Buchvorstellung: ‚111 deutsche Craft Biere die man getrunken haben muss‘ von Martin Droschke und Norbert Krines

‚111 deutsche Craft biere die man getrunken haben muss‘ – Autorenvorstellung

Endlich halte ich es in meinen Händen, das neueste Buch von Martin Droschke und Norbert Krines. ‚111 deutsche Craft Biere die man getrunken haben muss‘ heisst es und bietet auf seinen 240 Seiten, veröffentlicht über den Emons Verlag, einen bunten Querschnitt durch Deutschlands Kreativbierszene, von Nord bis Süd, von Ost nach West. Martin Droschke ist freier Werbetexter und Autor und lebt in Coburg, zur Recherche für seine Bücher nimmt er auch gerne mal die ein oder andere weite Reise auf sich. Norbert Krines hat sich als Mann hinter dem erfolgreichen Bierblog ‚Bier des Tages‘ einen Namen gemacht, lebt und arbeitet als freier Autor und Dozent für Deutsch als Fremdsprache in Bamberg, der wahren Hauptstadt des Bieres.

Meine (Bier-)Buchkompetenz

Nun bin ich weder Literaturkritiker noch Autor, aber doch passionierter Bewunderer und Trinker handwerklicher und kreativer Biere und Bierspezialitäten. Meine literarische Sammlung ist eher dem Sachbuchbereich zuzuordnen, findet sich hier doch so mancher Szene-, Sprach, Reise- und Bierführer wieder. Gleichwohl bin ich was das kreative Schreiben angeht ganz gut aufgestellt und würde das auch als mehr als ein Hobby meinerseits bezeichnen. Die hier kund getane Meinung ist also rein subjektiv, also aus meiner Sicht anzusehen, ganz wie es bei meinen Bierbewertungen auf diesem Blog üblich ist.

Da passt es doch gut, dachte ich mir, dieses Bewertungsschema, mit einem kleinen Augenzwinkern auch auf das nun vor mir liegende Gerstensaft-Kompendium anzuwenden. Hier folgt also nun meine Bewertung des Buches.

111 deutsche Craft Biere die man getrunken haben muss
Martin Droschke, Norbert Krines - 111 deutsche Craft Biere die man getrunken haben muss
Martin Droschke, Norbert Krines – 111 deutsche Craft Biere die man getrunken haben muss

Bier(Buch)stil: Sachbuch

Zutaten: Bierexpertise, Reisebereitschaft, Erfahrung, journalistische Qualitäten, gute Leberwerte und eine Passion für gutes Bier und seine Brauer

Alkohol: fast 0 bis über 10 % vol

IBU: fast 0 bis über 100

Beschreibung des Bier(Buch)es:

Optischer Eindruck:

Das Buch liegt türkisfarben vor mir auf dem Tisch, die Seiten sind weiß, beschriftet mit schwarzer Schrift in Druckbuchstaben. Auffällig ist die reichhaltige Bebilderung, zu jedem Bier, respektive jeder Brauerei findet sich auch eine passende Illustration. Sehr gut gefallen mir auch die erhaben hervorgehobenen Buchstaben des Buchtitels.

Geruch:

Buchtypisch, wenn gleich natürlich noch neu. Ich bin kein großer Freund digitaler Buchmedien und freue mich daher immer, ein Buch wirklich in der Hand halten und durch die einzelnen Seiten blättern zu können.

Martin Droschke, Norbert Krines - 111 deutsche Craft Biere die man getrunken haben muss Rückseite
Martin Droschke, Norbert Krines – 111 deutsche Craft Biere die man getrunken haben muss Rückseite

Antrunk:

Hier zeigt sich dieses Bier(Buch) von der allerbesten Seite, wie oben bereits beschrieben bin ich selbst kein ausgebildeter Journalist, jedoch begeistert ob so einer lebendigen Vorstellung der einzelnen Biere, Bierstile, Brauer und Brauereien. Jedes vorgestellte Bier für sich wartet mit zusätzlichen interessanten Informationen bezüglich der Braustätte, des Bierstils und der Hintergründe dazu auf.

Es ist flüssig zu lesen, am besten natürlich mit einem flüssigen Gerstensaft als Begleitung, kann mit mir größtenteils noch unbekannten Anekdoten aufwarten und löst bei mir eine Mischung aus Staunen, Begeisterung und einem wirklichen Lesevergnügen aus.

Selbst als begeisterter Craftbeer-Trinker, wie ich es bin finden sich Biere, ja sogar Brauereien, welche ich bisher noch nicht kannte, geschweige denn auch nur ein Bier davon probieren konnte. Somit kann man hier, mit Bierbezug, auch von einem kleinen Lehrbuch sprechen, einem Stups noch tiefer hinein in die kreative Bierwelt.

Das man hier natürlich nicht nur Biere nach Brauart des Reinheitsgebots findet, sollte jedem klar sein. Hier wird teilweise mit Zutaten gebraut, die man privat nur in den Salat oder in den Backofen gibt. Gurken, Erdbeeren, Pfeffer, Chili, all das macht die Bierszene lebendig, lässt Kreativität im Bier erleben und vor allem erschmecken.

Norbert Krines und Martin Droschke versuchen hier nicht die Craftbeer Welt zu klassifizieren, das Werk erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit und sicherlich fehlen hier und da natürlich, wie könnte es bei so vielen verschiedenen Bieren und Brauern anders sein, ein paar die es auch noch verdient hätten. Jedoch tritt beim Lesen eine derartige Vorfreude auf Biere, welche im Buch vorgestellt werden, zu probieren, dass man die beiden Autoren nur beglückwünschen kann.

Nachtrunk:

Was bleibt ist der Wunsch, alle Biere dieses Buches einmal in meinem Leben probieren zu dürfen. Lesen hat noch nie soviel Durst gemacht und das darf man als großes Kompliment auffassen. Auch finde ich es schön, dass auch benachbarte Brauereien der im Buch vorgestellten Brauereien in kurzen aber prägnanten Worten ihren Platz finden. Es gibt noch so viel zu entdecken, mehr dazu aber hoffentlich im nächsten Werk von Norbert Krines und Martin Droschke. Prost!

Fazit:

Ein Buch, kurzweilig und informativ, für jeden Bierkenner und Neuling in der Szene zu empfehlen. Es ist, wie die beiden bisher erschienenen gemeinsamen Werke ‚Craft Beer-Führer Franken und ‚111 fränkische Biere die man getrunken haben muss. Für mich eine klare Kauf- und Leseempfehlung!

Gesammelte gemeinsame Werke von Norbert Krines & Martin Droschke
Gesammelte gemeinsame Werke von Norbert Krines & Martin Droschke

 

Den Bierblog von Norbert Krines könnt Ihr hier finden.

Die Autorenseite von Martin Droschke beim Emons Verlag ist hier zu finden.

Sehr zu empfehlen sind übrigens auch die Lesungen der beiden Autoren, die nächste findet hier statt.

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Biervorstellung: Deutsche Kreativbrauer e.V. – Kreativsud #1

Der Verein Deutsche Kreativbrauer e.V., eine kurze Erklärung

Der Verein Deutsche Kreativbrauer e.V. ist ein Zusammenschluss von kreativen und unabhängigen Brauern, die mit natürlichen Zutaten Bier brauen und das auch mit vor dem aktuellen Reinheitsgebot gängigen Zutaten wie Kräutern, Früchten und Gewürzen. Da auch das 1993 erlassene Vorläufige Biergesetz von 1993 ohne vorherige Genehmigung keine dieser Zutaten in einem als Bier deklarierten Produkt erlaubt, hat der Verein sich auf die Fahnen geschrieben nach dem selbst entwickelten Natürlichkeitsgebot zu brauen.

Da dieses Natürlichkeitsgebot eben diese schmackhaften Zutaten erlaubt, kann der Verein und seine Mitglieder beim Brauen kreativ und experimentierfreudig sein. Neben dem Eintreten für die Verwendung natürlicher unbehandelter Rohstoffe beim Brauvorgang bei Veranstaltungen und in sozialen Netzwerken stehen die Mitglieder des Vereins sowohl in ihren eigenen Brauereien als auch ab und zu gemeinsam am Kessel um kreative Biere zu kreieren.

Der erste Sud entsteht

So entstand Ende April 2017, genauer gesagt am Tag des Bieres, dem 23.04., an welchem im Jahre 1516 das Reinheitsgebot verkündet wurde ein erster gemeinschaftlicher Sud, der Kreativsud #1.

Dieser erste Sud ist ein untergäriges Weizenbier, welches so in Deutschland nach dem Gesetz gar nicht existieren dürfte. Die verwendeten Zutaten aus einem alten Bierrezept sind dabei angelehnt an die Braulandesverordnung aus dem Jahre 1616 und werden im Detail gleich noch von mir vorgestellt. Gebraut wurde es in einem historischen Brauhaus mit Kühlschiff in welchem der Braukessel noch mit Holz befeuert wird.

Deutsche Kreativbrauer e.V. – Kreativsud #1

Kommen wir also zur Vorstellung des Bieres:

Name: Kreativsud #1

Brauer des ersten Sudes:

Andreas Seufert (Pax Bräu), Oliver Wesseloh (Kehrwieder Kreativbrauerei), Simon Siemsglüß (Buddelship), Kolja Gigla (Mashsee), Johannes Heidenpeter (Heidenpeters), Fritz Wülfing (Ale-Mania)

Bierstil: Weizenbier (untergärig)

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Kümmel, Wacholder, Salz und Hefe

Alkohol: 5,8 % Vol.

IBU: 40

Beschreibung des Bieres:

Optischer Eindruck:

Das Bier ist bernsteinfarben im Glas mit einer leichten Trübung und einer cremefarbenen, relativ stabilen und feinporigen Schaumkrone.

Geruch:

Im Geruch nehme ich würzige, leicht pfeffrige Aromen, gepaart mit einer feinen Rauchnote und Kümmel wahr.

Antrunk:

Der Antrunk ist würzig, etwas herb, harmonisch vereint mit einer leicht rauchigen Note. Kümmel und Wacholder kommen für meine Begriffe gut durch ohne zu dominant zu sein. Auch eine gewisse, nicht übertrieben wirkende Schärfe stellt sich am Gaumen ein. Ergänzt wird diese durch eine minimale Säure und Salzigkeit.

Nachtrunk:

Der Nachtrunk ist würzig mit rauchigen, scharfen Noten.

Fazit:

Ein interessantes und vielschichtiges Bier, auf welches es sich aber einzulassen lohnt. Die Aromenkombination ist spannend und harmoniert doch wirklich gut. Mir gefällts, Prost!

 

 

Das Rezept zum Bier gibt es übrigens hier.

Mehr über den Verein Deutsche Kreativbrauer e.V.

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