Consumenta – Regionale Brauereien präsentieren sich

Meine Vorfreude war groß, las ich doch bereits im Vorfeld vom für „Süddeutschlands größte und erfolgreichste Einkaufsmesse“ meiner Meinung nach sehr üppigen Portfolio fränkischer Handwerksbrauereien, welche sich hier bei der Consumenta in Nürnberg präsentieren durften. Also rasch ein Ticket gekauft und eingetaucht ins Bierland Franken…

Original regional, nikl bräu
Stand der Nikl-Bräu Pretzfeld bei der Consumenta

Los ging es für mich im Bereich Original Regional mit der Nikl Bräu aus Pretzfeld, wo ich als erstes das Dorfbier, ein sehr interessantes Festbier, verkosten durfte. Bernsteinfarben liegt es im Glas mit feinporigem Schaum. In der Nase zeigt es sich fruchtig, eine feine Säure schwingt mit, dazu eine sanfte Rauchnote. Da wird man sofort neugierig auf den ersten Schluck! Dieser präsentiert sich mit ausgewogenem Raucharoma, malzig, mit feiner fruchtiger Säure und einer angenehmen Bittere. Im Abgang bleibt ein dezent rauchig, fruchtig-herber Nachhall. Ein Rauchbier ganz nach meinem Geschmack.

Nikl-Bräu – Dorfbier

Weil ich mich unter fachkundiger Bewirtung so wohl fühlte, blieb ich noch ein wenig und wurde nicht enttäuscht. Denn als nächstes folgte ein richtig edler Tropfen: Old Django, aus der Nikl Selection, gereift in Williamsbirne Fässern und mit fränkischem Williams-Edelbrand vergoren. Fruchtig und fein säuerlich in der Nase nach Zitrusfrucht waren meine ersten Eindrücke dieses Bocks, natürlich Birne und dazu eine feine Vanillenote. Im Antrunk wurden meine Eindrücke durch angenehme Säure, Zitrus, leichte Williamsnoten und im Abgang harmonischer Melange aus Frucht und ihrer Säure bestätigt. Toll, dieses Bier verkosten zu dürfen.

Nikl Bräu – Old Django Bockbier

Da passte auch wunderbar Djangos Bierbrand, ein destilliertes Produkt aus eben diesem Old Django Bockbier dazu, in Eichenfässern ausgebaut und von Johannes Haas (Edelbrennerei Haas, Pretzfeld) gebrannt.

Den Abschluss bei Nikl machte bei mir das Nikl-Festbier, laut Ankündigung eine echte „Rauchbombe“. In der Nase bestätigte sich dies auch, zusammen mit Cognac-Aromen ein sehr schönes Zusammenspiel. Im Mund hielt sich der Rauch bei mir eher bedeckt, Cognac, Fruchtigkeit, Trockenfrüchte harmonisierten sich schön mit ihm und auch im Abgang blieb für mich eine Mischung aus Frucht und eben Cognac.

Weiherer Bier, immer einen Besuch wert
Bier Sortiment der Brauerei Kundmüller aus Viereth-Trunstadt
Bier Sortiment der Brauerei Kundmüller aus Viereth-Trunstadt

Nach zwischenzeitlicher Stärkung abseits des flüssigen Brotes beim Heimatfoodtruck Goud mit dem Schäufele-Weggla begab ich mich zur Brauerei Gasthof Kundmüller, bekannt durch seine Weiherer Biere. Das erste probierte Bier, Bio-Zwickerla Dunkel genannt, ist ein bernsteinfarbenes, mit feinporigem Schaum bedecktes Kellerbier. Malzige sowie würzige Aromen kann ich wahrnehmen, im Mund ist das ausschließlich mit Rohstoffen aus biologischem Anbau gebraute Bier schön würzig, malzig, feinherb und etwas süßlich. Das gefällt mir.

Das Weiherer Schwärzla, mein folgendes Bier der Brauerei Kundmüller, ist die fränkische Interpretation eines Stouts, so wurde es mir beschrieben. Und tatsächlich, in der Nase tummeln sich Eindrücke von Bitterschokolade, Röstmalz und Kaffee, die Farbe ist stout-typisch schwarz wie die Nacht dunkel und der Schaum legt sich feinporig und cremefarben darüber. Im Mund enttäuscht das Schwärzla keineswegs, nach so imposantem erstem Eindruck, sondern ist intensiv röstaromatisch mit kräftigen Aromen von dunkler Schokolade, Kaffee und Toffee. Im Nachhall verbleibt herbe Würzigkeit.

hoch leben die Versuchs-Brettchen
Foto des Tastingboards der Braumanufaktur Hertl
Braumanufaktur Hertl – Tasting Board / Versuchsbrettchen

Bei der nächsten Brauerei, die Braumanufaktur Hertl, probierte ich mich durch ein Tastingboard 4 verschiedener Biere.

  • Whiskey-Doppelbock (Nase: Whiskey, fruchtig, Zitrusfrucht, Cognac. Antrunk: Cognac- und Whiskey harmonisch vereint, dazu fruchtig)
  • Rote Hochzeit (fruchtig, feinsauer, mit Hibiskus gebraut)
  • Sommerkick (Zitrus, Ingwernoten, spritzig)
  • Gurkengose (salzig, nach Gurke, leichte Säure)
    Neues aus Uehlfeld, die Brauerei Zwanzger gibt mir eine exklusive Vorschau

    Foto von Brauer Christian Zwanzger und mir bei der Consumenta Nürnberg
    Christian Zwanzger und ich bei der Consumenta Nürnberg

Nach erneuter Stärkung ging es auf zum Zwanzger für mich, genauer gesagt zum Stand der Brauerei & Gasthof Zwanzger von und mit Brauer Christian Zwanzger. Für die Messe hatte Christian hauptsächlich seine Klassiker Landbier, Weizen, Pils, Festbier und Dunkel mit dabei, ich entschied mich jedoch für den für mich noch neuen Büchsenöffner, ein mit Honig gebrautes goldgelbes naturtrübes Bier.

Foto des Bieres Büchsenöffner der Brauerei Zwanzger aus Uehlfeld bei der Consumenta in Nürnberg
Brauerei Zwanzger Uehlfeld – Büchsenöffner

In der Nase nahm ich eine fruchtige Honigsüße wahr, dazu malzige und herbe Noten sowie Zitrusfrucht. Der Antrunk war dann mit intensiven Honignoten, einer daraus resultierenden Süße, Fruchtigkeit und leichter Herbe ein für mich gelungenes Zusammenspiel verschiedener Eindrücke.

Noch in einer Standard Bierflasche abgefüllt und als exklusive Preview bekam ich dann sogar noch ein neues Spezialbier von Christian eingeschenkt.

Foto des neuen Bieres Lady in Red der Brauerei Gasthof Zwanzger aus Uehlfeld
Brauerei Gasthof Zwanzger – Lady in Red

Lady in Red, die Farbe schon einmal beeindruckend, ein kräftiges Rot mit rosafarbenem, feinporigen Schaum und in der Nase Aromen von Brombeeren, Johannisbeeren und Himbeeren. Im Antrunk dann ist das Bier fruchtig, fein säuerlich, ein bunter Obstkorb bestehend aus Johannisbeere, Himbeere und Stachelbeere. Auch im Abgang bleibt eine fruchtige feine Säure. Klasse und herzlichen Dank für die Probe, Christian!

Diese Bierkreation soll es übrigens unter anderem bei der 3. Mainzer CraftBeerMesse kommendes Wochenende (Freitag und Samstag) zu probieren geben.

Hechtbräu und Kathi-Bräu, Franken pur

Den Abschluss bildeten zwei fränkische Klassiker für mich, bei Bernhard Hecht am Stand seiner Brauerei Hechtbräu aus Zimmern probierte ich sein Landbier Hell, golden im Glas, die Schaumkrone feinporig weiß und in der Nase Getreide, grasige und fruchtige Noten. Der erste Schluck beweist den Eindruck von Getreide, zusammen mit einer schönen Hefearomatik und einer stimmigen Würzigkeit.

Das Dunkle der Kathi-Bräu mit seiner fast nachtschwarzen Farbe im Glas, dem cremefarbenen stabilen Schaum und Kaffee, Trockenfrüchten und Malz in der Nase begleitete mich mit seinem malzbetonten Antrunk und seiner fruchtig, leicht würzig-erfrischenden Aromatik in die ebenso dunkle Nacht über Nürnberg. Bis nächstes Jahr bei der Consumenta, zum Wohl!

Foto des Dunklen Bieres der Kathi-Bräu bei der Consumenta Nürnberg
Kathi-Bräu – Dunkel

 

Weitere Infos unter: http://www.consumenta.de/

Mehr zu neuen Bieren aus Nürnberg erfahrt Ihr hier: http://domis-reviews.de/brauerstammtisch-bei-mrkennedy

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Drinktec 2017 in München, Bier, Brauer und viele interessante Eindrücke

Wir schreiben das Jahr 2017… mein erster Besuch der Messe Drinktec und der gleichzeitig stattfindenden BIER LIVE auf der PRO FachHANDEL mit ihren jeweils zahlreichen Ausstellern und Verkostungsmöglichkeiten war zweifelsohne ein Highlight meiner bisherigen Messebesuche.

Start der Messe für mich: Weyermann zusammen mit Mike Auerbach

Angefangen hatte mein Besuch mit Mike Auerbach, Geschäftsführer der Hafen Citizen Brauerei aus Hamburg, einem meiner Mit-Biersommelierabsolventen aus dem Lehrgang in Bamberg Anfang des Jahres am Stand der Malzfabrik Weyermann, die vom Fass ihre Biere Schlotfegerla, ein intensives Rauchbier und ein IPA mit an Board hatten.

Gestärkt durch das herb-fruchtige IPA ging mein Besuch weiter, vorbei an imposanten Brauanlagen von BrauKon und Co., dem neuen Sudhaus von Markus Hoppe und Hoppebräu und teilweise sehr unterhaltsamen Zapfhähnen, welche in jedem Falle Lust aufs Bier brauen und zapfen aus Fässern machen.

Zapfhähne verschiedener Bauart
Illustre Zapfhahnauswahl
Biertasting bei der BayWa, Single Hop Weißbiere der Brauerei Plank

Bei der BayWa gab es 6 verschiedene Single-Hop Weißbiere der Brauerei Plank aus Laaber (Landkreis Regensburg), von der Rezeptur gleich, nur unterschieden durch den Einsatz unterschiedlicher Hopfensorten (von links nach rechts):

Foto vom BayWa Biertasting mit Single-Hop Weißbier der Brauerei Plank aus Laaber bei der Drinktec München 2017
BayWa Biertasting mit Single-Hop Weißbier der Brauerei Plank aus Laaber
  • Callista, mein Favorit. Herrlich fruchtig nach tropischen Früchten (Maracuja und Mango)
  • Ariana, Aromen von schwarzer Johannisbeere und Pfirsich
  • Mandarina Bavaria, Mandarinen und Zitrusnoten
  • Hallertau Blanc, weißweinartige Aromen, grasig, leicht fruchtig
  • Hüll Melon, süßlich, aromatisch nach Aprikose
  • Polaris, bananig, erfrischend, fruchtig, floral, mein zweitliebstes Bier der Serie
Bierverkostungen Teil 2: Hop Growers of America

Gegenüber des Place2Beer hatte sich die internationale Bierszene eingefunden. Der Stand der Hop Growers of America und der Brewers Association wartete mit vielfältigen Bieren diverser Bierstile von US Craft Brauereien auf.

Dort traf ich unter anderem einige Brauer aus Nürnberg, welche sich auf der Drinktec über Neuigkeiten aus der der Getränkebranche informierten.

Gemeinsames Foto mit Karsten Buroh (Eppelein & Friends Craft Bier Manufaktur Nürnberg), Felix vom Endt (orca brau Nürnberg), Alejandro Gardelag (RavenKraft) und mir, von links nach rechts.
Karsten Buroh (Eppelein & Friends Craft Bier Manufaktur Nürnberg), Felix vom Endt (orca brau Nürnberg), Alejandro Gardelag (RavenKraft) und ich, von links nach rechts.

Probieren konnte ich dort unter anderem das Fat Tire der New Belgium Brewing Company, ein würzig, leicht süßliches und schön fruchtiges amerikanisch-belgisches Ale.

Das Bell’s Ales for A.L.S. IPA der Bell’s Brewery, dessen Einnahmen der weiteren Erforschung der A.L.S. Erkrankung (hierzulande Bekanntheit durch die Ice Bucket Challenge) gestiftet werden, sowie das Stone 21st Anniversary Hail To the Hop Thief Double IPA von Stone Brewing, ein komplexes, starkes, cremig-herb-fruchtiges intensiv hopfengestopftes Bier, waren weitere interessante Geschmackserlebnisse welche die Drinktec für mich bereit hielt.

Am Place2Beer bei der Drinktec, mit Oliver Wesseloh

Angekommen am Place2Beer traf ich auf Oliver Wesseloh von der Kehrwieder Kreativbrauerei aus Hamburg, welcher mir (ja wirklich zum ersten Mal) das alkoholfreie IPA ü.NN der eigenen Brauerei einschenkte. Was soll ich sagen? Das Bier ist für mich das ideale Autofahrer-IPA, lässt es doch nichts an Fruchtigkeit vermissen und auf der Zunge Zitrusfrüchte, Mango und eine leichte Malzsüße im Abgang vernehmen. Das wird mit Sicherheit nicht mein letztes ü.NN gewesen sein! Klasse, Oli!

Kehrwieder Kreativbrauerei - ü.NN. Alkoholfreies Bier von Oliver Wesseloh
Kehrwieder Kreativbrauerei – ü.NN.
Schorschbräu aus Gunzenhausen, das stärkste Bier der Welt

Eine große Freude war es mir auch und damit komme ich zum großen Gegensatz was den Alkoholgehalt angeht, Georg Tscheuschner im Areal der BIER LIVE auf der PRO FachHANDEL zu treffen. In seiner Brauerei Schorschbräu in Gunzenhausen braut er viele starke Biere, hervorzuheben sicherlich der Schorschbock 57, das stärkste Bier der Welt. Probieren durfte ich hier den Schorschbock Ice 13, am Gaumen karamellig, cremig, leicht süßlich, brauner Zucker sowie mit dezenten Röst- und Kaffeearomen kommt es daher und ist damit nichts für Anfänger oder Weicheier, aber mir hat es gut geschmeckt!

Bild von Georg Tscheuschner und mir bei der Verkostung des Ice Bock 13 von Schorschbräu aus Gunzenhausen
Georg Tscheuschner und ich bei der Verkostung des Ice Bock 13 von Schorschbräu aus Gunzenhausen

Abschließend kann ich einen Besuch der Drinktec nur empfehlen, trifft man dort doch sowohl auf gleichgesinnte Bierfreunde, Brauer mit viel zu erzählen und feinen Bieren und eine insgesamt sehr gut organisierte und nicht zu überlaufene Messe. Cheers!

Mehr unter: http://www.drinktec.com/

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