Biervorstellung: VEIT – Kellerbier

Achtung Achtung, jetzt kommt VEIT!

Noch nicht gehört? Kein Wunder! Das gemeinsame Projekt von Sebastian Sauer und Felix vom Endt ist brandneu, der erste Sud wurde erst vor kurzem eingebraut. Ich bin sehr froh den ersten Bericht darüber schreiben zu dürfen. Seid gespannt auf VEIT!

Felix vom Endt, der orca oben auf der Craftbeer-Welle

Felix vom Endts Bier-Karriere nahm ihren Anlauf als Hobbybrauer daheim, in Kanada, sowie bei Heidenpeters in Berlin, wo er ca. 2 Jahre arbeitete. Aus Berlin nahm er schlussendlich nicht nur viel Erfahrung mit nach Nürnberg, sondern auch die alte 5 Hektoliter Brauanlage von Heidenpeters. Hier in Nürnberg braut er mit vielerlei Ideen, Kreativität und teilweise ausgefallenen Zutaten Biere, welche polarisieren und begeistern. Handwerklich gebraut, abgefüllt und selbst etikettiert: orca brau!

Sebastian Sauer, kreativ auf mehreren wegen

Sebastian ist kreativer Brauer bei Freigeist Bierkultur, hat schon mit einigen Größen der Craftbeer-Szene in Kollaboration gebraut und seine bierige Karriere 2009 bei der Braustelle in Köln bei und mit Peter Esser gestartet. Seither belebt er, auch mit der „The Monarchy“-Brauerei (mit Fritz Wülfing), alte Bierstile wieder, scheut nicht vor Experimenten zurück und hat sich durch seine Kreationen, vom Lichtenhainer über die Berliner Weisse bis hin zu IPAs, einen Namen gemacht.

lasset das Bier sprechen, meine Biervorstellung

Kommen wir also zum Bier, einem Gemeinschaftsprojekt aus der German Classics – Serie von orca brau und Freigeist Bierkultur, welches es übrigens nur direkt im Brauereiverkauf von orca brau zu kaufen gibt.

Name: VEIT – Kellerbier

Bierstil: Kellerbier

Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen (Mittelfrüh & Perle), Hefe

Alkohol: 4,9 %

IBU: o.A.

Beschreibung des Bieres:

VEIT Kellerbier im Glas
VEIT Kellerbier im Glas

Optischer Eindruck:

Strahlend goldgelb im Glas mit leichter Trübung, der Schaum ist weiß, feinporig und relativ stabil.

Geruch:

In der Nase machen sich fruchtige Noten, gepaart mit grasig-floralen, sowie leichten Getreidearomen bemerkbar.

Antrunk:

Das Bier ist angenehm mild würzig, hat sowohl fruchtige als auch getreidige Aromen. Es ist genau richtig karbonisiert, eine sanfte Spritzigkeit am Gaumen stellt sich ein. Zudem schwingt eine feine Bitternote mit.

Nachtrunk:

Im Nachhall verbleibt eine würzig-getreidige Note und eine leichte Bittere.

Ein wunderbar süffig ausgewogenes Kellerbier, da geht was! Prost!

Mehr über orca brau gibt es hier zu finden. Der Brauereiverkauf ist jeden Donnerstag von 16 – 19 Uhr.

Infos über Freigeist Bierkultur gibt es hier.

Meinen Bericht über orca brau findet ihr übrigens hier.

Köln – mehr als ’nur‘ Kölsch

 

„Was willst du denn in Köln, da gibt’s doch nur Kölsch?“, so die erste Reaktion einer meiner Cousins auf meinen geplanten Kurztrip in die Rheinmetropole. Ursprünglich nur als Aufenthalt aufgrund des Gewinns zweier TV-Show Karten geplant, entwickelte sich ein spannender Bierausflug in 2 Akten.

Tag 1

Schreckenskammer Kölsch – schrecklich gut?

Von der Schreckenskammer Köln hatte ich in einem Reiseführer Kölscher Kneipen gelesen, hier werde im kleinen Rahmen feines Kölsch gebraut. Da die Kammer meiner Unterkunft am nächsten gelegen war, stand meine erste Station des Tages somit fest. Und wirklich, die zugehörige Kneipe ist urgemütlich, man findet hier so manchen Fanartikel des Effzeh (1. FC Köln) an den Wänden und hinter der Theke wieder und auch das Kölsch schmeckte mir gut. Im Detail ist es goldgelb mit feinporigem stabilem Schaum. In der Nase macht sich eine gewisse Fruchtig- und Würzigkeit breit, der Antrunk fällt deutlich herb-würzig aus, während im Abgang fruchtige Noten sowie eine feine Säure mitschwingen.

Brauhaus zur Malzmühle – Mühlen Kölsch

Weiter ging es zum Brauhaus zur Malzmühle, welche das Mühlen Kölsch braut, hier gab es eine mittägliche Stärkung gleich mit dazu, der Köbes war bester Laune und auch das Bier schmeckt hier. Goldgelb mit feinporigem festen Schaum wartet es im Glas auf den ersten Schluck, die Nase wird durch eine erfrischend fruchtige Zitrusnote und Würzigkeit gekitzelt, im Mund liegt es prickelnd auf der Zunge, wirkt fruchtig und im Abgang leicht herb.

Ubierschänke – Böllbier oder Böll ist nicht gleich Böll

Die Ubierschänke, Station 3 welche ich Euch vorstellen möchte, ist eine typisch kölsche Kneipe mit schicker Bar und fast noch hübscheren Bierdeckeln. Ausgeschenkt wird hier das Böllbier, benannt nach ‚dem stadtbekannten Szenewirt Clemens Böll, der mit dem Brauerei-Gründer Günther Zabel einst das „Alcazar“ eröffnete‘ (laut Website). Dieses wird, auch hier natürlich für den Franken erstmal ungewohnt, in kompakter 0,2 Liter Bierstange serviert. Auch dieses Bier präsentiert sich im Glas goldgelb, hier verflüchtigt sich der Schaum jedoch etwas schneller als bei den bisher getesteten Bieren. In der Nase habe ich Getreide, Zitrus und fruchtige Aromen, der Antrunk ist würzig, fruchtig und beinhaltet ebenfalls Zitrusfrucht. Im Abgang lässt das Böllbier es feinherb-fruchtig ausklingen.

Hellers Brauhaus – Variantenreiche biere

Nachmittags stand das Hellers Brauhaus auf meinem Plan, hier war ich vor allem auf das unfiltrierte Kölsch gespannt, aber der Reihe nach..

Das Hellers Kölsch ist golden, glanzfein (ohne Trübung) und besitzt eine weiße feste Schaumkrone. Es riecht nach Getreide, würzig und hat Zitrusnoten, der erste Schluck gestaltet sich würzig und herb mit einem Hauch Zitrus welcher auch im Abgang noch, verbunden mit leichter Bittere, nachhallt.

Hellers Wiess, eine besondere weil unfiltrierte Version des hauseigenen Kölsch, war als nächstes an der Reihe. Beim Servieren dachte ich erst an ein Weizen, nicht zuletzt aufgrund der Darreichungsform in einem Weißbierglas. Die Trübung hätte auch gepasst, dazu eine schöne Bernsteinfarbe und ein cremiger, fein- bis mittelporiger Schaum und in der Nase Zitrus- und Grapefruitaromen. Die Spannung vor dem ersten Schluck stieg und wurde mit Getreide, Hefe, würzigen und im Vergleich zum normalen Kölsch herberen Noten beschwingt. Der Abgang wiederum fällt bei diesem Bier herb-fruchtig aus.

Zum Finale gesellte sich dann noch das Hellers Weizen ins Glas, auch dieses Bier ist bernsteinfarben, natürtrüb und der Schaum feinporig und mittelfest. Der Geruch ist eine Kombination aus fruchtigen Noten wie Pfirsich, Maracuja und Zitrusfrucht, vor dem sich auch der erste Schluck nicht verstecken braucht. Dieser wartet mit ebendiesen Pfirsich und Zitrusnoten sowie einem Touch Banane auf. Im Abgang bleibt es fruchtig mit Bananen-, Zitrus- und Trockenfruchtaromen.

Wirklich gelungene Biere gibt es also auch im Hellers Brauhaus, dem sollte meine abschließende Station des Tages auch in nichts nachstehen…

Braustelle Köln – hier wird kreativ gebraut
Braustelle Köln
Braustelle Köln

Die Braustelle Köln, hier braut Peter Esser Biere der kreativen Sorte, mit Zutaten fernab des Reinheitsgebots. Das Gute daran ist, sie schmecken auch noch sehr gut.

Probiert habe ich zwei seiner Biere, das erste war der Pink Panther, bekannt aus Funk- und Fernsehen und doch noch nie in Bierform erlebt… farblich kommt er wirklich leicht pink daher, der Schaum ist feinporig und die Nase meldet fruchtiges. So kommt der Hibiskus, mit welchem dieses Bier gebraut wurde auch im Geruch an, unterstützt wird dieser von Zitrusfruchtnoten. Der Antrunk des Bieres ist spritzig prickelnd auf der Zunge, mit fruchtigen, leicht säuerlichen Aromen, im Abgang verbleibt es fruchtig mit Zitrusnoten. Dieses Bier kann ich mir auch gut bei 30 Grad im Biergarten vorstellen.

Das Zweite aus der Braustellen-Reihe vom Fass für mich war das O’Collins Red Ale, mit einer wunderbar kastanienbraunen Färbung mit rötlichem Einstich und feinporigem cremefarbenem Schaum. Des Weiteren hat es fruchtige Noten von Trockenfrüchten und roten Beeren in der Nase. Der Antrunk ist fruchtig mit fruchtiger leichter Säure sowie leichter Bittere und dadurch ebenfalls sehr erfrischend . Das Bier beziehungsweise dessen herbe Fruchtigkeit hallt auch noch nach.

Hier muss ich definitiv wieder hin, die Taplist mit 8 Bieren vom Fass und stets neuen Kreationen schreit praktisch danach!

Tag 2

Brauhaus Päffgen

Am zweiten Tag verschlug es mich zuerst ins Brauhaus Päffgen, das Kölsch hier ist fein, goldgelbe Färbung mit feinporiger Blume (Schaumkrone). Meine Nase zeigt Zitrusfrucht, Getreide sowie würzige Noten an. Der erste Schluck bestätigt diesen Eindruck, dazu kommt noch eine deutliche Herbe sowie angenehme Würze und Fruchtigkeit. Die Herbe steigt im Abgang für mein Empfinden sogar noch etwas an, bleibt aber durch seine fruchtige Begleitung stets angenehm harmonisch.

Gaffel am Dom

Bei Gaffel am Dom fiel mir direkt die beeindruckende Zapfanlage an der Theke mit seinen kupfernen, blankpolierten Leitungen auf. Aus ihnen sprudelt das Gaffel Kölsch, mit Zitrus, einer feinen Säure und Getreide als erstem Eindruck, welchen der Geruch vermeldet. Beim Trinken kommen eben diese Getreide- und Fruchtnoten zu Tage, ergänzt durch eine würzige, feine Herbe. Im Nachhall verbleiben fruchtige sowie zitronige Aromen am Gaumen.

Pfaffen Brauerei – das etwas andere kölsch

Ein klasse Kölsch, auch oder vor allem gerade weil es etwas aus der Reihe tanzt ist übrigens das Original Pfaffen Bier der Pfaffen Brauerei. Mit seiner Bernsteinfarbe, dem feinporigen festen Schaum und dem kleinen Obstkorb an Fruchtaromen (Pfirsich, Melone) in der Nase. An seiner Seite florale, leicht würzige Noten und einem malzbetonten Antrunk, fällt es schon auf in der Kölner Brauereilandschaft. Zusätzlich wird dieser Eindruck auf der Zunge noch durch Aromen von Pfirsich, Zitrus und Gras (das auf der Wiese) unterstützt. Für manch einen ist dieses Bier zu malzig für ein Kölsch habe ich gehört, ich fand es gut.

Craftbeer Corner Coeln – beer you, beer me

Kommen wir nun zum Abschluss meines erfahrungsreichen Köln Besuches, der Craftbeer Corner Coeln. Sage und schreibe 15 Zapfhähne warten hier darauf, bezwungen zu werden. Glücklicherweise geht dies bei fast allen auch mit Tastingboards oder zu deutsch, Probierbrettchen. Hier kann man sich seine Biere nach Herzenslust zum verkosten zusammenstellen, was ich auch gerne tat.

Vorstellen möchte ich daraus kurz 3 Biere von Sebastian Sauer, Brauer der Freigeist Bierkultur, welche extra für die Corner gebraut werden. Das Veedels Wiess, eine fruchtig, würzige und im Abgang leicht herbe Kölschvariante. Dazu das Veedels Weizen mit Banane, Zitrus sowie grasigem Duft, Banane, leichter Würzigkeit und einer feinen Säure und fruchtigem Zitrusaroma im Antrunk und im Abgang weiter fein fruchtig bananig.

Das Trio komplett macht das Veedels Maggel, tropische Früchte in der Nase, dazu hopfig und Zitrusaroma. Der Antrunk ist fruchtig, prickelt auf der Zunge und hat neben der alkoholischen Wärme noch feine Zitrusnoten parat, welche auch im Abgang mitschwingen.

Sehr gut fand ich außerdem folgende Biere:

Great Divide Brewing Company – Yeti: kräftiges Stout mit Röstmalz- und Bitterschokolade Aromen

Sibeeria – Ikaros: fruchtiger (Zitrus, Birne, Pfirsich) Weizenbock aus Tschechien

Prairie Artisan Ales – Phantasmagoria: fruchtiges Double IPA mit Zitrus, Pfirsich, Maracuja und Honignoten

Übrigens ist die Craftbeer Corner derzeit auch bestens mit dem ein oder anderen Bier der Orca brau von Felix vom Endt aus Nürnberg versorgt..

Alles in allem eine wirklich schöne Bar mit tollen Bieren und freundlichem Service, auch hier bin ich sicher nicht zum letzten Mal gewesen.

Ich kann Köln abschließend also nur empfehlen, eine sehr offene und schöne Stadt mit herzlichen, aufgeschlossenen Menschen und gutem Bier, was will man mehr?

Brauerstammtisch bei Mr Kennedy oder auch: Neues aus Nürnberg

Am Dienstag war es soweit, Luke Kennedy hatte die Nürnberger Brauerszene versammelt um gemeinsam dem Gerstensaft zu huldigen, neue Bierkreationen vorzustellen und gemeinsam bei einem Bier (oder zwei) beim Brauerstammtisch in seinem Lokal Mr Kennedy zu fachsimpeln.

Gekommen ist nicht weniger als das who-is-who der Nürnberger Kreativ-Brauszene, Karsten Buroh von der Eppelein & Friends Craft Bier Manufaktur, Ralph Hertrich von Veto – Brauspezialitäten, Alejandro Gardelag von RavenKraft, Willi Wohlfahrt von der bierwerk – kreativbrauerei und nicht zu vergessen Felix vom Endt von Orca brau.

Mitgebracht wurden viele interessante Gesprächsthemen der Craftbeerszene, unterschiedlichste Spezialitätenbiere aus dem In- und Ausland für den reich gefüllten Bierkühlschrank zur allgemeinen Verkostung sowie viel gute Laune.

bierwerk kreativbrauerei – Kellerbier, neues vom Bierwerk!
bierwerk kreativbrauerei - Kellerbier Foto aus dem Mr Kennedy Nürnberg
bierwerk kreativbrauerei – Kellerbier

Willi Wohlfahrt brachte beispielsweise ein Fass des neuen bierwerk – kreativbrauerei Kellerbieres mit, die Farbe goldgelb, der Schaum weiß, feinporig und stabil. In der Nase leicht rauchig, malzig und sogar etwas fruchtig. Im Antrunk beweist sich der Eindruck aus der Nase, der Hauch von Rauch schwingt harmonisch und unaufdringlich mit, es breitet sich eine leichte Herbe gemeinsam mit fruchtigen Noten, einer feinen Säure und einer angenehmen Würzigkeit aus. Im Abgang bleibt es rauchig feinherb und ist für mich ein sehr süffiger, zu empfehlender Vertreter unter den Kellerbieren.

Orca brau goes Pumpkin: big mama

Von Orca brau gab es das neu gebraute Big Mama, ein Pumpkin Ale gebraut mit mit geröstetem Kürbis, Zimt, Ingwer, Muskat und Nelke. Die fruchtige Noten überwiegen hier für mich, in der Nase nehme ich den Kürbis deutlich wahr, Nelke und Muskat schwingen mit und unterstützen den aromatischen Gesamteindruck. Im Antrunk dann wieder Kürbis, Malz, Nelke, schön ausgewogen und angenehm fruchtig präsentiert sich dieses Bier, Pardon, alkoholhaltige Malzgetränk, der Ingwer hält sich im Hintergrund.

Eppelein & Friends – Carte BLANCHE WIT? da trink ich gern eins mit!

Karsten Buroh brachte mit dem Carte Blanche sein Witbier mit in die Bar. Aromen von Zitrusfrucht (Orange, leicht Zitrone) und Koriander breiten sich in der Nase aus. Im Antrunk vermag das ‚Bier‘ diese Eindrucke zu bestätigen, Orange und Koriander dominieren den Eindruck, eine leicht würzige Herbe rundet es hervorragend ab. Im Abgang verbleibt eine harmonische Mischung aus Herbe und Fruchtigkeit. Vom fruchtigen Kürbisbier Scary Pumpkin mit aromatischer Kürbisnote in Nase und Antrunk, welche nicht zu dominant aber doch merklich vorhanden ist, konnte ich ebenfalls etwas probieren. Weiterhin hat es zitrusfruchtige sowie florale Noten und ist beim Trinken doch so gar nicht zum Fürchten, ein Glück!

Der gastgeber tischt auf, hop pop, die neue hopfenbombe aus nürnberg
New Beer Generation - Hop Pop Craftbeer
New Beer Generation – Hop Pop

Von New Beer Generation gab es, als Gastgeber der Veranstaltung, selbstverständlich auch ein Bier. Hop Pop heisst die Kreation, fast nagelneu und doch für mich schon ein Highlight der hopfigen Natur. In der Nase bietet es eine Variation unterschiedlichster Früchte, vor allem exotischer Art. So nehme ich hier unter anderem Mango, Zitrusfrucht (Limette und Orange), aber auch erdige, florale sowie erfrischende (minzige?) Aromen wahr. Im Antrunk wieder Zitrusfrucht, Mango, Maracuja, Grapefruit, fruchtige Süße und eine nicht überschwängliche Hopfenbittere. Der tropische Obstkorb unter den Craftbieren aus Nürnberg.

Veto, Kampf gegen die Massenbierhaltung, es gibt Schokobär

Hmmm, hab ich noch jemanden vergessen? Achja, Ralph Hertrich und mit ihm sein, beim Meininger Craftbeer Award Platin prämiertes, Schokobär Stout waren auch mit von der Partie beim Brauerstammtisch. Schwarz im Glas und mit braunem, äußerst bärigem Schaum, in der Nase röstige Aromen von Bitterschokolade, Kaffee und Espresso. Im Antrunk dann eine cremige, Kaffee- und Bitterschokolade Komposition die sich wie ein Schleier über die Zunge legt. Wenn Zeit für den Abgang zwischen den Schlucken bleibt so erschmeckt man hier wieder Röstaromen, Kaffee sowie eine nicht zu dominante Bittere.

Der bierkühlschrank beim Brauerstammtisch war gut gefüllt
Auswahl der Biere von Alejandro Gardelag aus Mexico
Auswahl der Biere von Alejandro Gardelag

Weitere Highlights waren zweifelsohne die von Alejandro Gardelag aus seiner Heimat Mexico mitgebrachten Biere, unter anderem das Minerva ITA (Imperial Tequila Ale) der Cerveceria Minerva, ein mit Aromen von Tequila, Eichenholz, Hopfen und Vanille daherkommendes Strong Ale.

Der Abend verblieb kurzweilig, mit interessanten Gesprächen über Bewertungsportale bis zur Fasslagerung von Bier, neuen Kreationen und (nach Reinheitsgebot verbotenen) Zutaten, Veröffentlichungen von Rankinglisten deutscher Brauer und Bierlokale sowie einigen sehr guten, von Teilnehmern der Veranstaltung bereitgestellten, Bieren. Ich werde bestimmt wieder zum Brauerstammtisch kommen. Cheers!

Mehr unter: http://www.newbeergeneration.de/

Weitere regionale Brauereien, bei der Consumenta in Nürnberg: http://domis-reviews.de/consumenta2017

Erlangen Beer Market Ausgabe 3 im Kulturzentrum E-Werk, mein Bericht

Am Sonntag, den 03.09.2017 zwischen 14 und 22 Uhr war es wieder soweit, der in seiner 3. Auflage stattfindende Erlangen Beer Market bot, trotz gemischter Wetterverhältnisse und ebenso gemischtem Andrang mit seinen Bierständen der vielen verschiedenen eingeladenen Brauereien im In- und Outdoor Bereich eine reichhaltige Auswahl fränkischer sowie überreginaler und internationaler (Craft-)Biere.

Craftbeer im Teku Pokal beim Erlangen Beer Market im Kulturzentrum E-Werk
Prost!
Mein Highlight beim Erlangen Beer Market: Gänstaller Bräu

Ein besonderes Highlight für mich war Andreas Gänstaller mit seiner Gänstaller Bräu, welcher 4 unterschiedliche Biere mit zur Veranstaltung brachte. Von seinen Bieren hatte ich bisher leider nur gelesen, da war die Vorfreue natürlich groß sie endlich probieren zu dürfen. Vom fruchtigen Zwickelpils, über das mit erstaunlich harmonisch-rauchigem Mundgefühl glänzende Franz Xaver Smoked Märzen Rauchbier, benannt nach seinem früh verstorbenen Vater, bis hin zu den Schwergewichten. Der Affumicator, ein rauchiger Bock mit 9,6 Prozent Alkohol, einer rauchigen sowie malzigen Note und der damit verbundenen Süße sowie sogar gewisser Fruchtigkeit ebenso ein Highlight, wie die Schwarze 90, ein Russian Imperial Stout, untergärig gebraut(!!!) mit 11,9 Prozent Volumen, Lakritz, Bitterschokolade sowie Kaffee- und Röstmalzaromen. Ein Klasse Einstieg für mich in dieses Fest. Das mir Andreas mit seiner freundlich sympathischen Art auch als Mensch positiv in Erinnerung bleibt ist für mich mehr als eine Randnotiz. Von ihm wird es hier demnächst auch mehr zu lesen geben…

Eppelein & Friends beim Erlangen Beer Market

Weiter ging es für mich bei Karsten Buroh, bekannt mit seinen feinen Bieren der Eppelein & Friends Craft Bier Manufaktur aus Nürnberg. Karsten hatte sein neues Carte Blanche Witbier mit im Gepäck, auf das ich mich schon vorher gefreut habe. Ich wurde nicht enttäuscht. Es ist sowohl fein orangig-fruchtig was dem Einsatz von Orangen und ihrer Schalen zu verdanken ist, präsentiert sich etwas kräftiger als ein geläufiges Witbier sowie mit einer harmonischen Säure und im Abgang leichter Bittere. Sehr gut!

Bei Felix vom Endt und orca brau gab es verschiedene Spezialitäten vom Fass, wie das neue Road Sip West Coast IPA oder das neu aufgelegte Boomshakalaka mit Chili gebraut, welches hier auf meinem Blog schon Erwähnung bei seiner Brauereivorstellung fand.

Diese findet Ihr hier: http://domis-reviews.de/orca-brau

Die Liste der Biere vom Fass der orca brau aus Nürnberg beim Erlangen Beer Market
orca brau Taplist Erlangen Beer Market

Die Hop Gaudi der Brauereien Yankee & Kraut aus Ingolstadt, Tölzer Mühlfeldbräu aus Bad Tölz sowie Blogger Kollegin Mareike Hasenbeck (Feiner Hopfen), eine äußerst fruchtige Weißbier-Interpretation war mit dem letzten Fass des Sudes ebenso vertreten, wie die Uetzinger Metzgerbräu mit ihrem würzig malzigen Lagerbier.

Die Brauerei Zwanzger aus Uehlfeld hatte für mich ebenfalls Neues zu verkosten, hier gab es beispielsweise das Pils Dirty Melly, mit dem Extra-Kick Zitrus durch selbst angebaute Zitronenmelisse aus dem Garten sowie den Hollodri. Verfeinert mit 7 Gramm Holunderblüten pro Flasche war dieser ein äußerst intensives fruchtig-herbes Geschmackserlebnis für mich, sehr interessant!

Sonnen-Bräu Schmitt aus Mürsbach, die können was!

Ein weiterer größerer Biererlebnis-Block kam im Anschluss am Stand der Sonnen-Bräu Schmitt aus Mürsbach auf mich zu. Hier gab es gleich 6 verschiedene Biere, welche ich alle noch nicht verkostet hatte, zu probieren. Angefangen beim würzig malzig-honigsüßen Kellerbier, über das schön bananig-fruchtige Hefeweizen ging es langsam aber sicher hopfiger zu. Das Hopfenblümla Session IPA, ein auf der Alkoholseite leichtes, jedoch dennoch schön tropisch fruchtiges Bier bereitete mich gut auf das Douple IPA mit selbem Namen vor, 9,5 Prozent Alkohol und man fühlt sich wie auf einer Südseeinsel mit einem Melonen-Tropic Cocktail in der Hand. Im Bourbonfass gereift kommt das Imperial Stout der Brauerei daher, ein Kaffee – und Espressoaroma Erlebnis. Last but not least kam noch der Doppelbock ins Glas, im Sherryfass gereift schmeckt man am Gaumen auch deutliche Sherry und leichte Zitrusnoten. Dies wird sicher nicht mein letzter ‚Besuch‘ der Sonnen-Bräu gewesen sein.

Zum Abschluss probierte ich noch das Art-Ale Citra Pale Ale der Pivovar Bizon Gastbrauerei aus Tschechien. Hier seien die Zitrusaromen auf der Zunge zu erwähnen, ein sehr harmonisch-erfrischender Abschluss dieses gelungenen Festes. Ich komme mit Sicherheit wieder!

Bierauswahl der Pivovar Bizon Brauerei beim Craft Beer Market Erlangen
Bierauswahl der Pivovar Bizon Brauerei beim Craft Beer Market Erlangen

Mehr unter: http://www.e-werk.de/t/b/2017/09/03/c/e///i/3-erlangen-beer-market.html

 

Orca brau, Besuch beim Wal aus Nürnberg

Orca brau, der neue Wal im Haifischbecken Craftbierindustrie. In Nürnberg tut sich was, ja was genau? Autodidakt Felix vom Endt, ehemals bei der Brauerei Heidenpeters in Berlin, ist wieder in seine alte Heimat Franken zurückgekehrt.

Seine Frau Susa designt die Etiketten, welche ich selbst im reich an fantasievollen Etiketten befindlichen Craftbeer Markt als etwas besonderes empfinde, sind darunter doch sowohl schlichte Motive als auch Eindrücke aus gemeinsamen Reisen. Das Auge trinkt ja bekanntlich mit.

Experimentierfreude wird gross geschrieben bei Orca brau

Felix scheut auch nicht vor Experimenten zurück, jüngst musste ein etwas zu sauer geratenes Bier gar komplett in den Ausguss wandern, doch genau das ist es was seine Arbeit ausmacht. Der Mut zum Risiko, etwas auszuprobieren was eben nicht mit ganzer Sicherheit gelingen kann, aber doch könnte. Genau diese kreative Herangehensweise finde ich bemerkenswert, bemerkenswert mutig, sowie eine absolut richtige wie wichtige Herangehensweise. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Seine Brauerei am Steinacher Kreuz 24 in Nürnberg hat schon jetzt viele bemerkenswerte Biere hervorgebracht, obwohl sie doch erst seit Februar 2017 existiert.

Dennoch möchte er sich bisher nicht auf feste Sortimente eingrooven, sondern weiter kreativ sein.

In Zukunft sind beispielsweise zu Halloween ein Pumpkin Ale mit heimischen Kürbissen sowie zur Winterzeit ein Porter unter Einsatz von Minzblättern beim Brauvorgang geplant. Das klingt nicht nur spannend, das ist es auch. Aufregend für den Gaumen, anregend und somit herausfordernd für die alteingesessenen fränkischen Biertrinker, deren Geschmacksnerven Felix immer wieder aufs neue zu prüfen vermag.

Seine Biere polarisieren, zu nennen wäre hier Boomshakalaka, ein mit Habanero Chili gebrautes Rauchbier, welches von vielen als wunderbar, von anderen jedoch eher in die Kategorie sonderbar eingestuft wird. Mir gefällt das Aromenspiel zwischen Rauchmalz und der Schärfe des Cilis, welche inzwischen beim zweiten Sud etwas zurückgenommen wurde aber immernoch präsent ist.

Ausblick oder: Die Zukunft von Orca brau

Worauf kann man sich bei orca brau noch freuen? Auf jeden Fall auf Biere mit frischem Doldenhopfen gebraut, welche im Jahr 2018 den Biermarkt bereichern sollen, sowie auf viele weitere Experimentalsude, mit allerlei fränkischen sowie ausländischen Kräutern und Gemüse, welche bei Felix vom Endt derzeit immer direkt auf seiner Standard-Brauanlage mit 5 Hektoliter Fassungsvermögen gebraut werden. Diese bekam er von seiner alten Wirkungsstätte Heidenpeters für einen Obulus nach etwas Überredungskunst mit nach Franken geliefert und seither verwöhnt viel neues aufregendes Bier die fränkischen Biertrinker. Ein End(t)e ist nicht in Sicht!

Mehr unter: http://www.orcabrau.de/

Orca brau beim Brauerstammtisch in Nürnberg: http://domis-reviews.de/brauerstammtisch