verschiedener Eindrücke.

Noch in einer Standard Bierflasche abgefüllt und als exklusive Preview bekam ich dann sogar noch ein neues Spezialbier von Christian eingeschenkt.

Foto des neuen Bieres Lady in Red der Brauerei Gasthof Zwanzger aus Uehlfeld
Brauerei Gasthof Zwanzger – Lady in Red

Lady in Red, die Farbe schon einmal beeindruckend, ein kräftiges Rot mit rosafarbenem, feinporigen Schaum und in der Nase Aromen von Brombeeren, Johannisbeeren und Himbeeren. Im Antrunk dann ist das Bier fruchtig, fein säuerlich, ein bunter Obstkorb bestehend aus Johannisbeere, Himbeere und Stachelbeere. Auch im Abgang bleibt eine fruchtige feine Säure. Klasse und herzlichen Dank für die Probe, Christian!

Diese Bierkreation soll es übrigens unter anderem bei der 3. Mainzer CraftBeerMesse kommendes Wochenende (Freitag und Samstag) zu probieren geben.

Hechtbräu und Kathi-Bräu, Franken pur

Den Abschluss bildeten zwei fränkische Klassiker für mich, bei Bernhard Hecht am Stand seiner Brauerei Hechtbräu aus Zimmern probierte ich sein Landbier Hell, golden im Glas, die Schaumkrone feinporig weiß und in der Nase Getreide, grasige und fruchtige Noten. Der erste Schluck beweist den Eindruck von Getreide, zusammen mit einer schönen Hefearomatik und einer stimmigen Würzigkeit.

Das Dunkle der Kathi-Bräu mit seiner fast nachtschwarzen Farbe im Glas, dem cremefarbenen stabilen Schaum und Kaffee, Trockenfrüchten und Malz in der Nase begleitete mich mit seinem malzbetonten Antrunk und seiner fruchtig, leicht würzig-erfrischenden Aromatik in die ebenso dunkle Nacht über Nürnberg. Bis nächstes Jahr bei der Consumenta, zum Wohl!

Foto des Dunklen Bieres der Kathi-Bräu bei der Consumenta Nürnberg
Kathi-Bräu – Dunkel

 

Weitere Infos unter: http://www.consumenta.de/

Mehr zu neuen Bieren aus Nürnberg erfahrt Ihr hier: http://domis-reviews.de/brauerstammtisch-bei-mrkennedy

Bockbieranstich am Freitag Abend in Schammelsdorf, urgemütlich!

Meine Reise ins beschauliche Schammelsdorf war nicht ohne Mühe. Eine Fahrt mit dem Zug nach Bamberg, anschließender Busfahrt nach Litzendorf und 25 minütigem Fußmarsch später in eben dieses Schammelsdorf zur Brauerei Knoblach kann ich sagen: Das war es auf jeden Fall wert! Hier mein Bericht zum Bockbieranstich:

Erstmal gemütlich ankommen, der Schammelsdorfer Stammberg Bock wartet

Endlich angekommen fand ich einen mit „brennenden“, durch Holz befeuerten Fässern beheizten Innenhof und urgemütlichen Bier-Hotspot vor. Vom Fass gab es, dem Anlass gebührend den Schammelsdorfer Stammberg Bock für die zahlreich erschienenen durstigen Kehlen. Benannt nach einem nahegelegenen Berg war diese bernsteinfarbene 6,9 – prozentige Spezialität mit feinporiger Schaumkrone in der Nase schon würzig und malzbetont, beim Antrunk dann süßlich, geradezu fruchtig, malzig, mit Getreidenoten und überraschte mich ganz „Frankenbock-untypisch“ im Abgang mit einer deutlichen Bittere. Sehr lecker!

Brauerei Knoblach Schammelsdorf - Stammberg Bock Foto vom Bockbieranstich
Brauerei Knoblach Schammelsdorf – Stammberg Bock

Da ich bisher erst das würzig-herbe Ungspund’s Lagerbier, das malzbetont süße, fruchtig-cremige Räuschla und das herb-rauchige Rauch-Südla der Brauerei probiert hatte, beschloss ich mich noch etwas weiter durchzuprobieren. Wo ginge dies besser als an der Quelle des Gerstensafts?

Das folgende Bier könnte eines meiner Lieblinge werden

Mein nächstes Bier im Glas war das Schammelsdorfer Dunkle Landbier, kastanienbraun im Glas mit feinporigem Schaum machte schon der Anblick Durst auf mehr…

Foto Dunkles Landbier der Brauerei Knoblach aus Schammelsdorf beim Bockbieranstich 2017
Brauerei Knoblach Schammelsdorf – Dunkles Landbier

Meine Nase wusste das Bier mit deutlichen Röstaromen zu kitzeln, auch die Malznote kam nicht zu knapp. Auf der Zunge dann ein schönes Zusammenspiel von Röstmalz, Schwarzbrot, angenehmer Herbe und ansprechender Würzigkeit. Im Abgang hallte es noch länger herb-würzig nach, klasse! Davon nahm ich mir direkt ein zweites..

Den Abschluss meines Brauereiaufenthaltes bildete das Weißbier. Die dichten „Hefewolken“ im Glas waren sogar noch trüber als das Wetter der letzten Tage, farblich ein dunkles Gold und der Schaum fest und feinporig, das schmeckt bestimmt! Und ich wurde nicht enttäuscht: Pfirsich, Zitrus und Mango aus meinem ersten, erschnüffelten Eindruck wurden durch den Antrunk bestätigt und brachten ein interessantes Aromenspiel ins Weizenglas. Hinzu kam die von mir so geliebte Bananennote, eine fruchtige Süße und dezente Zitrusnuancen, ein sehr ansprechendes, rundes Weißbier.

Servus, bis bald beim nächsten Bockbieranstich in Schammelsdorf

Nach einem kurzen Gespräch mit Brauer Johannes Knoblach machte ich mich zufrieden und mit meinem Wegbier, dem hopfenbetont-getreidigen Sommerbier der Brauerei auf den Heimweg. Einen Besuch der Brauerei kann ich wirklich nur empfehlen. Prost!

Brauerei Knoblach, Schammelsdorf - Sommerbier, Wegbier zum Sonnenuntergang
Brauerei Knoblach, Schammelsdorf – Sommerbier, Wegbier zum Sonnenuntergang

 

Mehr unter: http://www.brauerei-knoblach.de/

Grünhopfen Bierfest im Hopfengarten Bamberg, oh hoppy Day!

Hopfen, ja Hopfen zieht bei mir immer! Mein Besuch beim Grünhopfen Bierfest im Hopfengarten zu Bamberg.

Anreise und aufschlussreiche Bierverkostung

So war für mich der Besuch des Bamberger Grünhopfen Bierfestes beschlossene Sache, bot es doch schon in der Veranstaltungsbeschreibung allerlei interessante Möglichkeiten, mit frischem Hopfen in Berührung zu kommen, ja sogar Hopfenpflanzen nach Hause für den eigenen Anbau mitzunehmen.

Um 14 Uhr als erster Besucher des letzten Festtages am Sonntag scharrte ich schon mit den Hufen und nach pünktlichem Einlass ging es für mich direkt mit der Verkostung der zahlreichen hopfengestopften Bierspezialitäten los. Basis der Biere waren Lager, Helles und Pils der Bamberger Keesmann Bräu, welche kaltgestopft durch diverse eigens angebaute Hopfensorten des Bamberger Hopfengartens verfeinert wurden.

Die Biere, welche ich verkosten konnte, jeweils frisch vom Fass, waren im Einzelnen:

  • Rausch König – Hopfengestopftes Helles mit Weihrauch und Perle Hopfen, bernsteinfarben im Glas mit würzigem Antrunk, in der Nase deutlichem Hopfenaroma und einer leichten Fruchtigkeit im Abgang
  • Hopfen Dolde Perle – Hopfengestopftes Pils (wie der Name schon sagt mit Perle Hopfen) und Zitrusaroma in der Nase sowie im Antrunk, dazu einer feinen Bitterkeit sowie einer gewissen fruchtigen Note
  • Chillilero – Hopfengestopftes Lager mit Chilli und Cascade Hopfen, in der Nase würzig, leichtes Chiliaroma, im Antrunk herb-würzig, leicht scharf und im Abgang weiter würzig
  • Tomaten Joe – Helles, mit Perle Hopfen und Tomaten gebraut, in der Nase tatsächlich Tomate, im Antrunk dann fein säuerlich, fruchtig und erfrischend
  • Himbo – Helles mit Himbeeren und Cascade, in der Nase Himbeeren, Pfirsich und Zitrusaromen. Der Antrunk dann mit fruchtigen Noten von Mango, Zitrus und leichter Säure durch die beim Brauvorgang zugesetzten Himbeeren
  • Miraculix – Lager mit Rosmarin und Perle Hopfen, Pfirsich und Zitrus sowohl in der Nase als auch im Antrunk, im Abgang bleibt eine fruchtige Note
  • Ingwer Hit – Helles mit Ingwer und Perle Hopfen, fruchtig nach Zitrus in der Nase und im Antrunk, dazu eine leichte Schärfe durch den Ingwer
Kann man Hopfen rauchen? Ja, beim grünhopfen bierfest!

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, den Hopfen auch in der Rauchvariante, sprich aus der Zigarette zu probieren, ein recht starker Genuss und nichts für Anfänger, aber hey, probiert haben muss man das auf jeden Fall als echter Hophead 😉

Hopfenzigaretten im beim Grünhopfen Bierfest im Hopfengarten Bamberg
Hopfenzigaretten
Der Hopfengarten Bamberg ist immer einen Besuch wert

Neben den Brauspezialitäten, den Hopfenpflanzen und dem Verkauf diverser Erzeugnisse wie Bier mit Hopfendolde in der Flasche, Whiskey mit Hopfenzugabe, Likör und T-Shirts muss ich sagen ist der Hopfengarten Bamberg auch außerhalb des Grünhopfen Bierfest definitiv einen Besuch wert. Hier wird mit Liebe Hopfen angebaut, was in Bamberg schon seit Jahrzenten, genauergesagt seit 120 Jahren nicht der Fall war. Es wimmelt nicht nur von grünem Gold, nein auch (200 verschiedene!) Tomatensorten aller Art, Chili, Paprika und Kürbisse können erworben werden. Zudem sind auch die Menschen dahinter sehr fröhliche und umgängliche Zeitgenossen mit denen man gerne ins Gespräch kommen darf und viel interessantes erfahren kann.

Eine rund um gelungene Veranstaltung des Hopfengarten Bamberg, welcher im Laufe des Jahres immer wieder zu derartigen Events wie dem Grünhopfen Bierfest einlädt, ich kann es nur jedem empfehlen mal vorbeizuschauen!

 

Mehr auf: http://hopfengarten-bamberg.de/

Orca brau, Besuch beim Wal aus Nürnberg

Orca brau, der neue Wal im Haifischbecken Craftbierindustrie. In Nürnberg tut sich was, ja was genau? Autodidakt Felix vom Endt, ehemals bei der Brauerei Heidenpeters in Berlin, ist wieder in seine alte Heimat Franken zurückgekehrt.

Seine Frau Susa designt die Etiketten, welche ich selbst im reich an fantasievollen Etiketten befindlichen Craftbeer Markt als etwas besonderes empfinde, sind darunter doch sowohl schlichte Motive als auch Eindrücke aus gemeinsamen Reisen. Das Auge trinkt ja bekanntlich mit.

Experimentierfreude wird gross geschrieben bei Orca brau

Felix scheut auch nicht vor Experimenten zurück, jüngst musste ein etwas zu sauer geratenes Bier gar komplett in den Ausguss wandern, doch genau das ist es was seine Arbeit ausmacht. Der Mut zum Risiko, etwas auszuprobieren was eben nicht mit ganzer Sicherheit gelingen kann, aber doch könnte. Genau diese kreative Herangehensweise finde ich bemerkenswert, bemerkenswert mutig, sowie eine absolut richtige wie wichtige Herangehensweise. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Seine Brauerei am Steinacher Kreuz 24 in Nürnberg hat schon jetzt viele bemerkenswerte Biere hervorgebracht, obwohl sie doch erst seit Februar 2017 existiert.

Dennoch möchte er sich bisher nicht auf feste Sortimente eingrooven, sondern weiter kreativ sein.

In Zukunft sind beispielsweise zu Halloween ein Pumpkin Ale mit heimischen Kürbissen sowie zur Winterzeit ein Porter unter Einsatz von Minzblättern beim Brauvorgang geplant. Das klingt nicht nur spannend, das ist es auch. Aufregend für den Gaumen, anregend und somit herausfordernd für die alteingesessenen fränkischen Biertrinker, deren Geschmacksnerven Felix immer wieder aufs neue zu prüfen vermag.

Seine Biere polarisieren, zu nennen wäre hier Boomshakalaka, ein mit Habanero Chili gebrautes Rauchbier, welches von vielen als wunderbar, von anderen jedoch eher in die Kategorie sonderbar eingestuft wird. Mir gefällt das Aromenspiel zwischen Rauchmalz und der Schärfe des Cilis, welche inzwischen beim zweiten Sud etwas zurückgenommen wurde aber immernoch präsent ist.

Ausblick oder: Die Zukunft von Orca brau

Worauf kann man sich bei orca brau noch freuen? Auf jeden Fall auf Biere mit frischem Doldenhopfen gebraut, welche im Jahr 2018 den Biermarkt bereichern sollen, sowie auf viele weitere Experimentalsude, mit allerlei fränkischen sowie ausländischen Kräutern und Gemüse, welche bei Felix vom Endt derzeit immer direkt auf seiner Standard-Brauanlage mit 5 Hektoliter Fassungsvermögen gebraut werden. Diese bekam er von seiner alten Wirkungsstätte Heidenpeters für einen Obulus nach etwas Überredungskunst mit nach Franken geliefert und seither verwöhnt viel neues aufregendes Bier die fränkischen Biertrinker. Ein End(t)e ist nicht in Sicht!

Mehr unter: http://www.orcabrau.de/

Orca brau beim Brauerstammtisch in Nürnberg: http://domis-reviews.de/brauerstammtisch

Domis-Reviews, der Blog für Bierliebhaber

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Herzlich Willkommen auf meinem Bierblog über Bierkultur und die Brauszene, Domis-Reviews.

Mein Name ist Dominik Notzon, ich habe Wirtschaftsinformatik studiert und bin seit Januar 2017 Diplom-Biersommelier durch meine Ausbildung bei Doemens.

Berichte aus der brauszene, biertests, festivals

In regelmäßigen Abständen stelle ich hier feine fränkische Bierspezialitäten, Brauereien und interessante Veranstaltungen rund um den feinen Gerstensaft vor. Dabei ist mein Ziel mit kurzweiligen, informativen und spannenden Berichten die Brauerszene und deren wunderbare bierige Erzeugnisse vorzustellen.

feedback und bier zum verkosten und bloggen erwünscht

Ich würde mich natürlich auch sehr über Feedback freuen, auch Bierproben zur Verkostung mit anschließendem Bericht auf meinem Blog sind überaus erwünscht.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim

Stöbern und allzeit guten Durst!